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Hoyzer


Auf dieser Stichwort-Seite finden Sie die Artikel zu Hoyzer und Sportwetten im Allgemeinen.


Artikelreihe 5/6

Das Thema Wettmanipulation wird neben der Spielsucht, mit der wir uns in unserem letzten Artikel beschäftigt haben, als eines der Hauptrisiken des Sportwettens gesehen. Die Sportwetten sind mittlerweile in unserer Gesellschaft etabliert und zu einem festen Bestandteil dieser geworden. Wie in allen Bereichen von wirtschaftlichem Interesse, gibt es auch hier einige Wenige die mit unlauteren Mitteln versuchen einen finanziellen Vorteil zu erlangen.

Insbesondere der durch die Medien ins Rampenlicht gerückte Fall des Robert Hoyzer, hat das Thema der Wettmanipulation publik gemacht. Es steht außer Frage, dass die Gesellschaft alles dafür tun muss, die Integrität des Sports zu wahren. Insbesondere die Wettanbieter und die großen Sportverbände stehen hier in der Pflicht.

Schauen wir uns zunächst an wie die Wettanbieter aktuell gegen Wettmanipulation vorgehen und welche präventiven Maßnahmen getroffen werden. In Zusammenarbeit der DFL, des DFB und den Wettanbietern wurde als Reaktion auf den Hoyzer Fall mit der "Wettradar" ein Frühwarnsystem geschaffen, das alle gelisteten Spiele aus dem Wettangebot der beteiligten Wettanbieter miteinander vergleicht und Auffälligkeiten meldet. So erhalten sowohl die Wettanbieter als auch die Sportverbände die Möglichkeit, auf mögliche Wettmanipulationen frühzeitig zu reagieren.

Ein weiteres Frühwarnsystem ist das Early Warning System (EWS) der FIFA. Hier werden, wie bei Wettradar, weltweit Partien in Zusammenarbeit mit über 400 Wettanbietern aufgezeichnet und überprüft. Angezeigte Unregelmäßigkeiten eines Frühwarnsystems alleine, können natürlich niemals als Beweis für ein manipuliertes Spiel geltend gemacht werden. Sie dienen lediglich als Hinweis um auffällige Fälle einer näheren Betrachtung zu unterziehen.

Der Weltmarkt der Sportwetten schreibt aktuell einen Umsatz von ca. 350 Mrd. Dollar im Jahr. Ca. $140 Mrd davon stammen aus dem Schwarzmarkt und können derzeit noch nicht offiziell überwacht werden. Den größten Schwarzmarktanteil finden wir in China, hier werden alleine geschätzte 90 Mrd. Dollar in Hinterzimmern und illegalen Wettbüros umgesetzt.  

Neben dem Frühwarnsystem bietet die enge Zusammenarbeit mit den Wettanbietern eine weitere Möglichkeit effektiv gegen Wettmanipulation vorzugehen und konkreten Hinweisen der Anbieter unverzüglich nachzugehen. Darüber hinaus hat das EWS ein Informationsnetzwerk gesponnen, um mit Hilfe von Insider-Informationen Wettbetrügern auf die Schliche zu kommen. Hindernisse dieser eher unkonventionellen Ermittlungen stellen
in erster Linie absichtliche Falschinformationen und die Verlässlichkeit von Informanten dar.

Beobachtet werden vor allem Spiele der FIFA, aber auch ausgewählte nationale Liegen. Hierdurch wird zwar ein Großteil der Sportereignisse, die von einem Wettanbieter angeboten werden überwacht, allerdings gibt es immer noch Bereiche in denen das Monitoringsystem noch nicht lückenlos arbeitet. Hier wäre beispielsweise der Schwarzmarkt, der noch völlig unreguliert ist zu nennen, außerdem die bereits erwähnten Fehlinformationen und das Ausbleiben wichtiger Informationen. Darüber hinaus gibt es auch Spielabsprachen die nicht darauf abzielen Wettgewinne zu erwirtschaften.

