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Bulissimo


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Bundesliga-Wetten

Bei diesem tollen Sport kann man gar nicht müde werden zu betonen, wie viele tolle Geschichten er uns an einem einzigen Wochenende erzählt. Ja, der König Fußball hat den königlichen Schreiber beauftragt den Spieltag mit Lichtblicken zu füllen und – sieh an – der Schreiber hat seinen Job hervorragend gemeistert. Wollen wir einmal sein Meisterwerk  anhand der Höhepunkte nacherzählen:

Erstens: Mohamadou Idrissou. Seine Disziplinlosigkeit haben wir bereits in der letzten Woche erörtert. Doch an diesem Wochenende hat er auch fußballerisch bewiesen, dass seine Aussagen - insbesondere der Bezug zwischen ihm und der Champions League doch sehr weit her geholt sind. So hat Mohamadou Idrissou zum Spiel der Freiburger in Mönchengladbach nur zwei Dinge beigetragen: Er lag zwischen der 82. und der 85. Minute im eigenen Strafraum auf dem Boden, um Zeit zu schinden. Und einen Reim.

Zweitens: Beim "5 gegen 2", gerne vor Trainingseinheiten oder in Halbzeitpausen wohl dosiert eingestreut, ist die Höchststrafe ein Beinschuss. Wer einen kassiert, ist der Depp. Wenn man das auf eine Bundesligaspiel überträgt, liebe Berliner, dann sieht das wie folgt aus: Zwei Beinschüsse – zwei Gegentore – null Punkte. Und genau so wars gegen Hoffenheim. Erst ließ sich Kapitän Arne Friedrich von Demba Ba tunneln und dieser netzte ein, dann öffnete Steve van Bergen gegen Ibisevic die Beine und schon war das Unternehmen Klassenerhalt weit in die Ferne gerückt. Symbolisch könnte man nun auf die Metapher mit dem Licht am Ende des Tunnels verweisen. Dies wird an dieser Stelle unterlassen, denn wer Letzter ist braucht nicht noch einen drauf. Nicht in dieser Woche.

Drittens: Bundesliga torlos. Was war denn da los? Dass die Deutschen für ihre geordneten Abwehrreihen bekannt sind, ist nichts Neues. Aber das wissen wir doch. Das muss doch nicht so deutlich unter Beweis gestellt werden. An dieser Stelle müssen wir Berlin, Bochum, Nürnberg, Hannover, Hamburg, Leverkusen und Köln an den Pranger stellen. Diese sieben Mannschaften blieben nämlich am Wochenende ohne Torerfolg, was zufolge hatte, dass der Spieltag mit fanfreundlichen 15 Toren in neun Spielen zu Ende ging. In der Konferenz am Samstagnachmittag konnte man getrost zwei bis drei Nebenbeschäftigungen einrichten. Dass in der zweiten Halbzeit nur noch drei Tore fielen, sagt alles.

Viertens: Um etwas internationaler zu werden, sollten wir dem Schreiber des Königs auch noch die Höhepunkte aus Spanien und England zu Gute halten. So hat er einen brillanten Plot zu Chelsea London gegen Manchester City geschrieben. Beide Mannschaften gehen zum Händeschütteln aneinander vorbei. John Terry ist der erste Londoner. Die Citizens laufen in Reih und Glied an ihm vorbei. Geben ihm die Hand. Doch Wayne Bridge – mit dessen damaliger Freundin der verheiratete John Terry geschlafen hatte und der (Wayne Bridge) daraufhin seine Nationalmannschaftskarriere an den Nagel gehangen hatte – verweigert dem Londoner Kapitän den Handschlag. Man kann es sich nicht häufig genug ansehen. Einfach stark.

Fünftens: Anmerkung zum Handschlag-Video. Sollten Sie das Video gesehen haben. Gucken Sie es sich noch einmal an und achten sie auf Craig Bellamy. Das ist der Kleine, der nur wenige Meter vor Wayne Bridge läuft. Auch er hat eine Meinung zu John Terry. Sehen Sie selbst.

Sechstens: Vom Höhepunkt der Premier League nun zum Höhepunkt der Primera División. Wir steigen ein in der 26. Minute des Topspiel zwischen Atlético Madrid und dem FC Valencia. Valencia führt bereits mit 1:0, spielt aber alles andere als gut. Zumindest die Art und Weise wie sie sich von Atlético dominieren lassen, lässt nicht erkennen, dass sie einen Anspruch auf die Champions League Teilnahme stellen. Aber weiter im Text. Atlético-Stürmer Aguero (Achtung: Der spielt auch am Mittwoch gegen Deutschland) nimmt Valencia-Verteidiger Marchena den Ball ab. Dieser foult ihn daraufhin. Aguero lässt sicht nicht fallen, spielt Marchena aus und der Verteidiger klärt im Strafraum mit der Hand. Das ist in etwa ein kurzer Abriss des Geschehens. Danach rennen alle Madrilenen aufgeregt zu Perez Burull – Schiedsrichter der Begegnung. Der hat nichts gesehen. Seine Assistenten auch nicht. Alle anderen im Stadion schon. Marchena beginnt sich das Gesicht zu halten (!). Der vierte Offizielle – ja genau der zwischen den Trainerbänken. Also der vierte Offizielle, der der sich ausschließlich mehr oder weniger auf Höhe der Mittellinie, die bekanntlich recht weit weg von den jeweiligen Strafräumen ist, aufhält, hat auch eine Meinung zu der Geschichte. (Jorge Figueroa Vázquez heißt der gute Mann übrigens) Er weißt Perez Burull daraufhin, dass es Hand war. Perez Burull rennt zum Elfmeterpunkt, um dann auf ihn zu zeigen und zeigt Marchena dann – mit zugegeben nicht wirklich eleganter Körperhaltung – die rote Karte, weil dieser der letzte Mann war. Danach rennen alle Spieler von Valencia aufgeregt zu Perez Burull.

