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11 in Afrika, die Letzte: Platz 3 gegen Uruguay

15. Juli 2010 / joe

Zunächst einmal gilt es der deutschen Nationalmannschaft dafür zu danken, dass es von dieser Kolumne sieben Ausgaben und gleichbedeutend für das deutsche Volk sieben Spiele bei der Weltmeisterschaft in Südafrika zum Mitfiebern gab. Es ist immer schön, wenn ein Turnier genau so lange dauert, wie die eigene Mannschaft in ihm vertreten ist. Denn wenn bei der eigenen Mannschaft die Luft – im Sinne eines Ausscheidens – raus ist, dann spürt der Fan und auch die Bevölkerung sofort die Ernüchterung und die Euophorie um die Endrunde verfliegt. Dementsprechend hat die deutsche Nationalmannschaft mit dem dritten Halbfinaleinzug in Folge nicht nur enorme Konstanz bewiesen, sondern auch allen ihren Anhängern so lange wie möglich Freude bereitet. Dass es am Ende nicht zu einem glorreichen Finale gegen Holland gekommen ist, bleibt der einzige Wehmutstropfen. Hier unsere 11 zum letzten Spiel: Unsere 11 zu Uruguay.

1. Die Spielweise: Die deutsche Nationalmannschaft spielte von Beginn an ihr Spiel, auch wenn sie in der Defensive die Ordnung vermissen ließ. MIt viel Spielwitz und letztlich einem Tor mehr als die Urus holten sie sich den 3. Platz und machten der Fußball-Welt zum Abschluß noch mal eine Freude. Die Spielweise der deutschen Nationalmannschaft hat bei diesem Turnier international so viel Anerkennung wie selten zuvor erhalten.

2. Der Gegner: Uruguay zeigte kämpferische Qualitäten, musste aber letztlich gestehen, dass der Einzug ins Halbfinale eine Nummer zu groß gewesen ist für die Mannschaft aus Südamerika. Das Losglück der Urus schenkte ihnen einen beachtlichen vierten Platz bei einem Turnier, dass auch ohne Frage schon im Achtelfinale hätte beendet werden können. Gegen Deutschland offenbarte vor allem der Torwart mindestens zwei katastrophale Schwächen.

3. Die Aufstellung: Jogi Löw baute wie erwartet die ganze Mannschaft um. Einzig die Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld und Özil behielt der Bundestrainer gegenüber dem Spanien-Spiel bei. Butt, Boateng, Jansen, Müller, Cacau und Aogo rückten neu ins Team.

4. Die Einwechslungen: Beim letzten Spiel gab es nicht mehr viel zu bewirken. MIt Kießling und Kroos bekamen zwei Spieler der zweiten Reihe Einsatzzeiten. Besonders bei Ersterem hätte man sich gegenüber Mario Gomez mehr Minuten gewünscht. Damit – mit Ausnahme von Tim Wiese – alle Spieler einen Einsatz hatten, wurde in der 91. Minute noch Serda Tasci eingewechselt.

5. Der erste Durchgang: Recht früh konnte man erkennen, dass das Spiel nicht durch taktische Muster getrieben wurde. Die deutsche Mannschaft begann, insbesondere mit Dennis Aogo, etwas übermotiviert in den Zweikämpfen. Danach ging man durch Müller verdient in Führung, musste aber ebenso verdient den Ausgleich nach einem Schweinsteiger Fehler hinnehmen.

6. Der zweite Durchgang: Die zweite Hälfte verlief ähnlich unterhaltsam wie der erste Durchgang. Beide Mannschaften nahmen die Defensiv-Aufgaben nicht ganz so ernst. So entstanden Chancen über Chancen, die im zweiten Durchgang für drei Tore reichten. Besonders der Führungstreffer Uruguay durch Diego Forlan war äußerst sehenswert.

7. Die Schrecksekunde: Puyol steigt frei im Sechzehner hoch und köpft ein zum Finaleinzug.

8. Besondere Einzelkritik: Müller zeigte, dass sein Fehlen gegen Spanien von enormer Bedeutung gewesen ist. Auch Arne Friedrich konnte wiederholt zeigen, dass er bei dieser Weltmeisterschaft zu den besten drei Innenverteidigern gehörte.

9. Überraschung des Spiels: Trotz der relativ geringen Bedeutung des Spiels kam die deutsche Mannschaft nach einem Rückstand noch mal in das Spiel zurück.

10. Das Spiel in einem Satz: Deutschland kommt in einem unterhaltsamen Spiel nach Rückstand wieder zurück ins Spiel und schließt die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika versöhnlich und würdig als Dritter ab.

11. Vorsicht: Lasst uns die Konstanz der deutschen Nationalmannschaften feiern, und lasst uns die große Zukunft des jungen Teams bewundern, doch lasst uns auch endlich mal wieder den Pott holen.

Mit dieser letzten Ausgabe verabschiedet sich die WM-Kolumne! Bis in zwei Jahren bei der Europameisterschaft - auf ein Neues!




WM Finale: Niederlande – Spanien

11. Juli 2010 / joe

 HollandSpanien

  

Am Sonntag, den 11. Juli 2010, spielen die Niederlande gegen Spanien um den WM-Titel. Der Tag des großen Finals ist da – leider ohne Deutschland. Doch trotzdem ist das Finale eine anschauliche Begegnung. Mit Spanien und den Niderlanden haben es zwei sehr starke Mannschaften bis in das Endspiel geschafft. Auf dem Platz bieten sie zwar einen grundverschiedenen Fußball an, doch abseits des Platzes sind sie nicht gar nicht so unähnlich. Denn sowohl Holland als auch Spanien haben noch nie eine Weltmeisterschaft für sich entscheiden können. Beide Mannschaften haben bei der Weltmeisterschaft in Südafrika die Chance zum ersten Mal den Titel zu holen.
Schiedsrichter der Begegnung ist Howard Webb. Der Engländer ist tendentiell eher ein Vorteil für die Holländer, da er für seine Philosophie des stetigen Spielflußes bekannt ist. Anstoß der Begegnung ist um 20:30 Uhr.

Niederlande:
Sicherlich gehört immer ein wenig Glück dazu bis in das Endspiel vorzudringen. Doch letztlich hat die niederländische Nationalmannschaft sich dieses Glück erarbeitet. Endlich machten die Holländer einmal nicht den Fehler sich selbst groß zu preisen. Endlich machten sie nicht den Fehler die Konzentration zu verlieren. In der Qualifikation wie auch in der Gruppenphase waren die Holländer schon immer eine Macht. Doch sobald es in die Endrunden der Turniere ging, fehlte die Entschlossenheit und die Konzentration. In diesem Jahr ist das anders.
Nach einem ruhigen Auftaktsieg gegen Dänemark (2:0), in dem die Holländer – noch ohne Arjen Robben – alles andere als überzeugenden "Hurra-Fußball" spielten, sondern solide auf den Sieg fokusiert arbeiteten, waren die Niederländer in dem Turnier angekommen. Weitere Siege gegen Japan (1:0) und Kamerun (2:1) hatten zur Folge, dass der kleine Nachbar Deutschlands seine Gruppe – wie erwartet – gewann. Im Achtelfinale hätte man beinahe auf Italien treffen können, doch der eruopäische Fußball-Staat verabschiedete sich als Gruppenletzter vorzeitig von dem Turnier. Die Slowakei kam gegen Holland zwar zu Chancen, aber schied am Ende begründetermaßen aus (2:1). Im Viertelfinale folgte dann der größte Gegner und gleichzeitig der zentrale Grund, warum die Niederlande vollkommen verdient im Finale dieses Turniers stehen: Brasilien. Obwohl schon in Rückstand geraten, drehte die Mannschaft von Bondscoach Bert van Marwijk die Partie noch zu ihren Gunsten. Die Holländer hatten einen der beiden Top-Favoriten niedergerungen (2:1). Im Halbfinale darf das Spiel gegen Uruguay als nicht viel mehr als eine Pflichtaufgabe betrachten, da die Urus eher durch Losglück als durch fußballerische Klasse bis in die Runde der letzten vier vorgestoßen war (3:2).
Jetzt geht es für die Niederlande im Finale um alles, um das ganz große Ding, um die große Überraschung. Eine Überraschung wäre es zweifelsohne, denn die Holländer sind den Spaniern auf dem Papier unterlegen. Spielerisch darf die Mannschaft auf jeden Fall schwächer als Deutschland eingeschätzt werden. Lediglich kämpferisch hat sie der deutsche Elf einiges voraus. Und dieser Punkt – der Kampf auf dem Feld – muss der Schlüssel zum ersten holländischen Titelgewinn sein. Gerade Mark van Bommel sollte bestens wissen, wie man gegen seine früheren Vereinskameraden vom FC Barcelona spielt. Er wird austeilen – nicht zu knapp.

