Österreich, Erste Liga – Überblick Teil 2
15. August 2010 / dominic
Nachdem gestern bereits Teil 1 des Rückblicks auf den Saisonstart der zweithöchsten Liga in Österreich online ging, werden wir uns heute der unteren Tabellenhälfte widmen. Den Anfang machen wird der SKN St. Pölten.
SKN St. Pölten
6 Spiele – 2 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen – 10:14 Torverhältnis – 8 Punkte
Viel passierte bei den Niederösterreicher im Sommer nicht. Einige junge Talente wurden von den Amateuren befördert und mit Manuel Rödl konnte man den Kapitän vom FC Lustenau holen. Ein starker Abwehrspieler. Zusätzlich holte man für die Offensive Arno Kozelsky, welcher schon Bundesligaerfahrung vorzuweisen hat. Die Abgänge von Balga und Dorner fallen nicht ins Gewicht – dementsprechend kann man sagen, dass bei St. Pölten eigentlich alles gleich geblieben ist. Das Zauberwort heißt ganz klar, Konstanz.
Das Team von Martin Scherb ist ein Team ohne klingende Namen aber mit einem guten Kollektiv und viel Kampfgeist. Dennoch, die Qualität ist höher anzusiedeln als zum Beispiel beim FC Lustenau, welche auch nur von ihrem Kampfgeist leben. Zuhause sind die St. Pöltner immer in der Lage jeden Gegner zu schlagen. Das Team ist eingespielt und kennt sich gut.
Wettechnisch gesehen kann man St. Pölten zuhause immer im Auge behalten, auswärts war die Bilanz im letzten Jahr zwar nicht so schlecht (immerhin Platz 6) aber momentan spielt man auswärts nicht gerade berauschend.
First Vienna 1894
6 Spiele – 2 Siege, 4 Niederlagen – 11:12 Torverhältnis – 6 Punkte
Mit großen Ambitionen gestartet ist der älteste Fußballverein Österreichs. Die Vienna – mit Kulttrainer Frenkie Schinkels – wollte ganz vorne angreifen und einen Top3 Platz. Im ersten Spiel konnte man den FC Lustenau auch klar besiegen und es sah so aus als ob die Vienna wirklich ganz vorne mitmischen kann.
Auf dem Transfermarkt konnte die Vienna zuschlagen und sicherte sich einige hochkarätige Spieler. So konnte leihweise Kuru und Lukse für das Tor geholt werden. Beide wurden mit der österreichischen U-20 Nationalmannschaft Vierter bei der WM in Chile. Beide sind große Talente und haben locker das Potential für die Bundesliga. Des Weiteren konnte man mit Djokic und Topic zwei gute Stürmer von der Wiener Austria zu sich lotsen und mit Philip Hosiner ein vielversprechendes Talente zurück nach Österreich holen. Abgänge gab es zwar auch den ein oder anderen aber lediglich Kai Schoppitsch fällt ins Gewicht. Auf alle Fälle hat sich der Kader der Vienna mächtig gesteigert.
Am fünften Spieltag verletzen sich jedoch die zwei Neuen Stürmer von der Wiener Austria und fallen noch für 1-2 Wochen aus. Danach traue ich der Vienna durchaus zu in die obere Tabellenhälfte vorzustoßen. Der Kader dafür ist vorhanden und auch die Breite ist ausreichend um auf Ausfälle reagieren zu können.
SC Austria Lustenau
6 Spiele – 2 Siege, 4 Niederlagen – 7:8 Torverhältnis – 6 Punkte
Seit vielen, vielen Jahren will die Lustenauer Austria aufsteigen aber kein Geld dafür ausgeben. Letztes Jahr im Herbst spielte man weit über den Möglichkeiten und konnte dementsprechend lange vorne mitspielen. Im Frühjahr kam dann aber die Ernüchterung und man verlor immer mehr an Boden. So auch der Start in die neue Saison. 6 Punkte aus 6 Spielen, viel zu wenig für den Anspruch der Vorarlberger.