Siebtens: Noch ein Wort zu Marchena. Aufgrund guter Leistungen beim Europameisterschafts-Triumph der Spanier wird Marchena wahrscheinlich wieder in der Startelf der "Roja" stehen. Auch während der WM in Südafrika. Momentan scheint das – angesichts der spielerischen Klasse der Iberer – die einzige Möglichkeit die starken Spanier aus dem Turnier zu kicken. Nach der Vorrunde muss man nur einen Bock von Marchena provozieren und ihn provozieren. Der tritt nämlich gerne und unbedacht. Mit einem mehr auf dem Platz geht das dann auch gegen Spanier. Marchena sah übrigens gegen Atlético in der ersten Spielminute vollkommen berechtigt Gelb, wegen eines überharten Einsteigens. Das wird schon. Die Hoffnung der Fußballwelt liegen auf seinen Schultern.

Achtens: Den Bayern sei dann endlich mal – getreu dem Motto das Beste kommt am Ende – die Ehre gegönnt die Letzten zu sein. Mit dem Heimsieg gegen Hamburg eroberten die Münchener nach einer gefühlten Ewigkeit die Tabellenspitze zurück. Platz 1 um genau zu sein. Allerdings war das Spiel weit von einem Spitzenspiel entfernt. Das sieht man schon daran, wenn der "Kicker" Arjen Robben als "Spieler des Spiels" auszeichnet und dabei gleichzeitig feststellt, dass der Holländer "nach der Pause kräftemäßig abbaute". Sprich in der ersten Halbzeit ganz gut gewesen zu sein, hat gereicht. Hier bleibt nichts anderes übirg als auf Punkt Drei zu verweisen.

Man kann ihn nur mögen, den Schreiber des Königs.

Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.

2. März 2010 / joe - Kategorie: Bundesliga-Wetten

Fussball-News

Während dieser Saison sind wir schon häufiger zu dem Schluß gekommen, dass Fußball nicht zwingend ein Sport ist, der, um ihn professionell auszuführen, mental besonders hohe Ansprüche stellt. Mohamadou Idrissou hat dies eindrucksvoll unterstrichen.Ganz ohne nachzudenken und voll aus dem Unterbewusstsein hinaus, hat er das gesagt, was sicherlich jeder denken darf, aber niemand aussprechen sollte. Sogar das Denken sollte in einem funktionierenden Team nicht aufkommen. Der verbale Ausspruch ist tunlichst zu vermeiden. Auch an schlechten Tagen. Mohamadou Idrissou soll, nachdem er unter der Woche – laut Mannschaftskreisen -  armselig trainiert hatte, zu seinen Mannschaftskollegen gesagt haben "Ich hab keine Lust mehr, mit euch Absteigern zusammen zu spielen. Ich spiele sowieso nächstes Jahr Champions League."
Viel mehr als blankes Entsetzten kann man diesem Verhalten nicht entgegen bringen. Vollkommen verständlich ist an dieser Stelle die Position des Trainers, der den Topstürmer der Breisgauer gegen Berlin auf der Bank ließ. Während des Spiels wurde Robin Dutt schon von den zähnefletschenden Journalisten innerlich zerfleischt. Als dann die wahren Gründe für das Nicht-Auflaufen des kameruner Stürmers bekannt wurden, hatte man Einsicht mit dem breisgauer Übungslehrer. Auch wenn es Gerüchten zufolge wirklich Interesse am besten Freiburger Strümer seitens größerer Klubs wie Schalke 04 und den Hambuger SV gegeben haben soll, sind die Chancen einer Verpflichtung wohl stark gesunken. Denn wer möchte schon solche Charakter-Spieler in seiner Mannschaft haben? Welches Trikot Mohamadou Idrissou in den nächsten Monaten tragen wird, bleibt abzuwarten. Seinen ersten Schritt aus dem Freiburger Trikot heraus hat er getan. Ein Schritt in die falsche Richtung.

An diesem Wochenende haben wir außerdem gelernt wie schnelllebig das Fußball-Geschäft auch auf dem Platz sein kann. Waren die Kölner noch in der Hinrunde zusammen mit Schalke 04 die beste Abwehr der Liga, so sind sie jetzt zur Schießbude geworden. Wurden sie in der Hinrunde noch von allen Seiten gefeiert, sind sie jetzt zur Lachnummer avanciert. Bis zum Winter hatten die Domstädter es fertig gebracht lediglich 15 Gegentore zu fangen – allein in den sechs Spielen 2010 haben sie 16 weitere zugelassen.
Jetzt wurde Trainer Zvonimir Soldo von mehreren Seiten – unter anderem von der Kölner Lokalpresse – empfohlen doch irgendwie wieder die Taktik der Hinrunde anzunehmen. Der Trainer reagierte nur schüchtern mit dem Hinweis "man spiele genauso, man stünde nur nicht mehr so kompakt in der Innenverteidigung."
Ein schwacher Trost. Doch im Falle der Rheinländer kann man von Glück im Unglück sprechen, denn das wahre Glück der Kölner besteht darin, dass es in diesem Jahr – egal wie schlecht die Kölner auch ihre Rückrunde getalten mögen – vier Mannschaften gibt, die deutlich schwächer sind und dies nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Tabelle zeigen. Sowohl Freiburg, Nürnberg und Hannover, als auch Berlin ist nicht zuzutrauen die Geisböcke noch zu überholen. Trotzdem bleibt die Heimniederlage gegen Stuttgart (1:5) ein Schritt in die falsche Richtung.