Spanien:
Für die Spanier ist es nicht nur die Chance das erste Mal den Titel in das Heimatland zu bringen, sondern sogar das erste Finale – ebenso wie es vorher das erste Halbfinale war. Obgleich sie in dieser Kategorie noch etwas grün hinter den Ohren scheinen, sind die Spanier reif für den Titel. Die Generation Fußballer spielt seit einigen Jahren fast gleichbesetzt zusammen und kennt die Mitspieler in und auswendig. Die Schaltzentrale im spanischen Spiel – und einer der größten Anwärter auf den Goldenen Ball – ist Xavi Hernandez. Der Katalane ist im besten Fußballeralter (30) und wird vermutlich mit den Jahren nicht mehr auf so hohem Niveau spielen können. Dementsprechend sollte seine Mannschaft jetzt den Titel suchen. Vielleicht ist es die letzte große Chance der goldenen spanischen Generation. Mit  Villa (28), Xavi (30), Capdevila (32), Puyol (32) und Casillas (29) sind allein aus der Starelf fünf Akteure in einem sehr guten Alter, um den großen Coup zu landen. Doch ihnen muss auch klar sein, dass es im Grunde genommen die letzte Chance ist mit Spanien Weltmeister zu werden – einen Titel zu holen, den Spanien seit langem herbeisehnt und zu häufig daran gescheitert ist.
Doch in diesem Jahr haben die Spanier die große Chance. Die große Chance vor allem, weil sie nicht so spiele wie sonst, sondern diesmal wie ein wahrer Champion: Zu Beginn grottig schlecht und am Ende immer besser.
In der Gruppenphase zeigten die Spanier zweifelsohne das – sonst unbekannte – Gesicht einer Turniermannschaft. Mit einer Auftaktniederlage gegen die Schweiz eröffneten sie das Turnier auf die schlechteste Art und Weise. Im Folgenden musste alles klappen, damit man die Gruppe noch gewinnen konnte – und es klappte. Bis heute können sie die Spanier bei der FIFA bedanken, dass sie Villa nach seiner Tätlichkeit gegen Honduras unverständlicherweise nicht sperrte. Außerdem ist ein netter Dank an Eren Derdiyok fällig, der mit seinem Fehlschuss freistehend aus 10 Metern in der Nachspielzeit nicht den Ausgleich gegen Chile markierte und die Schweiz wohl somit zum Gruppensieg geführt hätte. Des Weiteren muss man sich aus spanischer Sicht beim chilensichen Trowart bedanken, der geistesgegenwärtig – als die Spanier sowas von nicht im Spiel waren – David Villa den Ball vorlegt, damit dieser zur Führung vollenden kann. Ein weiterer Dank sollte an den Schiedsrichterassistenten gehen, der den Spaniern gegen Portugal eine lästige Verlängerung oder gar ein Elfmeterschießen ersparte, in dem er nicht die Fahne hob, als Villa im Abseits stehend zum Siegtor einschob. Ein großes Dankeschön auch an Paraguay, dass letztlich am eigenen Unvermögen scheiterte.
Es steht außer Frage, dass die Spanier hervorragend Fußball spielen können, doch getan haben sie das nur gegen Deutschland. Das Halbfinale war bisher das einzige Spiel, in dem die Spanier am Ende den Platz als Sieger verließen und keine größeren Umstände dagegen sprachen. Wer sich so durchwurschtelt wird im Finale wohl kaum Mühen haben.

Fazit:
Im Finale stehen zwei Mannschaften, die einem Endspiel würdig sind. Außerdem ist es den beiden durchaus zu gönnen endlich einmal Früchte aus ihrer Fußball-Historie zu ernten. Aus gesellschaftlichen Gründen sollte man sogar für die Spanier sein, da das iberische Volk die Folgen der Finanzkrise am eigenen Leib zu spüren bekommt. Aus Gründen der Nachbarschaftsliebe ist aber auch ein Erfolg der Niederländer willkommen. Wetttechnisch liegen die Spanier in der Favoritenrolle – und das nicht ohne Grund. Die Iberer haben ihren besten Fußball wieder aufs Feld gebracht und scheinen einzig und allein an ihrer miserablen Torausbeute scheitern zu können. Auf der anderen Seite wissen die Spanier nicht recht, vor wem oder was man sich bei den Niederlanden fürchten soll: Vor einer Abwehr, die beinahe in jedem Spiel ein Gegentor erlaubt, vor einer Sturmspitze, die in diesem Turnier harmlos geblieben ist, vor einem Toptorjäger, der aus dem Nichts ein Tor macht, oder vor einem Arjen Robben, der in Topform gegen einen Capdevila jeden Sprint gewinnen wird?

Quoten:
Niederlande: 3,85 @ betsson
Unentschieden: 3,50 @ bet365
Spanien: 2,05 @ betsafe




11 in Afrika, die Fünfte: Großartig gegen Argentinien

6. Juli 2010 / joe

Ein paar Tage ist es nun her, dass die deutsche Nationalmannschaft gegen Argentinien sensationell das Halbfinale der Fußball-Weltemeisterschaft erreicht hat und damit nach 2002 und 2006 zum dritten Mal in Folge unter den besten vier Mannschaften der Welt steht. Dabei hat sie bei dieser Weltmeisterschaft wohl den schwieirgsten aller möglichen Wege bis zu einem eventuellen Endspiel. Nach England im Achtelfinale hat nun Argentinien im Viertelfinale den Flieger Richtung Heimat nehmen müssen. Nun trifft man auf den Top-Favoriten der Weltmeisterschaft: Auf Spanien. Die Iberer sind das beste Team in diesem Turnier, haben aber ihre Klasse noch nicht zeigen könne, Wir hoffen, dass diese auch gegen Deutschland verborgen bleibt. Hier unsere ruhmreiche 11 gegen Argentinien:

1. Die Spielweise: Die deutsche Nationalmannschaft wusste gegen Argentinien auf der ganzen Linie zu überzeugen. Das gilt auch furs spielerische Element. Das frühe Tor verzerrte etwas die Verhältnisse, aber insbesondere ind er zweiten Halbzeit wirkte der deutsche Ball auf den Zuschauer ruhig und überlegt.

2. Der Gegner: Die Argentinier waren nach dem gfrühen Rückstand geschockt. Das Gegentor passte selbstredend nicht in ihre Planungen und zerstörte für einige Minuten ihre Präsenz auf dem Feld. In der Abwehr standen sie wie gewohnt unsicher und ließen den deutschen Angreifern viel Raum. In Angriff suchten sie wieder viel Linoel Messi, der gegen die deutsche Überzahl an Verteidigern nicht zurecht kam. Auch Tevez konnte nicht ins Spiel gebracht werden. Eine schwache Leistung, die die Ära von Diego Maradona beendet, aber vor allem nach einem kompletten Generationswechsel schreit.

3. Die Aufstellung: Der Bundestrainer spielte mit seiner Stammmannschaft und veränderte dementsprechend nichts ind er Startformation.

4. Die Einwechslungen: Wieder konnte der Bundestrainer wechseln, als das Spiel bereits gewonnen war. Beim Stand von 2:0 brachte er Marcel Jansen, um Jerome Boateng so wenig wie möglich zu belasten. Später kamen noch Kroos und Trochowski für Müller und Khedira.

5. Der erste Durchgang: Mit einem Paukenschlag ging die deutsche Nationalmannschaft kurz nach dem Anpfiff in Führung. Noch in der ersten Halbzeit hätte Klose nach schönem Querpass die Führung ausbauen müssen. Sein Schuß verfehte das Tor jedoch. In der Defensive überzeugte die Mannschaftsleistung, welche keine besonderen Vorkommnisse vor dem Tor von Manuel Neuer zu ließ. Von Argentinien kam nichts Zwingendes.