Es besteht also weiterhin Optimierungsbedarf und folgende Verbesserungen wären wünschenswert, um das aktuelle Frühwarnsystem weiter zu verbessern:

 - komplette Transparenz der Wettanbieter gegenüber Monitoring-Systemen und Sportverbänden
 - International einheitliche Regelungen, die die Zusammenarbeit zwischen Wettanbietern und Sportverbänden festlegen
 - Kooperation zwischen nationalen und internationalen Frühwarnsystemen und nationalen Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden
 - Einheitliche Bestimmungen einzelner Länder für die Teilnahme an Wettereignissen von Betroffenen und offiziellen Personen
 - Erziehungs- und Präventivprogramme zur Informationsverbreitung und Aufklärung über die Wettmanipulationsthematik

 

Trotz nicht wegdiskutierbaren Problemen im Bereich der Spielmanipulation, ist es wichtig sich bewusst zu machen, das hiervon nur ein minimaler Teil des Sportwettmarktes betroffen ist und 99,9% aller Sportereignisse ohne Manipulationsverdacht stattfinden.

Die Härte des aktuellen Urteils im Fall des A.S. dient wohl in erster Linie der Abschreckung von Nachahmungstätern. Einen ausführlichen Bericht über das aktuelle Urteil finden Sie hier. Eine weitere Möglichkeit Manipulation einzuschränken wäre ein staatlich reguliertes Wettangebot, wie es zurzeit in Italien sehr erfolgreich praktiziert wird. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen hier zukünftig getroffen werden und ob es im Rahmen der Neuordnung des deutschen Sportwettmarktes auch zu weiteren Verbesserungen im Bereich der Wettmanipulation kommen wird.

Morgen werden wir in einem abschließenden Artikel die "Zukunftsaussichten und die Positionen einiger großer Wettanbieter" genauer betrachtet.
Sportwetten Deutschland – Neuordnung Sportwettenmark 2012 – die Übersicht
 

22. Mai 2011 / schippinho - Kategorie: Sport-News

 

Vor wenigen Tagen musste im deutschen Fussball wieder einmal ein ungeliebtes Thema aufgeblättert werden. Wettskandale waren zuletzt unter Hoyzer ein Thema geworden, an dem kein Fussballfan vorbei kam. Viel schlimmer aber sind die Nachrichten, die nun herein schneien. Tatsächlich sollen über 10 Millionen Euro durch Betrug eingenommen worden sein. Über 200 Spiele stehen unter dem Verdacht der Manipulation.

Mit der Zeit kommen erste Erkenntnisse an das Tageslicht. So sind nicht nur die beiden Sapina Brüder wieder im Kreuzfeuer, sondern auch weitere bekannte Fussballgesichter. Besonders der VFL Osnabrück gerät ins Rampenlicht. Viele Anhänger der verschiedenen Vereine drückten dem VFL noch zuletzt im Pokal gegen Hamburg und Borussia Dortmund die Daumen. Nun ist es sehr wahrscheinlich, dass die Mannschaft viel Anerkennung wird einbüßen müssen.

Auch genaue Namen sind genannt. Besonder Cichon und Reichenberger sind bekannt aus dem deutschen Oberhaus. Cichon ist inzwischen in Afrika unterwegs und konnte noch nicht befragt werden. Reichenberger lassen die Vorwürfe nach Außen hin völlig kalt. In Seelenruhe erklärte der Topstürmer, dass für Ihn das Spiel gegen die B – Elf von Borussia Dortmund am Wochenende die uneingeschränkte Priorität genießt und er nicht bereit ist, seine Konzentration vor dem Match durchbrechen zu lassen.

Im besonderem Blickpunkt steht ein Spiel aus der vergangenen Saison, als der 1.FC Nürnberg gegen Osnabrück antrat. Dabei sollen die Cluberer den Sieg geschenkt bekommen haben. Tragisch ist vor allem ein Blick auf die Tabelle. Der FCN hätte ohne den Dreier niemals den Relegationsplatz erreicht, Osnabrück wäre im Falle eines Sieges nicht abgestiegen.

Es bleibt eine Zeit des Rätselratens. Genauere Erkenntnisse werden erst in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Dennoch bleibt der Wettskandal die größte Bedrohung für die Glaubhaftigkeit des Sportes. Schlimm, dass so auch viel wichtigere Themen wie Robert Enke bereits wieder nach hinten geschoben werden müssen.

20. November 2009 / christoph - Kategorie: Fussball-News

Sie als Hobbywetter sind gewiss in manschen Foren schon einmal auf die Worte „Achtung Fixed Game“ gestoßen. Der Autor des Beitrags versteht darunter ein Fussballspiel, in welchem der Ausgang schon vor Beginn der Partie feststeht. Leider fällt in die Kategorie nicht ein Match zwischen Deutschland und San Marino, wo ja eigentlich auch vor dem Duell klar ist, welches Land als Sieger vom Platz gehen wird.

