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Mit dem Sieg der Bayern im DFB-Pokal Finale gegen den SV Werder Bremen endet die Saison auf nationaler Ebene mit einem erwarteten Ende: Dem Münchener Double. Zwar war zu Saisonbeginn nicht klar, ob die bayrischen Großeinkäufe einschlagen würden und ob der bayrische Neu-Trainer aus Holland die Mannschaft lenken könne, doch letztlich beginnt jede Saison mit einer Titelerwartung für den Rekordmeister. Durch den Gewinn der Deutschen Meisterschaft, sowie des DFB-Pokals haben die Bayern allerdings eindrucksvoller als erwartet gezeigt, dass sie wieder "Herr im Haus" sind. Louis van Gaal hat seine Mannschaft letztlich auf nationaler Ebene zur Perfektion getrieben. Das Spiel gegen Bremen war schon eine Exhibition der Macht des Münchener Kombinationsfußballs. Selbst die für gewöhnlich immer brauchbare Phrase "Wenn der den macht, läuft alles anders" hatte in diesem Spiel keine Bedeutung. Denn mit ziemlicher Sicherheit kann man behaupten, dass die Bremer auch verloren hätten – vielleicht wären sie nicht dermaßen untergegangen – wenn Claudio Pizzaro die Norddeutschen in Führung schießt. Die Bayern waren an diesem Abend zu gut. Einfach zu gut.
Die Bundesliga kann nun nur hoffen, dass diese nationale Perfektion noch einmal einen "Push" für die internationalen Ziele gibt. Wer im Finale steht, will dieses schließlich auch gewinnen. Mit Inter Mailand wartet eine Mannschaft, die – wie die Bayern – in dieser Saison bereits das nationale Double geholt hat. Außerdem verfügt Mailand – wie die Bayern – über einen äußerst cleveren Fußballlehrer an der Seitenlinie. Man darf gespannt sein.
Mit diesem kleinen Rückbilck auf das Pokalfinale und dem zarten Ausblick auf einen möglichen deutschen Triumph auf Europas höchster Ebene, verabschiedet sich die Fußball-Kolumne Bulissimo! nach 40 Ausgaben von Ihnen.
Wie hat ihnen Bulissimo! über die Saison hinweg gefallen? Welche Themen haben sie besonders interessiert? Was hat sie an den Artikeln gestört? Ihr Feedback an news@wettbasis.com ist gerne gesehen und ausdrücklich erwünscht.
Sobald die Bundesliga wieder Lebenszeichen von sich gibt, wird es auf der Wettbasis wieder eine Kolumne rund um den Lederball geben. Diese soll sie dann mit neuen Ideen, optimierten Verbesserungen und lebendiger Dynamik in der neuen Saison begleiten.
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
18. Mai 2010 / joe - Kategorie:
Bundesliga-Wetten
Das war es dann mit der Bundesliga-Saison. Zumindest die reguläre Saison gilt mit dem 34. Spieltag am Wochenende abgeschlossen. Lediglich das DFB-Pokal Finale und die – dem Kommerz gewidmeten – Relegationsspiele feheln auf nationaler Ebene, um das Kapitel 2009/2010 zu schließen. Der allgemeine Fußball-Fan kann sich dann noch an den internationalen Finalspielen in Madrid und Hamburg erfreuen, sowie das Vier-Jahres-Meeting der Nationalmannschaften am Kap der guten Hoffnung genießen. Vor einem all zu großen Sommerloch muss also niemand Angst haben. Obgleich die Bundesliga mit dem 34. Spieltag einen Deckel auf ihre Aktivitäten gelegt hat, sei ein letzter Blick auf das Ende dieser Saison gestattet:
1. Langeweile. So leid es uns tut, müssen wir sofort zu Beginn und ohne große Umschweife auf den Punkt kommen: Was für ein langweiliger Spieltag. Am letzten Höhepunkt der Saison fehlte besonders eines: Der Höhepunkt. Wenige Tore und wenige Emotionen, kaum komplizierte Konstellationen, schnelle Entscheidungen. Kein Zittern, keine Disskusionen. Keinen Eklat. So sensationssüchtig das alles klingen mag, soll es im Grunde genommen doch nur ausdrücken, dass die Bundesliga ihre Körner wohl schon in der gesamten Saison verschoßen hatte und für den letzten Spieltag ncihts mehr übrig hatte.
2. Abstiegskampf. Wie im ersten Punkt beschrieben, war das Kapitel Abstiegskampf dank der überschaulich gestalteten Bochumer Defensiv-Leistung recht schnell geklärt. Hannover 96 und der VfL Bochum sollten sich eingentlich zum Abstiegsendspiel und Klassenerhalts-Krimi im Ruhrpott treffen. Doch darauf wurde nichts. Die Gäste aus Niedersachsen gingen durch Arnold Bruggink bereits in der 9. Spielminute in Führung (besondere Beachtung erhält dieses Tor in Punkt 3). Nach 23. Minuten legten dann wieder die Bochumer in der Abwehr alles zu Recht, um diesmal Mike Hanke das Tore schießen leicht zu machen. Als der VfL dann kurz vor der Pause bei eigener Ecke eigentlich den zweiten Ball gewinnt, doch durch den indiskutabel agierenden Paul Freier, sofort wieder abgibt, und demzufolge in einen Konter läuft, ist Bochum abgestiegen. Schon nach dem ersten Gegentor wirkte Interimstrainer Darius Wosz hilflos. Als sähe er das Unheil kommen. Aufhalten konnte er es nicht mehr.
3. Arnold Bruggink. Durch den hohen Sieg Hannovers ging die Szene, die dem ersten Tor der Niedersachen (erziehlt durch eben Arnold Bruggink) vorangeht, vollkommen unter. In den meisten Berichterstattungen wurde sie nur kurz erwähnt, aber es wurde nicht weiter darüber diskutiert. An dieser Stelle soll das aber geschehen. Denn was sich Arnold Bruggink dort leistet, ist grob unsportlich.
Nach einem Foul (?) bleibt der Hannoveraner am Boden liegen. Er krümmt sich und deutet dem Beobachter deutlich Schmerzen an. Hannover verlagert das Spiel auf die linke Seite (Bruggink liegt auf der rechten Außenbahn), spielt den Ball jedoch nicht ins Aus. Hannover spielt auf der linken Seite weiter, Bruggink sieht seine gute Position, und erhebt sich per Wunderheilung, rennt in den Strafraum und erziehlt das erste Tor für Hannover.