6. Der zweite Durchgang: In der zweiten Hälfte machten die Argentinier mehr Druck. Meistens wurde es aber nur bedingt gefährlich, da häufig ein Abschluß aus der zweiten Reihe das Maximum der argentinischen Gefühle war. Gerade in diesen Situationen war es von enormer Relevanz, dass Manuel Neuer die Kugel sicher festhielt. Im weiteren Verlauf gelang es der deutschen Mannschaft dann Tore nachzulegen.

7. Die Schrecksekunde: Müller sieht die zweite Gelbe Karte und ist im Halbfinale gesperrt.

8. Besondere Einzelkritik: Die Üblichen Verdächtigen stachen heraus. Aufgrund der Defensivleistung gegen Lionel Messi muss die Mannschaft aber als Kollektiv an dieser Stelle gelobt werden. Denn das Kollektiv hat diese Sieg in der defensive geholt.

9. Überraschung des Spiels: Das Resultat.

10. Das Spiel in einem Satz: Deutschland schickt Argentinien nach starker Leistung in einem Spiel, welches in der zweiten Halbzeit den Unterschied der beiden Mannschaften aufzeigte, mit 4:0 nach Hause.

11. Vorsicht: Gegen Spanien wird es vollkommen belanglos sein, wie wir gegen Argentinien oder England gespielt haben. Dementsprechend muss das Spiel mit der selben Sachlichkeit angegangen werden, wie dies bei den letzten Spielen der Fall war. Wir haben es nun in der Hand ins Finale einzuziehen! Kommt, Jungs!




Fussball-WM Halbfinale: Deutschland vs. Spanien

6. Juli 2010 / christoph

 DeutschlandSpanien

  

Deutschland vs. Spanien

Unser Redakteur "Joe" ist schon ein dicker Fuchs. Als einziger Mitarbeiter der Wettbasis hat er noch 2 seiner betreuten Teams im Wettbewerb. Da diese im Halbfinale aufeinandertreffer möchte ich einen kleinen Kontrast zu diesem Match liefern. 

Für mich als Deutschen ist das morgige Halbfinale natürlich ein ganz spannender Brocken. Es gibt viele Vereinsfans, die immer gespalten zur Nationalmannschaft stehen. Richtig, Fussball ist nicht nur Partystimmung, Fans sein bedeutet auch Leiden und Trauern mit seinem Verein. Doch ich bitte Sie, gönnen Sie sich doch morgen einen ganz besonderen Abend, lassen Sie Bayern, Schalke, Wuppertal oder Braunschweig einfach mal sich selbst überlassen und jubeln Sie mit den Jungs, welche den Adler auf der Brust tragen.

Bereits seit 4 Jahren Träumen wir von der WM in Südafrika. Der WM Hit: "54-74-90-2006" wurde fast im Minutentakt umgeschrieben, "Am Kap der guten Hoffnung versuchen wirs noch mal!" lautet nun die Devise, denn dann wird "dieser Traum nun endlich wahr!" 2 Spiele, 180 oder etwas mehr Minuten und vielleicht nur Millimeterentscheidungen trennen uns von großem Triumph der Deutschen, die ja laut Kaiser Franz seit 1989 eh auf lange Zeit hin unschlagbar sein werden ;)

Deutschland

Wenn wir von Deutschland sprechen, müssen wir zuerst auf Philipp Lahm zu sprechen kommen. Der Kapitän unserer Helden äußerte sich in den letzten Tagen zum Machtkampf um die Binde. Eigentlich ist dies bereits gar weit untertrieben, war es doch Lahm selbst, der dieses Gespräch vor Ende des Turnieres ins Rollen brachte. Dafür ist eine Rüge von Jogi Löw absolute Pflicht. Unser Trainer aber geht gelassen an die Sache heran. Es ist sehr weise, damit nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. Natürlich wird Lahm morgen auflaufen, doch ein Machtkampf ist frühestens ab Montag gestattet und für diese Unachtsamkeit sollte Lahm gleich direkt schlechte Karten im Duell mit Michael Ballack erhalten. Der Ex – Chemnitzer und heutige Star bei Bayer 04 Leverkusen ist übrigens wieder aus Südafrika abgereist. Offizieller Grund werden mit "Reha-Maßnahmen" umschrieben, ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Thema Nummer zwei ist genauso unangenehm und bezieht sich auf unseren "Bomber" Thomas Müller. 4 Treffer hat der Neuling im Nationaldress schon geschossen, doch dank der zweiten, unglücklich erhaltenen, gelben Karte, muss der Mittelfeldspieler morgen von der Tribüne aus den eigenen Jungs die Daumen drücken. Natürlich schrenkt dies das Offensivspiel der "Gastgeber ein wenig ein, ist doch Trochowski weitaus schlechter in Form als der Mann des FC Bayern München.

Doch machen wir uns nichts vor, die Deutschen haben zwar nicht die besten Einzelspieler, sind aber bei weiten das beste Team der gesamten Weltmeisterschaft. Wenn eine Friedrich nicht an die Hertha denkt, sondern weiterhin souverän seine Abwehraufgaben erledigt, Özil das Spiel über die Außen schnell macht und Klose die Dinger zielsicher ins Netz drückt, wird das Wunder weitergehen!

Gruppenspiele

vs. Australien 4:0
vs. Serbien 0:1
vs. Ghana 1:0

Achtelfinale

vs. England 4:1

Viertelfinale

vs. Argentinien 4:0

Spanien

"Campeones, Campeones" singen die Spanier inzwischen wieder. Frei übersetzt steht dies für den WM Sieg. Bereits vor Beginn der Spiele in Südafrika nannten die meisten Experten Spanien als Titelfavorit und bekamen im Eröffnungsspiel von der Schweiz eine dicke Dusche. 0:1 unterlag der amtierende Europameister, musste fortan gar um das Achtelfinale bangen und konnte selbst gegen den Fussballzwerg aus Honduras nicht überzeugen, wenngleich die Punkte bei den Iberern blieben!

Wir möchten die Spanier nicht schlecht reden, doch die optische Überlegenheit, welche gegen jeden Gegner sichtbar war, konnte nicht in entsprechende Chancen und Tore umgemünzt werden. Normalerweise muss man dennoch Spanien als Favorit sehen. Wie kann es sein, dass ein Weltstar ala Fabregas auf der Bank platz nehmen muss. Der Topakteur von Arsenal London wäre in einem deutschen Team mit Sicherheit neben Michael Ballack der Lenker im Mittelfeld. Doch wir dürfen nicht davon ausgehen, was Einzelspieler können, Fussball ist und bleibt ein Teamsport.

Die größte Frage im spanischen Team stellt sich im Angriff. Bekommt der "Gomez" Spaniens noch eine Chance? Wird Torres wieder auflaufen dürfen oder erhält Llorente seine Chance?

Eines darf aber nicht übersehen werden, die Spanier hatten im bisherigen Turnierverlauf sehr viel Glück. Spaniens Treffer gegen Portugal hätte nicht zählen dürfen, auch der verschossene Elfmeter von Paraguay hätte ebenso wiederholt werden müssen. Die Schiedsrichter sind unbewusst auf die Seite des Turnierfavoriten geschlüpft. Hoffen wir, dass morgen wirklich die bessere Mannschaft gewinnen wird.

Gruppenspiele

vs. Schweiz 0:1
vs. Honduras 2:0
vs. Chile 2:1

Achtelfinale

vs. Portugal 1:0

Viertelfinale

vs. Paraguay 1:0

Aufstellungsvermutung

Deutschland:

Neuer – Lahm, Mertesacker, A. Friedrich, Boateng – Schweinsteiger, Khedira, Trochowski (Ersatz für Müller), Özil, Podolski – Klose

Spanien:

Casillas – Ramos, Pique, Puyol, Capdevila – Busquets, Alonso, Xavi, Iniesta – Torres(Llorente), Villa

 

Quotenübersicht

Deutschland@ 2,93 Pinnacle
Remis
@ 3,32 Pinnacle
Spanien @ 2,75 bwin

Over 2,5 @ 2,25 Canbet
Under 2,5
@ 1,72 Expekt

Quotenanalyse

Vergessen Sie es einfach auf dieses Spiel zu setzen. Es lohnt sicher wirklich nicht hier Geld zu verbrennen. Wenn Sie nicht ohne Wette das Adrenalin im Körper spüren, sollten Sie sich sowieso fragen, ob der Status des Wettens nicht einen zu großen Anteil übernommen hat.