Als traurigen letzten Punkt, sei noch ein Wink zur Kommerzialisierung gestattet. Wahrscheinlich haben die meisten die Veränderung des Champions League Spielsystems bereits bemerkt. Die spannenden Champions League Konferenzen sind Geschichte. Nie wieder gleichzeitig Tore in Kiev, Liverpool, Trondheim und Lyon, sondern jetzt nur noch in einem Stadion. Aus Gründen der Gewinnmaximierung werden die Achtelfinals jetzt in vier Wochen ausgespielt. Auch die Viertelfinals werden auseinandergezogen. Wenngleich es dem Fußballfan nicht direkt schadet, ist es ein weiterer Schritt hin zum totalen Kommerz. Ein Schritt in die falsche Richtung,

Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.

23. Februar 2010 / joe - Kategorie: Fussball-News

Fussball-News

Falko Götz kennen eigentlich alle. Alle, die die Bundesliga mehr oder minder aufmerksam verfolgen. Der ehemalige Berliner Chefcoach, der später auch 1860 München trainierte, heuerte vor einiger Zeit in Kiel an. Mit Holstein Kiel stieg er auch sofort in die neugegründete 3. Bundesliga auf. Doch in der Hinrunde dieser Saison wurde er gefeuert. Das Thema ging – im Verhältnis zu seiner Brisanz – nur sehr dünn und kurzatmig durch die Presse. Denn Falko Götz wurde nicht aufgrund sportlicher Misserfolge oder verbaler Fehltritte gefeuert, sondern aus einem Grund, den man im deutschen Profifussball (glücklicherweise) nur sehr selten findet. Falko Götz soll angeblich einen Spieler geschlagen haben und wurde aufgrund dieser kriminellen Handgreiflichkeit fristlos entlassen.
Doch nun kocht das Thema auf eine Neues hoch. Wieder kümmert sich die Presselandschaft in Deutschland nur in einigen Randnotizen darum und doch ist es höchst interessant. Verschwenden sie einen kurzen Gedanken an einen ähnlichen Vorwurf in München, Schalke oder Dortmund. Es wäre die Hölle los. Die Gazetten wären tag-täglich nur mit dem einen Thema beschäftigt. Es geht – wenn auch im fußballerisch wenig polarisierenden Kiel – nicht mehr nur noch um Fußball, sondern schon um Arbeitsrecht. Ist es rechtens dem Trainer in diesem Fall fristlos zu kündigen?
Der Grund für das "Erwärmen" der Materie ist ein weiterer Schritt von Seiten des Vereins: Holstein Kiel hat nun auch Co-Trainer Andreas Thom, der allgemein als guter Freund und Weggefährte des gefeuerten Trainers gilt, und Torwarttrainer Klaus Thomforde gefeuert. Götz selber ist gegen die Kündigung bereits gerichtlich vorgegangen. Allerdings wurde dem Ex-Berliner in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht in Kiel nicht Recht gegeben. Das Gericht bestätigte die Handlungen des Vereins. Falko Götz hingegen kündigte bereits an, er wolle bis zum Ende und bis zur letzten Instanz kämpfen, da er sich nichts kriminelles zu Schulden haben kommen ließe.
Der Verein verfügt jedoch durchaus über ein Motiv, einen Streit zwischen Spieler und Trainer hochgekocht haben zu wollen. Denn wenn die Kieler wirklich nicht mehr auf den Trainer gesetzt haben, dann haben sie sich mit der fristlosen Kündigung elegant die Abfindung gespart. Fraglich bleibt, ob man es falko Götz zutraut einen Spieler geschlagen zu haben. Als Trainer wie auch als Mensch konnte man in der Öffentlichkeit keinesfalls ein dominantes oder aggressives Bild des Trainers bekommen. Es ist nur schwierig vorstellbar, dass Götz wirklich geschlagen haben soll. Wie dicht die Beweisdecke gegen ihn ist, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Doch die Aussagen des Trainers lassen darauf schließen, dass er durchaus eine Chance sieht, gewinnen zu können.
Ein Stück weit geht es schließlich auch um seinen guten Ruf. Eine fristlose Kündigung wegen Gewalt am Arbeitsplatz ist zwar wahrscheinlich im Lebenslauf eines Fußballlehrers so unwichtig (siehe Norbert "Kopfstoß" Meier bei Fortuna Düsseldorf), wie sonst nirgendwo, aber Götz scheint es um Gerechtigkeit zu gehen. In Interviews wirkt er angekratzt.

In seiner Ehre.

Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.

