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Österreich, Erste Liga – Überblick Teil 1


14. August 2010 / dominic

 

Die ganzen großen europäischen Ligen haben noch nicht begonnen oder erst einen Spieltag absolviert. In Österreich ist man da schon weitaus weiter. Die zweithöchste Spielklasse – die erste Liga – hat schon ein Sechstel der Saison absolviert. 6 der 36 Spieltage sind schon über die Bühne gegangen und da ist es an der Zeit einen kleinen Überblick auf den Saisonstart samt Prognosen zu werfen. 

Wieso ich gerade einen Blick auf diese Liga werfe? Richtig, fußballerisch hochwertig ist sie auf keinen Fall – so ehrlich muss man sein. Aber solche Ligen können in meinen Augen einen ganz großen Vorteil haben. Und zwar, der/die Buchmacher haben nicht so viele Informationen zur Verfügung. Natürlich sind die erste deutsche Bundesliga, die Premier League und so weiter und so fort bedeutend interessanter zum Wetten, da dort unter Umständen der Lieblingsklub spielt und man der Meinung ist, man weiß alles über den Verein und hat einen Informationsvorsprung gegenüber anderen. Doch dem ist nicht so. Die Buchmacher haben dank ihren Statistiken, Erfahrungswerten und ihres Netzwerkes noch viel bessere Quellen als der einzelne Sportwetter. Doch je kleiner die Liga wird, desto weniger Informationen hat der Wettanbieter. Und genau da kann unter Umständen eine Lücke sein. 

Zum Beispiel spielen drei Vorarlberger Vereine in der "Erste Liga" und oftmals kommt man hier an Informationen ran, welche nicht im Internet zu lesen sind (zum Beispiel, das man von Spielern hört, dass man kein Geld bekommt; kurzfristige, wichtige Ausfälle bzw. Nicht-Nominierungen, …) und durch solche Informationen sind dann doch etliche Quoten mehr als nur spielbar. Aus diesem Grund, möchte ich in der Zukunft einen kleinen Blick auf diese Liga werfen. Zusätzlich sollten in Zukunft öfters Vorschauen mit Tippvorschlägen zu den Spieltagen hier erscheinen.

 

Der erste Teil des Überblicks (nach der momentanen Tabelle geordnet)

 

FC Trenkwalder Admira

6 Spiele – 5 Siege, 1 Unentschieden – 18:4 Torverhältnis – 16 Punkte

 

Seit der ehemalige Fußballprofi Didi Kühbauer die Admira übernommen hat, läuft es nach Wunsch. Zum Ende der letzten Saison übernahm er den Posten und seitdem erreichte die Admira in 12 Spielen stolze 11 Siege und ein Unentschieden. Eine famose Bilanz und das obwohl in diesem Sommer nicht Geld aus dem Fenster geworfen wurde, sondern dem größten Teil der letztjährigen Mannschaft das Vertrauen geschenkt wurde. 

Die Mannschaft wurde gezielt verstärkt. So wurde im Tor Hans-Peter Berger aus Portugal geholt, da die letztjährige Nummer 1 (bis zu seiner Suspendierung) Jürgen Macho den Verein verließ. Im Sturm wurde mit Benjamin Sulimani ein vielversprechendes Talent geholt. Beide wurden auch sofort zu absoluten Leistungsträgern. Berger ist sicherlich einer der besten Goalies in dieser Liga und Sulimani konnte schon 7 Tore erzielen.

Allgemein scheint die Kombination zwischen Admira und Didi Kühbauer zu passen. Kühbauer ist ein unglaublicher Motivator und bringt seine Philosophie gut rüber. Die Admira spielt meistens aus einer gesicherten Defensive und sucht dann ihre Chancen. Vom Kader her ist die Admira definitiv der Topfavorit auf den Titel und den damit verbundenen Aufstieg. Man hat viele erfahrene Spieler jedoch auch einige vielversprechende Talente. Zusätzlich hat der Kader eine gute Breite, somit kann auf Verletzungen und Sperren problemlos reagiert werden. Ein großer Nachteil der Admira ist auf alle Fälle die nicht vorhandene Fangemeinschaft. Die Zuschauerzahlen bei der Admira sind extrem gering und es hat den Anschein als ob man ein Spiel aus der 7ten Liga betrachtet. Die Zuschauer sind fast an einer Hand abzuzählen.