WM2010 – Uruguay – Niederlande – Kurztipp

6. Juli 2010 / paul

 

Uruguay – Niederlande, 06.07.2010, 20:30

Halbfinale, und die Holländer stehen mit den Urus im Halbfinale und fetzen sich im ersten Spiel um den Einzug ins Finale dieser WM. Mit Ach und Krach kamen die Oranjes in das Semi-Finale, genauso wie die Urus, die sich erst gegen Ghana im Elfmeter durchsetzen mussten, wobei das Spiel schon fast entschieden gewesen wäre, wenn Gyan Asamoah den Elfer versenkt hätte. Uruguay wird in diesem Spiel jedoch auf einen wichtigen Spieler verzichten müssen: Luis Suarez, die "neue" Hand Gottes muss bei dieser Partie zusehen, da er die Urus vor dem sicheren Untergang gegen Ghana bewahrt hat. Neben Suarez fehlt wegen einer Gelbsperre auch Jorge Fucile, um Diego Lugano müssen die Urus noch bangen. Nun liegt es an Kapitän Diego Forlan, die nötigen Tore gegen die Oranjes zu bringen. Gegen Holland warten auf die Urus nun ein harter Brocken, nicht zu vergleichen mit Ghana im Viertelfinale. Die Niederlande, die "goldene" 83/84 Generation mit Snejder, Van der Vaart, Robben und Huntelaar, um nur wenige dieser Generation zu nennen, sehen sich gegen die geschwächten Urus eigentlich schon im Finale. Verzichten müssen die Oranjes jedoch auf Gregory Van der Wiel (RV) und Nigel De Jong (ZDM). Aufgrund der Ausfälle geht hier definitiv die Niederlande als Favorit ins Rennen. Die Quoten zum Sieg beträgt allerdings nur 1,60 bei bet-at-home.

Interessante Quoten zu diesem Spiel:

WM Final Paarung
Niederlande – Spanien – 2,25
Deutschland – Niederlande – 2,25
Uruguay – Deutschland – 6,50
Uruguay – Spanien – 6,50

Wie weit kommt Uruguay im Turnierverlauf?
Aus im Semifinale – 1,25
Zweiter Platz – 3,10

Wie kommt die Qualifikation für die nächste Runde zustande? (Bwin)
Uruguay gewinnt in der regulären Spielzeit   – 5.75
Uruguay  gewinnt in der Verlängerung   – 17.00
Uruguay  gewinnt im Elferschießen   – 13.00
Niederlande  gewinnt in der regulären Spielzeit  -  1.62
Niederlande  gewinnt in der Verlängerung   – 9.50
Niederlande  gewinnt im Elferschießen   – 12.00

Wie weit kommen die Niederlande im Turnierverlauf?

Aus im Semifinale – 3,60
Zweiter Platz – 1,65


Wer wird Weltmeister?

Niederlande – 3,00
Uruguay – 10,00

Die Quoten zum Spiel:
Sieg Uruguay: 5,75
Remis: 3,50
Sieg Niederlande: 1,60

(Quoten bei bet-at-home)

 




Fussball-WM Halbfinale: Holland vs. Uruguay (Kapstadt)

5. Juli 2010 / christoph

 UruguayHolland

  

Uruguay vs. Holland

Keine 24 Stunden sind es mehr, dann wird das erste Halbfinale bei der Fussball Weltmeisterschaft in Südafrika angepfiffen. Ganz besonders die Deutschen werden gespannt nach Kapstadt blicken um zu erfahren, wer denn der mögliche Finalgegner sein würde. Das Traumendspiel zwischen den Käsefans aus Holland und der deutschen Nationalmannschaft ist nur 5 Tage vor dem letzten Anpfiff weiterhin möglich. Ich wünsche uns allen zwei packende Halbfinalbegegnungen und verdiente Sieger.

Uruguay und Holland hätten beide bereits im Viertelfinale mit etwas weniger Glück ausscheiden können. Gönnen Sie sich einen Blick auf beide Vertreter:

Holland

Wie wurden die Holländer doch im gesamten Turnier unterschätzt. Natürlich kann man viel gegen die Nation sagen, was das Verhältnis zum Glück betrifft. Ein Eigentor sicherte den Sieg gegen Dänemark zum Auftakt, Japan und Kamerun wurden nur knapp geschlagen, auch die Slowakei spielte im Achtelfinale einen gepflegten Fussball und hatte zahlreiche Chancen. Schlussendlich war es erneut ein Treffer des Gegners für die Niederlande, welcher die Weichen auf den Einzug in die Semi Finals stellte. Doch warum sollte man denn so negativ an die Sache herangehen. Natürlich haben die Holländer keinen überzeugenden Fussball gespielt, aber nennen Sie mir doch bitte eine andere Mannschaft, die bislang 5x überzeugen konnte. Selbst Deutschland hatte gegen Serbien und Ghana eher abenteuerliche Auftritte und Spanien gewann nun bereits zweimal mit kräftiger Unterstützung der Schiedsrichter. Außerdem passt der Sambafussball der Holländer immer besser. Van Persie ist ein ständiger Unruheherd im Sturmzentrum, Snijder so gefährlich wie nie zuvor. Seit der KO Phase trifft der Glatzkopf nach belieben, bereitete auch das Eigentor von Melo mit einer butterweichen Flanke vor.

Robben ist sowieso ein Phantom. Wie schafft es der Holländer nur mit ein – und demselben Trick immer wieder an Freund und Feind vorbei zu schweben? Sturmlauf über rechts, ein kurzer Haken nach links und der Schuss vor der Strafraumgrenze. Auch wenn es nur einen Treffer für den Bayernstar gab, es ist beängstigend, wie oft die Antritte funktionieren. Da wird auch der Trainer Uruguays bereits jetzt warnend den Zeigefinger heben.

Hinten ist van Bommel ein sicherer Stützpfeiler in der Defensive. Brasilien fand in der zweiten Halbzeit praktisch garnicht statt. Uruguays ist noch viel besser zu beherschen, lautet doch die einzige echte Gefahr Diego Forlan. Wer sonst soll für den Außenseiter ein Tor machen?

Gruppenspiele

vs. Dänemark 2:0
Vs. Japan 1:0
vs. Kamern 2:1

Achtelfinale

vs. Slowakei 2:1

Viertelfinale

vs. Brasilien 2:1

Uruguay

Uruguay im Halbfinale? Den Glauben daran hatte man vielleicht in den 30igern oder kurz nach dem 2.Weltkrieg. Inzwischen ist die Nation fussballerisch doch deutlich abgefallen. An eine Halbfinaleteilnahme hat man im gesamten Turnier kaum geglaubt? Hätten Sie dies vor der WM für möglich gehalten? War der Glaube an die Vorschlussrunde nicht spätestens mit dem erbarmungslosen Elfmeterpfiff im Minute 121 gegen Ghana vergebens? Welch eine Geschichte, die nur eine Sportart schreiben kann. Suarez wehrt den Torschuss der Ghanaer reflexartig mit der Hand ab. Die letzte Torchance per Strafstoß vergibt Asamoah Gyan. Suarez jubelt neben dem Platz, hält plötzlich ein Weiterkommen nicht mehr für ausgeschlossen. Obwohl Gyan im Elfmeterschießen seinen Fehler zum Teil wieder ausbügelt, jubeln am Ende nur die Himmelblauen. Forlan und Co. schießen sich in letzter Sekunde in die Runde der letzten 4 Mannschaften.

Mit Holland wartet nun ein ganz schwerer Gegner, welche in der Offensive zahlreiche Optionen hat. Genau diese sind den Jungs aus Südamerika aber ausgegangen. Dank der Rotsperre (Suarez) ist Diego Forlan inzwischen Alleinunterhalter in der Offensive geworden. Wer soll nun die Chance nutzen, gegen den Keeper der Oranje einen Treffer zu erzielen. Uruguay geht mit starker Kämpfermentalität in das Halbfinale, muss aber zugeben, dass die Vorzeichen zugunsten der Niederlande sprechen. Auch wenn kaum einer der Jungs der deutschen Sprache mächtig ist, morgen abend möchte doch alle an Mickie Krauses Spaßhit "Orange trägt nur die Müllabfuhr" erinnert werden. Überraschungen gab es bei diesem Turnier schon genug, warum nicht auch morgen Abend?