17. Februar 2010 / joe - Kategorie: Fussball-News

Bundesliga-Wetten

Da Bulissimo! in der letzte Woche ausgefallen ist, scheint sich die Fußballwelt zusätzlich ins Zeug gelegt zu haben, um thematisch eine möglichst umfangreiche Kolumne zu ermöglichen. Alles begann mit dem Freitagabendspiel zwischen Werder Bremen und Hertha BSC Berlin. Dann waren da noch die interessanten Kommunikationsprobleme zwischen den Herren Löw, Bierhoff und Zwanziger. Ein kleiner ironischer Leckerbissen waren die Aussagen des Stefan Effenberg zu diesem Thema.

Die Berliner bekommen momentan von allen Seiten Lob. Sicherlich ist es typischerweise auch ein wenig "besser-als-erwartet-Lob", doch im Allgemeinen kann man den Hauptstädtern wirklich gute Leistunen attestieren. Bisher hat sie das allerdings keinen Schritt weitergebracht. Denn solange die direkten Konkurrenten, wie Freiburg gegen Schalke, gegen ähnliche Kaliber punkten, kann auch eine gute Leistung in Bremen kein Schritt in die richtige Richtung sein. Es ist allenfalls ein Schritt auf der Stelle. Positiv ist vor allem, dass die Neuzugänge einschlagen, wenngleich das Spiel zehn Minuten vor Schluß unentschieden gehalten werden muss. Das späte Gegentor bricht letztendlich das Berliner Genick. Bizarre daran ist, dass die Berliner regulär durch Gekas in Führung gehen, der Schiedsrichter jedoch Abseits pfeift. Wenn man einmal unten drin ist,…

Ein Kommunikationsproblem soll das Ganze also gewesen sein. Interessant. Was die Herren Löw, Bierhoff und Zwanziger Anfang Dezember geritten hat, einen Handschlagsvertrag zu verkünden, weiß niemand. Denn auch wenn lediglich Zwanziger vor die Presse trat, gab es weder von Löw noch von Bierhoff irgendeine Form von Dementi. Dass man sich im Nachhinein "unter Druck gesetzt" fühlte, erscheint nur schwierig glaubhaft angesichts der fehelenden Stellungnahme gegen das "Missverständnis" im Dezember. Seis drum. Die Nationalmannschaft war auf einem guten Weg zur WM 2010 in Südafrika und hat sich nun selbst – in Form des Präsidiums und den Verantwortlichen – eine hohe Hürde auf die Bahn gestellt. Um zu wissen, dass solche Reibereien unheimlich belastend sind (besonders für das labile psychologische Gemüt einen Leistungssportlers), brauch man keine Experten, die momentan wie Pilze aus dem Boden schießen und dann alle das Selbe sagen. Klar wird es nicht leichter. Und man muss sich fragen, ob es nicht, entgegen der nun verkündeten Aufschiebung der Verhandlungen bis nach der Weltmeisterschaft, besser wäre, man säße sich noch vor den Titelspielen zusammen, um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen. Viel kann es nun nicht zu bereden geben, wenn man sowieso schon über Millionengehälter verfügt.

Einen netten – von neutraler Seite, vollkommen ironischen – Unterton brachte "Der Tiger" in die Diskussion. Im Bezahl-Fernsehen äußerte sich Stefan Effenberg an der Seite von Oliver Bierhoff sitzend äußerst interessant. Der ehemalige Bundesligastar betonnte, dass es für ihn absolut unverständlich sei, dass überhaupt weiter verhandelt werden müsse, da er, sobald ihm irgendein Posten in der Nationalmannschaft angeboten würde, blind unterschreiben würde ohne groß darüber zu verhandeln ("Das regelt sich dann alles schon"). Stefan Effenberg in Topform. Ein wenig populistisch, aber die Älteren werden wissen, dass im Puncto Nationalmannschaft bei Stefan Effenberg noch ein Stachel sitzt. Tiefer als man hätte vermuten können. Stinkefingertief.

Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.

