Florentino Pérez neuer Präsident von Real Madrid
1. Juni 2009 / joe
Florentino Pérez ist neuer Präsident von Real Madrid. Der 62 jährige Spanier, der sich als einziger Kandidat zur Wahl gestellt hatte, übernimmt das höchste Amt im Madrilener Fußball ab dem 1. Juni dieses Jahres. Gewählt ist er bis zum 31. Mai 2013. Nachdem in Vorausscheidungen einige Kandidaten am geforderten Eigenkapital und andere an inhaltlichen Schwächen scheiterten, war die Wahl für Pérez nur noch Formsache, Er ist weltweit bekannt, da es seine zweite Amtszeit wird.
Erste Amtszeit:
Von Juli 2000 bis Februar 2007 war Florentino Pérez bereits Präsident des erfolgreichsten Clubs Spaniens. Zu Beginn seiner Amtszeit hagelte es in der internationale Presse Kritik an seinem Vorgehen. Pérez hatte – ein wichtiger Punkt seiner Wahlkampagne – angekündigt den verschuldeten Verein sanieren zu wollen. Mit über 250 Millionen Euro Schulden stand Real Madrid am Abgrund. Den finanziellen Kollaps verhinderte er – dank bester Beziehungen in "seiner" Branche - mit dem Verkauf von Teilen des Clubgeländes an die Stadt und einige Unternehmer für über 450 Millionen Euro. Außerhalb Spaniens wurde offen dargelegt, dass das Vereinsgelände nur einen Bruchteil des Verkaufspreises wert war. Dass die Stadt Madrid ein Anliegen am Erfolg ihres wichtigsten globalen Repräsentanten hat, war in der Summe nicht zu übersehen. National wurde dem Thema im medial häufig unkritischen Spanien keine Relevanz zugesprochen.
Sportlich baute Florention Pérez den Verein nach der Permisse jedes Jahr einen neuen Weltstar kaufen zu wollen auf. Mit ihm ging der Madrilener Stern wieder auf und mit seinem Namen verbindet man direkt "Los Galácticos". Die Galaktischen waren vielleicht nicht immer das beste Team, aber Einzelspieler wie Zinedine Zidane, Ronaldo, Luis Figo oder David Beckham hatten dem Gegner mit induvidueller Klasse den entscheidenden Tick voraus. Dass das viele Geld dann auch Erfolg hatte zeigt das Portfolio: 2001 und 2003 Spanischer Meister, 2002 Champions League Sieger und Gewinner des Weltpokals. Insbesondere der Champions League Titel untermauerte den madrilenischen Stolz und hielt den ewigen Rivalen aus Barcelona auf Distanz. Nach drei starken Jahren von Valencia und eben Barcelona trat Florentino Pérez aus Mangel an Erfolgen zurück.
Einkaufspolitik:
Da sich Pérez bei dieser Wahl nicht gegen einen Gegenkandidaten durchsetzten musste, konnte er mit Wahlversprechen haushalten. Frühzeitig kündigte er jedoch einen neuen Trainer und die Verpflichtung vom brasilanischen Superstar vom AC Milan Kaká an. Obwohl Juande Ramos seinen Job als Nachfolger von Bernd Schuster gut machte und die Madirlenen erfolgreich ins Titelrennen zurück führte, wird er zur neuen Saison durch Manuel Pellegrini ersetzt. Knapp vier Millionen Euro Ablöse muss Real Madrid an den Ligakonkurrenten aus Villarreal überweisen. Angesichts der Investitionen, die in laufendes Personal geplant sind, eine überschaubare Summe. Ein fader Beigeschmack bleibt. So hatten die angeblichen Wunschkandidaten Arsene Wenger und José Mourinho das Projekt "Pérez" zwar gelobt, jedoch versichert kein Teil sein zu wollen. Mourinho provozierte in bekannt selbstsicherer Art: "Der Trainer der bei Real unterschreibt, wird nur die zweite Wahl sein.". Ganz von der Hand zu weisen scheint dies nicht, da Pelligrini zweifelsohne ein kompetenter Trainer ist, allerdings keinen wirklich galaktischen Namen mit sich bringt.
Die Verpflichtung von Kaká scheint in trockenen Tüchern zu sein, auch wenn diese Tücher bei Real Madrid schneller anfeuchten als bei jedem anderen Club der Welt. Über 60 Millionen Euro stehen als Ablöse im Raum. Zudem sind zwei weitere Topstars im Gespräch: Cristiano Ronaldo und Frank Ribery. Ersterer wollte schon im letzten Jahr wechseln, tat dies letztendlich doch nicht. Klare Positionen bezog in diesem Kampf der Gerüchte keine der beiden Seiten. Auch Uli Honeß ist sich der neuen Finazstärke von Real Madrid bewusst und gab an für 50 Millionen nicht einmal ein Bein von Frank Ribery zu verkaufen. Ein gewisser Druck haftet also auf Florentino Pérez. Kein großer aber ein teurer Druck.
Zukunftsaussichten:
Pérez selbst gab in seiner Antrittsrede zu Protokoll den Verein zum "besten Club des 21. Jahrhunderts machen" und Real Madrid in eine "sportliche, wirtschaftliche und soziale Führungsposition" manövrieren zu wollen. Die Wahl des neuen Präsidenten entfacht in Madrid und der sportlichen Umgebung eine wahre Aufbruchsstimmung. Kritische Töne, man solle doch mehr auf die "Cantera" (Jugendabteilung) setzen sind verstummt. Alles wartet auf die zweite galaktische Ära.
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