Gruppenspiele

vs. Frankreich 0:0
vs. Südafrika 3:0
vs. Mexiko 1:0

Achtelfinale

vs. Südkorea 2:1

Viertelfinale

vs. Ghana 1:1 n. V., 4:2 i.E.

Aufstellungsvermutung

Holland: Stekelenburg – Boulahrouz, Mathijsen, Heitinga, van Bronckhorst – van Bommel, Robben – de Zeeuw, Sneijder, Kuijt – van Persie (wird spielen!)

Uruguay: Muslera – Maxi Pereira , Lugano, Victorino, Fucile  – Arevalo Rios , Perez, A. Fernandez, Forlan – Abreu, Cavani

Quotenübersicht

Holland @ 1,67 PaddyPower
Remis
@ 3,70 Pinnacle
Uruguay@ 7,00 bet365

Over 2,5 @ 2,38 WilliamHill
Under 2,5
@ 1,65 Gamebookers

Quotenanalyse

Die Dreiwegquoten sind bereits viel zu sehr durch den Kakao gezogen. Anfangs waren die Odds auf Holland noch spielbar, inzwischen bin ich davon nicht mehr überzeugt. Auch das Under ist mit @1,65 schon sehr tief bemessen, dürfte aber dennoch noch minimalen Value haben. Am interessantesten erscheint auf dem ersten Blick sofort ein 1:0 und 2:0 der Oranje-Boys.  Diese Correct Score Tipps darf man gerne anpacken.

 




WM Viertelfinale: Spanien – Paraguay

3. Juli 2010 / joe

 SpanienParaguay

  

Am Samstag, den 3. Juli 2010, treffen beim letzten Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Südafrika Paraguay und Spanien aufeinander. Die Rollen vor diesem Spiel sind klar verteilt: Spanien ist der Favorit und Paraguay der Underdog. Ein klassischer Underdog, den außerhalb von Paraguay setzt wohl niemand eine müde Mark auf ein Weiterkommen der Südamerikaner. Zu verlieren haben sie immerhin nichts mehr, denn der Sieg wird von Spanien erwartet. Im Grunde genommen konnten beide Mannschaften bei diesem Turnier noch nicht besonders überzeugen, doch allein der Fakt, dass eine der beiden Mannschaften unter den besten Vier der Welt stehen wird.
Schiedsrichter der Begegnung ist Carlos Alberto Gonzales aus Guatemala. Der Anstoß des Spiels ist für 20:30 Uhr angesetzt.

Spanien:
"Mit dem Erreichen des Halbfinals geben wir uns nicht zufrieden" betonte Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque bei einer Pressekonferenz im Vorfeld auf das Viertelfinale gegen Paraguay. Er, wie auch die gesamte spanische Mannschaft, scheinen das ganz große Zeil vor Augen zu haben. Doch vor der Brust haben sie nun erstmal Paraguay. Das entgeht dem ein oder anderen spanischen Nationalspieler, wenn er im Interview auf einen Lagebericht angesprochen wird.
In ihren Köpfen scheinen die Spanier im Hotel, in der Kabine und in der Heimat schon gegen Paraguay gewonnen zu haben. Sicherlich stehenn die Chancen auf ein Erreichen des Halbfinals und auch auf das Erreichen des Finalspiels sehr gut, doch letztlich zählt die Leistung auf dem Platz. Und in diesem Punkt haben die Spanier bei dieser Weltmeisterschaft noch einiges zu wünschen übrig gelassen. So kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sie ehr glücklich durch die Gruppenphase gekommen sind – auch wenn sie am Ende doch noch ihre Gruppen gewannen. Genauso wie man die spanische Überlegenheit gegen Portugal erwähen muss, sollte auf der Liste der Spielanalyse das geschickte Verteigen der Portugiesen und das Abseitstor der Spanier stehen. Das "alte" Spanien, welches zumindest die Europäer von der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz kennen, hätte dieses Spiel vermutlich früher für sich entscheiden können.
In der Heimat redet man sich mit alllen Mitteln Mut zu. Man versucht die eigene Mannschaft stark zu reden. Spricht nicht über das Abseitstor, sondern über das "Wiederfinden des eigenen Stils". Nicht über die schwache Leistung von Fernando Torres, sondern über die gute Leistung von David Villa. Und Casillas ist immer noch der beste Torwart der Welt, obwohl er mit jedem weiteren Spiel auf ein Neues versucht der Welt – und der Heimat – das Gegenteil zu beweisen. Auf der iberischen Halbinsel ist an guter Dinge. Der Optimismus hat einen Namen: David Villa.
Ob nun aus abseitsverdächtiger Position oder gefühlvoll aus 35 Metern ist den Spaniern herzlich egal. Der Neueinkauf des FC Barcelona ist es, der die Spanier träumen lässt. Träumen vom Finale, vom Titelgewinn. Paraguay hat keiner von ihnen auf der Rechnung. Absolut Niemand.

Paraguay:
"Man muss sie einschüchtern, damit sie nicht spielen" sagte Nationalmannschaftstrainer Gerardo Martino. Er spielte damit auf sein Konzept an, sich gegen die Spanier keineswegs einzuigeln, sondern wie es schon Chile eindrucksvoll bewies, den Spaniern im Mittelfeld die Lust am Fußball zu nehmen. Zwar klingt dieses Zitat alles andere als regelkonform, doch Paraguays Trainer weiß, dass man gegen die Spaßfußballer aus Spanien nur mit einer härteren Gangart bestehen kann. Im Grunde genommen können sich die Spanier freuen, dass sie nicht von Howard Webb gepfiffen werden, da dieser tendentiell eine härtere Gangert zulässt. Wie auch immer der Schiedsrichter das Einsteigen der Paraguayer bewerten wird, ist die Strategie von Martino nicht abwegig.
Allerdings sollte sich Martino zu aller Erst um seine eigene Mannschaft kümmern. Denn nach dem Gruppensieg in der Vorrunde des Turniers in Südafrika, bot man gegen Japan im Achtelfinale eine grausame Leistung an. Recht schnell war zu sehen, dass dieses Spiel nur in einem Elfmeterschießen entschieden werden konnte. Gegen jeden anderen Achtelfinalisten hätte Paraguay vermutlich verloren. Aber jetzt steht man im Viertelfinale und hat eine einmalige Chance vor Augen: Das Halbfinale.
Es ist extrem selten, dass eine Mannschaft in der offensive groe Schwächen aufzeigt, doch die größte Schwäche der Paraguayer ist ihr Sturm. Sind sind die einzige Mannschaft, die bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ins Viertelfinale ohne ein Stürmertor ins Viertelfinale gekommen ist. Wirkliche Angst verprühen die Sturmreihen Paraguays um die beiden Dortmunder Victor Valdez und Lucas Barrios also nicht. Auch nicht bei den Spaniern, die bereits großspurig angekündigt haben, dass Paraguay auch ohne Stürmertor die WM-Abreise antreten werden muss.
Es bleibt abzuwarten wie gut die Paraguayer das Anti-Spanien System der Chilenen umsetzen können. Es erscheint als eine brauchbare Strategie, aber es hat einen Haken: Um sich zu qualifizieren, braucht man ein Tor. Mindestens ein eigenes Tor.

Fazit:
Die Spanier gehen als haushoher Favorit in dieses Spiel. Wäre das nicht ein Viertelfinale und gäbe es nicht die entsprechende Drucksituation, würde ein Viertelfinalspiel nicht implizieren, dass Paraguay bisher ein gutes Turnier gespielt haben muss, dann würde wahrscheinlich keiner auch nur ein Sekunde zweifeln und die Quoten auf Spanien wären mit Sicherheit nicht so "hoch". Doch gerade diese Bedingungen machen das Spiel spannend. Spanien sollte so früh wie möglich zu seiner waren Form finden, sonst gelingt am Ende des Tages den Südamerikaner der große Coup. Ein verdammt großer Coup.

Quoten:
Spanien:
1,50 @ unibet
Unentschieden: 4,10 @ betsson
Paraguay: 9.20 @ betfair




Uruguay – Ghana (Viertelfinale), Freitag 02. Juli um 20:30 im First National Park Stadium (Johannesburg)

1. Juli 2010 / dominic

 UruguayGhana

  

Zwei Teams, welche bisher positiv überraschen konnten, treffen im zweiten Viertelfinale am morgigen Abend in Johannesburg aufeinander. Die Urus konnten bisher durch Offensivfußball überzeugen und verfügen über ein exzellentes Sturmduo mit Forlan und Suarez. Hinter Ghana steht ein gesamter Kontinent und die Nationalelf von Ghana trägt die Fahnen Afrikas in die große weite Welt. Zuerst werfen wir jedoch einen Blick auf den zweimaligen Weltmeister aus Uruguay. 