Man mag argumentieren, dass dieses Vorgehen Gang und Gebe in der Bundesliga sei, doch unsportlich bleibt es so oder so. Hannover plant Arnold Bruggink abzugeben. Aus neutraler Sicht eine gute Sache, denn solche Profis braucht die Bundesliga nicht.
4. Kampf um die internationalen Plätze. Im Kampf um die internationalen Plätze lief alles gegen eine Überraschung. Das Schlüsselspiel zwischen Hamburg und Bremen endete genau so, wie es nicht hätte enden dürfen. Durch das Unentschieden im Nordgipfel, wurden die Ausgänge der Begegnungen mit Leverkusen und Stuttgart nahezu gleichgütig. Zwar verlor Stuttgart nicht in Hoffenheim, womit auch ein Hamburger Auswärtssieg in Bremen unnütz gewesen wäre, und Leverkusen gewann nicht in Mönchengladbach, womit eine Bremer Niederlage auch keine andere Entscheidung erbracht hätte, jedoch kam durch diese Ergebnisse und Zwischenstände niemals wahre Spannung in der 9-Spiele Bundesliga Konferenz auf. Manchmal kann man das Drehbuch des Fußball halt doch nicht selber schreiben.
5. Spanien. Wer in Sachen Abstiegskampf eventuell noch etwas Dramatik erleben will, sollte sich am Wochenende den letzten Spieltag der Primera Division in Spanien angucken. Dort sind gleich vier Mannschaften – von denen zwei Gegen Real Madrid und den FC Barcelona spielen – punktgleich. Zwei von ihnen steigen ab, zwei bleiben drin. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sogar der Tabellenletzte, obgleich drei Punkte Rückstand, noch in das Geschehen eingreifen.
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
11. Mai 2010 / joe - Kategorie:
Bundesliga-Wetten
Vorletztes Wochenende. Vorletzter Spieltag. Das vorletzte Treffen der Fußball Bundesliga in dieser Saison. Für eben diese regelmäßigen Treffen haben sich für die nächste Saison bereits der FC St. Pauli und der 1. FC Kaiserslautern angemeldet. Die beiden Mannschaften werden nach dem Sommer am Spielbetrieb der höchsten deutschen Spielklasse teilnehmen. Mit Hertha BSC Berlin verliert die Liga eine der spielerisch besten Mannschaften. Vergleicht man das spielerische Potential der Berliner mit dem der anderen Abstiegskandidaten, huscht einem ein leichtes Schmunzeln übers Gesicht. Die Berliner sind wohl der beste Absteiger aller Zeiten – der wohl unnötigste Abstieg der Geschichte. Die etwas anderen Höhepunkte fast Bulissimo! zusammen:
1. Berliner Symphatisanten: Interessant an der Berliner Geschichte, die von der "beinahe-Meisterschaft" über den "Sommerausverkauf" und den "Dauerletzten" in den sicheren Abstieg führte, ist das Spiegelbild der Berliner in der Bevölkerung. Denn – wer sich erinnert – als in der letzten Saison über die Erfolgsserie der Berliner, die lange Zeit der Rückrunde die Tabellenführung inne hatten (zwischenzeitlich mit bis zu vier Punkten Vorsprung!), berichtet wurde, ging ein Raunen durch den Raum. Die Hauptstädter würden so ergebnisorientiert spielen und keinen Sinn für schönen Fußball haben. "Die sind nur effektiv, anschauen kann sich das keiner", trifft in etwa den Kern des Berliner Images an den Stammtischen der Nation. In dieser Saison hat sich das Blatt gewendet. Plötzlich begrüßt die Berliner jeder als "spielstark" und "attraktiv". Im Allgemeinen werden die Spiele als fußballerisch hochwertig betrachtet. Kaum schießen die Herthaner keine Tore mehr, sind sie beliebt.
"Keine Tore" haben also "breite Beliebtheit" als Konsequenz. Interessant!
2. Der Fall des Kevin Großkreutz: Fragen sie bitte nicht, wie der Schiedsrichter der Begegnung - auf dessen Namen in diesem Bulissimo! aus Personenschutz-Gründen nicht weiter eingegangen wird - im Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg auf die Idee gekommen ist, einen Elfmeter zu pfeifen, als Kevin "12,7 km Laufstrecke pro Spiel" Großkreutz im Strafraum der Wölfe im besten Fall "ins Straucheln" geriet. Bis heute ist vollkommen ungeklärt warum Kevin Großkreutz in diesem Moment zu Boden geht. Ein Foul war es, mangels Berührung eines Wolfsburgers, nicht. Auch eine Schwalbe kann, aufgrund der Fernsehbilder und der absoluten Unmöglichkeit einer Nachstellung der Bewegungen des Dortmunders, vollkommen ausgeschlossen werden. Was ist es dann? Einfach nur Unvermögen vermutlich. Als sich Großkreutz über den Pfiff freut, wusste er sicherlich noch nicht, dass der Kontakt, den er gespührt haben wird, lediglich von seinem anderen Bein verschuldet war. Dieses bewegte sich nämlich entgegen aller physikalischen Gesetze im freien Raum des Wolfsburger Strafraums umher. Wer das Video dieser Situation häufiger anschaut wird wahrscheinlich zu dem Schluß kommen, dass es zwar niemals ein Elfmeter war, aber dennoch einen verdient hatte. Denn was Großkreutz da macht, ist große Klasse. Zwar nicht im Fußball, aber immerhin.
(2. b) Kommerz: Auf den kompletten kommerziellen Fehltritt der VW-Mannschaft aus der Autostadt in Niedersachen, an den letzten drei Spieltagen, aufgrund einer Werbekampagne des Hauptsponsors, auf die Vereinsfarben zu verzichten und stattdessen in einem dunklen Blau aufzutreten, wird hier bewusst nur in Klammern hingedeutet.)
3. Die Borussia Lüge: Totz des Abstiegs einer Fußballkunst und eines schwachsinnigen Elfmeters, ist das bitterste Element dieses Spieltags noch unbesprochen: Borussia Mönchengladbach.