9. Februar 2010 / joe - Kategorie: Bundesliga-Wetten

Fussball-News

Einige kannten seinen Namen. Einigen wenigen war er aufgefallen. Wieder wenigere hatten sich mit ihm beschäftigt. Als Sergio Canales mit zarten 18 Jahren für Racing Santander in der Primera Division debütiert, schindet das noch nicht besonders viel Aufsehen. Doch mit der Zeit sind immer mehr Menschen auf ihn aufmerksam geworden. Was zunächst nur eine Vertragsverlängerung mit Racing Santander werden sollte, wurde über Umwege ein Ziehen und Zerren der europäischen Elite um einen jungen Fußballer, der nicht wissen wird, wie ihm geschieht. Doch der Reihe nach.
Seit dem zehten Lebensjahr spielt Sergio Canales für Racing de Santander. Dadurch, dass er sogar in Santander geboren ist, hat er für den Club und seine Anhänger zusätzlich noch einen enormen idellen Wert. Fußballerisch beginnt sein öffentliches in Erscheinung Treten mit dem Uefa Pokal Spiel der ersten Mannschaft gegen den finischen FC Honka am 18. Septemeber 2008. Nachdem er dann im Oktober des selben Jahres, sowohl in de Primera Divsion als auch im spanischen Pokal debütierte, nahm man den zentralen Mittelfeldspieler zumindest einmal wahr. In der Saison 2008/2009 kam er insgesamt auf sechs Einsätze für Racing Santander.
Der 5. Dezemeber des letzten Jahres, so scheint es, war der Tag des kleinen Durchbruchs für Sergio Canales. In einem Geschäft, in dem Offensivkräfte einzig und allein an Toren und an deren Beteiligungen gemessen werde, gelangen dem 18 Jährigen Canales zwei Tore beim Auswärtssieg bei Espanyol Barcelona (4:0). Nach dem 4:0, dass er selbst erzielte, wurde Canales sogar frühzeitig ausgewechselt. Seit diesem Spiel schießt Canales bei Racing de Santander jede Standardsituation.
Nun kannte man seinen Namen, doch noch wollte sich niemand so recht um ihn kümmern, außerhalb von Santander. Doch das änderte sich über Nacht. In der Nacht vom 9. Januar zum 10. Januar gewann Santander auswärts beim Champions League Achtelfinalisten FC Sevilla mit 2:1 – dank zweier Tore von Canales. Beide Tore sind absolut sehenswert und die Leichtigkeit, die Canales an den Tag legt, wundert enorm.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Real Madrid bereits eine 10 Millionen schwere Offensive gestartet. Problematischer gestaltet sich die Situation für Real Madrid seit diesem Wochenende. Denn mehrere englische Top Clubs (Arsenal, Chelsea, Aston Villa, Manchester City) schickten Beobachter zum Heimspiel von Santander gegen Valladolid. Das Spiel endete Unentschieden und es war wiederum Sergio Canales, der seinem Team den Punkt sicherte (1:1). Nach hohem Anspiel pflückte Canales den Ball im Strafraum einlaufend mit links runter und vollendete per Heber mit rechts.
Zweifelsohne ist Sergio Canales Teil einer großen spanischen Zukunft im Fußball. Er darf nur nicht verbrannt werden. Mit Real Madrid scheint ein Kauf und eine sofortige Ausleihe nach Santander im Gespräch zu sein. Das würden die englischen Clubs wohl nicht machen.
Interessantes Detail ist, dass  – unbestätigten Pressemeldungen zufolge – Deportivo La Coruna 50% der Transferrechte an Canales hält. Diese sollen Teil des Transfers vom Pedro Munitis von La Coruna nach Santander gewesen sein.

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19. Januar 2010 / joe - Kategorie: Fussball-News

Fussball-News

Die Fußballnationalmannschaft von Togo ist auf dem Weg nach Angola Ziel eines terroristischen Überfalls geworden. Wie verschiedene Pressequellen berichten wurde auf die togolesische Mannschaft, die im Bus auf dem Weg zum Africa-Cup nach Angola war, das Feuer eröffnet. Medienberichten zufolge wurde der Bus von togolesischen Sicherheitskräften begleitet, diese konnten den Schußwechsel allerdings nicht verhindern. Bei dem Anschlag kam der Busfahrer ums Leben. Außerdem starben der Co-Trainer und der Pressesprecher der togoleischen Naionalmannschaft. Der Torhüter wurde schwer verletzt und befand sich in Lebensgefahr. Mittlerweile geht es im in einem südafrikanischen Krankenhaus wohl besser. Des Weiteren gab es viele Verletzte, aufgrund der Auseinandersetzungen.
Die Frage ist nun, wie man das Ganze aufarbeitet. So makaber es auch klingen mag, müssen sich die togolesischen Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen, warum sie mit dem Bus angereist sind. Hatte der Veranstalter doch im Vorhinein ausdrücklich verboten dies zu tun. Alle anderen Nationalteams reisten mit dem Flugzeug an. Doch im Nachhinein die Schuld hin und her zu schieben ist wenig zielführend. Es muss sich damit auseinander gesetzt werden, ob es aus sicherheitstechnischen Gründen vertretbar ist ein großes Turnier auf diesem Kontinent zu veranstalten. Der afrikanische Fußballverband bekannte sich umgehend zu Angola und der Austragung des Turniers, trotz des Anschlages. Wohl ein wenig nach dem Motto "uns schubst niemand so schnell um". Unmenschlich ist es, Togo für das "Nicht-Antreten" zu disqualifizieren und wahrscheinlich auch noch zu bestrafen. Gestraft ist diese Mannschaft, dieser Verband, dieses Land schon genug.
Die gleiche Problemstellung sollte man allerdings noch etwas weiter denken. Im Hinblick auf die WM im Sommer in Südafrika gilt es die Sicherheitslücken zu stopfen. Ist es überhaupt zu verantworten eine WM auf diesem Kontinent auszurichten? War es nicht vielmehr der Drang etwas Neues zu tun und die WM zum ersten Mal nach Afrika zu schicken? Zurückgerudert wird jetzt nicht mehr, jedoch ist es wohlmöglich schon zu spät, denn, wenn jemand einen terroristischen Akt inirgendeiner Form auf eine große Veranstaltung geplant hat, dann ist jetzt der Moment. Es wird niemals wieder so einfach werden, wie in Südafrika.

Die FIFA bietet mit der WM 2010 eine Plattform, allerdings nicht nur für Südafrika.

