Deutschland vs. Italien, EM 2012 Prognose & Wettquoten 28.06.2012 – 20.45 in Warschau – 2.Halbfinale (Endergebnis 1:2 für Italien – der Spielverlauf war von Anfang an auf Seiten von Italien – aus zwei Konterchancen machte Balotelli zwei Tore – eiskalt und zielsicher! Deutschland konnte zwar einen Ballbesitz von 54:46% erreichen und auch mehr Torchancen erarbeiten 17:10 (Direkt aufs Tor – 10:5 für Deutschland), doch der Spielverlauf und die Effizienz waren auf Seiten von Italien. In der zweiten Hälfte versuchte Löw mit der Einwechslung von Klose und Reus die Wende einzuleiten, doch es war schon bald offensichtlich, es war nicht der Tag von Deutschland. Schüsse knapp daneben oder es wurde einfach der falsche Pass gespielt, es reichte nur mehr zum Ehrentreffer in der Nachspielzeit von Özil per Elfmeter.Auch wenn Deutschland in der 2. Hälfte dominierte und gute Torchancen vorfand, im Konter hatte Italien noch genug Chancen um noch ein weiteres Tor zu erzielen, Italien bleibt der Angstgegner von Deutschland und jetzt kann nur mehr Italien die Dominanz von Titelverteidiger Spanien stoppen am 1.7.2012 im EM Finale 2012 !
Es ist die Neuauflage des WM-Halbfinals von 2006. Es ist ein absoluter Klassiker zweier Mannschaften, die zusammen schon siebenmal (3x Deutschland, 4x Italien) Weltmeister waren und auch vier Europameistertitel (3x Deutschland, 1x Italien) abgreifen konnten. Hauptsächlich die nahe Vergangenheit beider Nationalmannschaften macht dieses Halbfinale am Donnerstag Abend zu einem brisanten Duell. Wir erinnern uns nur noch alles zu gut an die Heim-WM von vor 6 Jahren, 04.Juli 2006 im Westfalenstadion zu Dortmund. Die bis dato begeisternd spielenden Deutschen treffen auf die Defensivkünstler aus Italien. 119min passiert nicht viel, beide Teams begegnen sich auf Augenhöhe. Als Deutschland Trainer Jürgen Klinsmann und auch Italiens Nationaltrainer Marcelo Lippi schon für das anstehende Elfmeterschießen planen, schoss Verteidiger Fabio Grosso ganz Deutschland mitten ins Herz. Er und eine Minute später Legende Alessandro Del Piero entscheiden das ausgeglichene Spiel zwischen Deutschland und Italien und schickten die Squadra Azzura ins Finale und Deutschland nur ins Spiel um Platz 3. Alleine deswegen pochen die Deutschen auf eine Revanche, denen dieses Spiel von damals immer noch sehr nahe geht. In Deutschland titelt man bereits, dass sie Zeit nun reif sei, die Niederlage von Dortmund wieder wettzumachen. Allerdings wird es auch diesmal ein enorm schweres Unterfangen, was das bisherige EM-Endrundenturnier zeigte..
Am Donnerstag Abend 20.45 wird das Spiel in Warschau angepfiffen. Schiedsrichter wird erneut der Franzose Stephen Lannoy aus Frankreich sein, der bereits das 1-0 zum Auftakt der Deutschen gegen Portugal leitete. Die Deutschen gehen aufgrund ihrer bisher gezeigten Leistungen als Favorit in die Partie. Vier Spiele, vier Siege und dazu schon neun geschossene Tore. Zuletzt ließ man den Griechen nach dem zwischenzeitlichen überraschenden 1-1 keine Chance und setzte sich durch sehr sehenswerte Tore doch deutlich und auch souverän mit 4-1 durch. Die Italiener hatten derweil mehr zu kämpfen. Sie dominierten zwar über 120min das Spiel gegen das Mutterland des Fußballs England, doch ein Tor gelang ihnen trotzdem nicht. Erst als Andrea Pirlo in einer sehr coolen, fast schon arroganten Weise einen Elfmeter ins Tor von Joe Hart hob, drehte sich das Elfmeterschießen zugunsten der Squadra Azzura, die trotzdem mehr Kraft und Energie verbraucht haben dürfte als die Deutschen. Ohnehin haben die Italiener drei der vier Turnierspiele bislang Remis gespielt, nur gegen das schwache und überforderte Irland gab es einen glanzlosen 2-0 Erfolg. Doch das Duell Deutschland – Italien wäre kein brisanter Klassiker, wenn der Sieger schon vor dem Spiel feststehen würde. Daher erwarte ich ein Spiel auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für die Deutschen, wobei die Italiener aufgrund ihrer neuen Spielphilosophie nie zu unterschätzen sein sollten.
Deutschland scheint bereit für die Revanche von 2006. Große Tageszeitungen und Boulevard-Zeitschriften titeln mit der “Rache von 2006″, für Jogi Löw und seine Jungs ist es derweil sicherlich kein normales Halbfinale, sondern ein ganz besonderes. Der Mannschaftskapitän Phillip Lahm sagte auf der Pressekonferenz, dass man klar noch immer Erinnerungen an das Ausscheiden von 2006 habe, doch der damalige Torschützenkönig der WM Miro Klose gab sich siegessicher mit den Worten, dass Italien kommen könne. Selbst der sonst so ruhige und in sich gekehrte Jogi Löw ließ mit seiner getätigen Aussage “Die Zeit ist reif” keine Zweifel an seinen Selbstvertrauen aufkommen. Genau mit dieser Einstellung haben aber viele EX-Spieler und Experten zurzeit zu kämpfen. In Deutschland spricht fast jeder nur von einem möglichen Finale am Sonntag in Kiew gegen Spanien. Das Halbfinale wird fast außen vor gelassen, was den Nationalspieler und dem Umfeld gar nicht gefallen dürfte. Die Kritik in Deutschland ist ein wenig abgestummt, doch die Euphorie von 2008 oder 2010 ist trotz vierer Siege in vier Spielen zumindestens im Journalismus noch nicht auf dem Höhepunkt. Wenn sich derzeit schon Jung-Politiker darüber aufregen, dass beim “Public-Viewing” Deutschland Fahnen geschwenkt werden und man “Sieg-Sieg” Sprechköre nach einem gewonnenen Spiel anstimmt und dies in einen nationalsozialistischem Zusammenhang setzt, dann kann irgendetwas, bei allem Respekt, nicht stimmen. Doch wir von der wettbasis.com wollen dieses Kritikern keine Benutzeroberfläche geben und befassen uns deshalb ausschließlich mit den sportlichen Aspekten des Halbfinals.
Vier Siege in vier Spielen, darunter drei Siege und der Gruppenerfolg in der Todesgruppe dieser Europameisterschaft. Die Deutsche Fußballnationalmannschaft ist bisher mit Sicherheit die erfolgreichste Mannschaft bei diesem Turnier. Wer zudem noch neun Tore schießt und sieben verschiedene Torschützen in die interne Troschützenliste eintragen kann, der geht in ein Halbfinale nicht nur mit großen Selbstvertrauen, sondern auch als Favorit. Während das deutsche Offensivspiel in den Gruppenspielen gegen Portugal und Dänemark noch etwas haperte und zu “statisch” wirkte, tat Bundestrainer Jogi Löw gut daran, etwas zu verändern. Er ließ die jungen Marco Reus und Andre Schürrle von Beginn an spielen und brachte zudem mit Miroslav Klose den spielstärkeren Stürmer gegenüber Gomez. Die Folge war ein schön anzusehender Kombinationsfussball, der letztendlich in viele Torchancen gegen das defensive Griechenland resultierte. Mit dem Spielstil konnte Löw zufrieden sein, nur eine gewisse Cleverness und Konsequenz im Abschluss fehlte anfangs, um das Spiel nicht schon früh zu entscheiden. Dies taten die Deutschen dann immerhin in der zweiten Halbzeit, nachdem sie beim 1-1 mal kurz ins Grübeln gerieten. Vor allem die angesprochene Ausgeglichenheit macht die Deutschen mit den Spanier zu den absoluten Topfavoriten. Während bei Portugal über Ronaldo oder bei den Italienern über die Stürmer Cassano und Balotelli bzw. Spielmacher Pirlo das Spiel sehr eindimensional aufgebaut ist, haben die DFB-Jungs sowohl die Möglichkeit über die Mitte (Khedira, Özil) als auch über die Außen (Reus, Schürrle) anzugreifen. Diese Unberechenbarkeit, die sich eben auch durch die 7 verschiedenen Torschützen auszeichnet, macht das defensive Arbeiten des Gegners ungleich schwerer.
Vor der EM dachte man, dass die Italiener erneut als sehr defensiv eingestelltes Team in die Endrunde starten würden. Doch bereits im ersten (besten) Spiel gegen Spanien zeigte das Team von Cesare Prandelli, dass man sich dem modernen Fußball etwas angepasst hat und selber viele Offensivaktionen setzt. Nicht umsonst dominierte die Azzuri über die kompletten 120min das Spielgeschehen gegen England und hätte nach regulärer Spielzeit bereits gewinnen müssen. Dieser etwas offensivere Spielstil könnte den Deutschen gut bekommen. Schon in der ersten Halbzeit gegen die Holländer sah man, dass die Deutschen sich leichter tun, wenn der Gegner mitspielt und selbst versucht Angriffe zu spielen oder gar das Aufbauspiel eigen zu gestalten. Immer wieder konnten die Deutschen schnell umschalten und die sich zwangsläufig ergebenden Räume nutzen. Die Italiener werden aber etwas defensiver als Holland zu dem Zeitpuntk auftreten, da nach wie vor die Defensive Priorität in einem KO-Spiel hat. Ich erwarte daher, dass Deutschland das Spiel machen wird und ähnlich wie in den letzten Spielen “handballähnlich” um den Strafraum der Italiener herumspielen wird. Dennoch muss man die einfachen Fehlpässe, die es gegen Griechenland, trotz guter Leistung, immer wieder gab, abstellen, da Ballotelli und Co. definitiv in der Lage sein werden, aus Ballverlusten Profit zu schlagen und mit mehr als einem bis zwei Spieler (siehe Griechenland) in Richtung deutsches Tor auszuschwärmen. Außerdem muss die Viererkette immer voll bei der Sache sein, da gefährliche Pässe in die Schnittstellen eine Spezialität von dem genialen Spielmacher Andrea Pirlo sind und Hummels bzw. Badstuber zeitweise in der Vorrunde damit Probleme hatten.
Zur Aufstellung kann ich am heutigen Dienstag noch nicht viel sagen. Der “Maulwurf”, der mir und den Zeitungen die Aufstellung immer schon am Morgen des Spieltages zusendete, wurde leider von Jogi Löw erwischt und muss sich nun zügeln, die Aufstellung früher zu verteilen, als dies der “högscht disziplinierte” Löw möchte. Dennoch bin ich mir sehr sicher, dass entweder Lukas Podolski oder Thomas Müller zurück in die Startelf rücken. Vermuten würde ich, dass Reus auf die linke Mittelfelseite rückt und Müller auf Rechts für Schürrle reinkommt, der doch zu viele Ballverluste verzeichnete. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass Löw gegen Italien wieder auf Mario Gomez zurückgreifen wird, da wieder mehr Platz in der Sturmspitze sein wird und dies dem Bayern-Torjäger besser zu Gesicht stehen könnte als Miro Klose. Unter Insidern wird zudem mit einer Pause für Schweinsteiger geliebäugelt, der selber ankündigte, dass er nicht komplett beschwerdefrei agieren könnte. An Alternativen mangelt es nicht im deutschen Kader. Am wahrscheinlichsten scheint ein Einsatz von Toni Kroos oder Allrounder Lars Bender, doch auch eine etwas offensivere Variante (womöglich 4-1-4-1) mit Mario Götze scheint meiner Meinung nach nicht unrealistisch.
Was wurde vor dieser EM nicht alles über den italienischen Fußball geredet? Selbst ich nehme mich bei dieser vorschnellen Kritik nicht aus. Ich rechnete mit einem Ausscheiden der Squadra Azzura in der Vorrunde und sah eigentlich die Kroaten im Viertelfinale dieser Endrunde. Doch bereits im ersten Spiel gegen die Spanier haben mich die Italiener sehr positiv überrascht. Trainer Cesare Prandelli stellte sein Team ganz hervorragend auf das Kurzpassspiel Tiki-Taka ein und profitierte davon, dass auch die Iberer im ersten Spiel noch nicht in Topform agierten. Im zweiten Gruppenspiel begannen Andrea Pirlo und CO. wiederum sehr gut und gingen auch mit 1-0 in Führung, doch nach dem 1-1 durch Kroatiens Stürmer Mario Mandzukic gab es einen kleinen Bruch im Spiel. Mit dem Remis am Ende gegen die starken Kroaten musste man zufrieden sein. Im letzten Gruppenspiel gegen Trappatonis Iren konnte man dann auch nicht überzeugen. Immerhin reichte der glanzlose 2-0 Erfolg dank des spanischen Siegs über Kroatien für das Viertelfinale. Vor der EM in Polen und der Ukraine macht der italienische Fußball vor allem durch den erneuten Wettskandal von sich Reden, umso beeindruckender ist die Tatsache, dass beschuldigte Spieler wie Gianluigi Buffon oder Lorenzo Bonucci ihre Leistung voll abrufen und die Kritiker haben verstummen lassen. Mittlerweile entgegnet man den Italienern wieder mit sehr viel Respekt, was man den starken Leistungen und auch der disziplinierten Außendarstellung zu verdanken hat. Selbst die Witze deutscher Kabarettisten und Comedians bezüglich der Bestechlichkeit der Tifosi sind zurückgegangen, was angesichts der deutsch-italienischen Beziehung eine kleine Überaschung ist.
