Fixed Games – die größte Bedrohung für den Fussball
3. September 2009 / christoph
Sie als Hobbywetter sind gewiss in manschen Foren schon einmal auf die Worte „Achtung Fixed Game“ gestoßen. Der Autor des Beitrags versteht darunter ein Fussballspiel, in welchem der Ausgang schon vor Beginn der Partie feststeht. Leider fällt in die Kategorie nicht ein Match zwischen Deutschland und San Marino, wo ja eigentlich auch vor dem Duell klar ist, welches Land als Sieger vom Platz gehen wird.
Nein, es handelt sich vielmehr um Manipulationen, die immer mehr Einzug in den europäischen Fussball erhalten. Niemand kann wirklich sagen, wann erstmals ein Match manipuliert wurde. Sehr sicher ist jedoch, dass die höchste Malaysische Liga ab den 80 er Jahren immer stärker von Spielschiebungen befallen wurde. Die Buchmacher in Asien waren teils selbst kriminell, andererseits auch machtlos gegen die drohenden „sicheren Spiele“. Berichte gehen bis auf eine Partie zurück, bei der die Quote auf ein Match mit mindestens 9 Toren von @25 bis auf @1,5 zurückging. Endstand der Begegnung war 7:2. Das damals unter dem Begriff „gestürzte Wettkurve“ in die Geschichte eingegangene Ligaduell verstärkte zwar die Kontrollen, doch die Aufmerksamkeit der Asiaten weitete sich damit immer mehr auf den europäischen Raum aus.
Declan Hill ist ein Schriftsteller, der zugleich dem Verbrechen im Fussball auf den Grund gegangen ist. In seinem sehr empfehlenswertem Buch „sichere Siege“ erläutert Hill auch, was nötig ist, um ein Spiel zu manipulieren. So offenbart er, dass zumindest ein Spieler jedes Mannschaftsteils (Angriff, Mittelfeld, Verteidigung, Torwart) in den Fall verwickelt sein muss um zu mindestens 95 „erfolgreich“ manipulieren zu können. Eine nicht unwesentliche Aufgabe kann auch dem Trainer oder Schiedsrichter zugedacht werden. Außerdem suchen sich die Kriminellen immer Spieler aus, die Ansehen im Verein haben und Führungsspieler sind. Den Anweisungen dieser Spieler wird gefolgt. Tatsächlich ist die Materie inzwischen soweit ausgebildet, dass ein normaler Fan im Stadion nahezu nicht sehen kann, ob ein Spiel geschoben ist. Oft reichen absichtliche kleinere Stellungsfehler des Keepers für die Wende im Spiel.
In Europa gibt es genug Länder, die von Manipulationen befallen sind. Besonders Bosnien Herzegowina wird den Fluch nie wieder ablegen können. Im Land selbst sind Wetten auf das Heimteam gar nicht mehr möglich. Auch in Griechenland werden besonders gegen Saisonende viele Spiele geschoben. Vor knapp 2 Jahren gab es auf das Remis im Abschlussspiel der Saison eine Quote von 1,08. Auf das Endergebnis dürfen Sie dreimal raten, sollte aber bereits früher eine logische Schlussfolgerung gefunden haben. Auch Italien war in einen Wettskandal verstrickt, führte dieser doch sogar zum Zwangsabstieg von Juventus Turin vor wenigen Saisons.
Doch woran erkennt man nun wirklich ein geschobenes Spiel vorher auf dem Wettzettel. Dafür gibt es nur eine klare Antwort: GARNICHT. Es ist nicht möglich herauszufinden, ob in einem Spiel bereits das Endergebnis in den Köpfen der Kriminellen herumspuckt. Viele verwirrende Quotenverläufe lassen auf Schiebungen plädieren, doch nicht selten gibt es immer wieder so genannte „Fakedrops“ , also Spiele, die laut Quotenverlauf auf eine Schiebung schließen lassen, aber dann doch völlig anders enden. Ein nicht unwesentlicher Grund dafür könnte sein, dass bekannte User in Foren ein Spiel für „verkauft“ melden, nur um damit selbst Tradingerfolge zu erzielen.
Allgemein sind solche Matches (egal ob „gefaked“ oder nicht) stets zum Traden sehr gut geeignet. Wichtig ist es aber nicht zuviel Geld zu setzen, da diverse Spiele mit diesen Kennzeichen für schnelle Quotenänderungen in verschiedene Richtungen bekannt sind.
Gibt es auch in Deutschland Manipulationen? Ja, natürlich sind auch die Deutschen davor nicht Immun. Hoyzer hat bewiesen, dass auch in Deutschlands Ligen Geld zu verdienen ist.
Ich wünsche mir selbst eine Sportart Fussball, die fern von Schiebereien abläuft, mit Kampf und Spielkunst in allen Klassen. Doch vom Wunsch in die Realität ist es ein weiter Weg, der wohl nie hundertprozentig absolviert werden wird.
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