Biathlon – Wer wird (Herren-) Gesamtsieger 2011/2012 ?
Der Kampf um den Biathlon-Gesamtweltcup in der Saison 2011/12
8. Dezember 2011 / christian
Faszination Biathlon. Eine Sportart, die immer mehr Menschen in ihren Bann zieht. Ein Sport, bei dem das Einteilen der Kraftreserven und höchste Konzentration auf den Punkt genau am Schießstand gefordert sind. Das Zusammenspiel von Kraft, Ausdauer und Technik in Verbindung mit dem Laufen sowie die ruhige Hand, die mentale Stärke, die Konzentrationsfähigkeit trotz der so großen Anstrengungen beim Laufen macht Biathlon so einzigartig und spannend, vor allem auch für die Zuschauer.
Am 30.11.2011 ist es wieder soweit. Der diesjährige Biathlon-Weltcup beginnt in Östersund (Schweden). Neben dem Weltcup wird die Biathlon-Weltmeisterschaft in Ruhpolding (Deutschland) vom 29.02.-11.03.2012 ein Highlight dieses Biathlon-Winters werden.
Wer wird Gesamtsieger 2011/12 ?
In der vergangenen Weltcup-Saison gab es einen harten Zweikampf zwischen den beiden Norwegern Emil Hegle Svendsen (1105 Punkte) und Tarjei Boe (1110 Punkte) um die Weltcup-Krone. Boe konnte den Gesamt-Weltcup mit fünf Punkten Vorsprung denkbar knapp für sich entscheiden und Svendsen damit entthronen, nachdem dieser den Gesamt-Weltcup zuvor in der Saison 2009/10 gewonnen hatte.
Die letzte Saison lief für Boe ohnehin hervorragend. Neben dem Gesamt-Weltcup konnte er bei der Weltmeisterschaft in Khanty-Mansyisk einmal Gold und zweimal Bronze gewinnen. Rivale Emil Hegle Svendsen präsentierte sich bei der letzten Weltmeisterschaft auch in großartiger Verfassung und gewann einmal Gold und einmal Silber.
Diese beiden Herren dominieren seit nunmehr zwei Jahren die Biathlon-Szene und es sieht nicht danach aus, als ob sich dies so schnell ändern würde. Beide haben in der Vorbereitung keine Rückschläge erleiden müssen und haben eine dementsprechend produktive Vorbereitung hinter sich. Wer kann diese beiden Topfavoriten aufhalten? Kaum ein Fahrer vereint Laufstärke und Präzision beim Schießen wie disziplinübergreifende Konstanz so sehr, wie diese beiden Ausnahmekönner. Einer der wenigen ernstzunehmenden Konkurrenten der beiden Top-Favoriten kommt aus dem eigenen Land. Die lebende Legende Ole Einar Björndaelen (sechsmaliger Gesamt-Weltcupsieger) sollte man immer auf der Rechnung haben. Zwar konnte dieser aufgrund einer Rückenverletzung erst später ins Training einsteigen, doch erfahrungsgemäß ist Bjoerndalen auch trotz solcher Handicaps niemals zu unterschätzen. Er mag zwar nur Außenseiterchancen haben, ist aber jemand, den man auf dem Zettel haben sollte.
Bei der Suche nach einem weiteren ernstzunehmenden Konkurrenten kommt man nicht um den Franzosen Martin Fourcade herum. Der Dritte des Gesamt-Weltcups und Goldmedaillengewinner bei der vergangenen Weltmeisterschaft in der vergangenen Saison ist einer der wenigen kompletten Biathleten im Starter-Feld, der in allen Disziplinen konstant überzeugen kann. In den letzten drei Jahren hat Fourcade eine klasse Entwicklung gezeigt und sich unübersehbar von Jahr zu Jahr gesteigert. So wäre es keine allzu große Überraschung, wenn er die beiden Topfavoriten Boe und Svendsen aus Norwegen in der kommenden Weltcup-Saison ernsthaft in Bedrängnis bringen könnte.
Ein anderer Gesamtweltcup-Sieger als die genannten vier Athleten wäre eine faustdicke Überraschung, eine wahrhafte Sensation.
Solch eine Sensation wäre evtl. dem deutschen Hoffnungsträger Arnd Pfeiffer zuzutrauen. In der letzten Weltcup-Saison konnte er den starken vierten Platz im Gesamt-Weltcup erreichen und bei der Weltmeisterschaft eine Goldmedaille im Sprint, seiner Paradedisziplin, gewinnen. Realistischerweise muss man aber sagen, dass es sich hierbei wirklich nur um minimale Chancen handelt, die er im Kampf gegen die großen Namen hat. Es mangelte ihm bislang einfach an der notwendigen Konstanz in den verschiedenen Disziplinen. Genau das haben die Favoriten ihm und auch allen anderen voraus.
