Die zweite Runde bei den diesjährigen Australian Open ist nun auch zu Ende. Mittlerweile sind auch die Doppel-Bewerbe gestartet. In der zweiten Runde gab es sowohl bei den Damen als auch bei den Herren kaum Überraschungen. Die Top-Vier konnten sich alle problemlos durchsetzen. Nadal und Federer werden weiter unten sowieso nochmals separat behandelt. Titelverteidiger Djokovic fertigte auch den Kolumbier Santiago Giraldo ab und Andy Murray zeigte gegen den Franzosen Roger-Vasselin ein starkes Spiel und gewann in drei Sätzen. Aus australischer Sicht ist mit Bernard Tomic noch ein Mann im Hauptbewerb der Herren. Nach verlorenem erstem Satz konnte er sich gegen den US-Amerikaner Sam Querrey doch noch klar durchsetzen. Sein Landsmann, Matthew Ebden sah sich schon fast in Runde drei nach einer 2-0 Satzführung gegen den kleinen Japaner Nishikori. Doch ab Mitte des dritten Satzes wurde er stärker und spielte Ebden an die Wand und setzte sich in fünf Sätzen durch. Nochmals für positive Schlagzeilen sorgte der australische „Alt-Star“ Lleyton Hewitt. Nachdem er in der ersten Runde Cedric Marcel Stebe nieder rang, konnte er in Runde zwei von einer Aufgabe des US-Amerikaner Roddick profitieren. Nach dem dritten Satz – welchen Hewitt für sich entschied – musste Roddick bei einem 1-2 Satzrückstand w.o. geben und somit sind die australischen Herren noch mit Tomic und Hewitt vertreten. Die wohl größte Überraschung in Runde zwei waren das Weiterkommen von Alejandro Falla (später mehr) gegen Mardy Fish und Mikhail Kukushkin gegen den Serben Troicki.
Bei den Damen sind auch alle Topfavoritinnen in Runde drei zu sehen. Schwerer als gedacht war jedoch die Partie für die aktuelle Nummer zwei der Welt, Petra Kvitova. Gegen die Spanierin Suarez-Navarro musste sie über drei Sätze gehen bis sie den Sieg fixieren konnte. Wiederum eine starke Leistung zeigte Tennis-Model Sharapowa. Gegen die Australierin Hampton gab sie lediglich ein Game ab. Wenn sie diese Leistungen weiterhin zeigen kann, ist sie ein ganz heißes Eisen für den Titelgewinn. Ebenfalls kurzen Prozess machten Serena Williams und Victoria Azarenka in ihren Zweitrundenbegegnungen. Große Überraschungen waren hier Fehlanzeige – am ehesten noch der Sieg von Oprandi im Italienerinnen-Duell mit Schiavone.
Mittlerweile lichtet sich auch das Feld der deutschsprachigen Spieler/Innen und somit wird es in dieser Ausgabe zum letzten Mal eine Übersicht für die deutschsprachigen Spieler/Innen geben. Ab dem Achtelfinale werden dann die Damen und Herren der Schöpfung separat betrachtet und es wird für jede Begegnung eine kurze Vorschau geben.
Deutschland
Zweite Runde – Spiele mit deutscher Beteiligung (5/4)
Milos Raonic – Philipp Petzschner 6-4 5-7 6-2 7-5
Philipp Kohlschreiber – Pere Riba 6-0 4-0 ret.
Alexandr Dolgopolov – Tobias Kamke 4-6 6-1 6-1 3-6 8-6
Roger Federer – Andreas Beck w.o.
Rafael Nadal – Tommy Haas 6-4 6-3 6-4
Mona Barthel – Petra Cetkovska 7-5 6-3
Julia Görges – Eleni Daniilidou 6-2 2-0 ret.
Sabine Lisicki – Shahar Peer 6-1 6-2
Angelique Kerber – Stephanie Dubois 7-5 6-1
Wenn ein Blick auf die Ergebnisse der deutschen Spieler in der zweiten Runde der diesjährigen Australian Open geworfen wird, wird sich Rafael Nadal bestätigt fühlen. Der Turnierplan ist zu eng, viele Spieler plagen sich mit Verletzungen herum. Zweimal gab es eine Aufgabe, einmal wurde das Spiel gar nicht gestartet.
Aufgabe eins betraf Kohlschreiber-Gegner Pere Riba. Der spanische Sandplatzspezialist musste bei einem Stand von 6-0 4-0 aufgeben. Man merkte zu Beginn schon, dass er gehandicapt war und bei dem sehr deutlichen Spielstand zog er die Gesundheit vor. Somit steht Kohlschreiber ohne große Mühen in Runde drei. Aufgabe zwei betraf den deutschen Andreas Beck – er musste bereits vor Spiel beginn w.o. geben. Aufgrund einer Rückenverletzung erschien es ihm nicht möglich überhaupt anzutreten. Superstar Roger Federer war überrascht von der kurzfristigen Absage. Zwar wusste er, dass Beck bereits in Runde eins nur mit Schmerztabletten spielen konnte aber dass es so schlimm ist, war ihm nicht bewusst. Somit müssen wir uns von Andreas Beck verabschieden.