Dass die Admira der Topfavorit ist, sieht man auch bei den Quoten vor jedem Spiel. Diese sind in meinen Augen doch um einiges zu gering – in den meisten Fällen. Und da die Admira immer einige Minuten braucht um auf Betriebstemperatur zu kommen, empfiehlt es sich sehr oft die Niederösterreicher zu Beginn zu layen

 

SCR Cashpoint Altach

6 Spiele – 5 Siege, 1 Niederlage – 18:4 Torverhältnis – 15 Punkte

 

Der größte Konkurrent für den Aufstieg der Admira ist sicherlich der Cashpoint SCR Altach. Die Vorarlberger sind im letzten Jahr schon denkbar knapp gescheitert. Und zu Beginn der diesjährigen Saison zeigten sie, dass auf jeden Fall mit ihnen zu rechnen ist. Die ersten fünf Spiele wurden in beeindruckender Manier gewonnen. Im letzten Spiel gab es gegen den starken Aufstieg WAC/St. Andrä die erste Niederlage. Diese resultierte aber auch hauptsächlich aufgrund einer Dummheit von Philipp Netzer, welcher nach rund 20 Minuten schon mit Rot vom Platz verwiesen wurde – wegen einer Tätlichkeit.

Eben jener Philipp Netzer war einer der Hauptgaranten für den Erfolg. Zusammen mit Matthias Koch bildete er eine sehr starke Doppel-6, welche auch im Offensivspiel viele Akzente setzen konnte. Der Kader der Rheindörfler blieb weitestgehend unverändert. Mit Joshua Gatt kam ein Nachwuchs-Nationalspieler von Amerika zu Altach und mit Hopfner ein junges Talent von Gratkorn. Abgänge sind auch keine schwerwiegenden zu verzeichnen. Man merkt dem Team an, dass man eingespielt ist und die Laufwege perfekt beherrscht. Qualitativ sind die Vorarlberger in meinen Augen über die Admira zu stellen.

Zusätzlich haben die Altacher eine große Fangemeinschaft und dies kann unter Umständen auch einen Vorteil bedeuten. Doch der größte Nachteil auf Seiten des SCR Altach ist, dass der Kader momentan zu dünn ist. Lediglich 17 Feldspieler hat Trainer Adi Hütter zur Verfügung. Bei Sperren oder Verletzungen sind dem Trainer sehr schnell die Hände gebunden. Deswegen bemüht sich der Verein auch noch um ein oder zwei Ergänzungen. Momentan sind aber noch keine in Sicht. Das Team hat zwar nicht so erfahrene Spieler wie die Admira aber die ganzen jungen Spieler haben ein immenses Potential.

Wetttechnisch empfiehlt es sich bei den Altachern doch häufig auf einen Handicap Sieg zu wetten. Die Altacher kennen nur eine Richtung – und die lautet Angriff. Die Defensive der Altacher ist in meinen Augen sogar stärker als die der Admira und mit Martin Kobras hat man einen sehr starken Torhüter.  

 

RZ Pellets WAC/ST. Andrä

6 Spiele – 4 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage – 12:8 Torverhältnis – 13 Punkte

 

Der Sensationsaufsteiger! Vor Saisonbeginn wurde der Aufsteiger aus Kärnten noch belächelt als man von sich selbst gesagt hat, dass man jeden Verein in der Ersten Liga schlagen kann. Doch dies waren nicht nur leere Worte von Bjelica & Co – es folgten auch die Taten dazu. St. Andrä ist der einzige Klub der bisher gegen Altach gewinnen konnte. Sicherlich auch dank der frühen roten Karte gegen Netzer, aber dennoch. Eine sehr starke Leistung.

Der Aufsteiger konnte sich gezielt verstärken. Mit Dobnik und Baldauf holte Bjelica zwei Spieler, welche er letztes Jahr noch beim FC Lustenau trainiert hat. Ansonsten konnte man sich junge Talente holen, welche ihre Klasse schon das ein oder andere Mal in der höchsten Spielklasse unter Beweis stellen durften (Zakany, Sollbauer). Über kurz oder lang hat der einzige Profiklub aus Kärnten Ambitionen um in die höchste Spielklasse aufzusteigen. 

Alles in allem sind die Kärntner eine Bereicherung für die Liga, welche auch einen ansehnlichen Fußball spielen – atypisch für einen Aufsteiger. Das große Manko wird auf jeden Fall die dünne Kaderdecke sein. Man hat zwar eine sehr gute erste Elf und noch zwei/drei gute Ersatzspieler aber danach wird es dann sehr dünn. Und im Laufe der Saison kann dies sicherlich ein Problem darstellen. Dennoch, momentan sind die Quoten auf St. Andrä meistens sehr gut und sind oftmals einen Tipp wert. Vor allem so lange sie die Euphorie des Aufstiegs mitnehmen können.

