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Spitzenspiel des 26. Spieltags: Bayer 04 Leverkusen – Hamburger SV


13. März 2010 / joe

Am Sonntag, den 14. März treffen in der BayArena am Rhein zwei Spitzenmannschaften aus der 1. Bundesliga aufeinander. Beim Spitzenspiel des 26. Spieltags empfängt Bayer 04 Leverkusen den Hamburger SV. Die Werkself belegt momentan den dritten Tabellenplatz, der Hamburger SV rangiert direkt hinter Leverkusen auf dem vieten Platz. Doch wirklich im Nacken sind die Hanseaten den Leverkusenern nicht, denn sieben Punkte Differenz trennen die beiden Teams bereits. Der Hamburger SV meisterte unter der Woche seine Aufgabe in der Europa League und hat an diesem Wochenende Glück, das dieses Spiel für Sonntag angesetzt wurde. Die Wolfsburger, die im Gegensatz zum HSV sogar auswärts in Russland antreten mussten, waren im Vorfeld des Spieltags äußerst entrüstet über die Ansetzung der Begegnungen, da Wolfsburg bereits am Samstag in Mönchengladbach spielen muss.
Schiesdrichter des Duells zwischen Leverkusen und Hamburg ist Deniz Aytekin. Der Betriebswirt aus Bayern griff in seinen neun Bundesligaspielen in dieser Saison noch nicht einmal zu einem Platzverweis. In der 2. Bundesliga und in der 3. Liga schickte Aytekin in acht Spielen vier Spieler früher zum Duschen.
Anstoß des Spiels ist um 17:30 Uhr.

Bayer 04 Leverkusen:
Das Zittern beginnt im Fanblock der Werkself. Man kann im Stadion die Anspannung greifen. Jeder spührt es. Was dem neutralen Fußballfan vielleicht verborgen bleibt, sieht jemand, der die Bundesliga aufmerksam verfolgt, sofort: Leverkusen strauchelt.
Für das zuletzt sieglose Leverkusen ist dieses Spiel, obwohl es von außen wie ein gewöhnliches Spitzenspiel ausschauen mag, wahrscheinlich das wichtigste Spiel der ganzen Saison, denn genau jetzt ist Leverkusen an dem Punkt angelangt, auf den die ganze Fußball-Nation gewartet hat. Genau jetzt kann bei Leverkusen der Knax kommen und der Abwärtsstrudel würde beginnen. Eine enorm wichtige Begegnung für die Leverkusener, da besonders psychologisch viel auf den Spiel steht. Nachdem von einigen schon vermutet wurde, die Werkself sei unter Jupp Heynckes mental stabiler geworden, fürchtet das Fußball-Volk nun wieder das Abrutschen von Bayer – wie in der letzten Spielzeit.
Der sportliche Verfall kann anhand von Zahlen verdeutlicht werden. Alles begann Anfang Februar in Bochum. Leverkusen führte zur Pause und ließ sich vom damals noch stärker abstiegsbedrohten VfL Bochum die Butter vom Brot nehmen. Am Ende stand ein Unentschieden und der Verlust von zwei Punkten für Bayer Leverkusen zu Buche (1:1). Beim folgenden Heimsieg gegen Wolfsburg (2:1) hatte Bayer öfter das Glück auf seiner Seite, denn besonders in den Schlußminuten hatte Wolfsburg freistehend beste Einschußmöglichkeiten, die allesamt vergeben wurden. DIe Konter der Werkself wurden stark ausgespielt, doch absolut indiskutabel abgeschlossen. Auch das Unentschieden in Bremen (2:2) am nächsten Spieltag ist definitiv ein Unentschieden mit Nachgeschmack nach Niederlage. Wieder führte Leverkusen – in diesem Spiel sogar zwei Mal – und wieder konnte Bayer keine drei Punkte mit nach Hause nehmen. In der 90. Minute glich Per Mertesacker aus. Da Bayern München zu diesem Zeitpunkt auch strauchelte (1:1 in Nürnberg), behielt die Werkself die Tabellenführung. Zu Hause gegen Köln folgte eine weitere Enttäuschung (0:0) und in Nürnberg dann die erste Niederlage der Saison (2:3). Die stark abstiegsbedrohten Franken siegten verdient, nachdem Leverkusen erst sehr spät im Spiel seine Klasse zeigte.
Denn diese Klasse ist zweifelsohne vorhanden, doch der Kopf scheint zu blockieren. Trainer Jupp Heynckes ist sicherlich erfahren genug um seiner jungen Mannschaft wieder Stabilität und Sicherheit einzuflösen. Die letzte Saison sollte Warnung genug sein.
Personell wird Jupp Heynckes im defensiven Mittelfeld umstellen müssen, da Reinartz gelbgesperrt ist. Auch in der Offensive ist zu erwarten, dass Barnetta wieder von Beginn an Dampf machen soll. Wer für ihn seinen Platz räumen muss, ist unklar. Aller Voraussicht nach wird Kroos auf der Bank Platz nehmen.

