Historische WM-Teilnahmen
Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Südafrika ist die neunte WM-Teilnahme für die Schweizer Nationalmannschaft. Der größte Erfolg einer Schweizer Nationalmannschaft war das Viertelfinale bei den Weltmeisterschaften 1934 (in Italien), 1938 (in Frankreich) und 1954 im eigenen Land. Bei der letzten Weltmeisterschaft in Deutschland war im Achtelfinale im Elfmeterschießen gegen die Ukraine Endstation. Hier alle WM Teilnahmen im Überblick:
1934 in Italien – Viertelfinale
1938 in Frankreich – Viertelfinale
1950 in Brasilien – Vorrunde
1954 in der Schweiz – Viertelfinale
1962 in Chile – Vorrunde
1966 in England – Vorrunde
1994 in den USA – Achtelfinale
2006 in Deutschland – Achtelfinale
Road to South Africa
06.09.2008 Israel – Schweiz 2-2
10.09.2008 Schweiz – Luxemburg 1-2
11.10.2008 Schweiz - Lettland 2-1
15.10.2008 Griechenland – Schweiz 1-2
28.03.2009 Moldawien – Schweiz 0-2
01.04.2009 Schweiz - Moldawien 2-0
05.09.2009 Schweiz - Griechenland 2-0
09.09.2009 Lettland – Schweiz 2-2
10.10.2009 Luxemburg – Schweiz 0-3
14.10.2009 Schweiz -Israel 0-0
Nach den zwei ersten Spielen gegen Israel und Luxemburg nur ein Punkt – das nennt man wohl einen Fehlstart. Das Unentschieden in Israel kann man ja noch gelten lassen – doch das erste Heimspiel in der Qualifikation ging sensationell mit 2-1 gegen Luxemburg verloren. Eine Blamage - und der Stuhl von Hitzfeld geriet schon arg ins Wanken. Doch danach setzte es in der Qualifikation fünf Siege in Serie und es sah schon wieder bedeutend besser aus. Am letzten Spieltag - im Heimspiel gegen Israel – genügte der Schweiz dann ein Punkt für die sichere Qualifikation. Und dementsprechend spielten die Schweizer auch – Risiko war in diesem Spiel ein Fremdwort und da es für Israel um nichts mehr ging, "einigten" sich beide Teams auf ein torloses Unentschieden. Somit konnten die Mannen von Hitzfeld das Ticket fixieren!
Kader
Hitzfeld gab den fixen Kader schon sehr früh bekannt - jedoch wurde er noch zu zwei Umstellungen gezwungen. Zuerst werfen wir jedoch einen Blick auf die 23 Mann – welche die Schweizer Fahnen in Südafrika vertreten werden.
Torwart
Diego Benaglio (VFL Wolfsburg), Johnny Leoni (FC Zürich), Marco Wölfli (Young Boys Bern)
Abwehr
Mario Eggimann (Hannover 96), Stéphane Grichting (AJ Auxerre), Stephan Lichtsteiner (Lazio Rom), Philippe Senderos (Arsenal London), Ludovic Magnin (FC Zürich), Steve von Bergen (Hertha BSC Berlin), Reto Ziegler (Sampdoria Genua)
Mittelfeld
Xherdan Shaqiri (FC Basel), Pirmin Schwegler (Eintracht Frankfurt), Benjamin Huggel (FC Basel), Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen), Gökhan Inler (Udinese Calcio), Hakan Yakin (FC Luzern), Valon Behrami (West Ham United), Gelson Fernandes (AS Saint Etienne), Marco Padalino (Sampdoria Genua)
Stürmer
Albert Bunjaku (1. FC Nürnberg), Alexander Frei (FC Basel), Blaise N’Kufo (Twente Enschede), Eren Derdiyok (Bayer Leverkusen)
Der Nürnberg Stürmer Albert Bunjaku sowie EX-VFB Spieler Ludovic Magnin sind die zwei Glücklichen, welche nachnominiert wurden. Christoph Spycher und Marco Streller - beide in Deutschland auch bekannt – mussten leider wegen Verletzungen auf ihre Teilnahme bei der Weltmeisterschaft in Südafrika verzichten. Aus der deutschen Bundesliga nominiert Hitzfeld 7 Spieler. Weitere bekannte Namen sind Ex-BVB Stürmer Alexander Frei, der türkische Schweizer Gökhan Inler sowie die Legenede Hakan Yakin!
Stärken & Schwächen
Im Tor haben die Schweizer mit Diego Benaglio einen sehr, sehr starken Torhüter. Zu Beginn des Jahres 2010 war Benaglio verletzt, konnte sich jedoch rechtzeitig auskurieren und spielte beim VFL Wolfsburg wieder etliche sehr starke Partien. Mit Johnny Leoni besitzen die Schweizer zudem einen zweiten Torhüter, welcher in diesem Jahr in der Champions-League gespielt hat – wobei dieser zweimal gegen Cristiano Ronaldo nicht allzu glücklich aussah.