 

FC Lustenau

6 Spiele – 2 Siege, 3 Unentschieden, 1 Niederlage – 8:9 Torverhältnis – 9 Punkte 

 

Die zweite ganz große Überraschung nach dem Aufsteiger WAC/St. Andrä. Am ersten Spieltag gab es eine deftige 4-0 Heimniederlage gegen die Vienna. Und die Leistung war inferior. Jedoch nicht gerade überraschend. Die Lustenauer haben – in meinen Augen – nicht die Qualität für die Erste Liga. Viele Spieler sind gegangen und die Neuzugänge sind – naja, nicht das Gelbe vom Ei. Im Tor hat man mit Breuss einen unsicheren Torhüter. In der Abwehr hat man dank einer Rapid-Leihgabe einen sehr starken Mann, jedoch kann dieser den letztjährigen Kapitän Rödl nicht ersetzen. Das Mittelfeld ist dann mit vielen jungen Spielern besetzt. Einzig Harun Erbek hat eine gewisse Erfahrung und kann das Team führen. Im Sturm fehlt ein Knipser. Dulundu kam aus der Regionalliga, Muniz spielte bis im Winter im letzten Jahr in der fünften Liga (dort war er stark – aber für die Erste Liga reichts halt nicht) und mit Seeger hat man einen guten Offensivmann, welcher jedoch aufgrund von zwei Kreuzbandrissen in zwei Jahren noch nicht sein volles Potential ausschöpfen kann.

Aber entgegen vieler – und auch meiner – Erwartungen haben sich die Lustenauer gesteigert. Seit der besagten 4-0 Niederlage gab es keine Niederlage mehr. Und zwei Unentschieden hätten auch vermieden werden können – immerhin vergab Metin Batir jeweils einen Elfmeter. Doch ich bleibe dabei, die Lustenauer werden sich noch sehr schwer tun. Momentan sind die Quoten auf die Lustenauer viel zu niedrig. Und immer werden sie nicht Spiele mit viel Kampfgeist entscheiden können. Bereits am Montag wird es in meinen Augen eine klare Niederlage geben – im Derby gegen Altach!

 

SV Scholz Grödig

6 Spiele – 2 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen – 9:9 Torverhältnis – 8 Punkte 

 

Und der zweite Aufsteiger, welcher sich in der oberen Tabellenhälfte wiederfindet. Grödig musste – im Gegensatz zu WAC/St. Andrä – nicht in die Relegation, da Kärnten die Lizenz entzogen wurde und der FC Dornbirn ebenfalls auf einen Einspruch verzichtet hat. Somit waren die Salzburger nach dem Titelgewinn in der Regionalliga West fixer Aufsteiger. Nur ein Jahr nach dem Abstieg gelang der sofortige Wiederaufstieg. Und auch die Grödiger konnten sich gut verstärken. Auf der Torhüterposition holte man zwei sehr starke Torhüter – vor allem mit Blatnik ein hoch gehandeltes Talent, welcher ein Angebot von Palermo ausgeschlagen hat. Zusätzlich konnte man mit Drechsel und Pamminger zwei sehr erfahrene Spieler holen, dazu kommen mit Freudenthaler, Grasegger sowie Carril Spieler, welche auf jeden Fall die Qualität für die Erste Liga besitzen. 

Ich bin davon überzeugt, dass Grödig dieses mal nicht den direkten Wiederabstieg hinnehmen muss. Aufgrund dessen, dass die RB Juniors nicht mehr in der Ersten Liga spielen dürften, konnten noch drei junge Salzburger Talente ausgeliehen werden. Des Weiteren sind die Neuverpflichtungen auf jeden Fall eine große Verstärkung und der Heimvorteil auf dem kleinen Platz in Grödig wird ihnen auch viele Punkte bringen. In den ersten Runden konnte man schon zeigen, dass die fußballerische Qualität auf jeden Fall vorhanden ist. 

 

Morgen wird es einen kurzen Rückblick auf die restlichen fünf Teams geben – und bereits am Montag startet der siebte Spieltag mit dem Derby zwischen dem FC Lustenau und dem SCR Altach. Ich werde es hoffentlich zeitlich schaffen, dass es eine Vorschau auf den siebten Spieltag geben wird. 

 









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