Was sich die Niederrheiner bei ihrem "Auftritt" – es sei bemerkt, dass "Auftritt" eigentlich zu hoch gegriffen ist – in Hannover gedacht haben, ist nicht nur Trainer Michael Frontzeck sondern auch ganz Fußball-Deutschland schleierhaft. Sich innerhalb kürzester Zeit vom Tabellenvorletzten dermaßen abschießen zu lassen, dass dieser nicht nur drei Punkte im Spaziergang geschenkt bekommt, sondern gleichzeitig sein negatives Torverhältnis aus der kompletten Saison nahezu ausgleichen kann, ist indiskutabel. Die Gladbacher, die außer in Köln in der Republik im Grunde recht guten Ruf genießen, haben ihren Kredit bei manch einem an diesem Wochenende verspielt. Gerade die Borussia, die, aufgrund ihrer jüngsten Abstiegskampf-Historie, wohl am besten wissen sollte, wie wichtig es ist, dass alle Mannschaften in der Bundesliga ihre Saison bis zum Ende gewissenhaft spielen, um den Wettbewerb nicht zu verschieben, ließ sich am Wochenende nach allen Regeln der Kunst einseifen.
Die Art und Weise mit der die Gladbacher ihr Spiel abschenkten, ist eine Frechheit und eine absolute Respektlosigkeit gegenüber allen anderen Mannschaften der Bundesliga.
Erkannt haben das sogar die eigenen Fans, die geschlossen in der 65. Minute den Block verließen.
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
4. Mai 2010 / joe - Kategorie:
Fussball-News
Wer hätte das gedacht? Nachdem Bulissimo! in der letzte Woche darüber berichtet, wie die Situation bezüglich der Titelvergabe in den Top-Ligen Europas aussah, hat sie sich an diesem Wochenende in zwei der vier betrachteten Spielklasen drastisch verändert. So muss der FC Bayern München in Deutschland nach dem Unentschieden in Mönchengladbach am 32. Spieltag (1:1) um den Meistertitel in der 1. Bundesliga bangen. Der FC Schalke 04 konnte durch den sehr glücklichen Last-Minute Auswärtserfolg in Berlin (1:0) entscheidenen Boden gut machen und steht den Bayern nun nur noch im Torverhältnis etwas nach.
In Italien drehte sich das Blatt an der Spitze sogar komplett. Das – wie angekündigt – schwierigste Spiel im Restprogramm des ehemaligen Tabellnführers aus Rom gegen Sampdoria Genau wurde dem AS Rom zum Verhängnis. Trotz des Führungstors durch Kapitän Totti, konnten die Hauptstädter nichts Zählbares aus dem Heimspiel mitnehmen (1:2). Nun steht Inter Mailand am Platz der Sonne. Ohne die trügerischen Aussagen in dieser Kolumne nutzen zu wollen, darf hier angekündigt werden, dass Inter aufgrund des qualitätsarmen Restprogramms den sportlich fünften Meistertitel in Folge gewinnen wird. Ein besonderer Titel, denn mit diesem Meisterschaftsgewinn – dem 18 - würde Inter (inkl. des im Nachhinein zugesprochenen Titels), am AC Milan (17 Titel) vorbeiziehen.
Das einzige Thema, welches in dieser Woche zählt, ist Europa! Kommen die Bayern bis ins Finale? Dringt der HSV ins Endspiel im eigenen Stadion ein?
Zu der ersten Frage mit den Bayern, hätte man vor Wochenfrist noch mit einem druchaus selbstbewussten "JA!" gewantwortet, doch mittlerweile scheint man diese Aussage relativieren zu müssen. Denn die Bayern haben zwar das Hinspiel dominiert, aber sie spielten a) zu Hause, b) mit Frank Ribery, c) mit einer eingespielten Defensive und d) in einer gewissen Euphorie. Im Rückspiel müssen die Bayern nun a) auswärts nach Lyon, b) ohne Frank Ribery auskommen, c) mit einer wild drucheinander gewürfelten Defensive antreten, und d) den Stotterfußball aus dem Gladbach-Spiel aus den Köpfen streichen.
Sicherlich stehen die Vorzeichen nicht mehr so gut um die Bayern, allerdings sollte jedem klar sein, dass sich der Münchener Vorsprung und der Vorteil, der sich aus dem gegetorlosen Hinspielsieg ergibt, immer noch auf Seiten der Bayern ist. Die Motivation seit langem mal wieder den deutscen Fußball in ein Endspiel der UEFA Champions League zu bringen sollte in jedem Fall reichen, um in bester Verfassung das Spielfeld zu betreten.
Zu der zweiten Frage, hätte man vor Wochenfrist mit einem enttäuschten und tiefgähnenden "NEIN!" gewantwortet, doch mittlerweile hat man ein wenig Hoffnung im Umfeld des Hamburger Sportvereins schöpfen können. Die Norddeutschen präsentierten sich im Hinspiel des Halbfinals der Europa League gegen den FC Fulham (tristes Mittelfeld in England) positiv formuliert "zurückhaltend" oder "bescheiden". Zwar hatte man über die meiste Zeit den Ball, jedoch schienen die Hamburger nichts mit der Lederkugel anfangen zu wissen. Letztendlich stand ein torloses Unentschieden zu Buche, welches mit Sicherheit alles für das Rückspiel offen lässt, allerding die bessere Ausgangssituation nach England schiebt. Der HSV muss irgendwie ein Tor in Fulham schießen, um auf irgendeine Art und Weise weiterzukommen – schwierig genug.
Die Hoffnung resultiert dann docher eher aus dem Trainerwechsel. Aktuell ist es nur ein Trainerrauswurf. Wann ein offizieller Nachfolger bekannt gegeben wird, steht noch offen.
Aus deutscher Sicht kann man sich nur wünschen, dass man am Ende der Woche in dem ein oder anderen Boulevard-Blatt ein "JA!" lesen darf.
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
27. April 2010 / joe - Kategorie:
Fussball-News
Die Saison neigt sich ihrem Ende. Gerade das sollte für den Verfechter des Sports mit dem Lederball Anlass genug sein, sich noch mehr auf den Fußball einzulassen. Denn jetzt beginnt die heiße Phase. In der Bundestliga scheint der Titelkampf noch nicht sonderlich spannend, doch international bietet der "alte Kontinent" alles was das Herz begehrt. So sind in England, Spanien und Italien die Titelkämpfe seit diesem Wochenende so offen wie selten zuvor. Gerade dieser letzte Spieltag hat die Spitzenmannschaften noch einmal enger aneinander rücken lassen. Es lohnt sich in dieser Spielzeit wieder kurz vor Schluß einen Blick auf die Tabellenstände, Restprogramme und sonstige Begebenheiten der Spitzenteams in den europäischen Top-Ligen zu werfen: Deutschland, England, Italien, Spanien.
