Hoffenheim und Bayern punktgleich: Die Rückschau auf den 16. Bundesliga-Spieltag
7. Dezember 2008 / Andree
Der 16. Spieltag begann rasant. In der temporeichen Top-Partie des Wochenendes setzten sich die Münchener glücklich gegen Hoffenheim durch und befinden sich nun punktgleich mit dem Aufsteiger auf Platz zwei. Auch Bayer Leverkusen gewann nach zwei sieglosen Partien in Gladbach. Im Tabellenkeller fuhr der Karlsruher SC einen wichtigen Sieg gegen Werder Bremen ein.
Bayern München – TSG 1899 Hoffenheim 2:1
Diese Partie machte Spaß. Dem geneigten Fußballfan vielleicht mehr als so manchem Sportwetter. Von Beginn an entwickelte sich eine höchst temporeiche Bundesligapartie, in der sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber standen. Die Münchener erwischten den besseren Start. Toni verpasste es jedoch, die Gastgeber in Führung zu bringen. Nach einem torlosen ersten Durchgang schlug Goalgetter Vedad Ibisevic wieder zu. Per Drehschuss erzielte er seinen 18. Saisontreffer. In der 60. Minute nahm sich dann Philipp Lahm ein Herz, drängte nach vorne und wuchtete den Ball aus 18 Metern in die Maschen. Dabei hatte er allerdings Glück, dass der Ball noch von Compper abgefälscht wurde. Lange Zeit sah es nach einer gerechten Punkteteilung aus. Und es sah ebenfalls so aus, als würde die Partie mit under 2,5 Toren enden. Vor der Partie waren die Quoten für over 2,5 Tore in den Keller gefallen. Doch Luca Toni sorgte mit seinem Siegtor in der Nachspielzeit nicht nur für einen glücklichen Bayern-Sieg, sondern wohl auch für Erleichterung bei dem ein oder anderen Wettfreund.
Arminia Bielefeld – Borussia Dortmund 0:0
Die Bielefelder, die in ihrem letzten Heimspel überraschend Bayer Leverkusen besiegt hatten, wollten auch gegen die Dortmunder Borussia einen "Dreier" einfahren. Und sie begannen offensiv. Andre Mijatovic traf mit seinem Kopfball jedoch nur den Pfosten. Gegen Ende der ersten Hälfte wurden die Borussen stärker. Diesen Schwung retteten sie in die zweite Halbzeit. Auch in einer hektischen Schlussviertelstunde sollte kein Treffer fallen. Arminia-Keeper Eilhoff parierte gegen Hajnal und Santana glänzend. Auf der anderen Seite hätte Mijatovic das Spiel noch entscheiden können. Am Ende blieb es jedoch bei einer torlosen Punkteteilung.
FC Schalke 04 – Hertha BSC 1:0
In Gelsenkirchen trafen die beiden UEFA-Cup-Versager aufeinander. Von Beginn an agierte nur eine Mannschaft – und zwar die der Gastgeber. Die größte Chance in der ersten Hälfte hatte Kevin Kuranyi. Doch nach einem Ballverlust von Kaka brachte der ehemalige Nationalstürmer das Leder nicht im Tor unter. Drobny hielt den zu unplatzierten Schuss. Auch nach der Pause ließen die Berliner jegliche Offensivanstrengungen vermissen. In der 65. Minute erlöste Gerald Asamoah die Schalker dann endlich, als er den Ball zum 1:0 ins Tornetz drückte. Ein überfälliger Treffer und ein verdienter Heimsieg der Königsblauen.
Karlsruher SC – Werder Bremen 1:0
Karlsruhe kann doch noch siegen. Und mit 4,90 fiel die Karlsruher Siegerquote bei bwin ansehnlich aus. Doch die Gäste erwischten den besseren Start. Pizarros Schuss landete am Innenpfosten und Aaron Hunts Versuch wurde von KSC-Keeper Miller glänzend pariert. In der Folge kamen die Hausherren besser ins Spiel. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. KSC-Stürmer Freis schoss das Leder über das Tor. Pizarro prüfte den Pfosten ein zweites Mal. Der Treffer des Spiels sollte erst in der 83. Minute fallen. Stefan Buck stand goldrichtig und staubte zum 1:0 ab. Zu allem Überfluss aus Bremer Sicht ließ sich Claudio Pizarro gegenüber Martin Stoll zu einer Tätlichkeit hinreißen und sah folgerichtig die Rote Karte. Diegos Würgegriff bei Christian Eichner wurde hingegen nicht geahndet.
