128 Damen starteten in den Hauptbewerb der French Open 2010 – nun sind nur noch vier Damen übrig geblieben. Am Dienstag und Mittwoch wurden die Viertelfinalspiele ausgetragen – in diesem Bericht wird ein kurzer Rückblick auf diese vier Spiele geworfen und ebenso wird es eine kurze Vorschau auf die zwei Halbfinalspiele geben. Zuerst jedoch der Überblick über die Ergebnisse aus dem Viertelfinale.
Die Viertelfinalspiele
Samantha Stosur (7) 3.10 - Serena Williams (1) 1.46 6-2 6-7 8-6
Jelena Jankovic (4) 1.25 - Yaroslava Shvedova 4.70 7-5 6-4
Francesca Schiavone (17) 2.62 - Caroline Wozniacki (3) 1.61 6-2 6-3
Elena Dementiewa (5) 2.56 - Nadia Petrowa (19) 1.64 2-6 6-2 6-0
Quoten von Betfair
Der Erfolgslauf der Australierin Sam Stosur hält an – nachdem sie die wohl beste Sandplatzspielerin Henin eliminieren konnte, konnte sie nun auch die Nummer 1 der Setzliste eliminieren. Im dritten Satz behielt sie mit 8-6 die Oberhand – doch die Partie hätte schon viel früher beendet werden können. Bis zum 6-2 5-3 hatte Williams keine Chance gegen Stosur – welche kaum Breakbälle zulies und etliche Breakchancen sich erarbeitete. Doch als sie zum Matchgewinn aufschlug, konnte Williams zum ersten Mal ein Break realisieren und mit dem Momentum auf ihrer Seite den zweiten Satz klar im Tiebreak gewinnen. Gleich zu Beginn des dritten Satzes konnte Stosur wieder ein Break erreichen, doch musste auch prompt ihren Aufschlag wieder abgeben. Mit ihrem insgesamt fünften Break zum 7-6 im dritten Satz konnte sie dann die Entscheidung herbeiführen und servierte ohne Probleme zum Matchgewinn.
Mit der Serbin Jankovic konnte sich in diesem Duell die klare Favoritin durchsetzen. Doch der 7-5 6-4 war sehr knapp und gezeichnet von etlichen Breaks und Re-Breaks. Insgesamt gab es 10 Aufschlagverluste in diesem Match – für einen Trader ein Traum! Shvedova konnte durch viele Winner überzeugen und hätte sich einen Satzgewinn mehr als nur verdient. Doch sechs mal den Aufschlag abzugeben war definitiv zu viel. Jankovic konnte in diesem Spiel auch nicht überzeugen und wird es im Halbfinale sehr schwer haben. Für die junge Kasachin Shvedova war das Viertelfinale sicherlich der größte Erfolg in ihrer noch jungen Karriere und auf dieser Leistung wird sie aufbauen können. Vor allem mit ihrem druckvollen Spiel – immerhin schlug sie 14 Winner mehr als Jankovic.
Die erste Halbfinalistin ist die Italienerin Schiavone. In meiner Vorschau war ich noch überzeugt davon, dass die Quote auf Wozniacki zu hoch angesetzt ist und sie sich durchsetzen wird – jedoch wurde ich da eines Besseren belehrt. Schiavone spielte auf dem langsamen Platz - aufgrund der Wetterbedingungen – druckvolles Tennis und konnte oftmals den Aufschlag von Wozniacki attackieren. Die Dänin hatte beinahe bei jedem Service Probleme und musste dementsprechend auch sechs Mal (!) ihren Aufschlag abgeben. Zwar gelang Wozniacki es auch drei Mal das Service von Schiavone zu durchbrechen, doch der Sieg für Schiavone schien eigentlich nie gefährdet. Wozniacki schlug lediglich 10 Winner und sobald sie über ihren zweiten Aufschlag gehen musste, war der Punkt für Schiavone schon fast fix (3 von 13 Punkte über den zweiten Aufschlag gingen an Wozniacki; Schiavone dagegen 13 von 22!). Alles in allem ein hochverdienter Sieg der Italienerin - zwar für mich überraschend aber Wozniacki wirkte sehr müde und hatte nichts entgegen zu setzen.