Hamburger SV:
Nicht zu knapp wurde am dem Hamburger SV rumgehauen zu Beginn der Woche. Doch manchmal kann ein schnelllebiges Geschäft auch etwas für sich haben. Das spüren die Hanseaten aktuell besonders. Die Leistung am letzten Wochenende bei Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin war so unterirdisch, dass man eingentlich als Verlierer den Platz hätte verlassen müssen – und das gegen den Tabellenletzten. Als Marcell Jansen beteuerte, es könne nicht immer nur gute Spiele geben, schien das nur ein laues Lüftchen zu sein. Doch am Donnerstag gegen Anderlecht gelang es dem HSV die Kräfte zu bündeln und sich ein komfortables Ergebnis zu erspielen. Der Heimsieg in der Europa League (3:1) ebnet den Weg in die nächste Runde, obgleich das Rückspiel noch aussteht. Allerdings sollte eine solide Leistung in Anderlecht möglich sein, um die Belgier für dieses Jahr zu verabschieden, denn wer in Anderlecht mit zwei Toren Unterschied verliert, hat es definitiv nicht verdient in die nächste Runde vorzudringen.
Betrachtet man lediglich die Bundesligaspiele solle der HSV wieder etwas mehr Ordnung und Linie in seine Resultate bringen. Denn durch das durchschnittliche Auftreten der letzten Wochen ist der Vorsprung auf den sechsten Platz erheblich geschrumpft. Lediglich vier Punkte Abstand zu Werder Bremen sind vom einst deutlich größerem Abstand noch übrig geblieben.
Nur ein Tor konnte der HSV in den letzten drei Spielen erzielen. Außerdem entschieden die Hanseaten nur zwei der letzten sieben Bundesligaspiele für sich. In diesem Jahr gewann der HSV erst drei Bundesligaspiele und hat damit allein in der Rückrunde auf Schalke und Bayern acht Punkte verloren (drei auf Leverkusen).
Besonders die Unentschieden in Köln (3:3), als man bereits mit zwei Toren führte, und zu Hause gegen Frankfurt (0:0), spüren die Norddeutschen in der Tabelle. Mit einem Sieg gegen Leverkusen könnte man der Werkself nahe kommen und die Leverkusener mental auf die schiefe Bahn brinen. Außerdem spielen die Rivalen aus Dortmund (in Bochum) und Bremen (in Hoffenheim) auswärts. Mit einem Punktverlust der Konkurrenten ist durchaus zu rechnen.
Personell wird Ruud van Nistelrooy sehr wahrscheinlich sein Startelf-Debüt in der Bundesliga geben. In der Europa League hatte der Holländer bereits von Beginn an gespielt – und getroffen. Jerome Boateng müsste seine muskulären Probleme, die einen Einsatz unter der Woche unmöglich machten, überwunden haben und von Beginn an eine Außenbahn verteidigen.

Head to Head:
Im Hinspiel gab es in Hamburg ein tristes torloses Unentschieden. Seit April 2006 wartet Leverkusen auf einen Sieg gegen Hamburg in der Bundesliga. In sieben Spielen gewann Hamburg seitdem fünf Mal. Nur im Uefa Cup setzte sich Leverkusen in der Saison 2007/2008 durch. Nur eines der letzten zehn Spiele wurde durch mehr als ein Tor Unterschied entschieden.

Fazit:
Wie angesprochen ist das Spiel von enormer Relevanz im Jahrbuch der Leverkusener, allerdings steht mit dem Hamburger SV ein Gegner ins Haus, der nicht nur gerade einen Triumph in der Europa League feierte, sondern auch einen neuen Topstürmer integriert hat. Das Nervenkostüm der Werkself ist Hamburgs zwölfter Mann, doch Bayer hat es selbst in der Hand diesen früher zum Duschen zu schicken.

Quoten:
Bayer 04 Leverkusen: 2,10 @ unibet
Unentschieden: 3,60 @ betfair
Hamburger SV: 3,85 @ betfair









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