Deutschland, 1. Bundesliga:
Der FC Bayern München führt mit 63 Punkten vor dem FC Schalke 04 mit 61 Punkten die Tabelle an. Vergleicht man alleine das Auftreten des Tabellenersten, dem FC Bayern München, und dem Tabellenzweiten, dem FC Schalke 04, gegen Hannover 96 in den letzten beiden Wochen, wird deutlich: Die Bayern sind haushoch überlegen. Während Schalke wichtige Punkte im Titelkampf in Niedersachsen liegen ließ (2:4), ballerte der Rekordmeister aus Süddeutschland die Hannoveranische Gäste in der heimischen Allianz Arena wieder nach Hause (7:0). Sicherlich kann man nun argumentieren, dass Hannover zu Hause stärker sei, als auswärts. Statistisch ist das zwar richtig, doch belegen die Zahlen nur einen feinen Unterschied – Hannover gewann zu Hause nur ein Spiel mehr als auswärts und holte nur fünf Punkte mehr bei einem Spiel mehr.
Unabhängig dessen ist es auch das Restprogramm, dass dem Rekordmeister in die Karten spielt. Bayern hat mit Gladbach, Bochum und Berlin nur noch äußerst schwache Namen auf dem Zettel. Schalke 04 hingegen hat mit Werder Bremen noch einen richtigen Brocken vor der Brust – die anderen beiden Gegner heißen Mainz und Berlin.
Außerdem können die Bayern nicht nur von ihrem zwei Punkte Vorsprung zähren, sondern haben auch noch das weitaus bessere Torverhältnis (14 Tore besser).
England, Premier League:
Auf der Insel führt der FC Chelsea London mit 77 Punkten die Tabelle vor Manchester United mit 76 Punkten an. Seit diesem Wochenende ist die Spannung in der englischen Premier League in der Frage um die Titelvergabe mit Händen zu greifen. Zwar verabschiedete sich der FC Arsenal London (71 Punkte) mit einer peinlichen Auswärtsniederlage bei Wigan Athletic aus dem Titelrennen (die Gunners führten bis zur 80 Minute mit 2:0 und kassierten dann in der 81., 89. und 90. Minute insgesamt drei Gegentreffer), doch gleichzeitig gelang es Manchester United bis auf einen Punkt an den FC Chelsea London heran zu rücken.
Manchester United gewann in der Nachspielzeit durch ein Tor von Oldie Paul Scholes das Stadtderby bei Manchester City (1:0) und meisterten damit die schwierigste Aufgabe ihres Restprogramms. Währenddessen konnten die Blues um Michael Ballack beim schwierigen Auswärtsspiel gegen die Tottenham Hotspur nicht gewinnen. Schon zur Halbzeit führte Tottenham mit 2:0 und Lampards Anschluß in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskosmetik (1:2).
Das bedeutet, dass Chelsea sich nun keinen Ausrutscher mehr erlauben darf. In England werden wie in Deutschland noch drei Spieltage ausgetragen. Beide Spitzenmannschaften haben noch einen starken Gegner und zwei tendentiell leichtere Gegenüber. Für Chelsea heißen die Gegner Stoke City, Liverpool und Wigan Athletic, wobei nur gegen Liverpool auswärts angetreten werden muss. Auf Seiten von Manchester United geht es an den letzten Spieltagen gegen Tottenham, Sunderland (auswärts) und Stoke City.
Italien, Serie A:
Die ialienische Eliteklasse wird seit vorletztem Wochenende vom AS Rom angeführt. Die Römer stehen mit 71 Punkten an der Spitze und halten den Serienmeister aus Mailand, Inter Mailand, auf einen Punkt Differenz (70). Durch eine beeindruckende Serie in der Serie A – die letzte Niederlage des AS Rom datiert aus dem Oktober vergangenden Jahres – gelang es dem AS Rom mit zuletzt sechs Siegen in Serie die schwächelnden Spitzenmannschaften zu überraschen und schließlich zu überholen. Angeführt von Francesco Totti gewann Rom Ende März ein entscheidenes Spiel zu Hause gegen Inter Mailand (2:1). Nun stehen die Rümer von den Mailändern.
Rom spielt an diesem Wochenende gegen Sampdoria Genua. Angesichts der restlichen Gegner (Parma (10.), Cagliari (12.) und Chievo Verona (13.)) könnten die Römer den Weg zur Meisterschaft schon an diesem Wochenende glätten.
Inter Mailand hat mit Atlanta Bergamo (18.), Lazio Rom (16.), Chievo Verona (13.) und Siena (19.) zwar auf dem Papier noch schwächere Gegner, muss aber zunächst auf einen Ausrutscher des AS Rom hoffen.
Spanien, Primera División:
Der FC Barcelona führt die Primera División in Spanien mit 84 Punkten vor Real Madrid mit 83 Punkten an.
Nach der Heimniederlage im Clásico hatten in Madrid wohl alle schon mit einer titellosen Saison gerechnet (und abgerechnet). Manuel Pellegrini wurde von der Presse offensichtlich verabschiedet und das Projekt von Florentino Perez, welches ohnehin mit jeder königlichen Niederlage schlecht geredet wird, wurde an den Pranger gestellt. Doch dann schaffte Espanyol Barcelona, was Real Madrid nicht gelungen war: Der kleine "Bruder" des FC Barcelona holte gegen den Titelverteidiger einen Punkt (0:0). Durch den anschließenden Sieg der Madrilenen gegen den FC Valencia (2:0) waren die Madrilenen auf ein Mal wieder nur ein kleinen Pünktchen hinter dem FC Barcelona und kündigten bereits den Gewinn der Meisterschaft an.
Zwar ist der prepotente Durchschnitts-Madrilene – der Ausdruck sei der Verallgemeinerung wegen verziehen – meistens viel schneller Meister als die Tabelle dies aussagt, doch ganz Unrecht hat der kleine Mann nicht. Denn das Restprogramm sollte auf dem Papier für die Hauptstädter sprechen.
Real Madrid hat zwar im Druchschnitt stärkere Gegner, allerdings nur noch einen dicken Brocken. Barcelona hingegen muss nicht nur mit der Doppelbelastung durch die Champions League – welche durch die Vulkanstaubwolke aus Island und dem damit verbundenden Flugverbot zu einer erheblichen Mehrbelastung geworden ist – zurecht kommen, sondern hat in seiner Suppe noch zwei große Brocken auszulöffeln.