Die Abwehr der Schweizer besitzt zwar keine ganz großen Namen, aber dennoch einiges an Qualität. Stephan Lichtsteiner hat sich in Italien einen sehr guten Namen gemacht und ist klarer Stammspieler bei Lazio Rom. Sein Name wird beziehungsweise wurde schon des Öfteren mit größeren Vereinen in Verbindung gebracht. Der zweite Italien-Legionär, Reto Ziegler spielte eine sehr starke Saison beim Überraschungsteam Sampdoria Genua. Ziegler war bei der Sampdoria ein ganz wichtiger Mann und zeigte sein Potential. Ein Problem in der Abwehr stellt sicherlich Philipp Senderos dar – der Schweizer Abwehrhühne war von Arsenal an Everton ausgeliehen, damit er genügend Spielpraxis für die WM hat. Doch dieser Schritt ging schief – ähnlich wie bei Deutschlands Thomas Hitzlsperger. Senderos kam kaum zu Einsätzen, aber dennoch hält Hitzfeld an ihm fest.
Das Mittelfeld ist sicherlich der stärkste Mannschaftsteil der Schweizer. Gökhan Inler von Udinese Calcio wurde schon oft mit Arsenal London in Verbindung gebracht – dies sollte einiges über seine Qualität aussagen. Zudem zeigt Tranquillo Barnetta Woche für Woche bei Leverkusen sein Potential. Mit Hakan Yakin hat man zudem einen sehr erfahrenen Mann im Mittelfeld, welcher immer für geniale Momente gut ist. Zudem sind Spieler wie Gelson Fernandes, Pirmin Schwegler, Marco Padalino, Valon Behrami oder Jungtalent Xherdan Shaqiri Spieler, welche man ohne Bedenken bringen kann, ohne einen Qualitätsverlust zu erleiden. Hier hat Trainer Hitzfeld sicherlich die Qual der Wahl.
Im Sturm dreht sich alles um Alexander Frei. Frei hatte bei der Europameisterschaft im eigenen Land seine bittersten Stunden, als er sich im ersten Spiel verletzte. Er gilt als gesetzt! Neben ihm kämpfen mit Eren Derdiyok - welcher eine famose Premierensaison in der deutschen BuLi absolvierte und Blaise N’Kufo - dem niederländischen Meister - zwei unterschiedliche Spielertypen um den zweiten Platz im Sturm. Derdiyok ist spielerisch um einiges stärker einzuschätzen als N’Kufo – für ihn spricht jedoch die Erfahrung sowie sein eingebauter Torriecher. Nur "Außenseiterchancen" auf einen Platz in der Startelf werden Albert Bunjaku gegeben. Erst vor kurzem nachnominiert, wird er sich wohl maximal mit Kurzeinsätzen begnügen müssen.
Gruppenspiele samt Quoten
16. Juni Spanien – Schweiz
Quoten von Betfair: Spanien 1.32; Unentschieden 5.50; Schweiz 12.50
21. Juni Chile – Schweiz
Quoten von Betfair: Chile 2.10; Unentschieden 3.40; Schweiz 3.45
25. Juni Schweiz - Honduras
Quoten von Betfair: Schweiz 1.80; Unentschieden 3.75; Honduras 5.20
Fazit
Realistisch betrachtet wäre ein Punktgewinn im ersten Spiel für die Schweizer eine ganz große Sensation. Gegen die spanischen Europameister ist man klarer Außenseiter und alles rechnet mit einem Sieg der Spanier. Vielleicht auch ein Vorteil für die Schweizer, dass sie wissen, dass sie im ersten Match ohne Druck spielen können, da niemand etwas erwartet. Und vielleicht gelingt genau dann eine Überraschung.
Wirklich ernst wird es für die Schweiz dann im zweiten und dritten Spiel. Mit Chile und Honduras hat man zwei Gegner, welche auf jeden Fall zu schlagen sind. Chile ist ein Team, welches aus vielen unbekannten Spielern besteht, was aber dennoch kein Grund sein wird sie zu unterschätzen. Bekanntester Spieler ist wohl der Leverkusen-Legionär Arturo Vidal – aber Chile zeigte schon sehr oft bei Junioren-Weltmeisterschaften, dass sie über eine gute Nachwuchsarbeit verfügen. Gegen Chile wird es sich sicherlich entscheiden in welche Richtung es für die Schweiz geht. Momentan sind die Schweizer - laut den Quoten - Außenseiter, diese Meinung teile ich jedoch nicht und sehe die Schweiz hier in der Favoritenrolle. Im letzten Spiel gegen Honduras zählt nur ein Sieg. Honduras’ WM-Teilnahme ist schon eine große Überraschung und sie haben sicherlich keinen Druck aber sie dürfen auf keinen Fall zum Stolperstein der Schweizer werden.
Der Gruppensieg wird aller Voraussicht nach an die Spanier gehen – alles andere wäre schon eine ganz große Überraschung. Der zweite Platz ist in dieser Gruppe echt hart umkämpft. Honduras ist sicherlich schwer einzuschätzen, da sie hier in Mitteleuropa weitestgehend unbekannt sind. Chile ist ebenfalls ein Team, welches durch ihr Kollektiv besticht und nicht über die ganz großen Namen verfügt. Jedoch war ich persönlich durchaus überrascht, dass es eine Quote von 2.30 auf das Erreichen des Achtelfinales gibt. Diese würde ich sicherlich empfehlen, da ich denke, dass sich die Schweizer den zweiten Platz in dieser Gruppe sichern werden.
Quoten auf Erreichen des Achtelfinales: 2.30@bwin
Quoten auf WM-Titel: 201.00@bwin