Eintracht Frankfurt – VfL Bochum 4:0
Da hatten sich die Blau-Weißen für die Partie in der Frankfurter Commerzbank-Arena so viel vorgenommen – und dann wurden die taktischen Pläne von VfL-Trainer Marcel Koller bereits nach fünf Minuten über den Haufen geworfen. In besagter Spielminute vergas VfL-Torhüter Daniel Fernandes, dass man einen Rückpass notfalls auch auf die Tribüne befördern darf. Stattdessen schoss er den heraneilenden Eintracht-Stürmer Fenin an und wusste sich anschließend nur mit einem Foulspiel zu behelfen. Die Rote Karte für den Portugiesen war die Konsequenz. Den fälligen Strafstoß verwandelte Nikos Liberopoulos zur Führung. Paradoxerweise nahmen die Bochumer, die nun fast die gesamte Spielzeit in Unterzahl bestreiten mussten, das Geschehen anschließend in die Hand. Doch wie so oft in dieser Saison wurden beste Torchancen ausgelassen. Liberopoulos machte es vor der Pause besser und sorgte mit dem 2:0 für die vorzeitige Entscheidung. Nach Wiederanpfiff spielten nur noch die Gastgeber. Markus Steinhöfers Freistoß senkte sich in der 62. Minute hinter dem schwachen Fernandes-Ersatz René Renno ins Netz. Auch beim 4:0 durch Marco Russ machte der Torhüter keine gute Figur.
Borussia Mönchengladbach – Bayer Leverkusen 1:3
Nach zwei Niederlagen in Folge fuhren die Leverkusener wieder drei Zähler ein. Die Gäste erwischten einen guten Beginn. Stefan Kießling brachte seine Mannschaft mit zwei Treffern in Front. Beiden Toren waren Abspielfehler von Steve Gohouri vorausgegangen. Der Verteidiger hätte seine Fehler wieder gutmachen können. Doch Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte Gohouris von Barnetta geklärten Kopfball nicht im vollen Umfang hinter der Linie gesehen. Als Patrick Helmes kurz nach der Pause einen weiteren Treffer nachlegte, schien das Spiel entschieden. Doch nach Jantschkes 1:3 ergaben sich für die Gastgeber noch gute Torgelegenheiten. Friend und Bradley hätten noch für einen Punktgewinn sorgen können, scheiterten jedoch beide freistehend.
Cottbus – Stuttgart 0:3
Bei Wettanbieter bwin wurde ein Stuttgarter Sieg als einer der beliebtesten Tipps ausgegeben. Die Quote von 2,10 war trotzdem durchaus attraktiv. Und tatsächlich brachte Roberto Hilbert die Schwaben bereits in der vierten Minute auf die Siegerstraße. Sein Rechtsschuss rauschte unhaltbar für Energie-Torhüter Gerhard Tremmel in die Maschen. Cottbus drängte auf den Ausgleich. Doch zwei Tempogegenstöße brachten die Entscheidung. Zuerst erhöhte Jan Simak nach Vorarbeit von Cacau auf 2:0. Auch das 3:0 legte Cacau auf: In der 68. Minute traf Sami Khedira.
1. FC Köln – Hamburger SV 1:2
Mit zwei Treffern leitete der kroatische Nationalspieler Mladen Petric den Hamburger Sieg ein. In der 15. Minute bediente Marcell Jansen den Ex-Dortmunder. Petric köpfte zur Führung ein. Nach einem Eckstoß von Piotr Trochowski war er erneut zur Stelle. Nach der Pause gingen die Gäste beinahe fahrlässig mit ihren Torgelegenheiten um. Doch zu mehr als Milivoje Novakovic´ Anschlusstreffer kurz vor Schluss sollte es für die Domstädter nicht mehr reichen. Es war bereits der zehnte Saisontreffer des Slowenen Novakovic.
VfL Wolfsburg – Hannover 96 2:1
Es war der sechste Heimsieg der Wolfsburger in Folge. Doch vor dem Lohn sollte harte Arbeit stehen. Nach einer sehenswerten Ballstafette kam Zvjezdan Misimovic in der 32. Minute an den Ball und legte für Cristian Zaccardo auf. Der italienische Weltmeister hatte keine Mühe, die Führung zu erzielen. Jiri Stajner markierte nach der Pause den Ausgleich und traf in der 63. Minute erneut. Diesmal jedoch ins eigene Netz: Einen Freistoß von Zvjezdan Misimovic verlängerte er ins rechte Toreck. Dass es bei diesem Spielstand blieb, war schließlich einem Kuriosum zuzuschreiben: Als 96-Torhüter Florian Fromlowitz den Wolfsburger Stürmer Dzeko nur mit einem Foul stoppen konnte, entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter und Rot für Fromlowitz. Weil Hannovers Trainer Dieter Hecking bereits drei Mal gewechselt hatte, musste Feldspieler Jan Rosenthal ins Tor. Und dieser parierte den von Dzeko geschossenen Strafstoß.
Vor der Winterpause hält der 17. Spieltag noch einmal diese Paarungen für uns bereit:
Borussia Dortmund – Borussia Mönchengladbach
Werder Bremen – VfL Wolfsburg
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt
VfB Stuttgart – Bayern München
Bayer Leverkusen – Energie Cottbus
Hannover 96 – Arminia Bielefeld
Hertha BSC – Karlsruher SC
VfL Bochum – 1. FC Köln
1899 Hoffenheim – FC Schalke 04
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