Ebenfalls „Time to say goodbye“ heißt es für Altstar Tommy Haas. Gegen die Nummer zwei der Welt, Rafael Nadal, verlor er erwartungsgemäß in drei Sätzen. Zwar konnte Haas dem Spanier zwei Mal das Service abnehmen, musste seines Zeichens seinen Aufschlag ganze sechs Mal abgeben. Vor allem die hohe Anzahl von unerzwungenen Fehlern (36 im Gegensatz zu 17 bei Nadal) brach Tommy Haas sprichwörtlich das Genick.
Ebenso verabschieden müssen wir uns leider von Tobias Kamke. Gegen die Nummer 13 der Setzliste konnte er die Partie mehr als nur offen halten und verlor denkbar unglücklich mit 8-6 im entscheidenden fünften Satz. Satz eins gewann der Deutsche noch um danach ein bisschen nachzulassen. Dolgopolov spielte stärker und entschied die Sätze zwei und drei klar für sich. Doch durch ein frühes Break in Satz vier war die Partie wieder völlig offen. Mit seinem neunten Break konnte Dolgopolov die Partie schließlich für sich entscheiden (Kamke nahm immerhin sechs Mal den Aufschlag des Ukrainers ab).
Nach dem „Spiel seines Lebens“ gab es für Petzschner gegen den Geheimtipp Raonic das Aus in Runde zwei. Vor allem die Chancenverwertung lies arg zu wünschen übrig. Gegen den starken Aufschläger Raonic konnte er sich immerhin elf Breakbälle erarbeiten, konnte jedoch nur zwei davon nützen. Raonic hingegen nahm dem Deutschen fünf Mal den Aufschlag ab. Alles in allem kann „Petzsche“ mit seinem Einzelauftritt zufrieden sein und nun gilt seine Konzentration auch dem Doppelbewerb, zusammen mit dem Österreicher Melzer. Runde eins haben beide schon souverän überstanden.
Bei den deutschen Tennisdamen gibt es erwartungsgemäß positive Nachrichten zu vermelden. Aufgabe Nummer drei betraf die Gegnerin von Julia Görges, Eleni Daniilidou. Sie musste im zweiten Satz aufgrund einer Verletzung w.o. geben und somit konnte sich auch Görges Kräfte sparen.
Mona Barthel konnte ihre Topform gegen die Nummer 32 der Setzliste prolongieren und gewann klar in zwei Sätzen. Die aktuelle Nummer 44 der Welt befindet sich somit weiterhin im Vormarsch.
Eine glasklare Angelegenheit war der Sieg von Sabine Lisicki. Vor dem Spiel gingen die Quoten von einem ausgeglichenen Spiel aus. Doch davon war nichts zu sehen. Lisicki stürmte in 53 Minuten in die zweite Runde und lies ihrer Gegnerin lediglich drei Games.
Ebenfalls eine Runde weiter kam Angelique Kerber, gegen die Kanadierin Dubois hatte sie auch keine Probleme und konnte sich locker in zwei Sätzen durchsetzen.
Dritte Runde – Spiele mit deutscher Beteiligung (1/4) (Die Wett-Quoten für die Vorschau auf die nächste Runde entstammen von Bet365 – Stand: Donnerstag 16 Uhr)
1,36 Philipp Kohlschreiber – Alejandro Falla 3,00
7,00 Mona Barthel – Victoria Azarenka 1,10
1,53 Julia Görges – Romina Oprandi 2,37
1,72 Sabine Lisicki – Svetlana Kuznetsowa 2,00
4,00 Angelique Kerber – Maria Sharapowa 1,22
Noch immer fünf deutsche Tennisathleten befinden sich in der dritten Runde der Australian Open. Nachdem in der letzten Runde die Herren zwei Mal gegen Topfavoriten gelost wurden sind dieses Mal die Damen an der Reihe. Für Überfliegerin Barthel und Kerber wird es enorm schwer das Achtelfinale zu erreichen. Barthel kommt zwar mit enorm viel Selbstvertrauen, aber einen Sieg gegen die aktuelle Nummer drei der Welt, Victoria Azarenka, traue ich ihr nicht zu. Vor allem zeigte sich Azarenka bisher auch in blendender Verfassung und gab kaum Games ab. Ebenfalls eilig hatte es bisher Maria Sharapowa – die nächste Gegnerin von Angelique Kerber. Auch hier sehe ich persönlich kaum Chancen auf ein Weiterkommen der Deutschen. Sharapowa gab bisher lediglich zwei Games ab. Ich denke bei beiden Spielen werden wir wohl einen 2-0 Satzsieg für die Favoritinnen sehen.