Im Viertelfinale gegen England bot die Squadra Azzura eine außerordentlich gute und engagierte Leistung. Während die Engländer um Kapitän Steven Gerrard schon nach 60min auf dem Zahnfleisch gingen und gar von Krämpfen heimgesucht wurden, hatte das Team von Prandelli immer wieder etwas dazuzusetzen. Man gab sich zu keinen Zeitpunkt auf und suchte immer wieder die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Selbst das zurecht nicht gegebene Tor kurz vor Ende des Spiels von Nocerino beirrte sie nicht ihn ihrem Unterfangen das Halbfinale erreichen zu wollen. Als die Engländer sich nach der Verlängerung freuten sich ins Elfmeterschießen gerettet zu haben, war die Angst groß bei den Italienern, dass man trotz dieser starken Leistung den Heimweg wird antreten müssen. Diese Angst bekam neue Nahrung, wo “der Deutsche” Ricardo Montolivo seinen Elfmeter nicht verwandelte, doch Antreiber Andrea Pirlo drehte mit seinem lässigen Treffer das Elfmeterschießen. Die Latte und ein gehaltener Elfmeter von Buffon taten ihr Übriges, so dass die Italiener mehr als verdient ins Halbfinale dieser Europameisterschaft einziehen konnten. Am nächsten Tag kritisierte Prandelli daraufhin die UEFA und beklagte sich darüber, dass man zwei Tage weniger Pause habe als die Deutschen und einem großen Spektakel daher nicht, wie normal, beitragen könne. Diese Kritik kann ich durchaus nachvollziehen, sollte aber während und nach dem Spiel am Donenrstag nicht erneuert werden, um die neu gewonnene Glaubwürdigkeit und Symphatie nicht wieder zu verlieren.
Der italienische Spielstil hat sich gegenüber den letzten Jahren sehr verändert. Längst nicht mehr setzt man auf den Catenaccio-Fußball. Längst bilden die Italiener auch starke Offensivkräfte aus, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können. Genau wegen dieser veränderten Philosophie wird das Halbfinale für die Deutschen ein sehr schweres Spiel. Italien hat gegen Spanien bewiesen, dass man das Kombinationsspiel spielstarker Teams gut unterbinden kann. Prandelli bewies sich als Taktikfuchs und wird mit seiner Scouting-Abteilung auch eine Taktik gegen die Deutschen gefunden haben. Ich erwarte daher, dass Italien etwas defensiver steht als zuletzt gegen England, wo man nahezu am Anfang einem offenen Schlagabtausch zustimmte. Aus der kompakten und sehr disziplinierten Defensive werden sie immer wieder ihre Chancen suchen und vor allem Cassano und Ballotelli suchen, die von sämtlichen Abwehraufgaben befreit wurden, um vorne etwas zu reißen. Gerade Ballotelli zeigte sich zuletzt in sehr guter Form und wird auch die erste Anlaufstelle der italienischen Mittelfeldspieler im Spiel gegen Deutschland sein. Personell sieht es in der Abwehr dagegen nicht ganz so gut aus, mit Giorgio Chiellini kehrt womöglich der Abwehrchef nach überstandener Verletzung zurück in den Kader, doch auf der rechten Abwehrseite droht der Ausfall von Ignazio Abate sowie seinem gesperrten Back-Up Christian Maggio. Wenn dann auch noch ein verletzungsbedingtes Fehlen von Defensivmotor De Rossi dazu kommen sollte, der derzeit ebenfalls an einer Muskelverletzung laboriert, wird es noch schwerer als ohnehin schon.
Nicht nur von den Namen her ist es ein Klassiker. Schon 30 Spiele gab es zwischen den beiden großen Fußball-Nationen. Die beeindruckendste Statistik dabei ist wahrscheinlich, die Tatsache, dass Deutschland bei einem großen Turnier (EM oder WM) in sieben Turnierspielen noch NIE gegen Italien gewinnen konnte. Wie mehrfach bereits geschrieben gab es das exakt gleiche Duell auch im Halbfinale der WM 2006. Damals gab es eine von insgesamt 14 Niederlagen gegen die Tifosi. Die Deutschen konnten immerhin ihrerseits sieben Spiele gewinnen, das letzte gewonnene Spiel datiert allerdings aus dem Jahre 1995. Die allerletze Begegnung gab es im Februar des letzten Jahres als sich die Deutschen gegen die Italiener mit einem 1-1 Remis trennten. Ein weiteres großes Spiel gab es 1982 in Spanien. Bei der damaligen Weltmeisterschaft hieß das Finale Deutschland gegen Italien. Schon damals war für für Paul Breitner nichs zu holen, unter anderem sorgte die Legende Alessandro Altobelli für den 3-1 Sieg und den Weltmeistertitel für die Squadra Azzura. Vielleicht ändert sich an der Vorherrschaft ja etwas 30 Jahre später…
Prognose – Deutschland vs. Italien
Trotz der schlechten Bilanz der Deutschen gegen die Italiener geht die Mannschaft von Jogi Löw als Favorit in das Halbfinale. Wer vier Siege aus vier Spielen holt und darunter auch schon die Spitzenmannschaften aus Portugal (jetzt Halbfinale) und Holland (Vize-Weltmeister 2010) bezwungen hat, der wird automatisch als Favorit gehandelt. Doch trotzdem sind die Italiener auf einem richtig guten Weg und haben große Außenseiterchancen. Zuletzt überzeugten die Italiener gegen England und auch im ersten Gruppenspiel gegen Spanien haben sie bewiesen, dass sie gegen spiel – und technischstarke Mannschaften bestehen können. Ein großer Vorteil für die Deutschen könnten die Außenpositionen werden. Je nachdem, wer spielt, können schnelle und dribbelstarke Spieler wie beispielsweise Reus, Götze oder Schürrle gegen die steif wirkenden Außenverteidiger Balzaretti und womöglich Abate diese Schwäche ausnutzen. Beide Mannschaften werden voll motiviert in die Partie gehen, wobei die Deutschen eventuell noch mehr auf die Rache von 2006 fokusiert sind und daher noch ein Schippchen mehr im Zweikampf drauflegen können. Die Tatsache, dass Cesare Prandelli mit seinen Italiener nicht mehr den langweiligen und eindimensionalen Catenaccio spielt, könnte Jogi Löws Team in die Karten spielen, da sich dadruch noch mehr Räume ergeben, sie Deutschland bereits gegen Holland oder Portugal gut auszunutzen wusste.
Die finnische Hauptstadt Helsinki ruft und die geballte europäische Spitze kommt, um den Europameister im Stabhochsprung der Herren zu ermitteln. Bis auf ein bis zwei Ausnahmen stellen die Europäer auch die Favoriten bei den Olympischen Spielen in London. Insofern ist mit einem tollen Wettbewerb der weltbesten Stabhochspringer bereits in Helsinki zu rechnen. Nicht nur aus deutscher Sicht ist dieser Wettbewerb einer der Höhepunkte der EM im ehrwürdigen Olympiastadion von Helsinki. Vier deutsche Springer gehören zu den besten 10 Stabhochspringern in Europa. Allerdings dürfen nur drei von Ihnen an den Start gehen. Deutschland hat also beste Medaillenchancen, wenn die Athleten sich, in einer der technisch anspruchvollsten Disziplinen der Leichtathletik, mit dem Stab in die Höhe schrauben. Der Auftakt zum Finale im Stabhochsprung der Herren erfolgt am 1. Juli um 16:15 Uhr.
Die Geschichte des Stabhochsprungs der Herren bei der EM
Der Stabhochsprung gehört bereits seit 1934 zum Programm der Europameisterschaften in der Leichtathletik. Der erste Sieger war seinerzeit der Deutsche Gustav Wegner mit übersprungenen 4,00 Metern. Bei dieser Höhe steigen die Athleten heute noch nicht einmal in der Qualifikation ein. Selbst in der Damenkonkurrenz wäre damit keine vordere Platzierung möglich. Nach dem zweiten Weltkrieg übernahmen die Skandinavier das Zepter, ehe ein DDR-Athlet namens Wolfgang Nordwig die Stabhochsprung-Bühne betrat. Zwischen 1966 und 1971 gewann er drei EM-Goldmedaillen in Folge und ist bis heute der erfolgreichste Stabhochspringer bei Europameisterschaften. Ab 1974 waren die Goldmedaillen dann nur noch sowjetischen bzw. russischen Springern vorbehalten. Erst 2002 bestieg mit dem Israeli Alexander Awerbuch wieder ein Athlet aus einer anderen Nation die oberste Stufe des Podests. 2006 konnte er seinen Titel dann sogar verteidigen. 2010 siegte der Franzose Renaud Lavillenie. Auch in Helsinki ist er wieder mit von der Partie und wird ein gewichtiges Wörtchen um die Vergabe der Goldmedaille mitsprechen.
Die Favoriten nach Saisonbestleistung
Malte Mohr (Deutschland) – Saisonbestleistung 5,91 Meter
Persönliche Bestleistung 5,91 Meter (2012)
Der deutsche Meister hat seine Erfolge bislang eher in der Halle feiern dürfen. 2010 gewann er die Silbermedaille bei den Hallenweltmeisterschaften und 2011 holte er auf europäischer Ebene unter dem Hallendach Bronze. Inzwischen hat sich Malte Mohr aber auch unter freiem Himmel zu einem echten Konkurrenten gemausert. In Ingolstadt sprang er in der vergangenen Woche mit 5,91 Meter persönliche und Weltjahresbestleistung und muss daher zu den engsten Favoriten auf den EM-Titel gezählt werden. Bei den deutschen Meisterschaften in Wattenscheid gelang ihm kurz zuvor bereits ein Sprung über gute 5,82 Meter.
Renaud Lavillenie (Frankreich) – Saisonbestleistung 5,90 Meter
Persönliche Bestleistung 6,01 Meter (2009)
Neben Malte Mohr ist der Franzose der heißeste Anwärter auf die Goldmedaille. Der Titelverteidiger hat schon einiges Edelmetall gewinnen können. 2009 und 2011 war er Europameister in der Halle, 2010 dann auch im Freien. In diesem Jahr holte er sich den Titel des Hallenweltmeisters in Istanbul mit übersprungenen 5,95 Meter. Wer in Helsinki Europameister werden will, muss sich gegen Lavillenie durchsetzen. Fünf der sieben besten Sprünge in diesem Jahr stammen von dem Franzosen. Sprünge über 5,80 Meter hat der 25jährige jederzeit im Köcher. Renaud Lavillenie ist damit der Top-Favorit auf den erneuten Gewinn des EM-Titels.
Björn Otto (Deutschland) – Saisonbestleistung 5,82 Meter
Persönliche Bestleistung 5,90 Meter (2007)
Seit 12 Jahren ist der 34jährige nun mit dem Leichtathletik-Zirkus unterwegs. Seinen größten Erfolg feierte bei der Universiade 2005 in Izmir, wo er mit 5,80 Meter die Goldmedaille gewinnen konnte. 2012 trumpfte Björn Otto bei den Weltmeisterschaften in der Halle auf. In Istanbul gewann er hinter Renaud Lavillenie mit starken 5,80 Meter die Silbermedaille. Die EM in Helsinki und die Olympischen Spiele in London dürften die letzten großen Höhepunkte in seiner Karriere sein. Eine Medaille, die durchaus möglich erscheint, käme Björn Otto zum Ausklang seiner Laufbahn da gerade Recht.
Raphael Holzdeppe (Deutschland) – Saisonbestleistung 5,77 Meter
Persönliche Bestleistung 5,80 Meter (2010)
Noch immer gilt der junge Pfälzer als eines der größten Talente der deutschen Leichtathletik. Bereits als 19jähriger wurde er 2008 Deutschlands Leichtathlet des Jahres. So ganz wurde er seinen Vorschußlorbeeren bis heute aber nicht gerecht. Bei den Junioren war Raphael Holzdeppe der absolute Star und wurde Juniorenweltmeister und ist auch bis heute der Inhaber des Weltrekords bei den Junioren. Bei Olympia 2008 reichte es immerhin zum Finaleinzug. Bei der WM 2011 in Daegu scheiterte er bereits in der Qualifikation. An guten Tagen ist Holzdeppe aber sicher in der Lage Edelmetall zu gewinnen.
Jan Kudlicka (Tschechische Republik) – Saisonbestleistung 5,73 Meter
Persönliche Bestleistung 5,73 Meter (2012)
Mit seinen 24 Jahren ist Jan Kudlicka bereits Serienmeister der Stabhochspringer in der Tschechischen Republik. Viermal gelang ihm bei den nationalen Meisterschaften bereits der Sprung nach ganz oben. Im internationalen Vergleich sind tschechische Titel allerdings nicht sonderlich aussagefähig. Seine persönliche Bestleistung von 5,73 Meter, die er in diesem Jahr in Kladno gesprungen ist, bringt ihn in den erweiterten Kreis der Medaillenanwärter von Helsinki. International war der neunte Rang bei der WM 2011 in Daegu das beste Ergebnis des Tschechen. Bei der EM 2010 in Barcelona langte es nur zum zehnten Rang.