Nein, es handelt sich vielmehr um Manipulationen, die immer mehr Einzug in den europäischen Fussball erhalten. Niemand kann wirklich sagen, wann erstmals ein Match manipuliert wurde. Sehr sicher ist jedoch, dass die höchste Malaysische Liga ab den 80 er Jahren immer stärker von Spielschiebungen befallen wurde. Die Buchmacher in Asien waren teils selbst kriminell, andererseits auch machtlos gegen die drohenden „sicheren Spiele“. Berichte gehen bis auf eine Partie zurück, bei der die Quote auf ein Match mit mindestens 9 Toren von @25 bis auf @1,5 zurückging. Endstand der Begegnung war 7:2. Das damals unter dem Begriff „gestürzte Wettkurve“ in die Geschichte eingegangene Ligaduell verstärkte zwar die Kontrollen, doch die Aufmerksamkeit der Asiaten weitete sich damit immer mehr auf den europäischen Raum aus.

Declan Hill ist ein Schriftsteller, der zugleich dem Verbrechen im Fussball auf den Grund gegangen ist. In seinem sehr empfehlenswertem Buch „sichere Siege“ erläutert Hill auch, was nötig ist, um ein Spiel zu manipulieren. So offenbart er, dass zumindest ein Spieler jedes Mannschaftsteils (Angriff, Mittelfeld, Verteidigung, Torwart) in den Fall verwickelt sein muss um zu mindestens 95 „erfolgreich“ manipulieren zu können. Eine nicht unwesentliche Aufgabe kann auch dem Trainer oder Schiedsrichter zugedacht werden. Außerdem suchen sich die Kriminellen immer Spieler aus, die Ansehen im Verein haben und Führungsspieler sind. Den Anweisungen dieser Spieler wird gefolgt. Tatsächlich ist die Materie inzwischen soweit ausgebildet, dass ein normaler Fan im Stadion nahezu nicht sehen kann, ob ein Spiel geschoben ist. Oft reichen absichtliche kleinere Stellungsfehler des Keepers für die Wende im Spiel.

In Europa gibt es genug Länder, die von Manipulationen befallen sind. Besonders Bosnien Herzegowina wird den Fluch nie wieder ablegen können. Im Land selbst sind Wetten auf das Heimteam gar nicht mehr möglich. Auch in Griechenland werden besonders gegen Saisonende viele Spiele geschoben. Vor knapp 2 Jahren gab es auf das Remis im Abschlussspiel der Saison eine Quote von 1,08. Auf das Endergebnis dürfen Sie dreimal raten, sollte aber bereits früher eine logische Schlussfolgerung gefunden haben. Auch Italien war in einen Wettskandal verstrickt, führte dieser doch sogar zum Zwangsabstieg von Juventus Turin vor wenigen Saisons.

 

Doch woran erkennt man nun wirklich ein geschobenes Spiel vorher auf dem Wettzettel. Dafür gibt es nur eine klare Antwort: GARNICHT. Es ist nicht möglich herauszufinden, ob in einem Spiel bereits das Endergebnis in den Köpfen der Kriminellen herumspuckt. Viele verwirrende Quotenverläufe lassen auf Schiebungen plädieren, doch nicht selten gibt es immer wieder so genannte „Fakedrops“ , also Spiele, die laut Quotenverlauf auf eine Schiebung schließen lassen, aber dann doch völlig anders enden. Ein nicht unwesentlicher Grund dafür könnte sein, dass bekannte User in Foren ein Spiel für „verkauft“ melden, nur um damit selbst Tradingerfolge zu erzielen.

Allgemein sind solche Matches (egal ob „gefaked“ oder nicht) stets zum Traden sehr gut geeignet. Wichtig ist es aber nicht zuviel Geld zu setzen, da diverse Spiele mit diesen Kennzeichen für schnelle Quotenänderungen in verschiedene Richtungen bekannt sind.

Gibt es auch in Deutschland Manipulationen? Ja, natürlich sind auch die Deutschen davor nicht Immun. Hoyzer hat bewiesen, dass auch in Deutschlands Ligen Geld zu verdienen ist.

Ich wünsche mir selbst eine Sportart Fussball, die fern von Schiebereien abläuft, mit Kampf und Spielkunst in allen Klassen. Doch vom Wunsch in die Realität ist es ein weiter Weg, der wohl nie hundertprozentig absolviert werden wird.

 

 

3. September 2009 / christoph - Kategorie: Fussball-Wetten









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