Aus dem österreichischen Biathleten Team wird Dominik Landertinger die größte Chance eingeräumt, nicht nur Siege einzufahren, sondern auch im Gesamtweltcup vorne mitzumischen und die norwegischen Konkurrenten unter Druck zu setzen.
Er hat eine problemlose und harte Vorbereitung hinter sich, sein großes Ziel ist zwar eine olympische Medaille in Sotschi 2014, doch auf dem Weg dahin sollen auch viele Weltcupsiege her.
Am kommenden Wochenende (26.11./27.11.2011) will der Biathlon Weltmeister 2009 sich als Vorbereitung bereits mit den Langlauf”kollegen” im finnischen Kuusomo messen. Landeringer wird dort im Klassik-Sprint und beim 10km Skating Rennen am Start sein. Dominik Landertinger hat als Vorbereitung auch am härtesten 400m Lauf der Welt teilgenommen, beim Red Bull Event – Sturm am Kulm (September).
Die Wett-Quoten der Favoriten auf den Weltcupsieg 2011/2012 (bei bet-at-home):
Emil Hegle Svendsen 2,65
Tarjei Boe 3,00
Martin Fourcade 4,00
Ole Einar Bjoerndalen 12,00
Arnd Pfeiffer 12,00
Dominik Landertinger 40,00
Fazit: Die beiden Norweger Svendsen und Boe sind im Vorfeld der Biathlon-Saison ganz klar die Favoriten und größte Aspiranten auf den Gesamt-Weltcup. Der Franzose Fourcade könnte in dieser Saison eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung spielen, sofern er es schaffen sollte erneut eine Schippe draufzulegen, so wie er es in den Jahren zuvor geschafft hat. Zwar sind ihm weiterhin „nur“ Außenseiterchancen einzuräumen, jedoch ragt er aus der Gruppe der Verfolger heraus. Wenn man auch quotentechnisch auf einen Außenseiter setzen möchte, dem man noch realistische Chancen einräumen kann, ist Ole Einar Bjoerndalen ein guter Kandidat.
Rennkalender des Biathlon Weltcups 2011/2012:
Weltcup 1. Etappe – Östersund (
Schweden) 30.11. – 04.12.2011
(Ergebnisse der letzten Saison)
20 km Einzel: 1. Emil Hegle Svendsen, 2. Ole Einar Bjoerndalen, 3. Martin Fourcade
10 km Sprint: 1. Emil Hegle Svendsen, 2. Ole Einar Boerndalen, 3. Martin Fourcade
12,5 km Verfolgung: 1. Ole Einar Bjoerndalen, 2. Emil Hegle Svendsen, 3. Jakov Fak
Weltcup 2. Etappe – Hochfilzen (
Österreich) 07.12. – 11.12.2011
(Ergebnisse der letzten Saison)
20 km Einzel: 1. Daniel Mesotitsch, 2. Benjamin Weger, 3. Serguei Sednev
10 km Sprint: 1. Tarjei Boe, 2. Serguei Sednev, 3. Alexis Boeuf
12,5 km Verfolgung: 1. Tarjei Boe, 2. Simon Eder, 3. Ivan Tcherezov
Weltcup 3. Etappe – Annecy (
Frankreich) 15.12. – 19.12.2011
(Ergebnisse der letzten Saison)
Letzte Saison nicht im Weltup-Kalender
Weltcup 4. Etappe – Oberhof (
Deutschland)Â 04.01. – 08.01.2012
(Ergebnisse der letzten Saison)
10 km Sprint: 1. Tarjei Boe, 2. Arnd Pfeiffer, 3. Michal Slesinger
15 km Massenstart: 1. Tarjei Boe, 2. Emil Hegle Svendsen, 3. Ivan Tcherezov
Weltcup 5. Etappe – Nove Mesto (
Tschechien) 11.01. – 15.01.2012
(Ergebnisse der letzten Saison)
Letzte Saison nicht im Weltup-Kalender
Weltcup 6. Etappe – Antholz (
Italien) 19.01. – 22.01.2012
(Ergebnisse der letzten Saison)
10 km Sprint: 1. Anton Shipulin, 2. Michael Greis, 3. Lars Berger
15 km Massenstart: 1. Martin Fourcade, 2. Björn Ferry, 3. Anton Shipulin
Weltcup 7. Etappe -Â Oslo (
Norwegen) 02.02. – 05.02.2012
10 km Sprint: 1. Andreas Birnbacher, 2. Björn Ferry, 3. