Eine neue Variante des “Lay-the-Draw”
7. Dezember 2009 / dominic
Unser Wettbasis Autor “klaus” hat im Oktober 2008 schon mal eine abgeänderte Variante des “Lay-the-Draw” vorgestellt (Hier zu finden). Ich möchte euch in diesem Artikel ebenfalls eine abgeänderte Form des normalen Lay-the-Draws vorstellen, welches in meinen Augen doch noch Gewinn abwerfen kann.
Für eine kurze Definition des Lay-the-Draw greife ich nochmals auf den oben genannten Artikel von Klaus zurück und zitiere ihn:
“Ganz kurz das Vorgehen: Man layed (wettet gegen) das Unentschieden vor Spielbeginn. Sobald das erste Tor gefallen ist, wird ein Unentschieden unwarscheinlicher. Daher sollte die Quote steigen. Man also dieses Unentschieden mit einem Betrag, der für sämtliche möglichen Spielausgänge einen Gewinn sichert. Um sich vor einem 0 – 0 Spielausgang zu schützen, kauft man vor Spielbeginn zudem noch die Wette, dass das Spiel 0 – 0 ausgeht. Somit ist man für alle Spielsituationen gerüstet und kann nur noch Gewinnen … soviel zur Theorie.”
In der Theorie klingt dieser Ansatz vielversprechend - doch wie heißt es so schön. “Zuviele Köche verderben den Brei.” Und das war genau der Anfang vom Ende dieses Systems. Zu Beginn konnten damit sicherlich noch schöne Gewinne erwirtschaftet werden. Zudem war das Problem, dass nach einem Tor die Quote für das Unentschieden sich so weit verändern muss, dass der Einsatz für das 0-0 (welches als Absicherung dient) gewonnen wird und erst danach bleibt wirklich was über.
Ich möchte euch meine Variante des Lay-the-Draws anhand dem Spiel von letztem Samstag VFB Stuttgart gegen den VFL Bochum vorstellen.
Die Quoten für ein 0 zu 0 waren vor Spielbeginn bei 15.5 bei der Wettbörse Betfair. Die Quote für das Unentschieden bewegte sich ungefähr im Bereich von Lay 4.90. Nach dem Tor in der 63ten Minute für Stuttgart durch Tasci ging die Quote für X auf 8.20 hoch.
Nun zur Einsatzverteilung. Beim normalen Lay the Draw würde man zum Beispiel:
6.90 Euro auf das 0-0 setzen, damit man einen Betrag von 100 Euro hat um das Lay X zu spielen. Der nächste Schritt ist dann das Lay X zu 4.90 mit einem Einsatz von 100 Euro. Das würde heißen, dass 25.64 Euro bei Stuttgart bzw. Bochum stehen bleiben. Nach dem Tor wird dann das X “gebacked”, hierbei wird ein Einsatz von 15.32 Euro getätigt damit der Gewinn auf allen Seiten gleich aussieht. Schlussendlich besitzt man auf dem Markt einen Gewinn von 10.32 Euro. Abzüglich der 6.90, welche für das 0-0 verloren gingen, bleibt ein Restgewinn von 3.42 Euro.
Zwar sind das fast 50 % des eingesetzten Kapitals jedoch ist das Risiko der Dynamik des Marktes immer vorhanden und es wird öfters mal geben, dass die Quote nicht die benötigte Höhe erreicht um den Einsatz des Endstand-Marktes auszugleichen und noch ein Gewinn abwirft.
Bei meinem Lay the Draw habe ich nur einen extra Schritt zu Beginn eingebaut. Dieser besitzt ebenfalls ein kleines bisschen Risiko – jedoch ist schlussendlich auch profitabler. Ich habe in der letzten Zeit zig Endstand-Märkte beobachtet und mir Notizen gemacht wie schnell die Quoten für ein 0-0 fallen. Und dies geschieht relativ schnell – und deshalb geht meine Überlegung dahin, dass zu Beginn Betrag X auf das 0-0 gesetzt wird. Wenn wir beim obigen Beispiel bleiben zu Quote 15.5 und sobald die Wette angenommen ist, wird eine Lay 0-0 zu 14.5 hineingestellt. Beim Spiel des VFB war nach nicht einmal 2:30 gespielten Minuten diese Wette angenommen und Betrag X stand vollkommen risikolos zur Verfügung für das Lay X. Die weitere Vorgehensweise ist gleich zu dem normalen Lay the Draw. Und hier wird am Ende ein Gewinn von 10.32 Euro zu Buche stehen.
Natürlich hat man in den ersten – sagen wir – 5 Minuten ein gewisses Risiko, dass diese 100 Euro weg sind. Aber wenn ein Spiel live gesehen wird, erkennt man gleich zu Beginn wieviel Tempo in dem Spiel drin ist und ob es in den ersten Minuten gefährlich wird/werden kann. Zudem gibt es kaum Märkte in denen die Quote für 0-0 steigt und man somit im Zweifelsfall die Wette immer noch gleich verkaufen kann und dann einfach einen Markt mit +/- 0 hat. Jedoch fallen diese Quoten zum Teil sehr schnell, dass weitere Quotenentwicklungen abgewartet werden können und anstatt einer Lay 14.5 eine Lay 14 hineinstellt und dann vielleicht 30 Sekunden bis zu einer Minute länger warten muss und dafür X + 1/2 X (Bsp: X = 100 Euro; wäre bei Lay 14 ein Gewinn von 150 Euro auf dem 0-0 Endstand) zur Verfügung hat für das Lay the Draw.
Das Quoten fallen für ein Unentschieden nach einem Tor gibt es eigentlich nie – somit sollte man im Notfall immer verlustfrei herauskommen. Und bei Spielen mit einem Favoriten im Quotenbereich 1,2-1,3 sollte diese Taktik auch NICHT angewendet werden, da durch eine Führung des Außenseiters sich die X Quote kaum bewegen wird – bzw. das wohl der einzige Fall sein könnten in dem sich die Quote für ein Unentschieden nach unten bewegen würde.
Weiterhin ist anzumerken, dass für dieses System es sehr positiv ist, wenn das erste Tor erst in den letzten paar Minuten fällt, da dann die Quote für X natürlich sich sehr stark erhöhen wird.
In meinen Augen + Erfahrungen zeigte sich, dass dieses System durchaus Potenzial hat und durch eine gute Spielauswahl auch einen Gewinn abwirft. Natürlich sind 10-15 Euro nicht der Bär – aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Weiters gibt es viele Statistikseiten wie Soccerway auf denen eine Torverteilung zu sehen ist (jedoch leider nur für Minute 0-15) und damit auch in etwa abgeschätzt werden kann ob es ein Team ist, dass oft früh trifft oder nicht.
Vielleicht findet einer der Leser dieses System interessant und möchte es zuerst mal für sich selbst mit Papier und Kugelschreiber nachspielen um selbst Erfahrungen zu sammeln bei welchen Spielen (Ausgangslage der Quoten) sich dieses rentieren würde – und für einige ist es durchaus zu risikoreich mit dem Tor in der/den ersten Minuten.
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Schlagwörter: 0-0, Betfair, Lay the Draw, Statisik, System