Jere Bergius (Finnland) – Saisonbestleistung 5,72 Meter
Persönliche Bestleistung 5,72 Meter (2009)
Für den 25jährigen Finnen sind die Europameisterschaften vor der Haustür sicher der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere. Vermutlich ist dieser Wettbewerb für ihn mehr wert, als die Olympischen Spiele. Ganz sicher hat er in Helsinki aber größere Chancen auf eine gute Platzierung, wenn nicht sogar eine Medaille. Der Druck vor eigenem Publikum kann enorm sein, andererseits kann dieser Druck auch Flügel verleihen, was beim Stabhochsprung genau das Richtige wäre. Seine persönliche Bestleistung hat er in diesem Jahr in Finnland auf 5,72 Meter verbessert. Für eine Medaille muss er sich aber höchst wahrscheinlich noch einmal steigern.
Maksym Mazuryk (Ukraine) – Saisonbestleistung 5,72 Meter
Persönliche Bestleistung 5,82 Meter (2008)
Der 29jährige Ukrainer ist schon lange im Geschäft. Ausgesprochen erfolgreich verlief seine Laufbahn aber nicht. Eine große Karriere wurde dem Juniorenweltmeister von 2002 prophezeit. Den Erwartungen konnte er aber lange zeit nicht standhalten. 2009 in Berlin scheiterte er bei der WM mit Rang vier nur knapp an einer Medaille. Bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona machte Maksym Mazuryk es dann besser und holte sich mit übersprungenen 5.80 Meter hinter Renaud Lavillenie die Silbermedaille. Diesen Erfolg auf kontinentaler Ebene möchte er natürlich in Helsinki wiederholen. Schwer wird es mit seiner aktuellen Saisonbestleitung sicher, möglich ist es aber allemal.
Romain Mesnil (Frankreich) – Saisonbestleistung 5,72 Meter
Persönliche Bestleistung 5,95 Meter (2003)
Der zweite starke Franzose ist neben Björn Otto einer der erfahrensten im Teilnehmerfeld. Romain Mesnil ist bereits 34 Jahre alt und hat schon alles erlebt. Zweimal war er bereits bei Olympischen Spielen, konnte das Finale dort aber nie erreichen. Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka und 2009 in Berlin klappte es umso besser. Am Ende sprang jeweils die Silbermedaille für den Franzosen heraus. Bei der EM 2006 in Göteborg gewann er ebenfalls Silber. In Helsinki soll ihm nun der ganz große Wurf gelingen. Allerdings muss er dafür seine Saisonbestleistung noch etwas in die Höhe schrauben. Für die Medaillenränge kommt Romain Mesnil aber sicher in Frage.
Denys Yurchenko (Ukraine) – Saisonbestleistung 5,72 Meter
Persönliche Bestleistung 5,83 Meter (2008)
Auch Denys Yurchenko hat schon viele große Wettkämpfe bestritten. Insgesamt war er in der Halle aber erfolgreicher, als unter dem freien Himmel. Zweimal gewann er unter dem Hallendach bei europäischen Titelkämpfen die Silbermedaille. Bei Weltmeisterschaften in der Halle 2004 in Budapest gewann er Bronze. Seinen größten Erfolg feierte er aber 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking, als er den dritten Rang mit übersprungenen 5,70 Meter erlangte. Aufgrund seiner Erfahrung darf man Yurchenko bei der Vergabe der Medaillen auch nicht außer Acht lassen.
Konstadinos Filippidis (Griechenland) – Saisonbestleistung 5,65 Meter
Persönliche Bestleistung 5,75 Meter (2011)
Der Grieche konnte in seiner Karriere bislang noch keine Medaillen gewinnen, lässt man den Juniorenbereich einmal außen vor. Allerdings ist der 25jährige ein Springer, der sich zumeist für das Finale qualifiziert und dann ist der Weg zu den Medaillen auch nicht mehr weit. Sicher geht es in Helsinki als Außenseiter an den Start, doch wenn alles optimal läuft, könnte Konstadinos Filippidis einer der wenigen griechischen Medaillengewinner bei diesen Europameisterschaften sein. Der Grieche pflegt seine Bestleistungen bei den Saisonhöhepunkten zu verbessern. Bislang stehen 5,75 Meter bei der WM 2011 in Daegu für ihn zu Buche.
Stabhochsprung der Herren – Prognose und Wettbasis-Trend
Die Tendenz ist eindeutig. Der große Favorit ist der Franzose Renaud Lavillenie. Wenn nicht alles schief läuft oder die Konkurrenz über sich hinaus wächst, sollte der Franzose seinen Titel von Barcelona verteidigen können. Wirklich gefährlich dürfte ihm eigentlich nur Malte Mohr werden, der sich in der vergangenen Woche auf 5,92 Meter gesteigert und seine gute Form unter Beweis gestellt hat. Bei näherer Betrachtung sollte der Titel unter diesen beiden Athleten ausgemacht werden. Alle anderen genannten Springer können aber im Kampf um die Medaillen eingreifen. Wenn am Tag des Finales alles passt, könnte durchaus auch für diese Sportler eine Überraschung in der Luft liegen. Wir legen uns aber dennoch fest: Lavillenie oder Mohr werden EM-Gold gewinnen.
Die Leichtathletik-EM in der finnischen Hauptstadt Helsinki steht auf dem Programm. Helsinki ist nach 1971 und 1994 zum dritten Mal Gastgeber der Europameisterschaft. Erstmalig finden die kontinentalen Titelkämpfe im Vorfeld der Olympischen Spiele statt. Für manch einen ist die Europameisterschaft die ideale Standortbestimmung bevor es nach London geht. Für andere Sportler passt dieser Termin überhaupt nicht in die Vorbereitung auf London 2012. Von den meisten Nationen war aber zu hören, dass sie ihre beste Mannschaft nach Helsinki schicken wollen. Gerade beim 100-Meter-Lauf der Herren ist die Chance groß, internationale Meriten zu sammeln. Während die Konkurrenz aus Übersee in London 2012 nahezu unschlagbar scheint, können sich die Europäer in Helsinki doch etwas leichter die Medaillen ersprinten. Auch ohne die Superstars Usain Bolt, Tyson Gay, oder Justin Gatlin wird der 100-Meter-Sprint der Herren sicher ein Höhepunkt der EM in Helsinki werden. Der Favoritenkreis auf den Titel ist klein. Für die Medaillenränge kommen aber dann doch einige Sprinter in Frage. Der Startschuss zum Finale über die 100 Meter erfolgt am 28. Juni um 19:45 Uhr.
Die Geschichte des 100-Meter-Laufs der Herren bei der EM
Die erste Europameisterschaft in der Leichtathletik fand bereits 1934 in Turin statt. Mit stattlichen 10,6 Sekunden wurde der Niederländer Christiaan Berger der erste Europameister im 100-Meter-Lauf. Berger ist im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten, doch einige seiner Nachfolger haben noch heute den Status einer Legende. Da wäre zunächst der Deutsche Armin Hary, der 1958 mit dem damaligen Europarekord von 10,3 Sekunden die Goldmedaille gewann. Zwischen 1969 und 1974 dominierte der Sowjetrusse Valeri Borsov den europäischen Sprint und wurde dreimal hintereinander Europameister. Dieses Kunststück gelang nach ihm noch dem Briten Linford Christie zwischen 1986 und 1994. 2010 in Barcelona war der Franzose Christophe Lemaitre erfolgreich. Er reist nach Helsinki, um seinen Titel als Europameister zu verteidigen und vielleicht irgendwann in die Fußstapfen von Borsov und Christie zu treten.
Dreimal Gold gab es für den derzeit besten europäischen Sprinter bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona. Der Franzose siegte im 100-Meter-Lauf, im 200-Meter-Lauf und mit der französischen 4×100-Meter-Staffel. Damit war er der Dominator der EM in der spanischen Metropole. Seither hat sich Christophe Lemaitre aber kontinuierlich weiterentwickelt und seine Bestzeit auf 9,92 Sekunden herunter geschraubt. 2011 war bei der WM in Daegu bester Europäer auf Rang vier. Damit ist der 22jährige der Topfavorit auf den Sieg im 100-Meter-Lauf der Herren.
Adam Gemili (Großbritannien) – Saisonbestleistung 10,08 Sekunden
Persönliche Bestleistung 10.08 Sekunden (2012)
Der 18jährige ist der Newcomer im britischen Sprintteam. 2011 holte er bei den Europameisterschaften der Junioren in Tallinn die Silbermedaille im 100-Meter-Sprint. Dasselbe gelang ihm auch in der 4×100-Meter-Staffel. Seine persönliche Bestleistung von 10,08 Sekunden stellte Adam Gemili am 2. Juni dieses Jahres beim Meeting in Regensburg auf. Damit hat er sich auf den zweiten Platz in der europäischen Jahresbestenliste katapultiert und muss nun zu den Anwärtern auf eine Medaille in Helsinki gezählt werden. Allerdings wird derzeit keine Quote auf den Briten angeboten.
Das Neujahrskind ist in diesem Jahr 25 Jahre alt geworden. Seine beste Saison war bisher die vergangene. Bei der Universiade im chinesischen Shenzhen gewann Rytis Sakalauskas die Silbermedaille mit seiner persönlichen Bestzeit von 10,14 Sekunden. In diesem Jahr konnte er fast wieder an diese Zeit herankommen. Nur eine Hundertstelsekunde fehlte dem Litauer beim Meeting im lettischen Valmiera an seiner Bestleistung. Mit 10,15 Sekunden hat er sich aber dennoch in den Kreis der Medaillenkandidaten gelaufen. Edelmetall im prestigeträchtigen 100-Meter-Lauf wäre für die drittklassige litauische Leichtathletik ein unglaublicher Erfolg.
Jimmy Vicaut (Frankreich) – Saisonbestleistung 10,15 Sekunden
Persönliche Bestleistung 10,07 Sekunden (2011)
Der Franzose ist auch erst 20 Jahre alt und steht ebenso wie der Brite Adam Gemili für die neue europäische Sprintgeneration. Jimmy Vicaut war es auch, der bei den Europameisterschaften der Junioren 2011 Gold im 100-Meter-Lauf und in der Staffel jeweils vor Gemili gewann. Aus dem Einzelrennen von Tallin 2011 rührt auch die Bestleistung von Jimmy Vicaut. Nun will sich der junge Franzose bei den Senioren beweisen und hat durchaus gute Chancen auf eine Medaille. An seinen Teamkollegen Christophe Lemaitre wird er wohl nicht vorbeiziehen können, Edelmetall ist aber sicher möglich.
Gebürtig kommt der 28jährige, der ebenfalls am Neujahrstag geboren wurde, aus Gambia. Für das afrikanische Land gewann er 2004 bei den afrikanischen Meisterschaften die Bronzemedaille. Im selben Jahr war er bei den Olympischen Spielen in Athen der Fahnenträger der gambischen Mannschaft. Seit 2006 startet Ndure nun für Norwegen. Während seiner Zeit in Skandinavien konnte sich Jaysuma Saidy Ndure immer weiter verbessern bis hin zu seinem ersten Lauf unter 10 Sekunden beim Meeting in Lausanne. Wenn er an diese Zeit bei der EM anknüpfen kann, sollte er eine Medaille sicher haben.
Angel David Rodriguez (Spanien) – Saisonbestleistung 10,17 Sekunden
Persönliche Bestleistung 10,14 Sekunden (2008)
Die Karriere des 32jährigen Spaniers verlief bis heute äußerst durchwachsen. Einen großen Erfolg konnte Angel David Rodriguez bis heute nicht feiern. Seine persönliche Bestleistung resultiert aus einem Rennen in Salamanca im Jahr 2008. Seither konnte er diese 10,14 Sekunden nicht einmal annähernd erreichen. Erst in diesem Jahr scheint Spaniens Sprinthoffnung wieder konkurrenzfähig zu sein. Mit seinen 10,17 Sekunden aus dem Rennen in Monachil hat er auf sich aufmerksam gemacht und gehört nunmehr zumindest zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter.
James Dasaolu (Großbritannien) – Saisonbestleistung 10,18 Sekunden
Persönliche Bestleistung 10,09 Sekunden (2009)
Als neue Sprinthoffnung trat James Dasaolu bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona an. Nach zwei schwachen Läufen war bereits im Halbfinale wieder Endstation. So richtig etablieren konnte sich der 25jährige in der europäischen Spitze bis heute nicht. In diesem Jahr konnte James Dasaolu aber wieder 10,18 Sekunden in Montgeron auf die Tartanbahn bringen. Mit dieser Zeit ist er sicher nicht chancenlos in Helsinki. Für den Gewinn einer Medaille sollte er aber so nahe wie möglich an seine persönliche Bestzeit heran laufen oder diese sogar verbessern. Wettquoten werden auf den Sieg des Briten derzeit aber nicht angeboten.
Churandy Martina (Niederlande) – Saisonbestleistung 10,18 Sekunden
Persönliche Bestleistung 9.93 Sekunden (2008)
Die schnellste Zeit, die aus dem Favoritenpool dieser EM jemals gelaufen wurde, stammt von Churandy Martin aus den Niederlanden. Ursprünglich startete der 27jährige für die Niederländischen Antillen, dessen Fahnenträger er bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking war. Dort gelang ihm auch der schnellste Lauf seiner Karriere. Mit 9,93 Sekunden landete er am Ende aber auf dem undankbaren vierten Platz. Über Jahre hat Martina die Laufszene im Mittelamerika mit geprägt. Nach der Auflösung der Antillen startet Churandy Martina nun für die Niederlande und hat erstmals die Chance, Europameister zu werden.
