Tag 3 der French Open brachte erstmals das ungeliebte Nass vom Himmel. Knapp über 2 Stunden mussten die Partien unterbrochen werden, bevor der Wettergott ein Einsehen mit den Veranstaltern zeigte.
Doch sobald der Regen endete wurden die Fans in Paris mit bestem Tennis verwöhnt. Das für ein gutes Spiel immer zwei Spieler notwendig sind ist eine altbekannte Weißheit, die auch heute wieder zutraf. Serena Williams empfing zu ihrem Erstrundenmatch Zakopalova aus Tschechien. Die 27 jährige Außenseiterin spielte ihr bestes Tennis und durfte verdient einen dritten Satz gegen die Amerikanerin spielen. Serena begann stark, von der zuvor erlittenen Fußverletzung war wenig zu sehen. Nach 4 Niederlagen in Folge, die die Schwester von Venus erstmals hintereinander in ihrer Karriere hinnehmen musste, war Williams anzusehen, dass sie mit aller Macht zum Erfolgserlebnis kommen wollte. Reichlich weniger euphorisch hätte das Match geendet, wenn die Favoritin ihren ersten Matchball hätte verwandeln können. Beim Spielstand von 6:3 und 5:3 ergaben sich erstmals Möglichkeiten dazu. Doch Zakopalova zeigte in den wichtigsten Momentan das beste Tennis. Eine gehörige Portion Mut und weltklasse Winkelspiel brachte die Wiedersacherin in den Tiebreak, der aus beider Sicht zum 13.Spiel der vergebenen Chancen werden sollte, bevor die Tschechien doch noch den Deckel auf den Satz brachte. im Entscheidungssatz lag die an 2 gesetzte Spielerin aus den Staaten gar mit Break 1:2 hinten, doch trotz Quoten jenseits der 2,40 schaffte sie noch einmal die Wende. Mit dem 9. Matchball endete ein denkwürdiges Erstrundenmatch, dass die Siegerin feierte, als wäre es bereits der Grand Slam Erfolg gewesen.
Weniger Probleme bei den Damen hatten die gestern bereits erwähnten Jelena Jankovic und Svetlana Kuznetsova. Ganze 10 Spiele gaben beide Spielerinnen ab, schiedlich friedlich 5:5 aufgeteilt. Ein größerer Name musste mit Hantuchova passen. Die Slowakin bestätigte ihre schwache Form und unterlag Razzano bei deren Heimturnier 3:6 und 3:6.
Bei den Herren spielte sich der Argentinier Del Potro hinein in das Favoritenfeld. Keine Mühe bereitet Ihm Llodra, der mit 3:6, 3:6 und 1:6 baden ging. Für Del Potro war Llodra der ideale Gegner, da dieser selbst versuchte sein Spiel zu spielen, offensiv agierte und Argentiniens Nummer 1 damit regelmäßig in das Messer lief.
Auch Tsonga und Djokovic mussten nicht lang auf dem Platz stehen. Der Serbe zitterte gegen Lappenti kaum, bereits im zweitem Satz war verletzungsbedingt Schluss für den Gegner. Im Topspiel des Tages packte Benneteau nach 4 Sätzen seine Koffer.
Aus deutscher Sicht verlief der Tag durchaus erfolgreich. Andreas Beck und Philipp Kohlschreiber kamen zu den erwarteten Siegen. Leider trübte der Shaker das erfreuliche Bild. Rainer Schüttler musste wie schon vor einer Woche in Düsseldorf gegen Söderling eine echt Blamage hinnehmen. 0:6, 0:6 und 4:6 verlor der 33 jährige gegen Giquet.
Bereits gestern konnten nicht alle Spiele beendet werden. Wozniaki holte gegen Dushevina ihre Pflichtaufgabe nach und gewann im drittem doch klar 6:1. Auch in der kommenden Nacht müssen Santoro und Rochus noch auf die letzten Matchminuten warten. Zwar steht Rochus direkt vor dem Erfolg, doch Santoro ist der Liebling der Fans, absolvierte ganz starkes Tennis und sieht auch den vierten Satz noch lange nicht verloren. Kurz vor dem Abbruch wegen Dunkelheits auf den Courts siegte Tommy Haas souverän und im Schnelldurchgang 6:1, 6:4, 6:4.
Am morgigem Mittwoch stehen erste Duelle auf Augenhöhe an der Spitze der Weltrangliste an. Nadia Petrova empfängt Maria Sharapova und wird knapp favorisiert. Die Siegerin der Australian Open 2008 ist gewiss die etwas bessere Tennisspielerin, doch nach der langen Verletzungspause noch lange nicht wieder voll dabei.
Ana Ivanovic und Venus Williams greifen in die 2.Runde hinein. Beide konnten in den Auftaktpartien nicht überzeugen und zählen auch morgen wieder zu den Wackelkandidaten. Venus Williams gilt als besonders unbeständig, musste schon in Melbourne früh die Segel streifen.