Doch wen wundert es? Man verlor mit Schreiner, Salomon, Sobkova, Freudenthaler und Salkic fünf starke Spieler und konnte kaum erfahrene Spieler ins Reichshofstadion lotsen. Zudem sind viele neue Spieler konditionell noch nicht in der Lage 90 Minuten durchzuhalten. Doch mit der Verpflichtung von Felix Roth – von den Amateuren des SC Freiburg – konnte endlich ein guter Stürmer verpflichtet werden, welcher im letzten Spiel auch gleich sein erstes Tor erzielen konnte. Den Siegtreffer gegen die sieglosen Hartberger.
Im Cup konnte gestern auch nochmals Selbstvertrauen getankt werden. Man schlug den Vorgängerklub von RB Salzburg – Austria Salzburg – mit 3-0 und hatte keine Probleme gegen den ambitionierten Aufsteiger. In der Zukunft sollte die Lustenauer Austria weiter vorne zu finden sein und ich denke in den nächsten Spielen gibt es sicherlich das ein oder andere Mal eine leckere Quote auf die Vorarlberger.
FC Pax Gratkorn
6 Spiele – 1 Siege, 5 Niederlagen – 4:18 Torverhältnis – 3 Punkte
Bei den Gratkorner passierte nicht viel. Lediglich Talent Hopfner ging zum SCR Altach. Der Rest ist nicht wirklich erwähnenswert. Doch wen wundert es? Die Gratkorner haben immense Geldprobleme. Hauptsponsor, das Bestattungsunternehmen Pax, meldete den Konkurs an und es ist noch gar nicht sicher ob die vereinbarten Sponsorgelder überhaupt in die Kassen Gratkorns fließen werden. Und auch sonst haben die Gratkorner schon Geldprobleme. In der letzten Saison war die Anreise bei jedem Auswärtsspiel erst am Tag des Spieltags und das zudem mit dem Bus. Eine gute Vorbereitung auf ein Pflichtspiel sieht wahrlich anders aus.
Für Gratkorn zählt nur der Nichtabstieg, ein anderes Ziel können sie sich nicht setzen. Doch vielleicht wäre ein Ausstieg aus dem bezahlten Fußball wirtschaftlich gar nicht so schlecht.
Die Heimspiele sind der große Vorteil für die Gratkorner. Man ist der einzige Profiklub in Österreich, welcher seine Spiele auf dem Kunstrasen absolviert. Dies ist doch immer eine Umstellung für den Gegner und dementsprechend kann man die Gratkorner zuhause sicherlich das ein oder andere mal probieren.
TSV Hartberg
6 Spiele – 1 Unentschieden, 5 Niederlagen – 5:16 Torverhältnis – 1 Punkt
Das wird eine verdammt harte Saison für den TSV Hartberg. Die Lebensversicherung Bürger kehrte dem Verein den Rücken und spielt nun für den SV Mattersburg in der Bundesliga. Bürger entwickelte sich bei Hartberg prächtig und erzielte fast alle Tore für den TSV. Er wurde auch Torschützenkönig - somit war ein Wechsel der logische Schritt. Mit Dominic Pürcher verlor man einen weiteren Leistungsträger. Diese zwei Abgänge schmerzen doch sehr. Im Sturm konnte man mit Edin Salkic zwar einen starken Stürmer holen, doch in der letzten Saison benötigte er oftmals viele Chancen um einen Treffer zu erzielen – und so viele Chancen wie bei Austria Lustenau wird er in Hartberg nicht bekommen.
Ansonsten konnten nicht viele Verstärkungen geholt werden. Mit Schober leihte man sich einen ambitionierten Torhüter von Red Bull Salzburg. Mit Domoraud von Dornbirn konnte man sich einen Brecher im Angriff sichern, dieser ist aber bei weitem kein Goalgetter.
Die Bilanz ist eindeutig, nur ein Punkt aus 6 Spielen. Und ich denke, dass das so weiter gehen wird. Hartberg ist für mich der fixe Absteiger nach den gezeigten Leistungen. Momentan sind die Quoten gegen Hartberg noch ansprechend, doch ich befürchte, dass im Laufe der Saison diese immer noch weiter fallen werden.
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Schlagwörter: Abstieg, Austria Lustenau, Erste Liga, Gratkorn, Hartberg, St. Pölten, Vienna, Österreich





