Am Samstag, den 7. Mai 2011, treffen in Hessen Eintracht Frankfurt und der 1. FC Köln aufeinander. Das Spiel gehört zum Abstiegskampf der Endphase der Saison. An diesem Wochenende schreiben wir schon den 33. Spieltag und es sind immer noch sieben Mannschaften in den Abstiegsstrudel involviert.
Wenn man die Situation am vorletzten Spieltag realistisch betrachtet, dann muss man am unteren Ende allerdings den FC St. Pauli schon gewissermaßen verabschieden. Mit fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz scheint die 2. Liga eingeplant zu sein. Auch am oberen Rand der Abstiegsgefahr kann man realistisch den VfB Stuttgart von allen Sorgen befreien: Mit 39 Punkten wird man in dieser Saison auf der sicheren Seite stehen. Köln und Bremen haben mit 38 Punkten mehr Sorgen.
Im Allgemeinen interessiert neben dem Abstiegskampf nur noch die Platzierung von Bayern München. Der Rekordmeister steht zwar vor Hannover, doch in der Vergangenheit hat man schon gezeigt, wie man Vorsprünge wieder verspielt.
Schiedsrichter der Begegnung zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln ist Dr. Felix Brych aus München. Das Spiel wird – wie jedes Spiel an den letzten beiden Spieltagen – am Samstag um 15:30 Uhr angepfiffen. Wie zu guten alten Zeiten.
Eintracht Frankfurt:
Obwohl man eine grandiose Hinrunde spielte und zur Halbzeit der Saison eigentlich schon fest mit dem Verbleib in der Liga rechnen durfte, steht Eintracht Frankfurt am vorletzten Spieltag auf dem ungeliebten Relegationsplatz. Ob dieser Platz am Ende der Saison für die Eintracht nicht doch positiver ist als gedacht, wird sich noch herausstellen. Eintracht-Trainer Christoph Daum sprach ganz offen von der "letzten Chance" seiner Mannschaft. Diese Analyse ist mehr als treffend.
Eintracht Frankfurt spielt am letzten Spieltag in Dortmund. Die Dortmunder haben schon angekündigt sich beim 1. FC Köln für die Schützenhilfe im Meisterschaftskampf bedanken zu wollen, indem sie gegen Frankfurt gewinnen. Frankfurt kann demnach auf ein Nachlassen des Meisters am letzten Spieltag nicht hoffen.
Man kann die Saison also nur noch mit Punkten gegen den 1. FC Köln retten. Mit einem Heimsieg könnte man nicht nur die Gladbacher auf Distanz halten, sondern würde eventuell auch den VfL Wolfsburg gefährden können.
Seit dem 19. März hat die Eintracht nicht mehr gewinnen können – damals zu Hause gegen St. Pauli (2:1). Dieser 27. Spieltag ist auch das letzte Mal gewesen, an dem Frankfurt mehr als ein Tor in einem Spiel geschossen hat. Drei Unentschieden und zwei Niederlagen: Insgesamt sechs Punkte vom 27. bis zum 32. Spieltag.
Am letzten Wochenende ging man sang- und klanglos in Mainz unter (0:3). In einem Spiel, welches man eigentlich überlebensrettend kämpferisch gestalten sollte, zeigte die Mannschaft von Eintracht Frankfurt auch als sie noch mit elf Mann auf dem Platz stand viel zu wenig. Man ergab sich dem Gegner praktisch schon als es noch torlos unentschieden stand.
Besonders mental wird die Eintracht anders auftreten müssen. Christoph Daum wird sie auf einen Heimsieg einschwören: wieviel davon übrig ist wird sich weisen. Sobald der Schiedsrichter angepfiffen hat, wird entschieden, ob sich Eintracht Frankfurt wenigstens in die Relegation retten kann.
1. FC Köln:
Anfang April hat man dem 1. FC Köln schon zum Klassenerhalt gratuliert. Die Domstädter hatten gerade zu Hause gegen Nürnberg gewonnen (1:0) und fühlten sich mit damals 35 Punkten auf der sicheren Seite. Es waren ja noch sechs Spiele zu absolvieren. Mit einem Sieg aus diesen sechs Spielen wäre man durch, kalkulierte man damals.
Jetzt sieht die Situation anders aus. Ausnahmsweise haben die Boulevardblätter, die den 1. FC Köln trotz bester Aussichten immer wieder reißerisch in den Abstiegskampf schrieben, recht gehabt: Der 1. FC Köln befindet sich noch im Abstiegskampf - oder bessere gesagt "wieder".
Zwar gewann man am letzten Wochenende gegen Bayer Leverkusen (2:0), aber die 38 Punkte, die man jetzt auf den Konto hat, könnten am Ende immer noch den bitteren Relegationsplatz als Beigeschmack mitbringen. Wahrscheinlich ist das nicht, aber möglich. Schon vor zwei Wochen hatte man in Wolfsburg ein Spiel mit dem man den Klassenerhalt hätte klar machen können. Diese Chance vergab man damals eindrucksvoll (1:4).
Um die Form der Kölner darzustellen und mit der von Eintracht Frankfurt vergleichen zu können, betrachten wir einmal den selben Zeitraum, den wir auch oben bei der Eintracht betrachtet haben: seit dem 27. Spieltag haben die Kölner auch lediglich sechs Punkte geholt (Heimsieg gegen Nürnberg und Heimsieg gegen Leverkusen). Vier Mal hat man in dieser Zeit verloren - aber immer ein Tor geschossen. Das Torverhältnis von 6:12 ist allerdings in sechs Spielen nicht gerade wünschenswert.
Köln wird in Frankfurt die gleichen weichen Knie mitbringen wie in den letzten Auswärtsspielen. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass der Sieg gegen Bayer Leverkusen alles andere als verdient war. Mit einem Unentschieden kann der FC den Klassenerhalt sichern. Diese Motivation wird das klassische Kölner Defensivspiel auf des Gegners Platz fördern.
Fazit:
Frankfurt und Köln treffen sich auf Augenhöhe: Auf einer sehr niedrigen Augenhöhe. Wenn auch nur eine der beiden Mannschaften einen durchschnittlichen Tag erwischt, dann wird sie die andere vermutlich überrollen. Die stark unterdurchschnittliche Verfassung beider Mannschaften wird noch durch das Abstiegsgespenst verschlechtert. Frankfurt hat den Heimvorteil - Köln den Sieg im Rücken. Das ist alles. Es kann alles passieren. Spannend wird es allemal, ob es fußballerisch sehenswert wird, bleibt zu bezweifeln.
Wett-Quoten Frankfurt vs. Köln:
Eintracht Frankfurt: 2,10 @ youwin
Unentschieden: 3,60 @ victorchandler
1. FC Köln: 3,80 @ victorchandler