 

Uruguay

Chun-Yong Lee war Torschütze beim ersten Gegentreffer für Uruguay. Die Urus konnten in der Gruppenphase alle drei Spiele zu null absolvieren und Chung-Yong Lee konnte den Treffer auch nur erzielen, weil ein Missverständnis in der Abwehr vorhanden war. Wenn Muslera aus dem Tor geht, muss er den Ball haben! 

Der Sieg gegen die Asiaten war hochverdient obwohl man dazu sagen muss, dass das Auftreten nach der Führung bis zum Ausgleich nicht positiv zu bewerten ist. Man zog sich sehr weit nach hinten und reagierte nur noch. Man lies den Südkoreaner sehr viel Platz und somit war der Ausgleich dann auch verdient. Erst nach diesem Schock wurden wieder Bemühungen in die Offensive investiert und Suarez konnte mit seinem zweiten Treffer im Spiel den Sieg fixieren. Das Tor war ein Traumtor – mit sehr viel Gefühl. 

Die Urus träumen nun schon vom dritten Weltmeistertitel – dies ist natürlich noch ein bisschen sehr früh. Doch die Auslosung meinte es gut mit den Mannen von Oscar Taberez. Mit dem letzten afrikanischen Vertreter kommt nun ein Gegner gegen den man sogar der Favorit ist und nun das Halbfinale zum greifen nah hat. Hier ist zuerst einmal der Weg ins Viertelfinale zu sehen. 

Der Weg ins Viertelfinale

… gegen Frankreich 0-0 (0-0)

… gegen Südafrika 3-0 (1-0)

… gegen Mexiko 1-0 (1-0)

… gegen Südkorea 2-1 (1-0)

 

Wirklichen Grund zum ändern hat Tabarez nicht. Es sind alle Spieler spielberechtigt und topfit. Muslera hielt bisher sehr gut und der kleine Fehler gegen die Südkoreaner kann einmal passieren. In der Abwehr hat man mit Godin sowie Lugano und Fucile drei sehr starke Spieler. Und wie bereits zu Beginn erwähnt ist der Sturm beneidenswert. Suarez traf in Holland nach Belieben und Forlan schoss Atletico zum Europa-League Titel. Mit dieser Offensive muss man sich vor keinem Gegner der Welt verstecken – viel besser geht es nicht. Und das wissen die Urus auch – und dementsprechend liegen die Stärken im Angriff. Umso verwunderlicher war es, dass man gegen die Südkoreaner die Offensivbemühungen eingestellt hat.  

Aufstellung im Achtelfinale

Muslera – Lugano, Godin, Pereira, Fucile – Pereira, Perez, Arevalo – Cavani, Suarez, Forlan 

 

Ghana

Der Traum Afrikas und Ghanas geht weiter. Die Black Stars konnten sich im Achtelfinale gegen die durchaus höher eingeschätzten US-Amerikaner in der Verlängerung durchsetzen und konnten somit den Einzug ins Viertelfinale bejubeln.

Bereits nach fünf Minuten konnte der Neo-Ghanaer Kevin Prince Boateng das 1-0 erzielen – diese Führung hielt dann auch bis zur 62 Minuten und dann konnte der ehemalige Bayern Spieler Landon Donovan aus einem Elfmeter den Siegtreffer erzielen. Danach riskierten beide Teams nicht mehr viel und es gab kaum mehr Chancen. Nach der regulären Spielzeit wurden dann nochmals die Kräfte getankt und die Black Stars konnten perfekt in die Verlängerung starten. Nach nur drei Minuten – also in der 93ten – konnte Topscorer Asamoah Gyan den 2-1 Siegtreffer erzielen.

Und eben jener Asamoah Gyan sorgte im Training dann für eine Schrecksekunde. Nachdem er umgeknickt ist, musste er das  Training abbrechen und konnte nicht weitermachen. Doch dies diente lediglich um einen Einsatz im wichtigen Viertelfinale nicht zu gefährden – und somit sollte Asamoah Gyan auflaufen können. Sein Ausfall wäre eine riesengroße Schwächung für die Afrikaner und kaum zu kompensieren.

Das Erreichen des Viertelfinales ist für die Ghanaer schon der größte Erfolg in ihrer Geschichte – ein Einzug ins Halbfinale wäre auch der größte Erfolg, den jemals eine afrikanische Mannschaft erreichen konnte. Hier nochmals der Überblick wie die Ghanaer in das Viertelfinale gekommen sind. 

Der Weg ins Viertelfinale

 … gegen Serbien: 1-0 (0-0)

… gegen Australien 1-1 (1-1)

… gegen Deutschland: 0-1 (0-0)

… gegen USA 2-1 n.V. (1-1 / 1-0)

 

Der serbische Trainer Milovan Rajevac wird zu zwei Umstellungen gezwungen sein. Mittelfeldspieler Jonathan Mensah - welcher den Elfmeter verschuldete – wird aufgrund seiner zweiten gelben Karte gesperrt sein. Ebenso wird der Sohn von Abedi Pele zum Zuschauen verdammt sein – ebenfalls wegen einer zweiten gelben Karte. Somit sollte nun wohl Ali Sulley Muntari von Beginn an ran dürfen – außer die persönlichen Differenzen zwischen ihm und Trainer Rajevac sind noch nicht ganz geklärt. 

Aufstellung im Achtelfinale

Kingson – Sarpei, Paintsil, Mensah, Inkoom – Mensah, Annan, Asamoah, Boateng – Asamoah Gyan, Ayew

 

Fazit

Die Urus scheinen an alte Glanzzeiten anzuknüpfen – und mit dem Einzug ins Halbfinale könnte man einen weiteren großen Schritt dazu machen. Und nach den gezeigten Leistungen im bisherigen Turnier ist dies sehr gut möglich. Die Urus konnten durchaus überzeugen und wie bereits mehrfach erwähnt, ist die Offensive immer für ein Tor gut. Die Afrikaner werden morgen sicherlich wieder von unzähligen Vuvuzelas nach vorne getrötet und der gesamte afrikanische Kontinent steht hinter der Elf von Rajevac. Diesem Druck sind sich die Ghanaer durchaus bewusst!

Gegen die USA konnte Ghana endlich das erste Tor aus dem Spiel heraus erzielen. Man konnte aus dem Spiel heraus zum Teil auch überzeugen, doch gegen die Urus muss eine weitere Steigerung kommen. Ich denke, dass die Urus aufgrund ihrer sehr starken Offensive und der kompakten Defensive sich hier durchsetzen werden. Die Ghanaer sind in der Defensive sicherlich nicht so stark besetzt um das Sturmduo Forlan/Suarez in Griff zu bekommen. Und Torhüter Kingson zeigte gegen Australien schon, dass er auch mal für einen Patzer gut ist. Ich denke, dass sich die Urus in diesem Spiel relativ klar mit 3-1 durchsetzen werden.

 

Die aktuellen 3-Weg Quote von Betfair

Uruguay 2.16

Unentschieden 3.30

Ghana 4.20

 

Die aktuellen "To-qualify" Quoten von Betfair

Uruguay 1.56

Ghana 2.76




WM 2006 – WM 2010: Ein sportlicher Vergleich

1. Juli 2010 / joe

Wir bedinden uns nun im Viertelfinale der größten Titelkämpfe des Fußballs in Südafrika. Am Kap der guten Hoffnung geht die Weltmeisterschaft 2010 ihrem Ende zu. Obwohl schon 56 der 64 Begegnungen gespielt sind, erwartet uns immer noch der interessanteste Teil. Frei gemäß dem Motto "das Beste zum Schluß" wartet die ganze Welt auf eine sportliche Explusion in den Viertelfinalspielen. Denn bisher konnte das Großevent in Südafrika noch nicht ganz halten, was es versprach: Spektakel!
Mit einigen wenigen Ausnahmen scheint das Geschehen auf dem Platz mehr durchdacht als euphorisch und mehr taktisch als spielerisch geprägt zu sein. Täuscht der Eindruck oder haben wir es mit einer insgesamt unattraktiveren Weltmeisterschaft als beispielsweise 2006 in Deutschland zu tun? Im nun folgenden Vergleich, betrachten wir einmal von näherem die sportlichen Leistungen bei den Titelkämpfen in Südafrika:

Der Eröffnungstag:
Wie sich sicher selbst noch erinnern können, geht der erste Tag ganz klar an die Titelspiele in Deutschland vor vier Jahren. Alleine das Eröffnungsspiel machte Lust auf mehr! Durch das Spektakel in den ersten 90 MInuten der WM 2006 wurden die Massen begeistert. Alleine acht Tore am ersten Tag (in nur zwei Spielen) verführten die Menga zum Sport mit dem Lederball.
In Südafrika haben wir leider das Gegenteil erlebt. Der Gastgeber verpasste den Auftaktsieg und wenig später verkorkste eine langwielige Nullnummer zwischen Frankreich und Uruguay den Beginn des Turniers. Nach 12 Minuten waren in Deutschland so viele Tore gefallen, wie in Südafrika am gesamten ersten Tag. Erst im sechsten Spiel der Weltmeisterschaft in Südafrika konnten die Statisitker das 8. Turniertor zählen – in Deutschland hatten sie mehr Arbeit.