Marek Niit (Estland) – Saisonbestleistung 10,19 Sekunden
Persönliche Bestleistung 10,19 Sekunden (2012)
Marek Niit ist im Grunde ein unbeschriebenes Blatt in der Läuferszene. Seit 2006 ist es quasi nicht in Erscheinung getreten. 2006 allerdings gewann er bei den Weltmeisterschaften der Junioren in Peking die Goldmedaille im 200-Meter-Lauf. Diese Strecke scheint dem Esten insgesamt etwas mehr zu liegen. Mit 10,19 Sekunden in diesem Jahr über die 100 Meter, gehört der 24jährige allerdings auch zum erweiterten Kreis der Anwärter auf einen Platz in den Medaillenrängen. Wettquoten werden auf den Sieg des Esten derzeit aber nicht angeboten.
Der Senior unter den europäischen Sprintern gehört aber auch zu den Favoriten. Auch wenn Dwain Chambers in dieser Saison noch keine überragenden Zeiten hingelegt hat, ist ihm in Helsinki alles zuzutrauen. Kurzfristig war der Brite bereits einmal Europameister. 2002 in München lieg Chambers als erstes ins Ziel, wurde aber des Dopings überführt. Inzwischen ist er aber wieder startberechtigt und hofft, den EM-Titel im zarten Alter von 34 Jahren nun doch noch zu gewinnen. Unter dem Hallendach war der Brite bereits Welt- und Europameister.
100-Meter-Lauf der Herren – Prognose und Wettbasis-Trend
Der absolute Top-Favorit auf den Titel ist der Franzose Christophe Lemaitre. Der dreifache Goldmedaillengewinner von Barcelona 2010 will nun in Helsinki diesen Triumph wiederholen. Seine Chancen stehen bestens. Erstzunehmende Gegner auf den Titel gibt es kaum. Mit Abstrichen könnten Churandy Martina und Dwayne Chambers als solche betrachtet werden. Medaillen sind allerdings für alle Kandidaten durchaus im Bereich des Möglichen. Die Tendenz geht eindeutig in Richtung eines Sieges von Christophe Lemaitre.
Bislang war diese Europameisterschaft berechenbar. Im Viertelfinale setzten sich in den ersten drei Spielen jeweils die Favoriten nach 90 Minuten durch; im vierten Spiel waren die Italiener am ersten 0:0 des Turniers beteiligt und die Engländer verloren im Elfmeterschießen – also alles wie immer. Im Halbfinale treffen sozusagen Fado auf Flamenco und Schuhplattler auf Tarantella. Anders formuliert: Pfau fordert Kollektiv und Deutschland will Rache für 2006.
Cristiano Ronaldo ist der schönste, beste und tollste Fußballer der Welt. Er ist quasi der Kevin Großkotz des internationalen Fußballs, der Ikarus Europas. Aber immerhin war er im Viertelfinale gegen Tschechien der Schütze des entscheidenden Tores. Ob die Klasse der Portugiesen aber ausreichen wird gegen den Nachbarn und Titelverteidiger, ist so eine Frage. Die Spanier wirkten gegen die Franzosen verwundbar – das 2:0 war kein berauschendes Spiel. Die Furia Roja hat nicht die Aura der vergangene Turniere. Schwer zu sagen, wer am kommenden Sonntag in Kiew antreten wird.
Was Deutschland im Viertelfinale gegen Griechenland gezeigt hat, war teilweise großartig. Neun Tore hat die Mannschaft in vier Spielen erzielt – sieben verschiedene Spieler haben getroffen. Darunter Abwehrspieler wie Lahm und Ersatzspieler wie Bender. Deutschland ist schwer auszurechnen – aber defensiv anfällig. Das Interessante ist, dass die Italiener unter Prandelli gerade offensiv ihre Qualitäten haben – keine Spur von Catenaccio. Das Halbfinale in Warschau verspricht, sehr spannend zu werden. Allerdings dürfte bei den Deutschen die Wut über das Halbfinal-Aus von 2006 noch sehr tief sitzen. Tief genug, um dieses Mal das bessere Ende für sich zu haben.
Die Gruppenphase der EM 2012 ist abgeschlossen und damit auch das Vorgeplänkel der Spiele der Vorrunde. Es hat bereits die eine oder andere Überraschung gegeben. Polen und Russland waren in der Gruppe A durchaus favorisiert und haben sich bereits aus dem Turnier verabschiedet. Der Vize-Weltmeister aus den Niederlanden musste ohne einen einzigen Punktgewinn vorzeitig die Segel streichen. Damit sind die Holländer wohl die größte Enttäuschung der Europameisterschaft. Für die Stimmung bei der EM ist es bitter, dass mit der Ukraine auch der zweite Gastgeber die Gruppenphase nicht überstanden hat. Jetzt geht es allerdings ins Eingemachte. Die Viertelfinals stehen auf dem Programm. Ab jetzt zählen nur noch Siege. Nun wird sich zeigen, welche Mannschaften die Qualität und die Nerven haben, um sich am Ende den EM-Titel zu sichern.
Das erste Viertelfinale findet in Warschau zwischen zwei Mannschaften statt, die man dort nicht unbedingt erwarten durfte. Beide Teams haben ihre Auftaktpartien verloren und sich mit zwei darauf folgenden Siegen doch noch für das Viertelfinale qualifizieren können. Besonders den Tschechen war dieser Erfolg nach dem schmachvollen 1:4 gegen Russland nicht zuzutrauen. Nun ist die Elf von Michal Bilek sogar als Gruppensieger in die nächste Runde vorgestoßen. Die Favoritenrolle in dieser Begegnung sollte aber bei den Portugiesen liegen. Das Team von Paulo Bento hat sich in jedem Spiel steigern können und steht daher gerechtfertigt in der KO-Runde. Beängstigend für die Tschechen ist auch, dass Cristiano Ronaldo nach anfänglichen Problemen nun im Turnier angekommen ist. Gegen die Niederländer lieferte der Superstar von Real Madrid eine fantastische Leistung ab und hat somit seinen Teil zum Weiterkommen doch noch beitragen dürfen. In dieser Form dürften die Portugiesen als erste Mannschaft in das Halbfinale einziehen.
Deutschland ist neben Spanien der ganz große Anwärter auf die EM-Trophäe. Dieser Rolle wurde die Elf von Joachim Löw in der Vorrunde auch gerecht. Als einzige Mannschaft hat die DFB-Elf alle drei Spiele in der Gruppenphase gewonnen. Dabei waren die gezeigten Leistungen zwar immer solide bis gut, aber herausragend war die Spielweise der deutschen Mannschaft bislang noch nicht. Mit Mario Gomez steht einer der Führenden in der Torjägerliste in den deutschen Reihen, der darauf erpicht sein wird, gegen Griechenland seinen vierten Turniertreffer zu erzielen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob nicht Miroslav Klose gegen die kampfstarken Griechen den Vorzug erhalten wird. Die Spielweise der Griechen erinnert bereits an ihren EM-Triumph von 2004. Ohne spielerischen Glanz aber mit Leidenschaft und Hingabe haben sich die Hellenen in das Viertelfinale gekämpft. Rückschläge, wie die schwere Verletzung von Avraam Papadopoulos, den zweifelhaften Platzverweis von Sokratis Papasthatopoulos und die Viertelfinalsperre für Kapitän Georgios Karagounis wurden alle weggesteckt. Das zeigt, welche großer Charakter in der Mannschaft von Fernando Santos steckt. Dennoch bleibt Deutschland der haushohe Favorit in dieser zweiten Viertelfinalbegegnung.
Der amtierende Welt- und Europameister aus Spanien hat sich in der Gruppenphase wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Die erreichten sieben Punkte waren im Grunde das Minimale, das die Iberer erreichen sollten. Die Siege gegen Irland und Kroatien waren fest eingeplant. Mit einem Remis gegen den Kontrahenten aus Italien konnte man auch rechnen. Gerade gegen Kroatien standen die Jungs von Vicente del Bosque aber kurz vor dem EM-Aus. Eine Niederlage hätte das schmähliche Ausscheiden des Titelverteidigers bedeutet. Zwei drei gute Chancen hatte Kroatien, dazu wurde „Hrvatska“ noch ein klarer Elfmeter verweigert. Die Franzosen sind auch mit großen Vorschußlorbeeren zur EURO gereist. So richtig überzeugend waren die Leistungen der Equipe Tricolore dann aber nicht. Negativer Höhepunkt war die 0:2-Niederlage gegen die bereits ausgeschiedenen Schweden. Selbst die hoch gelobte Offensivreihe um Franck Ribery, Samir Nasri und Karim Benzema blieb weitestgehend blass. Bezeichnend ist auch, dass Benzema als Kandidat auf die Torjägerkrone gehandelt wurde, aber noch nicht einen Treffer erzielen konnte. In dem Nachbarschaftsduell sind die Spanier als Favorit anzusehen. Allerdings muss das Kurzpassspiel der Iberer jetzt zielgerichteter in Richtung gegnerisches Gehäuse verlagert werden.
Das letzte Viertelfinale ist wohl auch das ausgeglichenste. Die Engländer haben sich in der Vorrunde etwas besser geschlagen, als erwartet. Das Weiterkommen war den Briten schon durchaus zuzutrauen, aber der Gruppensieg war eigentlich den Franzosen vorbehalten. Die Mannschaft von Roy Hodgson hat sich aber in das Turnier reingekämpft. Der Trainer hat nun ein Luxusproblem in der Offensive. Drei Stürmer haben jeweils einen Treffer erzielt. Andy Carroll, Danny Welbeck und Wayne Rooney haben sich dem Trainer für einen Platz in der Startelf angeboten. Darüber hinaus verfügen die Engländer, seit Jahrzehnten fast mal wieder, über einen wirklich guten Keeper. Im Tor hat auch der Gegner aus Italien keine Probleme. Gianluigi Buffon gehört mit seinen 34 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen. Die Italiener haben sich schon ein bißchen in das Viertelfinale gemogelt. Spielerische Glanzlichter hat das Team von Cesare Prandelli nicht abgeliefert. Die Squadra Azzura spielt, wie fast seit eh und je, einen ergebnisorientierten Fußball und der Erfolg gibt der Mannschaft Recht. In Kiew wird nicht mit einem schönen Spiel zu rechnen sein, aber spannend sollte es auf alle Fälle werden. Womöglich wird diese Begegnung nicht in der regulären Spielzeit entschieden. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Engländer nach einem kräftezehrenden Kampf durch Elfmeterschießen in das Halbfinale einziehen werden. Die Tendenz geht also in Richtung eines Unentschieden.
Acht Mannschaften befinden sich noch im Rennen um den Coupe Henri Delaunay. Zuzutrauen ist der ganz große Wurf nunmehr jeder Mannschaft. Wer im Viertelfinale steht, ist nur noch drei Siege vom EM-Titel entfernt. Die Griechen haben 2004 in Portugal gezeigt, dass auch ein Außenseiter durchaus in der Lage ist, die Europameisterschaft zu gewinnen, wenn er in jedem Spiel über sich hinauswächst und etwas Glück auf seiner Seite hat.
beste Wettquoten auf den EM-Titel (Stand vor dem EM Viertelfinale – alle Quoten von Bwin)
Die Zeit der Freundlichkeiten ist vorbei; ab jetzt werden keine Gefangenen mehr gemacht. Spanier und Engländer können sich bei Schiedsrichtern bedanken, dass sie in ihren letzten Spielen nicht mehr sonderlich zittern mussten. Sympathieträger wie die Russen und Kroaten sind draußen; und die Iren haben wenigstens den Titel des “Fan-Europameisters” gewonnen – wenn auch inoffiziell.
PS: Die Tipps beziehen sich auf den Spielstand nach 90 Minuten!
Dass die Tschechen in einer Gruppe mit Russland, Polen und Griechenland weiterkommen würden, ist keine Sensation. Die Mannschaft hat das 1:4 gegen die Russen im Auftaktspiel gut weggesteckt und die Griechen und Polen erfolgreich niedergekämpft. Die Portugiesen haben das unglückliche 0:1 gegen Deutschland ebenfalls aufgefangen und Dänen sowie Tulpenk(n)icker nach Hause geschickt. Unterschätzen darf man die Iberer nie; gegen die Niederlande hat immerhin der meistüberschätzte Spieler seit Wim van Hanegem, Cristiano R., zwei Tore geschossen. Die Favoritenrolle dürfte klar verteilt sein – die Portugiesen sind ein heißer Kandidat fürs Halbfinale. Ob man ihre Nummer sieben mag oder nicht. Und obwohl man die Tschechen niemals unterschätzen darf.
Tschechien – Portugal Tipp 2
Neun Punkte in einer Gruppe mit Portugal, den Tulpenk(n)ickern und Dänemark; die einzige Mannschaft mit weißer Weste – die deutsche Mannschaft hat bei der Euro 2012 beeindruckt. Die Experten des Deutschen Fußballs und Jörg Wontorra trauen der Mannschaft sogar noch eine Steigerung zu. Die könnte gegen die tapferen Griechen auch bitter notwendig sein. Die Hellenen haben sich überraschend für die KO-Spiele qualifiziert und beschwören permanent den Geist von 2004 herauf, als die Söhne des Zeus sensationell Europameister wurden. Hinzu kommen Boulevardzeitungen, die Schlagzeilen über Deutschland schreiben, gegenüber die der englischen Kampfblätter wie Liebeserklärungen wirken. Allerdings sollte man von Joachim Löw und seinen Spielern erwarten, den griechischen Abwehrriegel zu knacken.
