Generelle Überlegungen zum Traden! Wann funktionert eine Strategie?
30. März 2009 / klaus
Es gehen immer mal wieder neue Strategievorschläge zu Trades auf Wettbörsen bei uns ein. Leser haben eigene Ideen entwickelt und möchten diese von uns bewertet haben. Auch wir überlegen welche neuen Möglichkeiten es gibt, beim Traden erfolgreich zu sein. Ich habe mir daher einmal ein paar Gedanken gemacht was eigentlich einen erfolgreichen Trade ausmacht. Was muss gegeben sein, damit eine Strategie funktioniert?
Der grosse Unterschied – und somit auch der Anreiz, an Stelle von normalen Wetten Inplay zu traden – ist sonnenklar. Er wird nur im ganzen Trubel es „Tagesgeschäfts“ oft vergessen … und somit missachtet.
Während man beim traditionellen Wetten genau den richtigen Ausgang am Ende des Spiels bzw. des Ereignisses vorhersagen muss, braucht man beim Inplay Traden oft nur einmal während des gesamten Spiels die Situation, in der es danach aussieht, dass die Vorhersage eintrifft. Es ist dabei völlig egal, ob sich später das Blatt nochmals wendet. Denn dann hat der gute Trader schon seinen Gewinn "in trockene Tücher" gebracht.
Beispiel:
Wenn ich bei einem fiktiven Spiel „FC Bayern – VfL Bochum“ auf einen Bochum Sieg wette, habe ich zwar sehr wahrscheinlich eine recht attraktive Quote. Nur kommt so ein Außenseiter Erfolg eher seltener vor. Was aber durchaus öfters zu beobachten ist, ist dass der Außenseiter mal in Führung geht. Genau in diesem Moment sieht es so aus, als könnte Bochum vielleicht doch gewinnen. Und da liegt die Chance.
Natürlich lassen sich daraus einige Strategien ableiten. Ich will anhand dieses Beispiels mal ein paar gute und auch weniger gute Möglichkeiten durchdenken.
Beachtet bitte: Es ist wichtig sich immer wieder die Frage zu stellen, was kann passieren, und nach welchem Ausgang sieht es in diesem Moment aus.
Faustregel: Back high / Lay low – auf Deutsch: Um Gewinn zu machen muss die Backquote höher sein als die Layquote … habt ihr so eingekauft bzw. verkauft, macht ihr Gewinn … ist es anders herum, Verlust!
Lay the draw:
Immer noch sehr beliebt. Vor dem Spiel wird das Unentschieden gelayed. Ich gehe also mit der Laywette davon aus, dass es kein Unentschieden geben wird. Da die Chance hier generell im Bereich 1 – 3 gesehen wird, muss ich, falls es doch Unentschieden endet auch tief in die Tasche greifen, und eine Quote von knapp über drei dem Gewinner der Unentschieden Wette bezahlen.
Meine Überlegung ist folgende: Irgendwann fällt ein Tor und dann sieht es nicht mehr danach aus, dass das Spiel unentschieden endet. Geht Bayern in Führung ist dem auch so. Die Unentschiedenquote wird deutlich steigen, und ich kann meine Wette durch eine Backwette gerade stellen. Sollte, es dann doch noch zum Unentschieden kommen habe ich einen sicheren Gewinn.
Doch was passiert wenn Bochum ein Tor schießt? Wonach sieht es dann aus? Nach einem Bochum Sieg? Nein, die meisten Wettteilnehmer glauben immer noch an den FC Bayern und erwarten ein Ausgleichstor, und wenn genug Zeit bleibt sogar noch einen Siegtreffer der Bayern. Wenn wenig Zeit bleibt, ist sogar ein Unentschieden das favorisierte Ergebnis. Jetzt kann ich nur noch mit Verlust gerade stellen, oder beten, dass es entweder nicht zum Ausgleich kommt, oder das Bayern das Spiel komplett wendet.
Wie man sehen kann, ist die vorgegaukelte 95 % Sicherheit beim "Lay the draw" nicht wirklich vorhanden. Jetzt kommt dann garantiert der Einwand: Meistens gehen doch eh die Bayern in Führung und gewinnen auch. Richtig, doch wenn man davon überzeugt ist, dass die Bayern das Spiel eh souverän gewinnen, kann man gleich auf sie tippen, oder folgende Variante verwenden:
Back the Favorite:
Hier backen wir den Favoriten vor Spiebeginn. Geht der dann in Führung fällt die eh schon geringe Quote natürlich extrem und man kann problemlos die Bücher gerade stellen. Doch was hat man da gemacht? Man hat ein Teil des Gewinns wieder hergegeben um sich gegen den jetzt noch unwahrscheinlicheren Fall abzusichern, dass der Favorit doch nicht gewinnt.
Meist ist die Gefahr bei so Favoritenspielen eher, dass der Außenseiter in Führung geht. Dies hat für uns den Vorteil, dass die Quote auf den Favoritensieg steigt und wir meist mit Value da rein gehen können.
Daher ist meine Empfehlung fürs Traden.
Backed den Favoriten wenn er in Rückstand gerät!
Spielt der Favorite zu Hause und ist noch genug Zeit ist ein klares Backen auf den Favoriten zu bevorzugen. Sicher es bedarf zwei Tore um diese Wette zu gewinnen. Doch meist reicht die Zeit und auch die Qualität um das Spiel zu drehen.
Ist es ein Auwärtsspiel oder ist nicht mehr so viel Spielzeit übrig, empfiehlt sich ein Layen des in Führung liegenden Außenseiters.
Warnung:
Eines muss jedoch jedem Trader klar sein. Für den Anbieter gibt es keinen kompletten Trade. Jede Wette, egal ob vor oder während des Spiels abgegeben ist eine Einzelwette. Dies wurde mir vor ein paar Wochen wieder schmerzlich klar gemacht, als ich mit hohem Einsatz bei Rückstand des Favoriten auf Unentschieden gesetzt habe, und bevor ich auch den Favoriten backen konnte, Betfair ausfiel. Erst machte ich mich keine Sorgen, solche Ausfälle dauern oft nicht lange. Doch diesmal schon. Ich musst mit ansehen, wie der Ausgleich und dann der Siegtreffer des Favoriten meinen ganzen Einsatz vernichtet hat. Schöner Trade, alles richtig gemacht, nur der Ausfall des Anbieters hat mich geschlagen. Ihr denkt, dass passiert nicht oft! Schon richtig, doch es passiert oft genug um jeden hin und wieder einmal zu erwischen. Daher meine Warnung. Es sind alles Einzelwetten … ihr bekommt vom Anbieter nur ein kurzes Entschuldigungsmail, wie leid ihnen der Ausfall tut, und sie hoffen, dass keine Unannehmlichkeiten entstanden sind. Den Verlust jedoch, müsst ihr selbst tragen!
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