Madrid spielt noch in Saragossa, gegen Osasuna, auf Mallorca (!), gegen Bilbao und in Malaga. Barcelona spielt gegen Xerez, in Villareal (!), gegen Tenerifa, in Sevilla (!), gegen Valladolid.
In Deutschland scheint die Messe gelesen zu sein, doch in den restlichen europäischen Top-Ligen erwartet uns ein wahrer Endspurt um die nationalen Meisterschaften. Und zwischendruch bleibt noch Zeit für die Champions League. Und die Europa League. Ach, und im Hinterkopf haben wir ja noch dieses große Turnier in Südafrika.
Wer hat bei solchen Aussichten keine Lust auf die nächsten Wochen?
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21. April 2010 / joe - Kategorie:
Fussball-News
Die Befürchtungen aus vergangenden Wochen, dass sich Felix Magaths Machtbereich in der Bundesliga noch weiter ausdehen würde, haben sich bekanntlich zumindest an diesem Wochenende nicht bestätigt. Außerdem hat die Bundesliga an diesem Wochenende etwas eingeleitet, was wohl kaum einen freuen dürfte: Ein langweiliges Saisonfinale.
Sicherlich gibt es einige Fangruppen - allen voran die bayrischen – die mit einem langweiligen Saisonfinale durchaus leben könnten. Auch die Kölner, die sich an diesem Spieltag durch einen Auswärtssieg in Hoffenheim endgültig vom Abstiegskampf haben losreißen können, sind mit einem derart langweiligen Ausgang zufrieden: Weniger erfreuen wird das Ganze die Schalker, Leverkusener und Berliner Fans.
Damit der Letzte auch ein einziges Mal in dieser Saison zu den Ersten gehört, beginnen wir mit den Berlinern: Durch die Heimniederlage gegen Stuttgart sind in der Hauptstadt wohl die Lichter ausgegangen. Da die Hertha noch gegen Frankfurt, Schalke, Leverkusen und Bayern München spielt, wird die alte Dame in dieser Saison aller Voraussicht nach, die Segel streichen müssen. Die Zweitklassigkeit ist dramatisch, zumal die Hertha zum selben Zeitpunkt in der letzten Saison noch ernsthafter Titelaspirant war. Letztendlich sind es die krassen personellen Fehlentscheidungen eines Lucien Favre (und eines Dieter Honeß?), die die Berliner in den Abgrund getrieben haben. Trotz dieser Fehler hätte man alleine in dieser Rückrunde den Klassenverbleib erspielen können. Doch Berlin schießt zu Hause keine Tore. Nach torlosen Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach, den VfL Bochum und Borussia Dortmund, spielte man auch noch ohne eigenen Torerfolg gegen Hoffenheim (0:2) und Stuttgart (0:1) – allein in der Rückrunde. Sicherlich haben die Proteste eines Michael Preetz durchaus einen wahren Kern, denn die Schiedsrichterleistungen sind in den letzten Wochenenden wiederholt auffallend gegen die Berliner tendiert, doch letztendlich ist es die Mannschaft, welche das Tor zu selten trifft. [Die Frage, ob man einen hannoveranischen Schiedsrichter in einem Spiel der Berliner einsetzen sollte, muss sich der DFB zweifelsohne tortzdem gefallen lassen.]
Die Schalker sind die zweite Fangruppierung, die sich einen spannenderen Saisonausgang sicherlich gewünscht hätten. Doch mit der Titelvergabe hat in Gelsenkirchen niemand mehr was am Hut. Obwohl die Knappen gegen einen Abstiegskandidaten vorlegen und an den Bayern vorbeiziehen konnten, präsentierten sie sich schwach und hatten nur eine kurze gute Phase in Hannover. Letztlich verlor Schalke verdient das Spiel und die Meisterschaft.
Zwar sind es nur zwei kleine Punkte zwischen den Bayern und Schalke 04, doch das Restprogramm der Münchener serviert die Schale auf dem Silbertablett. Mit Hannover, Mönchengladbach, Bochum und Berlin sind die Gegenüber des Rekordmeisters tendentiell schwach besetzt. Schalke spielt noch gegen Mönchengladbach, Berlin, Bremen und Mainz. Besonders die Bremer sind ein heißer Kandidat als Stolperstein der Knappen.
Im Abstiegskampf nimmt allein das Reglement schon sehr viel Spannung durch die kommerzielle und unnötige Einführung des Relegationsplatzes. Wer es schafft in der 2. Bundesliga den 3. Platz zu belegen, solte aufsteigen. Punkt. Ende. Aus.
Zudem kommt noch das vorzeitige Ausscheiden der Berliner. Dementsprechend wird zwischen Bochum, Nürnberg, Hannover und Freiburg nur noch ein wirklicher Absteiger fest gemacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser bereits vor dem letzten Spieltag gefunden ist, darf als sehr hoch eingeschätzt werden.
Die Vergabe der internationalen Plätze – etwas weiter oben in der Tabelle – bleibt anscheinend das einzige Highlight gegen Ende der Saison. Bekanntlich sind Abstiegskampf und Titelrennen deutlich interessanter. In dieser Spielzeit scheint der Fanszene nur Plan B zu bleiben.
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
13. April 2010 / joe - Kategorie:
Bundesliga-Wetten
Da am gestrigen Dienstag das Schlagerspiel zwischen dem FC Barcelona und dem FC Arsenal London vollkommen im Fokus sämtlicher fußballerischen Themengebiete stand, weicht die Fußball-Kolumne Bulissimo! auf den heutigen Mittwoch aus. Auf einen Mittwoch, der fußballerisch durch das Aufeinandertreffen von Bayern München und Manchester United im Rückspiel der Champions League Viertelfinalbegegnung geprägt ist. Die Münchner Bayern reisen nach England, um gegen 20:45 Uhr im Old Trafford anzutreten.
Schon vor dem Spiel gibt es zwei große, sehr große Rätsel aufzulösen. Sowohl Alex Ferguson als auch Louis van Gaal hat noch einen großen Trumpf im Ärmel. Fraglich ist auf beiden Seiten, ob sie diesen ausspielen können oder nicht. Auf Seiten der Bayern scheint der Einsatz des Trumpfes etwas deutlicher zu sein, als dies bei Manchester United der Fall ist.
