Brennpunkt Bundesliga:Führungskrise beim HSV
29. Juni 2009 / pedro
Wenige Tage nach der zumindest für Aussenstehende überraschenden Demission von Sportchef Dietmar Beiersdorfer schwelt die Führungskrise beim norddeutschen Traditionsverein Hamburger SV unvermittelt weiter.
Kurze Rückblende:Nach einem Gespräch mit dem Aufsichtsrat tritt Beiersdorfer am vergangenen Mittwochabend mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück.Auslöser waren wiederholte Kompetenzstreitigkeiten mit dem machtbesessenen Vorstandschef Bernd Hoffmann,der sich desöfteren in Beiersdorfers Aufgabenbereich (Hauptverantwortlicher für den Lizenzspieler-und Nachwuchsbereich) einmischte und auch in diesbezüglichen Angelegenheiten die letztliche Entscheidungsgewalt einforderte.
Das Fass zum Überlaufen brachte die völlig konträre Analyse der abgelaufenen Saison.Während Beiersdorfer die dank gnädiger Dortmunder Mithilfe in letzter Sekunde erreichte Qualifikation für die Europaliga als Erfolg verbuchte,war dies Hoffmann nach zwei erreichten Halbfinals(DFB-und UEFA-Cup) sowie noch wenige Spieltage vor Schluss bestehenden Titelchancen definitiv und durchaus nachvollziehbar zu wenig.
Fakt bleibt,dass Beiersdorfer in seiner siebenjährigen Amtszeit auf einige Erfolge zurückblicken kann.Der HSV war nie schlechter in der BL als Platz 8 platziert und vor allem im Scouting-und Jugendbereich ist seine Handschrift erkennbar.Waren seinerzeit 4 Spieler in den jugendlichen Auswahlvertretungen des DFB vertreten,so sind es heute 25!
Spektakulär waren vor allem seine Transfererlöse.So brachte der Verkauf von Spielern wie van der Vaart,de Jong und Olic ein Vielfaches von dem in die Kasse zurück,was sie seinerzeit kosteten.Zynischerweise waren es vor allem jene Faktoren,die die wirtschaftliche Bilanz der Hamburger deutlich aufbesserten und damit die Position seines Widersachers Hoffmann stützten.Vorerst zumindest,denn im Umfeld der Hanseaten brodelt es gewaltig.So soll der schon in der Vergangenheit dilettantisch agierende Aufsichtsrat zunächst mehrheitlich an Beiersdorfer festhalten wollen,dies aber argumentativ nicht umsetzen konnte.Auch aus den Kreisen von HSV-Legende Uwe Seeler kommt unverhohlen Kritik gegen den erneut formulierten Alleinherrscher-Anspruch von Hoffmann.So soll der Posten des neuen Sportdirektors direkt unterhalb der Geschäftsführung angesiedelt sein.
Als Nachfolger sind angeblich Ex-Kapitän Nico Hoogma und Thomas von Heesen im Gespräch.Nicht gerade die Premiumlösung,aber die ist für diesen Marionettenjob ohnehin nicht zu haben.
Interessant wird sein,wie Neu-Trainer Bruno Labbadia sich in dieses Chaos einfügt.Der egozentrische Südhesse ist bei seinem vorherigen Arbeitgeber Leverkusen genau an solchen Problemen gescheitert.Zunächst aber ist seine grösste Baustelle,dass der HSV bislang noch k e i n e n Neuzugang verpflichtet hat!
Vor diesem Hintergrund kommt der 3.Runde in der Europaliga-Qualifikation am 30.7 und 6.8(hier steigt der HSV ins Geschehen ein) bereits existenzielle Bedeutung zu.Immerhin warten hier Gegner wie Bilbao,PSV Eindhoven oder FC Kopenhagen!
Kaum auszudenken,wenn man da scheitert!
100€ Bonus bei Bet365 |
100€ Bonus bei William Hill |
100€ Bonus bei Sportingbet |
100€ Bonus bei Tipico |
Schlagwörter: Führungskrise, HSV





