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Topspiel des 2. Spieltags: Bayern München – Werder Bremen


12. August 2009 / joe

Jeder der am 20. September 2008 in einem Fußballstadion war wird sich sein Leben lang an diesen Tag erinnern, insbesondere diejenigen, die in der Allianz Arena waren. Denn an diesem Samstag, den 5. Spieltag der Saison 2008/2009, empfing der FC Bayern München den SV Werder Bremen. Der damalige Münchener Trainer Jürgen Klinsmann hatte ein Spektakel angekündigt. Es wurde ein Spektakel, doch keins zugunsten des Rekordmeisters. Bis 30 Minuten nach Anpfiff gab es Chancen auf beiden Seite und das Spiel hatte noch keine Tore erfahren. Dann drehte Bremen auf und ging durch Rosenberg (30.) und Naldo (44.) noch vor der Pause mit 2:0 in Führung. Die Zuschauer in den anderen Stadien staunten nicht schlecht, als die Zwischenergebnisse aus der Allianz Arena mit der Halbzeitführung der Bremer eingeblendet wurden. Nach der Pause nahm das bayrische Unglück seinen Lauf unf die Bremer Tormaschienerie lief heiß. Als etwas mehr als eine Stunde gespielt waren hatten die Bremer ihren Vorsprung durch Tore von Özil (54.), Baumann (59.) und erneut Rosenberg (66.) auf 5:0 ausgebaut. Einzig Tim Borowski, in seiner einzigen Bayern-Saison, konnte mit zwei Treffern etwas Ergebniskosmetik für die Klinsmann-Elf bewirken. Am Ende gewannen die Werderaner 5:2. Unverhofft kommt oft – auch im Weserstadion.

FC Bayern München:
Wieder einmal haben die Bayern einen Neuanfang gestartet. Wieder einmal hat dieser holprig begonnen. Der neue Trainer Louis van Gaal gab offen zu, dass der Kopfball von Josip Simunic, der das 1:0 für Hoffenheim bedeutet hätte, wohl eher hinter als auf der Linie war, als ihn Torwart Michael Rensing aus dem Kasten boxte. Seine Bayern hatten nur in der zweiten Hälfte mehr vom Spiel, konnten aber diese Überlegenheit nicht zu erneuten Führung nutzen. Ein gerechtes Unentschieden (1:1). Dass bei den Bayern noch nicht jedes Zahnrad in das andere greift, ist am ersten Spieltag nicht ungewöhnlich. Allerdings müssen die erneuten Umstruckturirungen zu Saisonbeginn schnellen Erfolg bringen. Nach einer kompletten Saison ohne Tabellenführung brennt der Münchener Nobelclub darauf endlich wieder auf die Konkurenz im Rückspiegel zu schauen. Mit den Bremern erwartet die Bayern ein weiterer Härtetest.
Nicht ganz freiwilig wird Trainer Louis van Gaal zwei wichtige Entscheidungen, die er in der Vorbereitung zu treffen hatte, revidieren müssen. Da Kapitän van Bommel wegen eines Zehenbruchs mehrere Wochen ausfallen wird, übernimmt aller Voraussicht nach Philipp Lahm die Kapitänsbinde. Auf van Bommels Position im defensiven Mittelfeld wird Anatoly Tymoshchuk eingesetzt werden. Aufgrund der Qualität des Ukrainiers sicher kein großer Verlust für das Spiel der Bayern, jedoch ein langfristiges Problem. Angenommen Tymoshchuk überzeugt und spielt sich im Mittelfeld vor der Abwehr fest, dann hat Louis van Gaal bei van Bommels Rückkehr die Qual der Wahl. Der Trainer hat bereits angekündigt, dass sein Kapitän so gut wie immer spielen wird. Ob van Bommel dann die Bine´de abgeben muss, ist ein weiteres unbeantwortetes Szenario.
Im Heimspielauftakt für die Bayern muss die Schmach der letzten Saison beglichen werden.

Werder Bremen:
Alles andere als glorreich sind die Bremer in die Saison gestartet. Was als sicherer Pflichtsieg auf dem Papier stand, endete in einer mehr als peinlichen 2:3 Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt, das man in der letzten Saison noch zwei Mal mit 5:0 nach Hause schickte. Ein wenig lag es sicherlich an Frankfurts Trainer Michael Skibbe, der seine Mannschaft deutlich offensiver als in der letzten Spielzeit agieren lässt. Allerdings ist die Hauptverantwortung eher bei den Bremern zu finden. Die Ausfälle von Abwehrchef Naldo und Abwehrkollege Sebastian Boenisch konnten nicht wie erhofft aufgefangen werden. Eine desaströse Defensivleistung quittierte eine Heimniederlage mit der vorher Niemand gerechnet hatte.
Boenisch wird wohl auch bei den Bayern fehlen. Ein Einsatz von Naldo wird erst kurz vor dem Spiel entschieden. Sollten die medizinischen Test in den nächsten Tagen positiv verlaufen besteht durchaus die Möglichkeit Naldo spielen zu lassen. Die Bremer hätten es bitter nötig.
Keinen wirklichen Neuanfang aber schon eine gewisse Veränderung im Mannschaftsgefüge haben die Bremer in dieser Sommerpause durchgemacht. Durch die Abgänge von zentralen Schlüsselspielern wie Diego (Juventus Turin) und Frank Baumann (Karriereende) sind besonders im Mittelfeld die Rollen neu verteilt. Der defensive Organisator Thorsten Frings ist nun auch Kapitän der Mannschaft. Mesut Özil wird in die großen Fußstapfen von Diego gedrängt. Geplant ist Diegos Spielanteile auf mehreren Schultern zu verteilen. Dafür wurden Tim Borowski (Bayern München) und Marcelo Moreno (Schachtjor Donezk) verpflichtet.

Fazit:
Von entscheidener Relevanz wird ein Einsatz von Naldo sein. Sollte dieser rechtzeitig fit werden können die Bremer beruhigt ihr Offensivspiel praktizieren. Wenn es nicht gelingt Naldo einsatzbereit zu machen, sind die Bremer gezwungen defensiver zu agieren, was nicht zu ihren Stärken gehört. Trainer Thomas Schaaf steht vor einer schwierigen Situation.
Obgleich die Bremer gebeutelt in die Allianz Arena fahren und ihnen keiner einen weiteren Paukenschlag zutraut, ist ein Norddeutscher Auswärtssieg nicht unwahrscheinlich, denn diesmal spielt sogar Borowski für die Grünen.

Quoten:
Bayern München: 1,70 @ unibet
Unentschieden: 4,15 @ Pinnacle
Werder Bremen: 6,00 @ Eurobet









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