Die Boulevardpresse will bereits entdeckt haben, wie Arjen Robben – der Trumpf im Ärmel des Louis van Gaal – bei einem "Geheimtraining" die volle Belastbarkeit seiner Wade probiert hat. Es soll positive Signale gegeben haben und ein Einsatz des Holländers gilt mittlerweile als wahrscheinlich. Außerdem haben die Bayern die Tabellenführung in der Bundesliga zurückerobert und dementsprechend nicht mehr so viel Druck, bezüglich eines eventuellen Fitspritzens des Flügelflitzers.
Bei Manchester United sieht die Situation um einiges prikärer aus, denn der Trumpf des Alex Ferguson sitzt noch fest im Ärmel. Es ist zu vermuten, dass er dort auch bleiben wird – die vollen 90 Minuten. Alex Ferguson machte nicht den Eindruck, das Risiko eines Einsatzes seines verletzten Stürmers tragen zu wollen. Denn, entgegengesetzt zu den Bayern, hat Manchester United an diesem Wochenende die Tabellenführung abgeben müssen (an Chelsea London). Eine Einwechslung von Wayne Rooney birgt zudem aus gesundheitlichen Gründen ein enormes Risiko – auch im Hinblick auf die Weltmeisterschaft mit England.
Abseits jeglicher Champions League Ambitionen und abseits jeglicher Trümpfe, jedoch mitten in gesundheitlichen Risiken und KO-Runden befindet sich momentan Paolo Guerrero. Der Stürmer des Hamburger Sportvereins hat am Wochenende dafpr gesorgt, dass er zweifelsohne und ohne sich im weiteren Saisonverlauf irgendwie anstrengen zu müssen in jedem – wirklich jedem – Bundesligarückblick zu sehen sein wird. Mit ein bisschen Glück schafft er es mit seinem Auftritt nach dem Spiel gegen Hannover 96 sogar in den Trailer, der die Sendung ankündigt. Denn das, was Paolo Guerrero am Wochenende tat, ist einmalig. Einmalig in dieser Saison und einmalig in der Bundesligageschichte. Ob er sich damit rühmen sollte, steht auf einem anderen Blatt. Dort allerdings groß und in vier Buchstaben mit einem Ausrufezeichen dahinter: NEIN!
Nach einem enttäuschenden torlosen Unentschieden gegen eine stark abstiegsbedrohte Hannoveraner Mannschaft, trat Paolo Guerrero den Weg in die Kabine an. In seiner Nähe befand sich Innenverteidiger Joris Mathijsen. Mit gesenkten Häuptern gingnen beide zum Spielertunnel, um zu den Kabinen zu gelangen. Doch beim Eingang des Tunnels – sprich dort, wo die Zuschauer der Haupttribüne direkten Kontakt zu den Spielern haben – geschah es. Einer dieser Zuschauer der Haupttribüne, einer dieser 40€-Sitzplatz-Zahler schrie etwas in Richtung des peruanischen Stürmers. Das Wortgefecht dauerte nicht lange an, denn Paolo Guerrero holte sofort zum nuklearen Gegenangriff aus. Da eine gelbe Trinkflasche - gefühlt halb voll – in seiner Hand weilte, entschied sich der Hamburger Angreifer diese zu werfen. Aus etwa 6-8 Metern Distanz traf Guerrero den Zuschauer mit der Trinkflasche genau im Gesicht. Im Nachhinein sollte man froh sein, dass Guerrero nur eine Trinkflasche in der Hand hattte.
Guerrero hat mittlerweile eine Rekordstrafe von 100.000€ zahlen müssen und wird sich bei diesem Zuschauer persönlich entschuldigen.
Brisant an der Person Guerreros ist, dass der peruanische Stürmer in dieser Saison etwas unglückliche Schlagzeilen schreibt. Nachdem er in der Hinrunde sehr guten Fußball zeigte und sich aus dem Schatten der Mitangreifer heraus gespielt hatte, begann er Forderungen bezüglich seiner Vertragsverlängerung zu stellen. Die Verhandlungen liefen nicht besonders gut, was scheinbar an der peruanischen Seite lag. Als Guerrero dann in Peru weilte, kam er nicht wieder – aufgrund seiner (plötzlichen) Flugangst. Sicherlich nicht die beste Krankheit, um einen Vertrag bei einem europaweit spielenden Klub zu unterschreiben. Mit der Trinkflaschen-Aktion macht Guerrero nun wieder auf sich aufmerksam.
Bleibt nur zu hoffen, dass der Zuschauer von der Haupttribüne in Hamburg wohnt. Sonst wird Paolo Guerrero Zug fahren müssen, um bei einem Bierchen Streitigkeiten zu klären. Prost!
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
7. April 2010 / joe - Kategorie:
Fussball-News
Nachdem die Fußball-Kolumne in der letzten Woche leider ausfallen musste, machte uns dieses Fußballwochenende ohne zu zögern deutlich, dass an einem Wochenende im Fußball mehr passiert, als in so manch einer Fernsehshow in einem ganzen Jahr. Obgleich sich die Fernsehshows mit Drogengeschichte, konstruierten Schicksalsschlägen und dramatischen Lebensläufen immer wieder Mühe geben, die eigenen Superstars möglichst skuril darzustellen, ist es der Fußball, der ohne ein Gerüst und ohne Fiktion sämtliche Historie und sämtliche Dramaturgie locker lässig aus dem Fußgelenk schüttelt. An diesem Wochenende konzentrierte sich das Geschehen auf drei Schauplätze:
Schauplatz 1, München: Unabhängig von der eigenen Präferenz muss man erkennen, dass dieses Wochenende für den deutschen Fußball keine guten Vorzeichen gestreut hat. So verloren die Bayern gegen Stuttgart nicht nur die Tabellenführung, sondern auch Arjen Robben und mit ihm höchstwahrscheinlich ihr gesammeltes Selbstbewusstsein, welches Hand in Hand mit den Chancen gegen Manchester United zu bestehen den Bach runter geht. Aller Voraussicht nach wird der Holländer im Spiel gegen die schier übermächtigen Engländer um Stürmerstar Wayne Ronney nicht zum Einsatz kommen. Man kann nur hoffen, dass es für einen Einsatz in der zweiten Hälfte der Begegnung reicht – gegen Florenz spritzten die Bayern übrigens schon Frank Ribery fit.
