Wie Sie in unserer ausführlichen Artikelreihe über die Neuordnung des Sportwettenmarktes in Deutschland bereits erfahren haben, ist der aktuelle Glücksspiel-Staatsvertrag von der EU als nicht rechtsgültig erklärt worden und die Bundesländer sind dazu aufgefordert worden, bis Anfang 2012 einen neuen Vertrag auszuarbeiten.
Hierbei gibt es 2 unterschiedliche Modelle, das Konzessionsmodell der Länder, welches nur eine limitierte Öffnung des Sportwettenmarktes vorsieht und durch hohe Steuerforderungen und maximal 7 Konzessionen für private Wettanbieter sehr umstritten ist, und das Schleswig-Holsteiner Modell das eine komplette Liberalisierung des Sportwettenmarktes vorsieht.
Die beiden Hauptstreiter für das Schleswig Holsteiner Modell, Hans Jörn Arp (CDU Mittelstandspolitiker) und Wolfgang Kubicki (FDP Fraktionschef) haben sich jetzt zu
Wort gemeldet und ihren Liberalisierungskurs verteidigt. Sie sind fest entschlossen das Internet in Schleswig-Holstein für private Glücksspielanbieter zu öffnen, unabhängig davon ob die restlichen 15 Bundesländer sich Ihnen anschließen oder weiterhin auf dem Länder-Vertrag beharren. Sie machen auch deutlich, dass nicht sie es sind die mit unlauteren Mitteln versuchen ihren Entwurf gegen die Mehrheit der Länderpolitiker durchzudrücken, sondern das es der Länder-Entwurf ist der in seiner aktuellen Form gegen geltendes Europa-Recht verstößt.
Der Länder-Entwurf liegt derzeit der EU zur Notifizierung vor und es geht das Gerücht um, dass die EU den Vertrag in dieser Form nicht absegnen wird. Der Schleswig-Holsteiner Entwurf wurde hingegen von der EU bereits notifiziert.
Immer mehr große Glücksspielunternehmen stellen sich hinter die beiden Politiker aus dem Norden und geben ihre Zusage zu einer Lizenzbeantragung in Schleswig-Holstein, wenn es wirklich zu einem Alleingang des Nordlichtes kommen sollte. Dies würde dem Land nicht nur einen erheblichen steuerlichen Gewinn bringen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen und den deutschlandweiten Glücksspievertrieb über das Internet ermöglichen.
Die Länder sind gezwungen ihren Vertrags-Entwurf zu überdenken, wenn sie nicht riskieren wollen das Schleswig-Holstein am Ende als einziger Gewinner aus der langwierigen Diskussion hervorgeht.
Weitere tatkräftige Unterstützung erfährt das Schleswig-Holsteiner Modell jetzt durch die DFL, die angekündigt hat, dass wenn das aktuelle Staatsmonopol nicht deutlich gelockert wird, Spielplan-Gebühren von den Sportwetten-Anbietern erheben zu wollen. Da es aufgrund des noch geltenden Staatsmonopol zurzeit nur einen Sportwetten-Anbieter namens Oddset gibt, der Sportwetten in Deutschland offiziell vertreiben darf, ist dies ein geschicktes Druckmittel, um durch die Öffnung des Marktes an zusätzliche Sponsorengelder durch die Wettanbieter zu gelangen. Diese könnten sowohl im Spitzen- als auch Breitensport sinnvoll eingesetzt werden.
Es bleibt abzuwarten wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt und sich nicht doch das ein oder andere Bundesland sich von dem Länder-Entwurf abwendet um sich dem Schleswig-Holsteiner Modell anzuschließen
Wir werden Sie hier auf der Wettbasis weiter auf dem Laufenden halten.
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