Die Gegnerin von Schiavone wurde in drei Sätzen ermittelt. Dementiewa – ebenfalls quotentechnisch gesehen die Außenseiterin – konnte sich gegen ihre Landsfrau Petrowa durchsetzen. Satz 1 ging sehr schnell an Petrowa - Dementiewa hatte in jedem Aufschlagsspiel Probleme und konnte nur einmal ihren Aufschlag halten. 30 von 52 Punkte machte Petrowa beim Aufschlag von Dementiewa. Doch in Satz zwei ein komplett anderes Bild - hatte Petrowa in Satz eins noch ganze 10 Breakchancen so hatte sie im zweiten Satz null und konnte nur noch sechs Returnpunkte erzielen. Petrowa brach völlig ein und Dementiewa zeigte sich stark verbessert bei ihrem Aufschlag. Der entscheidende dritte Satz war dann eine noch klarere Angelegenheit für Dementiewa. 33 Minuten benötigte Dementiewa um den dritten Satz mit 6-0 für sich zu entscheiden – Petrowa konnte nur noch 12 Punkte in diesem Satz machen. Nach der starken Leistung gegen Williams und dem sehr starken ersten Satz war Petrowa nicht mehr wieder zu erkennen. Hoffentlich hat der ein oder andere die angesprochene Wette auf Dementiewa getätigt.
Die Halbfinalspiele
Samantha Stosur (7) 1.78 – Jelena Jankovic (4) 2.28
Francesca Schiavone (17) 2.02 – Jelena Dementiewa (5) 1.96
Quoten von Betfair
Bereits heute müssen die zwei Damen wieder antreten und ihr Halbfinalduell bestreiten. Sam Stosur ist nach ihren zwei Siegen gegen die hoch eingeschätzten Henin und Serena Wililams sicherlich zu favorisieren. Nachdem sie den ersten Satz gegen Henin noch verschlief, konnte sie ihre wahre Stärke zeigen. Jankovic hatte gegen Shevdova schon etliche Probleme und ich bin mir sicher, dass Jankovic nicht zu so vielen Breakchancen kommen wird wie gegen die junge Kasachin. Das variable Spiel von Stosur wird den Ausschlag pro Stosur geben und ich denke, dass sich Jankovic verabschieden wird. Jankovic wird nach dem gestrigen Spiel zwar mehr Kraft haben – da sie nur über zwei Sätze gehen musste – aber Stosur ist in absoluter Topverfassung und wird nun auch noch Jankovic eliminieren können.
Die zwei Außenseiterinnen setzten sich in ihren Viertelfinalspielen durch. Schiavone hatte gar keine Probleme und Dementiewa hatte in Satz eins keine Chance und steigerte sich danach und spielte Petrowa an die Wand. Das Halbfinale wird sicherlich ein sehr ausgeglichenes Duell. Schiavone überraschte mich doch sehr – so einen klaren Sieg hab ich gar nicht erwartet. Dementiewa ist bekannt dafür, dass sie in Paris immer zum Favoritenkreis zählt. Dies konnte sie gestern auch wieder untermauern. Schiavone lies Wozniacki schon einige Chancen zu aber ihr gelang es immer wieder ein Break zu realisieren. Diese Returnstärke wird sie gegen Dementiewa ebenfalls benötigen, da die Russin im Return noch stärker einzuschätzen ist als die junge Dänin. Petrowa hatte in den Sätzen zwei und drei nur noch einen Breakball gegen Dementiewa. Ich denke, dass die Quoten gerechtfertigt sind und wir von einer durchaus engen Partie ausgehen können. Alles in allem favorisiere ich aber doch Dementiewa und denke, dass die Russin auch ins Finale einziehen wird.
Mein prognostiziertes Finale: Samantha Stosur – Jelena Dementiewa