Schauplatz 2, Hamburg: Das zweite Ungemach, welches das Wochenende für den deutschen Fußball übrig hatte, traf eben diesen am Sonntagnachmittag. Zwischen 17:30 Uhr und 19:20 Uhr legte der Hamburger Sportverein nämlich alle seine Karten auf den Tisch. Offen. Und als alle Karten der Hamburger offen auf dem Tisch lagen, musste man erkennen, dass sich keine Asse darunter befanden. Asse? Selbst an Königen, Damen und Buben fehlte es ihnen. Man hatte den Eindruck, dass nur eine Karte – nähmlich die Sechs - bedruckt war: Mit einem Bild von David Jarolim. So viel man den Tschechen auch für sein unsportliches Spiel kritisieren mag, er scheint die Situation seiner Mannschaft erkannt zu haben und versucht konsequent – wenn auch bislang erfolglos – dagegen anzukämpfen. Es scheint als brülle der Kapitän in den Wald, doch entgegen dem im Volksmund bekannten Sprichwort halt es nicht hinaus. Lediglich ein leises sich auflösendes Geräusch ertönt und lässt wenig später schon nichts mehr von sich hören. Selbst Trainer Bruno Labbadia kommt auf den Betrachter nicht rüber, als würde er die Situation entweder im Griff haben oder einen Lösungsweg kennen. Sicherlich hat der HSV viele Verletzte doch sollte das Spielerpotential reichen, um gegen Gegner wie Borussia Mönchengladbach, das sich beileibe nicht in unschlagbarer Verfassung befindet (letztes Heimspiel: 0:4 gegen Wolfsburg), zu bestehen. Deutschland graut es vor dem Viertelfinale in der Europa League gegen Standard Lüttich.
Schauplatz 3, Gelsenkrichen: Die überwiegende Mehrheit der Stammtische in Deutschland war sich wohl einig: Wenn die Bayern wieder oben stehen, dann bleien sie dort. Auch die Buchmacher waren sich dessen sicher und begannen über die gesamte Spielzeit nie damit die Quote für den Meistertitel des Rekordmeisters zu verringern. Doch weit gefehlt! Denn momentan und entgegen aller Vermutungen gibt es ernsthafte Konkurrenz und diese trägt Königsblau. Eigentlich trägt sie nicht Königsblau sondern sie wird getragen: Von Felix Magath. Wenn der Fußball-Lehrer nach seinem Meisterschafts-Coup mit dem VfL Wolfsburg auch noch mit den Knappen aus Gelsenkirchen die beliebteste Salatschüssel der Republik gewinnt, wird sich die DFL ernsthafte Gedanken machen müssen. Beispielsweise eine Umbenennung der 1.Bundesliga in "Felix Magath Liga" oder die zwanghafte Umstruckturierung aller Vereine nach dem "Felix Magath-Modell". Da Franz Beckenbauer sich endgültig aus dem spielenden Geschäft zurückgezogen hat, ist zu befürchten, dass es nur noch einen gibt, der gegen Felix Magath gewinnen könnte: Otto Rehagel.
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
30. März 2010 / joe - Kategorie:
Bundesliga-Wetten
Nachdem die Bayern beruhigenderweise schon ins Viertelfinale der Champions League vorgedrungen sind und Werder Bremen, der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg eine gute Figur in ihren Achtelfinal-Hinspielen in der Europa League gemacht haben sieht es für die deutschen Fußball international in diesem Jahr aktuell ganz gut aus. Wirklich rosigen Zeiten könnte die Bundesliga entgegenblicken, wenn es den deutschen Vertretern gelingen würde, deutlich besser als ihre italienishen Konkurrenten abzuschneiden. Denn genau in diesem Fall würde die deutsche Bundesliga die italienische Serie A auf dem dritten Platz der Fünf-Jahres Wertung ablösen. Der dritte Platz hat einen ganz besonders süßen Geschmack, da er einen zusätzlichen Startplatz für die Champions League bedeutet. Das heißt im Endeffekt, dass sogar der Tabellensechste noch international vertreten wäre. Vor vielen Jahren hatte die Bundesliga diesen Luxus inne. Mittlerweile hat man sich daran gewöhnt, dass dem nicht so ist. Doch die kontinuierlichen internationalen Erfolge – insbesondere im Uefa Cup – haben der Bundesliga in der Fünf-Jahres Wertung der Uefa erheblich Punkte eingebracht. Seit einigen Jahren ist man nun besser als die Serie A und in diesem – aber spätestens im nächsten Jahr – könnte es gelingen die Italiener auch in der Gesamtwertung zu überholen und den geliebten dritten Platz somit widerzuholen.
Da es für das Weiterkommen pro Runde in beiden Wettbewerben Zusatzpunkte gibt, wirkt es sich gegen Ende der Saison noch stärker aus, wenn eine Liga Teilnehmer in den letzten Ausscheidungsrunden platzieren kann. Momentan sieht die Situation für die Bundesliga nicht schlecht aus. Allerdings ist ein Vorbeiziehen an der Serie A in dieser Saison recht kompliziert, da die Italiener immer noch von einem kleinen Vorsprung (etwas mehr als 1 Punkt) zehren können. Die Situation in den beiden Wettbewerben sieht wie folgt aus:
Europa League:
Wie oben bereits angesprochen haben die deutschen Mannschaften positive Ergebnisse in ihren Hinspielen erreicht. Der SV Werder Bremen reiste mit einem Unentschieden (1:1) aus Valencia nach Hause, ebenso tat die der VfL Wolfsburg aus Russland (1:1 bei Rubin Kazan). Der Hamburger SV gewann das Hinspiel zu Hause gegen Anderlecht (3:1). Die deutschen Mannschaften müssen nun in den Rückspielen konzentriert agieren, um die guten Ausgangspositionen zu nutzen. Alle drei Gegner haben jedoch das Kaliber, den deutschen Vertretern trotz der unglücklichen Hinspielergebnisse noch gefährlich zu werden.
Die italienische Serie A ist im Achtelfinale der Europa League nur noch mit einer Mannschaft vertreten. Allerdings stellen die Südeuropäer damit einen der Topfavoriten auf den Gewinn des Wettbewerbs und haben damit eine wahre Waffe gegen die Bundesliga in ihren Reihen: Juventus Turin. Der italienische Traditionsverein gewann sein Hinspiel zu Hause gegen den FC Fulham (3:1). Angesichts der Defensiv-Stärke der Schwarz-Weißen ist kaum zu erwarten, dass die Engländer noch einmal am Weiterkommen schnuppern dürfen.
Champions League:
Blickt man auf die Uefa Fünfjahres-Wertung ist das Weiterkommen des FC Bayern München im Deutsch-Italiensichen Duell gegen den AC Florenz umso erfreulicher, denn auf diese Weise konnte die Bundesliga weiter Punkte sammeln und gleichzeitig eine Mannschaft der Serie A aus dem Wettbewerb nehmen.