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12. Januar 2010 / joe - Kategorie: Fussball-News

Bundesliga-Wetten

Winterpause. Alle Jahre wieder bringt das Abstiegsgespenst einige Managerhände der Bundesliga zum Schwitzen. Denn die Winterpause birgt eine klaffende Leere. Eine fußballerische Leere. Während der Hinrunde ist es möglich sich von Spiel zu Spiel zu hangeln. Immer in der Hoffnung auf Besserung wird auf das kommende Wochenende und auf bessere Zeiten verwiesen. Die Winterpause bietet dagegen keine Ausreden. Aber Zeit. Zeit zum Denken.
Wenn dann einige Gedankeströme durch die Köpfe der Verantworlichen gerauscht sind und einige Horrorszenarien skiziert haben, kommt der Moment, auf den der Körper zum Streßabbau mit Schweißausbrüchen reagiert. So geschieht das in dieser Winterpause in Berlin und Nürnberg.
Die Frage, die sich nun stellt, ist, wie man auf die miserabele Hinrunde reagiert. Schnell ist klar, dass nichts zun und zusehen nichts hilft. Dass die Strategie des sich "von Spiel zu Spiel hangeln" keinen Sinn ergibt. Was sonst nur Politiker machen, machen nun auch Manager und Sportdirektoren: Den Markt sondieren. Mannschaften im Abstiegskampf haben meist wenig Geld und müssen daher auf Schnäppchen oder Ausleihen zielen. Dass Verstärkungen kommen ist nun geklärt. Doch welche? Betrachten wir einmal des Näheren die Modelle Nürnberg und Berlin der Winterpause 2009/2010.

1. FC Nürnberg:
Der Club hat bekanntlich mit Franz Schäfer seit einiger Zeit einen neuen Präsidenten. Interessant an diesem ist, dass er bei Amtsantritt laut tönte, ein besseres Krisenmanagment als sein Vorgänger Michael A. Roth zu haben. Dieser war deutschlandweit dafür bekannt den Trainerstuhl des 1. FC Nürnberg in eine Art gut bezahlten Schleudersitz umgewandelt zu haben. Die erste Krise unter Franz Schäfer wurde wie gelöst? Richtig, mit einem Trainerwechsel. Michael Oenning verließ den Verein und Dieter Hecking wurde neu eingestellt. Der Übungsleiter forderte sofort Verstärkungen. Dank bester Kontakte nach München, gelang es mit Andreas Ottl und Breno zwei vielversprechende Neuzugänge auszuleihen. Mit dem 24 jährigen Deutschen und dem 20 jährigen Brasilianer haben die Nürnberg bewusst auf junge Spieler gesetzt. Weitere offensive Verstärkungen hatte Hecking gefordert. Doch das Kapitel Makaay endete nicht wünschenswert und an sich ist der Kader des Clubs in der Offensive nicht so schwach besetzt (Charisteas, Bunyaku, Eigler, Chupo-Moting). Fußballerisch wird Hecking versuchen innerhalb der kurzen Vorbereitungsphase (zwei Wochen) auf ein System mit einer Doppelsechs umzustellen. Dabei bleibt es offen, ob der Club mit zwei Stürmer oder nur mit einem Spielt (4-2-3-1).

Hertha BSC Berlin:
In Berlin wurde eine andere Strategie gewählt. Zwar wurden mit dem Brasilianer Ceasar und dem Kolumbianer Ramos schon früh ind er Saison Verstärkungen geholt, doch diese erbrachten nicht die gewünschte Konstanz. Ersterer hat sich als Totalausfall erwiesen. Ramos ist zwar der beste Torschütze der Berliner (5 Tore), ließ aber in puncto Chancenverwertung zu wünschen übrig.
In der Winterpause wurden nun nicht nur erfahrene Neuzugänge präsentiert, sondern wie Trainer Friedhelm Funkel betonte, auch abstiegs-erfahrene Akteure. So hat Theofanis Gekas in Bochum bereits mit dem Abstiegsgespenst gekämpft und auch Levan Kobiashvilli kennt den Abstiegskampf aus Freiburger Zeiten. Der Grieche (29) und der Georgier (32) sind alterstechnisch das Gegenteil der Nürnberger Strategie. Der dritte Neuzugang ist der 26 jährige Tscheche Roman Hubnik. Ein großer Innenverteidiger, der Hertha im besten Fall ein wenig Stabilität im Defensivbereich gibt.

Zwei völlig verschiedene Strategien, die es in der Rückrunde spannend machen. An wem das Absteigsgespenst letztendlich vorbeihuscht und wen es in die Unterklassigkeit mitnimmt, verfolgt der Fußballfan mit großem Interesse. Außer er ist Nürnberger oder Berliner, dann wird 2010 ein Jahr voller Schweißausbrüche.

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5. Januar 2010 / joe - Kategorie: Bundesliga-Wetten