Deutschland – Griechenland Tipp 1
Dass Spanien ins Viertelfinale kommt, haben die Buchmacher und die internationalen Experten erwartet. Dass sie dafür im letzten Gruppenspiel gegen Kroatien die Unterstützung von Schiedsrichter Wolfgang Stark brauchen würden, kam überraschend. Die Kicker vom Balkan haben dem Welt- und Europameister das Leben sehr schwer gemacht; ein klarer Elfmeter wurde ihnen verweigert. Hätte, Wenn und Aber nützen aber nichts; Spanien hat die Gruppe C gewonnen und erwartet nun die Franzosen. Die haben lediglich gegen die Ukraine gewonnen, gegen England unentschieden gespielt und gegen die Schweden ein ganz schwaches Spiel hingelegt. So liegt die Favoritenrolle bei den Iberern, obwohl Spieler wie Ribéry, Nasri und Lloris immer Spiele gewinnen können.
Spanien – Frankreich Tipp 1
England galt vor dem Turnier nicht als Favorit. Nicht einmal die übelsten Krawallblätter erwarteten Großtaten – das lange Theater um den Trainerposten, die Zwei-Spiele-Sperre für Wayne Rooney: es gab zuviele Unsicherheiten. Nun haben die Three Lions die Gruppe gewonnen und erwarten die Italiener in ihrem Viertelfinale. Zwei Fußball-Philosophien prallen aufeinander. Leidenschaftlicher Offensivdrang gegen höchste taktische Disziplin. Beides Mannschaften, die nicht im Zenit ihres Könnens stehen. Beides Mannschaften, die sich gegenseitig vermutlich neutralisieren werden. Es wäre keine Überraschung, wenn dieses Spiel nach 90 Minuten noch nicht entschieden wäre.
Russische Hooligans benehmen sich wie die Herren der Welt, polnische Hooligans tun es ihnen gleich. Derweil ist Holland in Not, Irland draußen und Mario Gomez wird schwer kritisiert, weil er bislang erst drei Tore geschossen hat. Der dritte Vorrundenspieltag.
Noch ist Polen nicht verloren, aber wenn im Nachbarschaftsduell gegen die Tschechen kein Sieg gelingt, brennt Warschau lichterloh. Angesichts des Hooligan-Problems an der Weichsel ist das leider nicht nur ein Sprichwort, sondern eine traurige Option. Sportlich ist die Ausgangssituation vor. Die Polen haben zwei Punkte, die Tschechen drei. Der Sieger ist durch – vorausgesetzt, Griechenland gewinnt nicht gegen Russland. Der Stimmung fürs Turnier wäre es nur zuträglich, blieben die Polen drin. Und so schlecht sind ihre Chancen weiß Gott nicht.
Tschechien – Polen Tipp 2
Die Griechen sind die Mannschaft der zweiten Halbzeit. Sowohl gegen Polen als auch gegen Tschechien waren sie in der ersten Halbzeit unterirdisch, um in den zweiten 45 Minuten dem Rückstand hinterher zu jagen. Gegen die Polen reichte es zum Punkt, gegen Tschechien nicht. Es ist schwer vorstellbar, dass die biederen Griechen ausgerechnet gegen die spielstarken Russen erfolgreicher zu Werke gehen werden. Tsagoev, Arshawin und Co. werden es nicht allzuschwer haben, die Hellenen auch fußballerisch pleite gehen zu lassen. Auch wenn das für die polnische Exekutive zusätzliche Arbeit bedeuten wird.
Griechenland – Russland Tipp 2
Einen Sieg gegen Portugal mit mindestens zwei Toren Unterschied bei einem gleichzeitigen Sieg Deutschlands gegen Dänemark – und schon ist Holland nicht mehr in ganz so großer Not. Klingt einfach, ist es aber nicht. Die Portugiesen haben gegen Deutschland und Dänemark einen wesentlich stärkeren Eindruck hinterlassen als die Tulpenk(n)icker. Und das, obwohl Oberdivenzickerkicker Cristiano R. momentan ähnlich uninspiriert über den Rasen schlendert wie ein Asket durch Las Vegas. Man mag sich gar nicht vorstellen, was für eine Selbstzerfleischung in Amsterdam und Umgebung beginnt, wenn die Niederlande ausscheiden. Aber genau das werden sie.
Portugal – Niederlande Tipp 1
1992 haben die Dänen in einem unvergessenen EM-Finale Deutschland 2:0 geschlagen – die Bilder werden derzeit permanent aus den Archiven gekramt. Am Sonntag geht es erst einmal nicht um den Titel, sondern um den Einzug ins Viertelfinale. Den Deutschen reicht dabei schon ein Unentschieden; die Dänen wären selbst bei einem Sieg noch nicht sicher durch. Gegen Portugal und Oranje haben sie viel Kampfgeist bewiesen, aber ob das gegen Deutschland reichen wird, sei dahingestellt. Der Sieg gegen die Tulpenknicker hat bei der Konkurrenz für Aufsehen gesorgt. In Deutschland beschränkt man sich weiterhin auf die Kritik an Mario Gomez – aber jedes Turnier braucht ja ein komisches Element.
Dänemark – Deutschland Tipp 2
Die Kroaten waren sich nach dem 3:1 gegen die Iren sicher: sie sind im Viertelfinale. Nach dem 1:1 gegen Italien sind ihre Aktien tief gesunken – denn um sicher weiterzukommen, müssen sie gegen Spanien gewinnen. Und das ist derzeit ein verdammt schwieriges Unterfangen. Schon beim Unentschieden gegen die Italiener waren die Iberer stark – die Iren waren mit dem 0:4 noch gut bedient. Kroatien mag ein unbequemer Gegner sein. Spanien ist zu stark für die Mannschaft von Slaven Bilic. Egal, ob nun Torres oder Fabregas spielt oder anstatt Iker Casillas Pepe Reina im Tor steht oder vielleicht sogar Vicente del Bosque nochmal seine Schuhe schnürt.
Kroatien – Spanien Tipp 2
Die Iren haben die besten Fans der Welt. Das ist nichts Neues, aber wie sie nach dem 0:4 gegen die Spanier die “Fields of Athenry” angestimmt haben, nötigt der Fußballfangemeinde weltweit Respekt ab. Außerdem haben sie den erfolgreichsten Trainer der Welt – Giovanni Trapattoni. Der ist Italiener und tritt mit seiner bereits ausgeschiedenen Mannschaft zum Turnierabschluss gegen sein Heimatland an. Nach zwei Unentschieden gegen Spanien und Kroatien muss die Squaddra Azzurra gegen die Boys in Green unbedingt gewinnen. Das allerdings sollte alles andere als ein Ding der Unmöglichkeit sein.
Irland – Italien Tipp 2
Jules Rimet leuchtet wieder – England hat dem müden 1:1 gegen Frankreich ein wirklich glamouröses 3:2 gegen Schweden folgen lassen und hat nun beste Chancen aufs Viertelfinale. Zwischen Brighton und Newcastle ist man zudem überzeugt, dass die Rückkehr des Messias von Old Trafford einen Sieg gegen die Ukraine zur Formsache macht – wie weiland das Achtelfinale von Bloemfontein gegen Deutschland. Allerdings verbreitet die Ukraine auf der Insel traditionell nicht soviel Angst und Schrecken wie die Teutonen, die man frühestens im Halbfinale vor die Flinte bekommen könnte. Und die Ukraine muss gewinnen, um im Rennen zu bleiben.
Ukraine – England Tipp 2
Die Schweden sind schon ausgeschieden, die Franzosen stehen nach dem 2:0 gegen die Ukraine voll im Saft. Nun sind die Wikinger wahrlich nicht dafür bekannt, unsportlich zu sein und mit halber Kraft anzutreten, aber die Tre Kronor und die Equipe Tricolor trennen rein tabellarisch Welten. Die Schweden haben mit Zlatan Ibrahimovic nur eine Diva; die Franzosen mit Nasri, Ribéry oder Evra derer gleich einige. Und wenn diese sich anders präsentieren als bei der WM 2010, sollte die Qualifikation fürs Viertelfinale bei dieser Tabellenkonstellation wahrlich nur Formsache sein.
Holland vs. Portugal , EM 2012 Prognose & Wett-Quoten 17.06.2012, 20:45 Uhr, 3. Spieltag (Holland verliert 1:2 gegen Portugal, Portugal damit im Viertelfinale der EM und trifft dort auf Tschechien. Holland scheidet mit 0 Punkten doch sehr überraschend aus, hat doch das Spiel gut begonnen – Van der Vaart hat in der 11. Minute mit einem Weitschusstor ins lange Eck die Hoffnung für die zahlreichen holländischen Fans geschürt! Doch da war noch wer – Cristiano Ronaldo – zwei Spiele nicht vorhanden, von den Medien kritisiert und zurecht? Nein – denn in Minute liess Ronaldo Taten sprechen und begann seine Gala in der 28. Minute – es stand 1:1! Herrliche Torvorlagen auf seine Teamkollegen, ein Stangenschuss und dann noch das 2:1 für Portugal selber erzielt. In der 74. Minute leitete er einen Konter ein und bekommt dann den Ball zurück, verlädt Verteidiger und Tormann und schiesst trocken ins kurze Eck ein. Wettbasis gratuliert Portugal und Ronaldo zum Einzug ins Viertelfinale der EM 2012.)
Die Europameisterschaft 2012 ist an Spannung kaum zu überbieten. Wir durften wunderschöne Tore bejubeln, Deutschland zweimal siegreich sehen und mit an Dramatik unüberbietbaren Gruppenkonstellationen in den 3.Spieltag gehen. Während Schweden und Irland bereits die Koffer gepackt haben, besitzen die Italiener noch kleine Chancen. Aus eigener Kraft ist jedoch ein Weiterkommen unmöglich geworden. Im Fall eines 2:2 von Kroatien gegen Spanien würde auch ein Kantersieg der Italiener keine Bedeutung mehr haben und das Aus in der Vorrunde bedeuten. Ähnlich unglücklich blickt auch unser Nachbar aus Holland auf die Konstellation in der Gruppe B. Nur unter Schützenhilfe der Bundesrepublik Deutschland und einem eigenen klaren Sieg kann noch die Qualifikation für das Viertelfinale gelingen. Ausscheiden kann in der Gruppe noch jeder Vertreter. Ein kühler Kopf dürfte somit in der Partie zwischen Portugal und Holland vonnöten sein.
Wer kommt wann weiter?
Man möchte meinen, dass ein abgeschlossenes Mathematikstudium Grundbedingung ist, um verstehen zu können, welche Mannschaften bei Punktgleichheit in das Viertelfinale einziehen dürfen. Ich möchte in den folgenden Zeilen kurz die Chancen der 4 Gruppenvertreter analysieren.
Deutschland
Die Bundesrepublik hat die einfachste Situation zu meistern. Ein Punktgewinn gegen Dänemark reicht zur sicheren Qualifikation mit 7 oder gar 9 Punkten. Wenn Deutschland es jedoch den Holländern nachmachen würde und mit 0:1 oder höhere verliert, ist man ausgerechnet vom Erzrivalen Holland abhängig. In dem Fall dürfte Portugal nicht gewinnen, da Deutschland in der Konstellationen dreier Teams mit 6 Punkten in der Gruppe auf Platz 3 einlaufen würde.
Portugal
Portugal besitzt in der Gruppe B die zweitbesten Chancen. Sobald die Spiele am Sonntag laufen steht Portugal in der Blitztabelle auf dem zweiten Tabellenrang. Sogar mit einer Niederlage ist es möglich das Viertelfinale zu erreichen. Allerdings bleibt diese Chance nur bei der knappsten aller Niederlagen (0:1) und einem gleichzeitigen Sieg der Nationalmannschaft von Jogi Löw. Mit einem Sieg sind die Portugiesen unabhängig vom Parallelspiel für das Viertelfinale qualifiziert.
Holland
Von den Holländern werden die größten mathematischen Kenntnisse verlangt. Grundsätzlich ist es für die Jungs in Orange eine Bedingung, dass Dänemark gegen Deutschland verliert. Holland könnte mit einem Sieg gegen Portugal eine Gruppierung mit 3 punktgleichen Teams hinter Deutschland bilden. Ab diesem Moment wird es richtig kompliziert: Wenn Holland mit einem Tor Vorsprung gewinnt haben alle 3 Teams untereinander stets eine Sieg geholt und eine Tordifferenz von +-0. Allerdings hätten die Portugiesen die meisten Tore geschossen und würden in das Viertelfinale vorstoßen. Erst ein Sieg mit 2 Treffern Differenz beschert Holland das ersehnte KO – Runden – Ticket.
Dänemark
Dänemark hat es gegen Deutschland selbst in der Hand: Mit einem Überraschungs – Coup würde das Viertelfinale gebucht werden. Im Fall einer Niederlage stünde das Ausscheiden aufgrund der weniger erzielten Treffer im direkten Vergleich zu Portugal und Holland fest. Bei einem Remis müssten die Niederländer siegen, um Dänemark die Sensation in Gruppe B zu bringen.
