Duell der Angst am 21. Spieltag: SV Werder Bremen – Hertha BSC Berlin
4. Februar 2010 / joe
Am Freitagabend um 20:30 Uhr eröffnen Werder Bremen und Hertha BSC Berlin den 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga im Weserstadion. Der 5. Februar 2010 könnte für beide in der Saison entscheidend werden. Beide Mannschaften haben einen großen Punkteberg zu ihren Konkurrenten abzuknabbern. Die Bremer wollen noch ins internationale Geschäft. Für die Berliner geht es bereits ums nackte Überleben. Ein treuer Begleiter ist die Angst. Und wacklige Knie.
SV Werder Bremen:
Wirklich zu erklären ist das Phänomen Werder Bremen nicht. Wohl kaum eine Mannschaft spielt so attraktiven Fußball und vernachlässigt dabei kosequent die eigenen Defensive. Was zu Beginn der Saison als abgeschaltet galt, ist nun wieder aufgebrochen: Die Wunde in der Defensive. Die letzten fünf Spiele in der Bundesliga verlor Werder Bremen allesamt. Das dies seit dem 1. Spieltag zu Hause gegen Frankfurt (2:3) die einzigen Niederlagen der Bremer in dieser Saison waren, wird dabei niemanden vertrösten. Gegen Schalke (0:2), in Hamburg (1:2) und in Frankfurt (0:1), sowie gegen Bayern (2:3) und in Mönchengladbach (3:4), gab es für die Norddeutsche Seele nur Prügel. Insgesamt 12 Gegentore in nur fünf Spielen sprechen eine eindeutige Sprache. Zum Vergleich: Der FC Schalke 04 stellt die beste Abwehr der Liga. Diese kassierte in allen 20 Spielen bisher gerade einmal 15 Treffer.
Personell wird der heftig kritisierte Tim Borowski die tiefgreifenste Veränderung sein. Der Nationalspieler wird wegen Leistungsschwäche maximal im Kader sein. Vielleicht setzt ihn Trainer Thomas Schaaf sogar auf die Tribüne. Voraussichtlich bilden dann Niemeyer und Frings die Doppelsechs bei den Grün-Weißen, um den Offensiven Özil, Marin und Hunt den Rücken frei zu halten. Eventuell lässt Thomas Schaaf auch mit zwei Stürmern Spielen und opfert die Doppelsechs. Gerade gegen die Berliner könnte sich so etwas anbieten.
Tabellarisch steht es nicht besonders um die Norddeutschen. Bremen belegt zwar den sechsten Rang und ist dementsprechend nur eine Platzierung von der Europa League entfernt. Jedoch trennen die Bremer von Hamburg (5.) schon sieben Punkte. Die Bremer werden Druck machen müssen, um den Rivalen oder die Dortumunder Borussia noch abfangen zu können. Denn mit einem Aufwind ist gerade in Bremen alles möglich. Und irgendwann bekommen die anderen dann die wackligen Knie.
Hertha BSC Berlin:
Sich Mühe zu geben ist zwar ganz nett, wird aber in der Bundesliga und allgemein im Profifußball vorausgesetzt. Doch mehr kann über die Berliner Bemühungen um eine Aufholjagd bisher nicht gesagt haben. Es wird sich angestrengt und bemüht. Aber wird wirklich alles dafür getan? In der Defensive beeindrucken die Berliner bisher mit einer Weißen Weste nach drei Spielen im Jahr 2010. Sowohl gegen Hannover (3:0) als auch gegen Borussia Mönchengladbach (0:0) und den VfL Bochum (0:0) hielt man hinten die Null. Enttäuschend verlief allerdings das Offensivspiel. Denn, um wirklich noch einmal angreifen zu können, um eine reale Chance auf den Klassenerhalt zu haben, muss dreifach gepunktet werden. Besonders gegen Mannschaften aus dem unteren Drittel der Tabelle. Heimspiele sind nun für die Berliner sowieso Pflicht.
Positiv ist zu vermelden, dass die Neuzugänge recht ordentlich eingeschlagen haben. Mit Kobiashvilli und Kringe hat das Berliner Spiel nun mehr Stabilität, mit Gekas im Sturm etwas mehr Gefahr. Die ganz große Welle ist aber noch nicht von der Mannschaft ausgegangen. Natürlich sollte man mit 11 Punkten den Kopf nicht in den Sand stecken, da für die Berliner die "neue" Relegationsregel wie gerufen kommt. Sechs Punkte trennen die Hauptstädter momentan von Hannover 96, das auf dem Relegationsplatz rangiert.
Ein Schlüsselspiel ist es schon, das Spiel gegen Bremen. Denn mit einem guten Ergebnis kann man noch einmal angreifen. Die nächsten Gegner sind Mainz und Freiburg. Punktet man konsequent ist wieder alles drin. Wenn der Aufwind einmal da ist, bekommen schließlich auch die anderen wacklige Knie.
Fazit:
Ein Duell, in dem die Angst mitspielt. Die Angst das Saisonziel – wenn es auch bereits modifiziert worden ist – nicht mehr erreichen zu können. Für beide Mannschaften könnte es nach diesem Spieltag nur noch um Durchhalteparolen gehen. Die Nerven werden dieses Spiel prägen. Am Ende entscheiden - Sie wissen schon – die wackligen Knie.
Quoten:
SV Werder Bremen: 1,49 @ betfair
Unentschieden: 4,9 @ betfair
Hertha BSC Berlin: 8,00 @ betfair
Lesen Sie hier den Vorbericht zu VfL Wolfsburg – Bayern München.
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Schlagwörter: 1. Bundesliga, 21. Spieltag, Abstiegskampf, Duell der Angst, Hertha BSC Berlin, SV Werder Bremen