Bei den anderen drei Begegnungen sehe ich hingegen gute Chancen für die Tenniscracks. Kohlschreiber bekommt es nach seinem lockeren Zweitrundenspiel nun mit Alejandro Falla zu tun. Dieser sorgte für eine der wenigen Überraschungen in Runde zwei als er Mardy Fish, die Nummer acht des Turniers, aus dem Turnier befördert hat. Falla gegen Kohlschreiber sehe ich als ausgeglichenes Duell. Deshalb würde ich persönlich auch die 3er Quote auf Falla probieren. Wenn jemand wach sein sollte während dem Spiel wird es sicherlich interessante Tradingmöglichkeiten mit der 3er Quote geben. Görges und Lisicki sind in ihren Begegnungen jeweils Favorit. Göerges’ Quote gegen die Italianerin Oprandi finde ich als zu hoch angesetzt. Eine Quote von über 1,50 finde ich sehr interessant und auf alle Fälle spielbar. Oprandi’s Sieg gegen Schiavone war überraschend, aber Schiavone ist seit Längerem schon nicht mehr in Topform. Lisicki ist mit einer Quote von >1,70 knappe Favoritin gegen die Russin Kuznetsowa. Die Russin hatte heute schwer zu kämpfen gegen die Amerikanische No-Name Spielerin Stephens. Sollte Lisicki an die Leistung von heute morgen anknüpfen können, wird sie sich auch durchsetzen. Die 1,72 würde ich auf jeden Fall spielen.
Schweiz
Zweite Runde – Spiele mit schweizer Beteiligung (2/0)
Roger Federer – Andreas Beck w.o.
Stanislaw Wawrinka – Marcos Baghdatis 7-6 6-4 5-7 6-1
Füße hochlegen und Entspannen hieß das Motto für Roger Federer. Wie bereits oben erwähnt kam der Schweizer Topstar aufgrund der verletzungsbedingten Absage von Andreas Beck in die dritte Runde. Der zweite Schweizer Wawrinka kam in einem durchaus spektakulären und umkämpften Spiel gegen Baghdatis in vier Sätzen weiter. Nachdem im ersten Satz schon alles nach einer 1-0 Satzführung für Baghdatis aussah, konnte Wawrinka ihm nochmals den Aufschlag abnehmen als „Baggy“ auf den Satz aufschlug. Im Tiebreak behielt er die Oberhand und ging somit in Führung. Auch Satz zwei konnte er für sich entscheiden und als Baghdatis im dritten Satz verkürzen konnte, dachte man kurzzeitig, dass das Momentum nun schwenken würde. Doch der Schweizer war in Satz vier von Anfang an höchst konzentriert und konnte diesen klar für sich entscheiden. Wie in der Vorschau erwartet, war die Außenseiterrolle für Wawrinka nicht gerechtfertigt.
Dritte Runde – Spiele mit Schweizer Beteiligung (2/0)(Die Wett-Quoten für die Vorschau auf die nächste Runde entstammen von Bet365 – Stand: Donnerstag 16 Uhr)
1,03 Roger Federer – Ivo Karlovic 15,00
1,36 Stanislaw Wawrinka – Nicolas Almagro 3,00
Federer ist in seinem Drittrundenspiel gegen den Aufschlagriesen Karlovic natürlich haushoher Favorit. Karlovic konnte sich in vier Sätzen gegen den Gaucho Berlocq durchsetzen. Karlovic bewies in der Vergangenheit schon öfters, dass er gegen die Topstars mithalten kann. Jedoch nur, wenn sein erster Aufschlag auch kam. Federer ist ein ausgezeichneter Returnspieler und sollte ihm in einem Satz ein Break gelingen, sollte dies der Satzgewinn sein. Karlovic ist in seinem Tennis doch arg eingeschränkt und in einem Best-of-Five Match gebe ich ihm keine Chancen auf eine Überraschung. Ein Satz ist möglich, mehr nicht.
Wawrinka ist dieses Mal klarer Favorit gegen den spanischen Sandplatzspezialisten Almagro. Der Spanier konnte sich in fünf Sätzen gegen das bulgarische Talent Dimitrov durchsetzen. Satz fünf war eine ganz klare Angelegenheit als er Dimitrov ein 6-0 verpasste. Alles in allem finde ich die Quoten doch gerechtfertigt. Ein Weiterkommen von Wawrinka wird auf alle Fälle erwartet und ich denke auch, dass Almagro ihn nicht stürzen wird können. Mehr als einen Satz traue ich auch ihm nicht zu. Aufgrund dessen könnte eine Satz-Handicap interessant sein.
Wie bereits weiter oben erwähnt, wird ab dem Achtelfinale die Vorschau separat für Damen und Herren erscheinen. Bis dahin viel Spaß mit Tennis aus Down Under.
Hier gehts zum Spielplan Australien Open 2012 der Herren!
Hier gehts zum Spielplan Australien Open 2012 der Damen!
Hier gibts die Vorschau der 2. Runde!
Hier gibts den Vorbericht der Herren!
Hier gibts den Vorbericht der Damen!