Die Gruppenphase:
In der Gruppenphase in Deutschland musste keiner der Favoriten seine Sachen packen – lediglich das Ausscheiden von Tschechien und den damals stärker eingeschätzten Polen verwunderte. Im Großen und Ganzen erinnert man sich aber an eine Gruppenphase, in der die kleineren Fußballnationen durch hervorragende körperliche Verfassung versuchten den bekannten Größen ein Bein zu stellen. Doch letztlich setzten sich die alten Bekannten durch – ein Zeichen von Qualität.
Diese Qualität ließen die großen Fußballnationen in Südafrika vermissen. Nur sehr selten konnte die fußballerische Überlegenheit vond em Papier auf den Rasen übertragen werden. So enttäuschten Italien, Frankreich, England und auch Spanien im spielerischen Bereich. Italien und Frankreich mussten sogar schon nach der Gruppenphase als jeweilige Gruppenletzte nach Hause fliegen. Das Weiterkommen von Überraschungsteams ist es gar nicht, was an der WM in Südafrika zu bemängeln ist, sondern die Qualität. Die Mindestqualität, um in das Achtelfinale einzuziehen erscheint bei dieser WM wohl so niedrig wie noch bei keiner anderen zuvor. Außerdem zeigten gerade die fußballerisch unbekannteren Nationalmannschaften große Schwächen im physischen Bereich. Koreaner, Japaner, Ghanaer: Allesamt mussten sie der Welt konditionelle Löcher präsentieren – und qualifizierten sich trotzdem für das Achtelfinale.

Das Achtelfinale:
Das Achtelfinale - als Produkt der Gruppenphase - wartete mit zwei Topspielen auf die Fußball-Welt. England gegen Deutschland und Spanien gegen Portugal, sollten vergessen machen, was in der ersten Runde beispielsweise Spiele wie Brasilien-Portugal vermissen ließen. Besonders dem Ersteren gelang dies herrvorragend. Leider konnte man das von Spanien – Portugal nicht ganz behaupten und doch hielt die Spannung im Alleingang – wie in den Achtelfinals dieser WM viel zu häufig – das Spiel attraktiv. Im Achtelfinale zeigten unter anderem Mexico und Chile, dass die in sie gesteckten Hoffnungen bei weitem nicht ausbezahlt werden konnten.
Da in der Gruppenphase 2006 die Favoriten grundsolide ihre Gruppen gewannen, blieben im Achtelfinale die großen Überraschungen aus. So setzten sich alle Gruppensieger durch – in Südafrika blieb nur die USA auf der Strecke.

Das Viertelfinale:
Im Viertelfinale in Südafrika stehen noch fünf große Mannschaften. Das bedeutet gleichzeitig, dass es drei sogenannte "kleine" Nationen geschafft haben, sich eine Platz unter den besten Acht der Welt zu sichern. Sicherlich hat das Los durch die Aufeinandertreffen in den Achtelfinals eine Rolle dabei gespielt, doch ist trotz allem klar, dass die etablierten Nationalmannschaften nummerisch weniger vertreten sind. Spanien, Argentinien, Brasilien, Deutschland und die Niederlande kämpfen um drie Plätze im Halbfinale, denn ein Platz wird an einen der kleinen gehen – mindestens einer.
Bei der Weltmeisterschaft 2006 fehlten zwar in den Viertelfinalespielen die Tore (sechs Tore in vier Spielen), allerdings hielten die großen Begegnungen, was ihre Namen versprachen. Deutschland gegen Argentinien und auch Brasilien gegen Frankreich boten Spannung und Unterhaltung.
Inwiefern dies den beiden großen Duellen in Südafrika gelingt bleibt abzuwarten.

Die Spielweise:
Im puncto Spielweise wirkt die Weltmeisterschaft in Südafrika wie eine Weiterentwicklung der WM 2006 in Deutschland. Die immer höhere Gewichtung der taktischen Grundodrnung und das verbesserte defensive Gesamtbild sind Früchte einer Entwicklung, die in Deutschland 2006 begann. Schon dort wurde das 4-4-2 System mehr oder weniger wach abgelöst, um von einem 4-4-1-1 ersetzt zu werden. Die meisten – erflogreichen – Mannschaften verzichten beim Turnier in Südafrika auf einen zweiten Stürmer und senden statt dessen einen Mann mehr ins Mittelfeld. So ist der "zweite Stürmer" meistens ein fünfter Mittelfeldspieler – wenn auch ein offensiver. Die besten Beispiele sind Deutschland, Brasilien und Spanien. Besonders bei den Iberern ist auffällig, dass sie ihre erfolgreiche Ordnung aus dem Europameisterschaftsgewinn zunehmend aufgeben, um einen weiteren Spieler im Mittelfeld zu postieren. Dies äußerst sich auf – wie auch bei Deutschland – mit einem sehr offensiven Außenspiele (David Villa), der zwar nominell als zweite Spitze gilt, allerdings auf dem Feld viel defensiver agiert, als dies ein klassischer Stürmer tun würde.

Die Torschützen:
Seit 1962 gab es keinen Torschützenkönig mit weniger als sechs Treffern – bis Miroslav Klose (5 Tore) 2006. Bei der WM im eigenen Land gewann der Stürmern mit fünf Toren die beliebte Trophäe. Auch in diesem Jahr könnte es passieren, dass relativ wenige Tore reichen, um Torschützenkönig zu werden. Allerdings ist es wahrscheinlicher, dass je nach dem wie weite die Nationalmannschaften im Turnier noch vorstoßen können Luis Fabiano (Brasilien), Gonzalo Higuain (Argentinien) oder David Villa (Spanien) die Marke von Klose übertreffen werden.

Die Überraschungen:
Interessant ist, dass bei beiden Turnieren die wahren Überrasschungen aus der gleichen thematischen Ecke kommen. Es waren 2006 in Deuschland die Europäer, die den Weltfußball dominierten. In diesem Jahr in Südafrika machen die Südamerikaner den Eindruck als wollten sie zeigen, dass es eine neue Qualität auf ihrem Kontinent gibt. In Deutschland kamen alle Halbfinalisten von dem alten Kontinent – in Südafrika sind es schon nur noch drei europäische Teilnehmer im Viertelfinale.
Ganz im Gegenteil die Südamerikaner: Zunächst gelang es alle fünf Endsandten auch in das Achtelfinale zu bringen. Dort setzten sich alle Mannschaften – bis auf Chile, das gegen Brasilien spielte – durch. Aktuell hat jedes Viertelfinale einen südamerikanischen Teilnehmer. Es könnte der ganz große Wurf gelingen. Vielleicht ist schon im Halbfinale klar, auf welchen Kontinent sich der goldene WM-Pokal in diesem Jahr verirren wird.




Niederlande – Brasilien (Viertelfinale), Freitag 02. Juli um 16:00 im Nelson Mandela Bay (Port Elizabeth)

1. Juli 2010 / dominic

 HollandBrasilien

  

Nach zwei Tagen Pausen geht es morgen um 16 Uhr weiter – das erste Viertelfinale steht auf dem Programm. In Port Elizabeth im Nelson Mandela Bay werden wir ein absolutes Topspiel begutachten können. Mit dem fünfmaligen Weltmeister Brasilien wird einer der größten Favoriten auf den WM-Titel das Spiel gegen die Holländer bestreiten. Man darf gespannt sein, wer sich in diesem Topspiel durchsetzen wird. Eines ist auf alle Fälle klar – auf dem Spielfeld werden sich die besten der Besten messen.