Schon einen Tag zuvor verabschiedete sich mit dem AC Milan gegen Manchester United eine weitere Mannschaft aus der Serie A von jeglichen Champions League Ambitiionen. Die letzte italienische Hoffnung im laufenden Wettbewerb ist Inter Mailand. Der Serienmeister der Serie A hat das Hinspiel gegen Chelsea London für sich entscheiden können (2:1) und muss dieses Ergebnis nun auswärts an der Stamford Bridge verteidigen. Allerdings waren die Engländer schon im Hinspiel das bessere Team und hätten deutlich mehr aus ihren Chancen machen müssen. Ein Ausscheiden der letzten italienischen Mannschaft ist durchaus noch möglich.
Als letzte Mannschaft, die im Duell der Bundesliga mit der Serie A auf europäische Ebene etwas zu melden hat, spielt der VfB Stuttgart am Mittwoch das Rückspiel gegen den FC Barcelona. Die Chancen der Schwaben sind deutlich geringer als beispielsweise jene von Inter Mailand, aber schon, dass die Schwaben bis ins Achtelfinale gekommen sind, hat der Bundesliga geholfen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die höchste deutsche Spielklasse in der Fünfjahres-Wertung an der Serie A vorbeiziehen wird, denn im folgenden Jahr müssten die Italiener, da die älteste Saison der Italiener deutlich besser war, als die der Bundesliga, schon eine Glanzleistung hinlegen, welche momentan bei Weitem nicht zu erwarten ist. Der absteigende Graph der Serie A und der aufsteigende Trend der Bundesliga werden sich bald kreuzen. Je früher, desto besser.
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16. März 2010 / joe - Kategorie:
Fussball-News
Nachdem uns in der letzten Woche der Schreiber des Königs die Vielfalt des Fußballwochenendes erklärt hat und – wer auch immer dafür verantwortlich war – sich dieses Wochenende auf ein Neues so einiges ereignet hat, lassen wir das Geschehene Revue passieren. Man hatte den Eindruck, dass in den letzten Tagen alles, was eigentlich schon auf dem Weg in die Zukunft war, wieder auf Null gesetzt wurde – also praktisch neu begonnen wurde. Ganz neu begonnen. Nun, um dies Revue passieren zu lassen, lehnen wir uns zurück. Entspannen und lauschen den Erzählungen. Frei nach den Absoluten Beginnern brauchen wir nur einen Drink, eine Zigarette und ein bisschen Musik.
Erstens: Neubeginn Nummer Eins, begann am Mittwoch mit der neuen Nummer Eins. Die neue Nummer Eins, die schon ein wenig die alte Nummer Eins war, aber es erst gegen Argentinien offiziell wurde: René Adler. Der Leverkusener-Torwart spielte gegen die argentinische Nationalmannschaft beim Freundschaftsspiel zum ersten Mal die Rolle der Nummer Eins und wie Joachim Löw auf der Pressekonferenz treffend bemerkte, kann er sich den Stammplatz für die Weltmeisterschaft in Südafrika "nur noch selber kaputt machen". Damit fing der junge Torwart auch sofort an. Nach einer starken Parade im Eins-gegen-Eins mit Angel di Maria, hatte Adler eigentlich gut ins Spiel gefunden. Kam dann aber beim Gegentor einen Schritt zu spät. Die meisten fragen sich, was er überhaupt dort tat. Im Endeffekt war es sein Bock und am Ende des Tage begann er die Torwart-Diskussion von Neuem loszutreten. Dabei war sie gerade erst beendet.
Zweitens: Beendet waren auch in der Bundesliga die Zweifel daran, dass die Berliner Hertha noch ein Mal tabellarisch am Spielbetrieb teilnehmen würde. Diese Zweifel gibt es nun wieder – auf ein Neues. Denn nicht nur die Heimniederlage gegen Hoffenheim, sondern viel mehr die Impotenz der Berliner aus Hamburg Punkte mitzunehmen erschreckt. Spielerisch und optisch waren die Hauptstädter in der Hansestadt das überlegende Team und Chancen hatte die Mannschaft von Friedhelm Funkel auch genügend. Einzig und allein schoßen sie kein Tor. Und wer kein Tor macht, sich hinten einen – mehr oder weniger selber – reinlegt, der verliert. Verlieren tun die Berliner immer wieder. Immer wieder auf ein Neues.
Dirttens: Einen Neubeginn des Neubeginns könnten die Berliner gegen erstarkte Nürnberger erzwingen. Dazu müsste ein Heimsieg am Wochenende her. Und ein Tor. Mindestens eins.
Viertens: Da die Bundesliga nunmal nicht nur ein Ende hat, sondern zwei, gibt es auch noch erfolgreiche Mannschaften. Auch wenn der kausale Zusammenhang zwischen den beiden Enden und dem Erfolg bitte nicht weiter vertieft werden muss, bleibt zu erzählen, dass Leverkusen verloren hat. Gegen Nürnberg. Zum ersten Mal in dieser Saison. Kein wirklicher Neuanfang möchte man meinen, doch weit gefehlt! Denn die Mannen von Jupp Heynckes scheinen nun damit anzufangen, mit dem die ganze Nation gerechnet hat: Mit dem Absturz. Oder ganz ehrlich, hat irgend jemand geglaubt, dass die Leverkusener bei der Vergabe der Deutschen Meisterschaft mitreden? Vizekusen, auf ein Neues.
Fünftens: Noch zu Punkt Vier: Die Schalker wurschteln auch noch mit dort oben rum. Wissen wir, glauben wir aber auch nicht dran.
Sechstens: Die einzigen die an diesem Wochenende nichts Neues begonnen oder Altes wieder neu begonnen haben, sind die Gladbacher. Die haben nämlich alles beendet. Den Spielbetrieb könnte man sagen. Da ihre Punktausbeute schon jetzt so komfortabel ist, dass es angesichts der Schwäche der anderen Mannschaften mehr als unwahrscheinlich erscheint, dass die Niederrheiner noch einmal unten rein rutschen könnten, haben sich die Mönchengladbacher mit der Raute überlegt man könne schon mal für die nächste Saison Kräfte sparen. Oder für die WM. Oder für den Sommerurlaub, die Familie und überhaupt sind 90 Minuten viel zu anstrengend.
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9. März 2010 / joe - Kategorie:
Fussball-News
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