Im holländischen Lager war die Stimmung nach dem 1:2 gegen Deutschland auf dem Tiefpunkt. Das Bild eines grinsenden Mats Hummels ging um die Welt, während im Hintergrund 4 Spieler in Orange über die Niederlage gestikulierten. Nun darf der Verlierer ausgerechnet aufgrund Deutschlands noch einmal hoffen. Trainer Bert van Marwijk glaubt an den Sieg des DFB gegen Dänemark und wird demnach eine offensive Grundordnung gegen die Portugiesen auflaufen lassen, um den nötigen Handicap – Sieg zu ermöglichen.
Bislang musste der Coach zwei völlig unterschiedliche Spiele seiner Mannschaft sehen. Gegen die Skandinavier überraschte Krohn – Dehli eine ansonsten stark auflaufende Elf der Holländer, welche mit einer ungenügenden Chancenverwertung sich selbst um den Lohn der harten Arbeit brachte. Gegen Deutschland zeigte die Mannschaft hingegen viel zu wenig Impulse in der Offensive. Der Anschlusstreffer eine Viertelstunde vor dem Spielende entstand aus dem Nichts und sollte auch die letzte gute Gelegenheit vor dem Kasten von Manuel Neuer bleiben. Man darf sich fragen, wo die großen Stars der Holländer geblieben sind? Arjen Robben ist bei der Europameisterschaft ähnlich stark abgetaucht, wie in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund. Robin van Persie gehört noch zu den besten Akteuren auf dem Rasen, wenngleich sein Tor gegen Deutschland einen der wenigen Lichtblicke darstellte. Snijder und der eingewechselte Schalker Star Klaas – Jan Huntelaar verbreiteten wenig Schrecken und auch Sylvie´s Mann Rafael van der Vaart blitzte bei seinen Kurzeinsätzen weniger auf, als noch im Testspiel gegen die Slowaken.
Gegen Portugal soll nun alles plötzlich anders werden. Aus einer starken Defensive heraus müssen die Holländer das Heil im Angriff suchen. Van Persie darf vor der Partie besonders in die Pflicht genommen werden. Wenn der Elf keine 2 Treffer gelingen, ist ein Weiterkommen unmöglich. Bert van Marwijk wird dennoch davon absehen, Huntelaar neben van Persie auf den Platz zubringen. Die Formation mit zwei Stürmern ist in der Niederlande schwer umsetzbar und nur für die letzte halbe Stunde denkbar. Wesley Snijder wird einen klar sturmlastigeren Akteur geben und als Spielgestalter den Pass durch die Abwehr der Portugiesen suchen. In der Defensive widmet sich Gregory van der Wiel der Hauptaufgabe Cristiano Ronaldo und wird dem Weltstar 90 Minuten lang auf den Füßen herumtreten.
Formcheck Holland
Holland vs. Bulgarien 1:2 (Freundschaftsspiel – 26.05.2012) Holland vs. Slowakei 2:0 (Freundschaftsspiel – 30.05.2012) Holland vs. Nordirland 6:0 (Freundschaftsspiel – 02.06.2012) Holland vs. Dänemark 0:1 (EM 2012 – 09.06.2012) Deutschland vs. Holland 2:1 (EM 2012 – 13.06.2012)
Eine ganze Nation spottet auf Cristiano Ronaldo. Der Weltstar wär am vergangenen Mittwoch wohl am liebsten im Boden versunken. Zweimal scheiterte die Nummer 7 aus mehr als aussichtsreicher Position. Im ersten Versuch schoben die 90 Millionen Euro teuren Beine das runde Leder in Form eines Rückpasses zum dänischen Keeper, bevor Ronaldo aus halbrechter Position freistehend ungefähr 2 Meter neben den Kasten schoss. Die Portugiesen hatten am 2.Spieltag dennoch das Glück des Tüchtigen als der eingewechselte Varela es in Minute 87 besser machte, als noch gegen Manuel Neuer und die Elf der Deutschen. Der eingewechselte Stürmer vollstrecke eiskalt und brachte seine Portugiesen in eine glänzende Ausgangsposition vor dem entscheidenden Spiel gegen die Holländer. Paulo Bento´s Elf hat zwar die größten Namen in der Offensive, doch wenn man auf die letzten Turniere blickt, ist auch die Abwehr der Portugiesen eine echte Waffe. Pepe und Bruno Alves sind harte Brocken für jeden Kontrahenten. Besonders die Tatsache, dass Holland mindestens zwei Treffer in dieser Partie schießen muss, erleichtert Portugal den gewünschten Konterfußball. Fabio Coentrao und Pereira suchen nach abgefangene Bällen in der äußeren Verteidigung gern den Weg in die Offensive. Joao Moutinho und Meireles forcieren das Konterspiel gegen eine anfällige Abwehr des Gegners. Die holländische Angriffspflicht könnte zum größten Pluspunkt der Portugiesen werden.
Dennoch muss natürlich auch Cristiano Ronaldo eine echte Leistungssteigerung gelingen. Eine lange Saison mit 60 Treffern für Real Madrid darf keine Ausrede sein, wenn die Chance besteht das Trikot seines Landes tragen zu dürfen. Nani und Helder Postiga unterstützen den Weltklassestürmer. Ein interessanter Schachzug von Paulo Bento könnt die Beorderung von Ronaldo zur zentralen Spitze sein. Viele Experten sehen Ronaldo im Nationaltrikot auf dieser Position besser aufgehoben. Die meisten Gegner setzen zwei Spieler auf Ronaldo an, wenn dieser an den Ball kommen könnte. Gegen mehrere Gegenspieler ist der Weg bis zum Abschluss dann häufig zu weit. Wir dürfen auf die Entscheidungen vom Trainerstab äußerst gespannt sein.
Formcheck Portugal
Polen vs. Portugal 0:0 (Freundschaftsspiel – 29.02.2012) Portugal vs. Mazedonien 0:0 (Freundschaftsspiel – 26.05.2012) Portugal vs. Türkei 1:3 (Freundschaftsspiel – 02.06.2012) Deutschland vs. Portugal 1:0 (EM 2012 – 09.06.2012) Dänemark vs. Portugal 2:3 (EM 2012 – 13.06.2012)
Holland vs. Portugal: Direktvergleich
Den Albtraum “Dänemark” haben die Portugiesen überwunden. Mit dem Erfolgserlebnis im Rücken soll die Bilanz gegen Holland ausgebaut werden. Der Kontrahent hat seit Jahren nicht mehr gegen Portugal gewinnen können und steht einer Katastrophenserie entgegen. 2004 traf man sich zuletzt bei einem EM Spiel, welches mit 2:1 an den damaligen Gastgeber ging. Kann Portugal auch ohne den Heimvorteil wieder ein siegreicher Abend gelingen?
Portugal vs. Holland 1:0 (2006 in Nürnberg) Portugal vs. Holland 2:1 (2004) Holland vs. Portugal 1:1 (2003) Portugal vs. Holland 2:2 (2001) Holland vs. Portugal 0:2 (2000)
Holland vs. Portugal: Prognose & Wettbasis – Trend
Die Gruppenkonstellation lässt dieses Spiel noch einmal spannender werden. Portugal dürfte eher abwartend an die Aufgabe herangehen, um keinen falls mit 2 Toren Rückstand oder höher zu verlieren. Nebenbei wird immer wieder der Blick in Richtung Lemberg zum Spiel Deutschland gegen Dänemark gehen. Holland muss sich selbst mit einem klaren Sieg in eine gute Ausgangslage bringen und daher unter zwei ausgeglichenen Teams das größere Risiko gehen. Wenn Portugal die sich bietenden Konterchancen flüssig abschließen kann, wird Holland die Heimreise antreten. Van Persie & Co. ist jedoch auch ein Glanzauftritt in Charkiw zuzutrauen.
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In Holland ist das Wetter schlecht, der Käse fliegt tief. In Deutschland herrscht Erleichterung über das 1:0 gegen Portugal, während die Siege von Russland und Kroatien von Ausschreitungen ihrer Anhängerschaft überdeckt werden. Richtige Europhorie herrscht noch nirgens. Vielleicht kommt sie jetzt – der 2. Spieltag.
Griechenland und Tschechien sind sehr unterschiedlich in die Euro gekommen. Die Griechen erkämpften sich gegen Polen ein 1:1 und hatten sogar die Elfmeterchance, den Co-Gastgebern das eigene Turnier gleich zu Beginn richtig zu vermiesen. So haben sie es nur halb geschafft. Die Tschechen sind dagegen gegen die Russen mit 1:4 unter die Räder gekommen. Angeblich träumt man im Kreml schon von der fußballerischen Eroberung Europas; aber das ist nicht mehr das Problem in Prag oder Brünn. Dort weiß man: Gegen Griechenland muss ein Sieg her, sonst kann man bereits die Heimreise planen.
Griechenland – Tschechien Tipp 2
Polen und Russland verbindet eine ungute gemeinsame Geschichte. Das dürfte dafür sorgen, dass das polnische Publikum noch heißblütiger hinter seiner Mannschaft stehen wird als beim Eröffnungsspiel gegen Griechenland. Allerdings sind die Russen in Gala-Form – das 4:1 gegen die Tschechen war Fußball zum Fingerschnalzen. Da die Polen mit Szeszny auf ihren Stammtorhüter verzichten müssen, gelten sie den Experten des europäischen Fußballs und Jörg Wontorra als geschwächt; aber sein Ersatzmann Przemyslaw Tyton (Copy und Paste sei Dank!) hat sich gegen die Griechen gut eingefügt. Ob es gegen die Russen reichen wird, ist trotzdem fraglich.
Polen – Russland Tipp 2
Cristiano Ronaldo ist der beste und bestaussehende Fußballer der Welt – jedenfalls in seiner eigenen Wahrnehmung. Gegen Deutschland kam das kaum zur Geltung – dank Jerome Boateng. Rustikal, aber fair – das können auch die Dänen, die damit den Tulpenk(n)ickern den Zahn gezogen haben. Portugal wird gewarnt sein. Die Iberer müssen gewinnen, sonst ist die Sommerpause für Ronaldo, Nani und Co. länger als gewünscht. Eines ist jedenfalls vor dem Zweiten Spiel klar: Die Außenseiterrolle haben die Dänen in jedem Fall abgelegt, auch wenn ihre Spieler nicht die großen Namen und Werbeverträge vorweisen können.
Dänemark – Portugal Tipp X
Spiele zwischen Deutschland und den orangefarbenen Lieblingsnachbarn gehören seit 1974 zu den Höhepunkten eines jeden Turniers. Mussten nach den Aussetzern eines Herrn Koeman und eines Herrn Rijkaard vor gut 20 Jahren die Grenzen dicht gemacht werden, um Hooligan-Ausschreitungen zu verhindern, reduziert sich die Rivalität mittlerweile auf den sportlichen Teil. Der ist aber immer noch brisant genug – gerade nach den Auftaktspielen beider Teams. Die Elftal steht nach dem 0:1 gegen Dänemark massiv unter Zugzwang; Deutschland kann die Sache etwas ruhiger angehen. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt aber: Die Elftal hat ein besonderes Talent, unter Druck zu versagen.
Italien hat im Auftaktspiel der spanischen Übermannschaft sehr effektiv Paroli geboten. Ein 1:1 gegen Spanien ist für die skandalgebeutelten Italiener ein sehr achtbares Ergebnis. Setzt man einen Sieg im letzten Spiel gegen die Iren voraus, darf die Squaddra Azzurra gegen Kroatien nicht verlieren, um sicher ins Viertelfinale einzuziehen. Die Mannschaft von Slaven Bilic hat traditionell ein großes Selbstvertrauen, dem sie ab und an auch Taten folgen lässt. Das 3:1 gegen die Iren war verdient und letztlich souverän. Gegen Italien werden die Feurigen mit hoch erhobenem Haupt gehen. Verlieren werden sie wohl nicht.
Italien – Kroatien Tipp X
Spanien und Irland – da treffen Fußball-Welten und -Philosophien aufeinander. Hier die Ballkünstler um Vicente del Bosque, dort die Fußballarbeiter des Catenaccio-Experten Giovanni Trapattoni. Die Iren spielen traditionell mit sehr viel Herz und sind aus der Premier League auch taktisch sehr gut geschult, aber ob das reichen wird, Xavi, Iniesta oder Fabregas das Wasser zu reichen, darf wohl bezweifelt werden. Zu wacklig schien die Abwehr schon gegen die technisch limitierten Kroaten. Die Spanier werden es wohl nicht allzu schwer haben.
Spanien – Irland Tipp 1
Die Co-Gastgeber sind im blau-gelben Duell mit den Schweden als Sieger hervorgegangen – die Stimmung am Dnjepr dürfte also vorerst gesichert sein. Als nächsten Gegner erwarten Blochins Mannen die Franzosen, die im Prestige-Duell mit den Drei Löwen nur einen Punkt geholt haben. Das Tor von Nasri war allererste Sahne; der Rest eher nicht. Gegen die Ukraine, die das Publikum im Rücken hat, muss eine Steigerung her. Sonst könnte die Expidition nach Osteuropa ähnlich schnell enden wie vor zwei Jahren die Safari nach Südafrika. Auch wenn es in der Equipe Tricolore dieses Mal nicht zu solchen Jagdszenen kommen wird.