Bundesliga-Wetten

Einst waren sie ein hoffnungsvolles Innenverteidiger-Pärchen in der Nationalmannschaft und nicht wenige hatten die beiden Friedrichs als zukunftsträchige Nationalspieler im Sinn. Heute ist das anders. Manuel Friedrichs Chancen auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erscheinen verschwindend gering. Sein Namensvetter aus Berlin hat deutlich bessere Chancen. Dass er beim Gipfeltreffen im Sommer an Bord sein wird, steht außer Frage, jedoch darf spekuliert werden, ob Friedrich bei der WM auch wirklich "mirwirken" wird. Der Berliner Verteidiger ist ein Defensiv-Allrounder. Jemand, den man gerne dabei hat, weil er überall spielen kann. Genau das könnte das Problem werden. Ähnlich ging es Tim Borowski eine Zeit lang.
Aktuell trennen die Friedrichs in der Bundesliga so viele Punkte wie nie zuvor. Während Arne Friedrich Kapitän des Tabellenletzten, Hertha BSC Berlin, ist, genießt Manuel Friedrich mit Bayer Leverkusen den Platz an der sonnigen Tabellenspitze. Momentan schreiben die Beiden also verschiedene Schlagzeilen. Der eine etwas ruhigere als der andere. So hat Manuel Friedrich seinen Vertrag über die Weihnachtsfeiertage bei Bayer Leverkusen verlängert. Weitere drei Jahre – bis 2013 – wird der Innenverteidiger für die Werkself kicken. Schlagzeilenträchtiger ist der Wirbel um den Berliner Friedrich.
Alles beginnt mit der Verpflichtung von Dieter Honeß durch den VfL Wolfsburg. Honeß, der während seiner längjährigen Tätigkeit in Berlin Arne Friedrich nicht nur von Arminia Bielefeld an die Spree lotste, sondern auch menschlich sehr gut mit dem Kapitän der Hertha zurecht kam, unterbreitete dem Hauptstadtclub schnell ein Angebot für Friedrich. Da es sich um ein besonderes – man könnte sogar sagen "unmoralisches"  – Angebot handelt, wird nun in Berlin heftig diskutiert. Die Wolfsburger bieten angeblich 8 Millionen Euro für den Berliner Kapitän. Eine Summe, die der verschuldeten Hertha (etwas mehr als 30 Millionen Schulden) gut tun würde.Vorausgesetzt dieses Angebot existiert wirklich, stellt sich in Berlin nun jeder einzelne die Frage: Verkaufen oder behalten?
Mit acht Millionen Euro könnte man auch qualitativ den Kader für die Rückrunde auffrischen. Eventuell einen Voronin wieder ausleihen? Auf der anderen Seite muss bedacht werden, dass gerade qualitativ ein großes Fundament der Berliner Abwehr wegbrechen würde. Ein Punkt, der an den Berliner Stammtischen intensiv diskutiert wird. Tatsächlich gibt es Stimmen, die behaupten Friedrich würde in der Saison zu leise und nicht aggressiv genug auftreten und als Kapitän sei er im Abstiegskampf sowieso nicht der richtige. Außerdem habe er selbst genug Wackler im eigenen Spiel. Ganz Unrecht haben sie nicht – auch objektiv nicht. Denn Berlin stand ohne Friedrich auf Schalke (0:2) solide und überzeugte auch gegen Leverkusen (2:2). In der Europa League konnte sogar zwei Mal zu Null gewonnen werden (Ventpils (1:0), Sporting Lissabon (1:0)). Als Friedrich zurückkam, hagelte es prompt fünf Gegentore in München (2:5). Ob gerade Ventpils und Lissabon, das mit einer besseren B-Elf in Berlin auflief, für solche Beobachtungen die richtigen Gegner sind, bleibt an dieser Stelle offen.
Im Allgemeinen sollte Friedrich die Klasse haben, um die Berliner Abwehr zu stabilisieren. Ob mit acht Millionen auf dem Wintertransfermarkt entscheidene Spieler verpflichtet werden können, erscheint fraglich. Fakt ist, dass Friedrich deutlich weniger (ca. die Hälfte) Wert ist. Im Sommer hatten die Berliner Verantwortlichen eine ähnliche Anfrage auf dem Tisch liegen: Sieben Millionen für Josip Simunic. Damals entschied man sich falsch. Haben die Berliner aus ihren Fehlern gelernt?

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29. Dezember 2009 / joe - Kategorie: Bundesliga-Wetten

Bundesliga-Wetten

Hinrunde vorbei. Zeit für Rückblicke. Tops und Flops werden in Tabellen eingeordnet und am Ende gewinnt sowieso Hertha BSC Berlin jedes Rennen um den wenigsten Erfolg und ähnliches – nur bei Eigentore hat Hannover 96 beachtliche Bewerbungen präsentiert. Beim letzten Spitzenspiel der Hinrunde – Hamburg gegen Bremen - sind Fußballfans gegen Ende des Spiels, um genau zu sein fünf Minuten vor Schluß, noch einmal an die wahren Flops der Hinrunde erinnert worden. Traurig hierbei, dass es sich nicht um einen spezifischen Flop handelt, der eventuell in der Rückrunde verbessert werden könnte. Es handelt sich um den großen Mackel des Fußballs. Sicherlich nicht den größten, dass hat diese Hinrunde auf die direkteste und härteste aller Arten jedem deutlich vermittelt. Aber eine schwarzer Fleck auf der grau-ausgewaschenen Bundesligaweste ist er, dieser Flop. Die Schauspielerei.
Klar leidiges Thema, aber sind es nicht die Fußballer selbst Schuld, dass es immer wieder auf den Tisch der Tagesordungen gespült wird? Letztendlich sind es die Fußballer, die sich darüber aufregen unter Generalverdacht gestellt zu werden. Ein Arm kommt in Kopfnähe und schon wird umgefallen, sich das Gesicht gehalten und minutenlang auf dem Boden gewälzt. Ein Spieler kommt einem anderen näher und dieser fällt wie vom Blitz geschlagen um. Eine Kopfnuss wird vorgetäuscht. Selbst gestandene Männer, die über 90kg auf die Waage bringen, schaffen es sobald sie den Hauch einer weißen Linie unter sich vermuten, sich schon mal in Richtung Boden zu begeben, um dann in den Strafraum fallend einzugleiten. Ob man dann Mitleid hat, dass so jemand nichtmal ablösefrei Angebote bekommt. Aber gut, das ist ein anderes Thema. Fraglich bleibt trotzdem, ob die Schauspielerei, und damit ist zweifelsohne nicht nur das Übertreiben und Nachhelfen bei Körperkontakt gemeint, sondern viel mehr noch das Vortäuschen eines Kontaktes, wenn selbst dieses Minimum an Zweikampf gefehlt hat, im Profifußball richtig ist. Einen festen Platz hat sie. Dagegen vorgehen könnte man auch. Wie wäre es beispielsweise, wenn man mal anfangen würde. Jetzt. Heute. Hier. Mit Robert Tesche.
Jener Tresch, der in der 85. Minute auf den Bremer Schlußmann Tim Wiese zuläuft, diesen gekonnt umspielt, und sich alleine (!), in zentraler Position (!) auf dem Weg zum leeren (!) gegnerischen Tor befindet. Noch drei Schritte sind es für ihn und noch 14m für den Ball genüsslich das 3:0 zu markieren und sich feiern zu lassen. Doch was macht Robert Tesche? Er lässt sich, als er gerade an Wiese vorbei ist, fallen. Einfach so. Ohne Grund. Eine Schwalbe. Lieber einen Elfmeter als das sichere 3:0? Fußball mag nicht gerade ein Abiturientensport sein, aber das hat wohl eher etwas mit Spielverständnis zu tun. Und eine Charakterfrage ist es auch. Spieler wie Tesche gehören gesperrt und ausgepfiffen. Sie beschmutzen, was andere ihr Leben lang polieren.

