Am Samstag, den 29. Januar 2011, treffen in der Volkswagen Arena in Niedersachsen der VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund aufeinander. Der 20. Spieltag bringt die Borussen theoretisch einen Schritt näher an eine Meisterschale, die vor kurzer Zeit noch in Wolfsburg ihr zu Hause hatte. Zeitgleich mit den Bayern (in Bremen), die immer noch als schärfster Konkurrent gehandelt werden, spielt Dortmund am Wochenende gegen einen schwierig einzuschätzenden Gegner und eine bisschen auch mit dem eigenen Schicksal. Am Abend zuvor wird Leverkusen gegen Hannover vorgelegt haben. Sollten die Rheinländer am Freitagabend gewinnen können sie den Abstand seit langer Zeit mal wieder in den einstelligen Punktebereich bringen – es wären dann acht Punkte Unterschied.
Das Spiel zwischen Wolfsburg und Dortmund wird um 15:30 Uhr angepfiffen.Schiedsrichter der Begegnung ist Knut Kircher aus Baden-Württenberg.
VfL Wolfsburg:
Nach dem Weggang von Felix Magath hatten viele befürchtet, es würde ein Ausverkauf bei den Niedersachsen beginnen. Jetzt - mit starker Verspätung – ist genau das eingetreten. Von dem offensiven Dreieck aus Grafite, Edin Dzeko und Mesimovic ist lediglich der Erstgenannte noch da. Im Vergleich zur Meistermannschaft vor einigen Jahren hat sich in Wolfsburg viel geändert.
Eigentlich hatte man mit der Verpflichtung von Diego gehofft, genug Spielkunst in der Mannschaft zu haben, um um die internationalen Plätze mitspielen zu können – doch weit gefehlt! Wolfsburg findet auf dem Rasen viel zu wenig statt. Die Unentschieden-Serie zeigt die Lage der Mannschaft: Auf keinen Fall zweitligareif, aber nicht wirklich abgestimmt auf eine Mannschaftssportart. Man hat zeitweise den Eindruck die Rädchen würden in der Mannschaft von Trainer Steve McClaren nur sporadisch und wenn dann aus Zufall ineinander greifen.
Der Sieg bei Mainz 05 stellt in erster Linie eine große Entlastung hinsichtlich des Abstiegskampfes dar. Drei Punkte, die die Niedersachsen in deutlich ruhigeres Fahrwasser katapultiert haben. Sportlich konnte man aber bei den Erfolgen gegen Bayern München (1:1) und in Mainz (1:0) keine Fortschritte sehen, obwohl man erfolgreiche Ergebnisse präsentieren kann. Wer das Spiel zwischen Wolfsburg und Mainz gesehen hat, dass es viele Halb-Chancen gab und, dass die Wolfsburg zwar ansehnlich verteidigt haben, ein offensives Konzept allerdings nicht zu erkennen war. Was Diego angeht, so vermisst man den Aktivposten aus Bremer Zeiten, der damals das Spiel seiner Mannschaft zu jeder Zeit an sich zu reißen versuchte.
Aus Wolfsburger Sicht kann man nur hoffen, dass mit der Rückkehr von Spielern wie Arne Friedrich eine Art Neuanfang gestartet hat und dieser sich noch in den Kinderschuhen befindet. Dadruch könnte man davon ausgehen, dass kurzfristig das größere Augenmerk auf die defensive Organisation gelegt wird und erst mit der Zeit offensive Momente eingemischt werden.
Personell wird Trainer Steve McClaren allem Anschein nach auf Grafite verzichten müssen: Der Brasilianer laboriert an einer Prellung des Sprunggelenkes.
Borussia Dortmund:
Mit dem Punkteverlust zu Hause gegen den VfB Stuttgart hat in Dortmund niemand gerechnet. Drei Zähler im heimischen Westfalenstadion waren fest eingeplant, um die Mannschaft und den Verein einen weiteren Schritt näher an das große Ziel zu bringen. All zu euphorisch darf man hinsichtlich der Deutschen Meisterschaft noch nicht sein. Dies hat zumindest der letzte Spieltag gelehrt. Für die Borussia ist es nun wichtiger denn je, nach der Enttäuschung ein Erfolgserlebnis zu sammeln, zu mal unter der Woche ein weitere Rückschlag bekannt wurde: Shinji Kagawa hat sich beim Asien Cup den MIttelfuß gebrochen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Dortmunder offensive Mittelfeldspieler kein einziges Spiel in der Rückrunde für den BVB bestreiten wird. Es ist der Super-Gau für jede europäische Mannschaft. Die Vereine in Europa halten ohnehin schon nicht viel vom Abstellen ihrer Spieler an die Nationalmannschaften, während der Saison. Die unglückliche Terminplanung hat allerdings Tradition. Wenn die Spieler dann auch noch verletzt zurückkommen ist das doppelt bitter. Für die Borussia muss aus dieser Aussage noch der Superlativ gemacht werden, um annähernd beschreiben zu können, wie es ist, Shinji Kagawa nur noch auf der Tribüne beobachten zu können.
Spielerisch hat der BVB mit Mario Götze eine gute Alternative gefunden, die zwar jetzt die Last alleine tragen muss, aber ihr Potential schon unter Beweis gestellt hat. Insbesondere beim Rückrundenauftakt gegen Leverkusen (3:1) konnten man bestens sehen, wie der BVB auch ohne Kagawa in der Offensive clever agieren kann. Auch gegen den VfB Stuttgart (1:1) lag es eher nicht am Herausspielen der Chancen, sondern an deren Verwertung. Besonders Lewandowski, aber in ähnlichem Maße auch Lucas Barrios ließen beste Chancen ungenützt und waren am Ende die Hauptschuldigen für die Punkteteilung.
Trainer Jürgen Klopp wird in Wolfsburg auf eine Mannschaft treffen, die nur schwierig einzuschätzen ist. Allein aufgrund der Bodenverhältnisse kann man schon von einem Kapfspiel sprechen. Es ist zu erwarten, dass Wolfsburg tief stehen wird, um dem BVB die Räume zu nehmen. Im Grunde muss Dortmund "nur" das bewerte Konzept durchbringen und die ein oder andere Chance verwerten, um am Ende den Abstand auf die Verfolge zuminest zweistellig halten zu können.
Fazit:
Dortmund wird es in Wolfsburg nicht leicht haben. Die Niedersachsen suchen ihr Glück in der Rückrunde in der Defensive und werden nur punktuelle Gegenangriffe fahren. Bei Dortmund muss sich vor allem die Chancenverwertung wieder verbessern. Dann sollte der Mannschaft von Jürgen Klopp nichts im Wege stehen. Ein ähnliches Spiel gab es zum Rückrundenauftakt zwischen Wolfsburg und den Bayern schon mal. Dortmund sollte daraus gelernt haben.
Quoten:
VfL Wolfsburg: 4,42 @ betfair
Unentschieden: 3,75 @ bet365
Borussia Dortmund: 1,87 @ betsafe