 

Niederlande

Schwer einzuschätzen sind sie – die holländischen Freunde. Man erinnert sich gerne zurück an Zeiten, in denen man in der Vorrunde alles in Grund und Boden gespielt hat und im ersten KO-Spiel dann die Ernüchterung kam. So auch bei der EM vor zwei Jahren in Österreich und der Schweiz. Hat man in der Vorrunde noch Frankreich und Italien entzaubert, so galt man auf einen Schlag als der ganz große Titelfavorit. Im Viertelfinale kamen dann die Russen und das Turnier war vorbei.

Dieses Jahr bei der WM in Südafrika ein komplett anderes Bild. Irgendwie haben sich die Oranje-Kicker durchgemogelt und konnten bis dato noch nicht überzeugen. In der Vorrunde gewann man zwar alle drei Spiele, aber wirklich gut gespielt hat man in keinem Spiel. Doch es reicht. Haben die Holländer etwa aus ihren Fehlern gelernt und verschießen ihr Pulver nicht gleich zu Beginn? 

Eine Antwort wird man beim morgigen Spiel bekommen – da kommt es zum ersten richtigen Härtetest gegen den fünfmaligen Weltmeister. Im Achtelfinale konnte man sich relativ problemlos mit 2-1 gegen die slowakische Elf durchsetzen. Dabei kam auch zum ersten Mal Arjen Robben von Beginn an zum Einsatz und konnte in seiner bekannten unwiderstehlichen Art den 1-0 Führungstreffer erzielen. Der Oberschenkel hält und damit hat die Elftal nochmals an Qualität gewonnen.

Es wurde auch nicht gegen die Slowakei gezaubert – aber man hatte nie das Gefühl, dass die Mannen von Bert van Marwijk dieses Spiel verlieren könnten. Nun werfen wir mal einen kurzen Blick auf die bisherigen Ergebnisse und dementsprechend auf den Weg ins Viertelfinale.

Der Weg ins Viertelfinale

… gegen Dänemark 2-0 (0-0)

… gegen Japan 1-0 (0-0)

… gegen Kamerun 2-1 (1-0)

… gegen Slowakei 2-1 (1-0)

 

Trainer Bert van Marwijk ist sein Sorgenkind nun los – und schon gibt es das nächste. Nachdem Arjen Robben den Beweis erbrachte, dass er wieder komplett fit ist und eine Bereicherung für die Mannschaft darstellt, gab es einen Disput zwischen Trainer van Marwijk und Arsenal Stürmer van Persie. Nach seiner Auswechslung monierte er lautstark, dass er doch Wesley Sneijder rausnehmen soll und nicht ihn. Dazu sollte man wissen, dass van Persie nicht als einfacher Charakter gilt. Als er noch bei Feyenoord gespielt hat wurde er suspendiert und durfte nur noch in der zweiten Mannschaft spielen. Pikantes Detail am Rande – sein damaliger Trainer hieß Bert van Marwijk. In der Nacht gab es dann noch eine Krisensitzung und sollte die Sache aus der Welt geschafft sein – sollte! 

Die Holländer können sich auch selbst Probleme machen. Die Leistungen waren zwar nie überzeugend aber man hatte auch nie die Gefahr ein Spiel zu verlieren. Gegen Brasilien wird van Marwijk wohl nicht viel Grund zum ändern haben und wohl mit der selben Aufstellung starten! 

 

Aufstellung im Achtelfinale

Stekelenburg – van der Wiel, Heitinga, Mathijsen, van Bronckhorst – van Bommel, de Jong, Sneijder, Robben – Kuyt, van Persie 

 

Brasilien

Der fünfmalige Weltmeister wurde gegen die Chilenen nicht wirklich gefordert. Die Chilenen versuchten mitzuspielen und dies gab den Brasilianer viele Freiräume und diese konnten sie im Endeffekt auch nützen. Den Führungstreffer erzielte Juan mit einem wuchtigen Kopfball – ein paar Minuten später erhöhte Luis Fabiano nach einem Traumzuspiel von Kaka auf 2-0. Damit ging es auch in die Halbzeit und nach einem unwiderstehlichen Solo von Ramires konnte Robinho das Zuspiel mit einem gefühlvollen Schuss ins lange Eck den letzten Treffer erzielen.

Gezaubert haben sie mal wieder nicht, die Brasilianer. Doch effektiv Fußball gespielt und Kräfte gespart. Dunga’s Einfluss ist nicht zu übersehen und wenn er den Titel holt, wird auch die Kritik verstummen. Doch sollte Dunga nicht den sechsten Titel in das Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 bringen, wird es noch mehr an Kritik hageln. Robinho zeigt sich stark verbessert - vor allem wen einem noch die Auftritte im Dress der Citizen bekannt sind. Er ist wieder mit viel Spielfreude ausgestattet und Luis Fabiano empfiehlt sich wärmstens für einen Wechsel zu einem absoluten Topklub.  

Der Weg ins Viertelfinale 

… gegen Nordkorea 2-1 (0-0)

… gegen Elfenbeinküste 3-1 (1-0)

… gegen Portugal 0-0 (0-0)

… gegen Chile 3-0 (2-0)

 

Carlos Dunga wird zu einer Umstellung gezwungen sein. Ramires bekam seine zweite Gelbe Karte und wird somit das Spiel gegen die Niederländer nicht bestreiten dürfen. Ebenso ausfallen wird weiterhin Elano. Zwar sah es für das Spiel gegen Chile schon relativ gut aus, doch dann kamen neuerliche Schmerzen, welche einen Einsatz undenkbar gemacht haben. Und für das morgige Spiel wird er auch noch nicht fit werden. Zudem muss Kaka aufpassen. Nach einer harten gelben Karte gegen Chile darf er sich gegen die Holländer keine zweite holen. Sonst müsste er bei einem möglichen Halbfinale wieder aussetzen. Kaka, welcher zwar einen sehr schönen und gefühlvollen Assist zum 2-0 gegen Chile gab, ist noch immer weit von seiner Topform entfernt. Außer diesem einen Pass sah man nicht viel vom brasilianischen Ausnahmekönner. Für Ramires wird wohl Juventus-Mittelfeldspieler Felipe Melo beginnen.

 

Aufstellung im Achtelfinale

Julio Cesar – Maicon, Lucio, Juan, Bastos – Dani Alves, Silva, Kaka, Ramires – Fabiano, Robinho 

 

Fazit

Ganz ehrlich – die aktuelle Quotenvergabe kann ich nicht ganz nachvollziehen. Klar, die Holländer überzeugten noch nicht wirklich, aber dies kann auch argumentiert werden mit der Aussage, dass ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss. Dass unglaubliches Potential vorhanden ist, ist jedem klar und dies kann man nicht abstreiten. Man darf auf alle Fälle gespannt sein, wie man sich beim ersten wahren Prüfstein zeigen wird. Ich habe vor der Weltmeisterschaft die Holländer als meinen Favoriten für den Titel bezeichnet – und dazu stehe ich noch immer. Robben ist endlich wieder fit und auf der Bank hat man mit Spielern wie Elia oder Afellay junge und hungrige Talente, denen eine ganz große Karriere bevor steht.

Brasilien spielt effizient. Brasilien zaubert nicht mehr. Aber sie gewinnen alles. Kaka ist mehr ein Mitläufer als ein Leistungsträger. Die Chilenen vergasen die Defensive gegen Brasilien und machten ihnen dementsprechend ein einfaches Spiel. Wirklich gefordert wurden die Brasilianer bisher auch noch nicht. Gegen Holland wird es sicherlich um einiges schwerer werden als es bisher war. Ich denke, dass ein Tipp auf 1 oder X zu einer Quote von über 2 sicherlich einen Value besitzt. In meinen Augen ist die Quote auf die Brasilianer einfach viel zu niedrig.  

 

Die aktuellen 3-Weg Quote von Betfair

Niederlande 4.70

Unentschieden 3.50

Brasilien 1.97

 

Die aktuellen "To-qualify" Quoten von Betfair

Niederlande 3.10

Brasilien 1.47

 















































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