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22. Dezember 2009 / joe - Kategorie: Bundesliga-Wetten

Fussball-News

"Mittendrin statt nur dabei", dachten sich wohl Hannovers Verteidiger, als sie den Wettskandal verfolgten. Dass die Vorstellung der niedersächsischen Abwehrreihe nicht direkt mit dem Wettskandal in Verbindung zubringen ist, erscheint, besonders bei genauerer Betrachtung der Eigentore, mehr als deutlich. Wenn allerdings überall Verdacht geschöpft wird und der ein oder andere Journalist der schreibenden Zunft mit seinem Goldwägelchen durch die Fußballwelt rollt, ist es wohl der passende Moment, um in einem Spiel drei Eigentore unterzubringen. Auf die Kuriosisten Arten schafften es die Hannoveraner den Ball so in Richtung des eigenen Gehäuses zu buxieren, dass selbst der eigene Torwart unter in Anspruchnahme seines ganzen Könnens nichts machen konnte. Ironischerweise sind die Hannoveraner normalerweise nicht besonders torgefährlich: 16 Tore in 15 Spielen sprechen eine eindeutige Sprache. Besser als Hannover-Trainer Bergmann kann man es eigentlich nicht auf den Punkt bringen: "Da schießen wir auswärts sechs Tore und verlieren trotzdem." Unverständlich.

Man könnte sich wirklich fragen, für wen oder was Real Madrid im Sommer so viel Geld ausgeben hat, wenn man sich die aktuelle Diskusion um die Königlichen zu Gemüte führt. Stamm-Innenverteidiger Pepe hat sich am Wochenende beim Spiel in Valencia (3:2 Auswärtssieg für Real Madrid) das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Die mehr als wahrscheinlichen sechs Monate ohne Ball am Fuß bedeuten nicht nur für Real Madrid ein Loch in der Innenverteidigung, sondern vor allem für Pepe eine Weltmeisterschaft vom Sofa. Dass der portugisische Abwehrstar noch vor den Titelkämpfen in Südafrika gesund wird, erscheint unmöglich.
Gerade im Kader von Real Madrid findet sich genug Ersatz – sollte man glauben. Doch Real-Manager Jorge Valdando kündigte sofort nach Bekanntwerden der Verletztung Pepes an: "Wir werden uns auf dem Transfermarkt im Winter umschauen." Ein Schlag ins Gesicht für Spieler wie Christoph Metzelder und den jungen Argentinier Ezequiel Garay, die "hinter" Pepe auf der Bank sitzen.
Des Einen Leid, des Anderen Freud. Ein alter Bekannter meldete – über eine große madrilenische Sport-Tageszeitung – an, dass er sich gerne als Vertreter für Pepe anbieten würde. Er lud sich praktisch selbst ein. Die Rede ist von Roberto Carlos, der nun aus der Türkei abgewandert ist und eigentlich in Brasilien noch ein paar Jahre Fußball spielen wollte. Seine Idee sieht vor, dass Sergio Ramos in die Innverteidigung einrückt und für ihn dann die Außenverteidigung frei würde.

Abschließend noch Grüße an die Berliner Hertha, die es geschafft hat den sechsten Punkt in der Saison einzufahren, an Michael Frontzeck, der mit Borussia Mönchengladbach den sechsten Saisonsieg holte und scheinbar zum ersten Mal als Trainer Erfolg hat, und an den 1. FC Köln, der zum sechsten Mal in Folge auswärts kein Tor kassierte (Bundesligarekord!) und dabei sogar vier Mal selbst ohne Tor blieb – Langeweile pur!

Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.

15. Dezember 2009 / joe - Kategorie: Fussball-News









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