Ukraine – Frankreich Tipp 2
Schweden und England haben beide keinen idealen Start in die Euro erlebt, wobei die Engländer gegen Frankreich immerhin zu einem Punkt gekommen sind. Die Schweden stehen mit dem Rücken zur Wand; ihnen hilft gegen die Mannschaft von der Insel nur ein Sieg. Das könnte schwierig werden; auch wenn Rooney noch gesperrt und Lampard neben anderen ganz ausfällt, sind die Engländer Favorit gegen die Wikinger. Die Parallele zu 1066 drängt sich auf: da gewannen sie die Schlacht von Stamford Bridge (nicht mit dem Stadion von Chelsea zu verwechseln!) gegen die Wikinger, um kurz darauf Wilhelm dem Eroberer zu unterliegen.
In Spanien gehen die Banken pleite, aber die Seleccion will wieder Europameister werden. In den Niederlanden werden Tulpen geknickt und Deutschland ist eine Turniermannschaft, während die Engländer ausnahmsweise schon vor dem Turnier depressiv wirken. Es ist Euro-Zeit – Spieltag 1.
Das Spiel der Spiele bestreiten Polen und Griechenland – vermutlich wird keine der beiden Mannschaften das Halbfinale erreichen, aber immerhin spielen der Gastgeber und der Europameister von 2004 das Eröffnungsspiel. Die Polen mit den deutschen Meistern aus der Nähe von Lüdenscheid, Lewandowski, Blasczydingens und Pisczek haben den Heimvorteil auf ihrer Seite, während die Griechen wohl auch in der sportlich überschaubaren Gruppe A das werden dürften, was sie in der EU wirtschaftlich schon sind: Schlusslicht. Obwohl ein sportlicher Erfolg einer Nationalmannschaft bekanntlich auch in anderen Bereichen Berge versetzen hilft.
Polen – Griechenland Tipp 1
Russland und Tschechien haben sich in der Vergangenheit große Duelle geliefert – vor allem im Eishockey. Historisch bedingt mögen sich die beiden Länder nicht sonderlich; fußballerisch haben sie außer je einem (damals) sowjetischen und tschechoslowakischen EM-Titel nicht viel vorzuweisen. Beides liegt lange zurück; beide wollen zurück an die Spitze. Da die Fußball-WM 2018 in Russland stattfindet und unter Putin alles unternommen wird, Russlands Glorie zu belegen, ist die russische Nationalmannschaft in diesem Spiel zu favorisieren. Obwohl die Tore bekanntlich und Gott sei Dank nicht von Politikern geschossen werden.
Russland – Tschechien Tipp 1
Die Gruppe B hat es in sich – Vizeweltmeister, Vizeeuropameister, Pfauen-Meister und dänische Sprengmeister auf so engem Raum; das lässt Klaustrophobie vermuten. Im ersten Spiel treffen die Niederlande auf die Dänen. Klarer Favorit sind die Tulpenk(n)icker, aber dänisches Dynamit hat seit der Euro 1992 einen sensationellen Ruf. Allerdings sind die 90er-Jahre lange vorbei; und in den Vorbereitungsspielen konnten die Dänen alles, außer überzeugen. In den Niederlanden streitet man dagegen, ob Huntelaar oder van Persie spielen sollen, während die Abwehr große Sorgen macht. Gegen Dänemark wird das nicht ins Gewicht fallen.
Niederlande – Dänemark Tipp 1
Gute Erfahrungen hat Deutschland in den letzten Spielen gegen Portugal gemacht – das Spiel um Platz 3 bei der WM 2006 und das Viertelfinale 2008 sind noch in allerbester Erinnerung. Nicht einmal der Portugiesen-Pfau aus Spanien sorgt bei den Deutschen für Nervosität. Das schafft eher ein intellektuell limitiertes Nackt-Modell, das in einem 79-Euro-Hotel ein Date mit einem Nationalspieler hat. Was allerdings vor 20 Jahren von der Boulevard-Presse zur Frage der nationalen Sicherheit hochstilisiert worden wäre, dürfte dieses Mal nur kurz Wellen schlagen – Deutschland wird Portugal schlagen.
Deutschland – Portugal Tipp 1
Spanien und Italien haben derzeit eigentlich andere Sorgen als Fußball. Banken-Pleiten, schwächelnde Wirtschaft und sonst noch einiges. Bei den Italienern stehen etliche Nationalspieler unter dem Verdacht, illegal gewettet zu haben. Mit Domenico Criscito wurde sogar ein Spieler deswegen aus dem Kader geworfen. Allerdings war es immer die Stärke der Squaddra Azzurra, solche Dinge auszublenden. 2006 wurde man sogar Weltmeister, während daheim ein Verein nach dem anderen in den Strudel des Bestechungsskandals geriet. Spanien muss beweisen, dass es nach WM und EM noch nicht satt ist. Das könnte die Chance der anderen sein. In dem Fall der Italiener.
Irland und Kroatien haben in der Gruppe C nach Meinung der Experten des Weltfußballs und Jörg Wontorras nur Außenseiterchancen. Dass das nichts heißen muss, beweist ein Blick in die Geschichtsbücher. Deutschland 1954, Dänemark 1992, Griechenland 2004 sind die bekanntesten Beispiele für Außenseitersiege. Und die Kroaten haben bei der Euro 2008 immerhin Deutschland massiv geärgert. Die PremiereLeague gestählten Iren haben ebenfalls eine gewisse Tradition, bei Turnieren über sich hinauszuwachsen. Beide Mannschaften zeichnen sich durch eine interessante Kombination aus Leidenschaft und Disziplin aus. Schwer zu sagen, für wen das den Ausschlag geben wird.
Irland – Kroatien Tipp X
Ohne Wayne Rooney und Frank Lampard muss England gegen Frankreich ran. Rooney fällt auch gegen Schweden nach einer Roten Karte aus der Qualifikation aus; Lampard ist so schwer verletzt, dass er seine Turnierteilnahme ganz absagen muss. Die Erwartungen auf der Insel sind entsprechend niedrig – gänzlich untypisch für die Drei Löwen, die immerhin erst im Halbfinale auf den deutschen Angstgegner treffen könnten. Die Franzosen können nach der Mega-Blamage der WM 2010 immerhin Wiedergutmachung betreiben. Die Aussichten sind gut; die letzten Spiele vor dem Turnier spielten Les Bleus durchaus einen gepflegten Ball.
England – Frankreich Tipp 2
Die Ukraine ist der nicht unumstrittene Co-Gastgeber der Euro 2012. Sportlich ist die Mannschaft in jedem Fall eine Wundertüte. Die letzten Spiele waren alles andere als überzeugend; unter anderem setzte es ein 2:3 in Österreich. Der erste Gegner hat mit der Ukraine die blau-gelben Nationalfarben gemeinsam. Ansonsten sind die Gemeinsamkeiten zwischen Schweden und der Ukraine eher begrenzt. Die Schweden haben eine starke Qualifikation gespielt, mussten nicht in die Play-Offs und stehen nicht im Focus der Experten. Genau das macht sie aber so gefährlich. Die Ukrainer werden es merken.
Nur noch 2 Tage bis zum Eröffnungsspiel am Freitag Abend um 18.00. Die Polen können es kaum erwarten, die Ukrainer freuen sich auf ein Fußballfest und ich denke, allen Wettbasis.com Leser, die ein wenig für Fußball übrig haben, geht es ähnlich. In den letzten Tagen und Wochen wurden bereits alle Teams gründlich analysiert und ihre Chancen für die Europameisterschaft nahegelegt. In dem kommenden Artikel beschäftige ich mich damit, wer denn bei der EM 2012 zum besten Spieler des Turniers gewählt wird und damit in eine Reihe hochklassiger und bekannter Fußballer wird eintreten können. Der beste Spieler einer Europameisterschafts-Endrunde wird seit 1996 offiziell gekürt. Den ersten Titel holte sich damals der Engländer Steve McManaman, obwohl er mit seinen Three Lions bereits im Halbfinale am späteren Europameister aus Deutschland scheiterte. Bei der letzten Europameisterschaft war es mit großen Abstand der spanische Mittelfeldregisseur Xavi Hernandez, der nicht nur mit Spanien Europameister wurde, sondern auch einstimmig zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. Wir haben alle vier bisherigen besten Spieler einer EM-Endrunde aufgelistet.
1996: Steve McManaman (England) – England raus im Halbfinale
2000: Zinedine Zidane (Frankreich) – Frankreich Europameister
2004: Theodoros Zagorakis (Griechenland) – Griechenland Europameister
2008: Xavi Hernandez (Spanien) – Spanien Europameister
Wie man deutlich anhand dieser Auflistung erkennen kann, geht die Tendenz für die Wahl eines besten Spielers deutlich in die Richtung, den wichtigsten Spieler des Europameisters zum besten Spieler des Turniers zu küren. Ein Spieler, der mit seiner Mannschaft bereits in der Vorrunde ausscheidet, trotzdem aber 3 gute Spiele macht und Tore schießt bzw. vorbereitet wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nie zum besten Spieler des Turniers gewählt werden. Viel mehr scheint es ein ungeschriebenes Gesetz, dass der beste Spieler des Turniers immer vom Europameister kommt, was bedeutet, dass die engere Wahl für diesen Titel stark eingegrenzt wird. Aber wie genau entscheidet man, wer der beste Spieler des Turnier ist?
Der beste Spieler der EM-Endrunde muss/darf …
… der wichtigste Spieler seines Teams sein. Egal, ob er als Torwart durch gehaltene Bälle oder im Elfmeterschießen Spiele entscheidet, oder als Mittelfeldspieler die Ideen und den Takt angibt und dabei viele Tore vorbereitet. Auch der beste Torschützte des Europameisters kann selbstverständlich zum Spieler des Turniers gewählt werden, auch wenn bislang 4mal Mittelfeldspieler erfolgreich waren…
… unverzichtbar sein für das Team. Ohne diesen Spieler, würde das Team nicht so erfolgreich spielen und womöglich Europameister werden. Ohne den Spieler ist das Team nur halb so stark, so dass man erkennen kann, wie wichtig ein Spieler für sein Team ist…
… kein Abwehrspieler sein. Meiner Meinung nach haben es Abwehrspieler am allerschwersten. Sie können nur wenig von sich reden machen und werden quasi nie wirklich herausgehoben. Klar kann ein Abwehrspieler durch eine gute Abwehraktion sein Team zum Sieg befördern, aber im Endeffekt entscheidet sich die UEFA für spektakuläre Spieler, die durch mehrere Aktionen ihr Team besser machen…
… mindestens bis ins EM Halbfinale kommen. Ich lehne mich weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass der Spieler des Turniers mindestens mit seiner Mannschaft bis ins Halbfinale kommen muss. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass zumeist der beste Spieler vom Europameister kommt, weshalb nur der Erfolg des Teams wichtig für die Auszeichnung ist…
… wichtige Spiele entscheiden. Ein Spieler, der in der Vorrunde überzeugt und in den KO-Spielen abtaucht, wird nicht zum besten Spieler gekürt werden. Viel mehr derjenige, der an seinen Aufgaben wächst und in den wichtigen Spielen seine beste Leistung abruft und damit diese Spiele durch gelungene Aktionen entscheidet. Ganz frei nach dem bekannten Leitsatz ” Große Spieler gewinnen große Spiele”
Die Anwärter
Nachdem wir uns nun ausführlich mit den Kriterien dieser Wahl auseinandergesetzt haben, können wir nun die heißesten Anwärter auf den Titel “Bester Spieler der EM 2012″ analysieren und abschließend eine Tendenz bzw. Prognose abgeben. Aufgrund der oben genannten KO-Kriterien ist der Kreis der Spieler stark geschrumpft, so dass mehrere Spieler einer Nationalmannschaft vorkommen können. Spieler wie Robert Lewandowksi (Polen), Petr Cech (Tschechien) oder Christian Eriksen (Dänemark), die für ihr Team vielleicht die wichtigsten Spieler sind, werde ich nicht aufzählen, da die Wahrscheinlichkeit zu gering ist, dass ihre Mannschaften bis ins Halbfinale oder gar ins Finale der Europameisterschaft vorstoßen werden. Doch ganz außer Acht lassen sollte man diese Kandidaten nicht, denn auch 2004 als Griechenland überraschend Europameister wurde, hatte wohl niemand auf den besten Spieler Theodoras Zagorakis im Vorfeld der EM gesetzt.
Andres Iniesta – 28 Jahre – Mittelfeld – 65 Länderspiele – 11 Tore
Topfavorit auf den Titel “Bester Spieler der EM 2012″ ist für mich der Spanier Andres Iniesta. Der technisch enorm starke Mittelfeldspieler vom FC Barcelona spielt nicht nur beim Titelfavoriten Nummer 1 Spanien, sondern überzeugt vor allem durch seine spektakuläre und schön anzusehende Spielweise. Iniesta ist sehr wichtig für die Mannschaft, da er zusammen mit seinem kongenialen Partner Xavi Hernandez nahezu jede Offensivaktion der Iberer einleitet. Iniesta ist nicht nur in der Lage Tore vorzubereiten, sondern auch selbst zu erzielen. Zudem bewies der dribbelstarke 28-Jährige, dass er auch in wichtigen Spielen Verantwortung für sein Team übernimmt. Nicht zufällig, war er es, der 2010 bei der WM in Südafrika das entscheidene Tor in der Verlängerung im Finale gegen Holland schoss und sein Team damit zum Weltmeister machte. Iniesta ist Titel gewöhnt (19 Titel mit Barcelona) und bringt daher auch die nötige Ruhe und Erfahrung mit, die ein wichtiger Spieler seinem Team geben muss. Für mich ist Iniesta der Favorit auf die Auszeichnung “Bester Spieler der EM 2012″. Quote bei Bwin: 17.00
Der zweite Kandidat vom Welt- und Europameister ist ein alter Bekannter. Der mittlerweile schon 32Jährige Xavi Hernandez hat durchaus die Möglichkeit als allererster Spieler seinen Titel “Bester Spieler der EM” zu verteidigen. Schon 2008 wurde er zum besten Spieler gekürt und auch in diesem Jahr scheint er ein sehr aussichtsreicher Kandidat zu sein. Zum einen hat er den Vorteil für den Favoriten Spanien spielen zu dürfen, zum anderen ist Xavi für sein Team defensiv wie offensiv absolut unverzichtbar. Er ist der Verbindungsspieler zwischen Abwehr und Angriff und hat im Aufbauspiel der “Furia Roja” die meisten Ballkontakte. Durch seine Spielintelligenz und seine perfekt getimten Pässe bringt er immer wieder seine Mitspieler in Aktion, so dass auch seine etwas geringere Torgefahr ausgeglichen wird. Wie Iniesta hat auch Xavi bereits nachgewiesen, dass er in großen Spielen zu absoluter Topfrom findet und ist damit neben Iniesta einer der Favoriten auf den besten Spieler des Turniers. Wettquote bei Bwin: 17.00
Natürlich darf auch ein deutscher Nationalspieler nicht in der engeren Auswahl fehlen. Die besten Chancen räumen die Buchmacher dem Real Madrid-Akteur Mesut Özil ein. Der 23Jährige ist unter Jogi Löw im zentralen offensiven Mittelfeld gesetzt und kann dort seine ganze Kreativität und Technik ausleben. Auch Özil wird mit seiner deutschen Nationalmannschaft weit im Turnier kommen, so dass dieses KO-Kriterium bereits abgearbeitet wurde. Auch Özil spielt einen sehr schön anzusehenden Fußball und glänzt mit vielen Ideen und guten Ausführungen. Im Gegensatz zu Iniesta und Xavi konnte Özil in der Nationalmannschaft allerdings noch nicht nachweisen, dass er in den wichtigen Spielen seine beste Leistung abruft. Bei der WM 2010 beispielsweise tauchte er, wie fast alle Deutsche, im Halbfinale gegen Spanien komplett ab und konnte den dominierenden Spaniern nichts im Mittelfeld entgegensetzen. Da Özil aber durch seine Zeit bei den Madrilenen gereift ist und noch besser geworden ist, traue ich ihm zweifellos zu, bei dieser EM eine noch größere Rolle zu spielen. Özil bringt alle Voraussetzungen mit, muss aber in jedem einzelnen Spiel an seine Grenzen gehen und nicht zwischendurch untertauchen, wie er es zeitweise im DFB-Team macht. Wettquote bei Bwin: 17.00
Robin van Persie – 28 Jahre – Sturm – 65 Länderspiele – 28 Tore
Der wohl wichtigste Spieler der Holländer ist Robin van Persie. Der Stürmer von Arsenal London wird als alleinige Spitze im 4-2-3-1 System der Oranje auflaufen und seine unglaubliche Torgefahr ausspielen. Van Persie ist aufgrund seiner Zeit in der Premier League und auch dank seiner vielen Länderspiele schon unglaublich erfahren und hat sowohl bei Arsenal als auch bei Holland nachgewiesen, dass er wichtige Spiele durch seine Tore entscheiden kann. Je nachdem, wie weit sein Nationalteam Holland kommt, ist auch Van Persie ein ganz heißer Kandidat auf den Titel “Bester Spieler des Turniers”. Seine Leistungen sind durch seine Tore sehr leicht nachweisbar, sollte er diese Tore machen, kann er nicht nur Torschützenkönig des Turniers werden, sondern seiner Mannschaft auch in sehr effektiver Weise helfen, die Ziele als Team zu erreichen. Wettquote bei Bwin: 17.00
Andere Kandidaten:
Neben diesen 4 Favoriten, die die Buchmacher ausgeschrieben haben, gibt es noch sehr viele weitere gute Kandidaten, bei denen eine mögliche Einzelauszeichnung aber eher von dem Abschneiden des Teams abhängen wird. Zum Beispiel halte ich Franck Ribery aus Frankreich für eine gute Wahl. Der dribbelstarke Außenspieler vom FC Bayern München gilt für seine Mannschaft ebenfalls als unverzichtbar und präsentierte sich zuletzt in absoluter Topform. Ein Ribery in Top-Form kann jedem Außenverteidiger gefährlich werden. Zudem traue ich den Franzosen einiges bei dieser Endrunde zu. Sie haben seit 20 Länderspielen nicht mehr verloren und haben unter ihrem neuen Nationaltrainer Laurent Blanc eine neue Stärke entwickelt.
Obwohl Wayne Rooney in den ersten beiden Spielen gesperrt sein wird, hat er auch noch alle Chancen seinem Team so weiterzuhelfen, dass er für eine Einzelauszeichnung in Frage kommen könnte. Die Engländer mussten zwar in der Vorbereitung auf diese Europameisterschaft den ein oder anderen Rückschlag hinnehmen, dennoch gilt eine englische Auswahl immer zu den Mannschaften, die bei einem großen Turnier überraschen können. Anders als die Buchmacher sehe ich die Chancen von Christiano Ronaldo. Der Portugiese wird mit den gleichen Quoten wie Xavi, Iniesta oder Özil versehen. Ich denke aber, dass die Porutgiesen als Mannschaft nicht so weit kommen werden, weshalb auch ein überragender Einzelspieler wie es Christiano Ronaldo ohne Zweifel ist, keine Rolle bei der Vergabe des Titel “Bester Spieler der EM 2012″ spielen wird.
Vor dem Turnier ist es immer schwer, einen Tipp abzugeben, wer der beste Spieler eines Turniers wird. Zu viele Faktoren hängen von dieser Entscheidung ab. Wie angesprochen, wird der Beste Spieler wohl von dem Team kommen, welches entweder sehr positiv überrascht oder einfach Europameister wird. Da man aber auch noch nicht wissen kann, wer überrascht oder Europameister wird, ist ein Tipp auf den besten Spieler mit großen Risiko verhaftet. Deshalb empfehle ich die möglichen Wetten immer nur sehr small anzuspielen und eher auf die höheren Quoten zu setzen, denn auf die niedrigeren. Mein persönlicher Favorit auf den Titel “Bester Spieler der EM 2012″ ist der Spanier Andres Iniesta. Er ist für die Iberer unverzichtbar und hat in der Vergangenheit mehr als einmal bewiesen, dass er in den wichtigen Spielen die Verantwortung übernimmt. Wer allerdings noch höhere Quoten haben möchte, dem empfehle ich eine Wette auf den Franzosen Franck Ribery. Die Franzosen werden meiner Meinung nach eine gute EM spielen und Ribery wird sich in guter Form präsentieren, weshalb eine 34.00er Quote einen hohen Value-Faktor hat. Wer noch mehr riskieren will, kann auf die beiden Russen Andrej Arshavin oder Alan Dzagoew setzen, die beide eine 101.00er Quote haben, obwohl Russland als Außenseiter keine schlechten Chancen eingeräumt werden.
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5. Juni 2012 / danny - Kategorie:
Wett-Bonus-Aktionen
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EM Wettangebot
Viele Sportfans nutzen die Euro 2012, um aktiv ins Wettgeschehen einzusteigen. Aus diesem Grund offerieren Ihnen die zahlreichen online Wettanbieter ein breites Spektrum an Sportwetten zu diesem großen Ereignis. Im Folgenden werden wir auf einige Möglichkeiten, die Ihnen Bet3000 ermöglicht, ein wenig genauer eingehen. Das gesamte EM Wettangebot von Bet3000 zur EURO 2012 aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Unter dem Navigationspunkt „UEFA Euro 2012“ finden Sie alle Sportwetten, die sich rum um die Euro 2012 drehen. Hier muss zwischen zwei Kategorien differenziert werden. Zum einen stehen Ihnen die „EM Langzeitwetten“ und zum anderen die „EM Spiele“ zur Verfügung. Insgesamt werden Ihnen 27 EM Langzeitwettmärkte geboten. Die Auswahl reicht von „Wer wird Europameister 2012?“ über „Wer scheidet in der EM Gruppenphase aus?“ bis hin zur „Gesamtzahl der Tore im EM Turnier?“. Wie Sie unschwer erkennen können, ist im Bereich der Langzeitwetten ein großes Maß an Abwechslung geboten. Ein Blick auf die Webseite von Bet3000 verschafft Ihnen sicher einen schnellen Überblick über alle möglichen Optionen in der Kategorie der „EM Langzeitwetten“.
Neben den „Langzeitwetten“ bietet Ihnen der Wettanbieter Bet3000 die Möglichkeit, Sportwetten zu den einzelnen EM Begegnungen bei der Euro 2012 abzuschließen. Diese finden Sie im Bereich „EM – Spiele“. Hier erhalten Sie eine Auflistung der einzelnen EM Vorrundengruppen. Sollten Sie sich für die Spiele der Gruppe A entscheiden, klicken Sie einfach auf den passenden Button in der linken Navigation. Im Anschluss erhalten Sie eine Übersicht über alle Gruppenspiele innerhalb dieser Gruppe. Zu den jeweiligen Spielen wird Ihnen ein breites Spektrum an Sportwetten, wie z. B.: 3-WegeWetten (1×2), EM Torwetten, doppelte Chance, EM Halbzeitwetten und vieles mehr, geboten.
Es bleiben somit keine Wünsche offen. Das EM – Wettangebot des online Wettbüros Bet3000 kann als erstklassig eingestuft werden.
EM – Wettquoten
Nachdem wir uns nun einen allgemeinen Überblick zum EM – Wettangebot verschafft haben, möchten wir ein wenig genauer auf die EM Wettquoten bei zwei verschiedenen Wettmärkten eingehen. Diese zeichnen nämlich einen guten Wettanbieter aus.
Viele Zocker stellen sich vor Beginn des Turniers gerne die Frage: Welche Mannschaften denn am Ende das Finale bestreiten werden. Der Sportwetten Anbieter Bet3000 bietet Ihnen zu dieser Frage den passenden Wettmarkt an. Grundlegend nehmen 16 Teams an der Euro 2012 teil. Anhand der nachfolgenden Tabelle wird deutlich, dass der Einzug von Deutschland oder Spanien ins Finale wohl am wahrscheinlichsten ist. Die Spanier weisen eine Wettquote von 2,30 auf und Deutschlands Finaleinzug wird mit einer Quote von 2,40 bemessen. Zu den weiteren Favoriten auf den Einzug ins Finale gehören die Holländer. Sie werden bei Bet3000 mit einer Wettquote von 3,80 bewertet. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen alle EM Quoten zu diesem Markt in einer Übersicht.
Nationalteam
EM Wett-Quoten
Spanien
2.30
Deutschland
2.40
Holland
3.80
Frankreich
6.00
Italien
7.00
England
8.00
Portugal
10.00
Russland
10.00
Kroatien
15.00
Ukraine
20.00
Polen
20.00
Schweden
25.00
Tschechien
25.00
Dänemark
25.00
Irland
30.00
Griechenland
30.00
Ein weiterer sehr interessanter Markt wird durch die EM Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft verkörpert. Bei dieser EM stand das Losglück der Löw – Elf nicht zur Seite. Mit Holland, Portugal und Dänemark könnte die Konkurrenz in der EM Gruppe B kaum härter sein. Es wird sicher sehr spannend, die deutschen Gruppenspiele zu verfolgen oder auch die eine oder andere EM Sportwette zu platzieren. Deutschland bestreitet das erste Gruppenspiel gegen Portugal. Die deutschen Kicker übernehmen in diesem Spiel eine leichte Favoritenrolle. Mit einer Wettquote von 1,95 auf einen Sieg der Mannschaft von Jogi Löw im ersten Spiel bietet Ihnen Bet3000 eine extrem hohe Wettquote an. Kaum ein anderer Wettanbieter kann hier mithalten. Die Wettquoten auf Unentschieden bzw. Sieg der Portugiesen sind als durchschnittlich bis gut einzustufen. Nutzen Sie die tabellarische Übersicht, um sich einen Überblick zu den deutschen EM Gruppenspielen und den dazugehörigen EM Wettquoten zu verschaffen. Berücksichtigen Sie jedoch, dass sich die Wettquoten der letzten beiden Gruppenspiele, in Abhängigkeit des Ergebnisses vom ersten Gruppenspiel, verändern können.
Den Kundendienst erreichen Sie beim Wettanbieter Bet3000 leider nur via Email. Eine Livechat Funktion oder eine Telefonhotline steht nicht zur Verfügung. Dennoch ist der Support stets bemüht schnell zu antworten. Vor allem ist der Email – Support in Deutsch realisierbar.
Fazit
Zur EM 2012 erwartet Sie der Wettanbieter Bet3000 gerade im Bereich der EM Langzeitwetten mit einem sehr vielseitigen EM Angebot. Die EM Wettquoten auf die EM Favoriten bei den jeweiligen Begegnungen suchen Ihresgleichen. Der Bonus könnte höher ausfallen, bleibt für Leute, die mit hohen Einsätzen agieren, aber dennoch sehr attraktiv. Die Internetplattform von Bet3000 zeichnet sich durch eine hohe Performance und ein hohes Maß an Nutzerfreundlichkeit aus.
5. Juni 2012 / danny - Kategorie:
Wettanbieter News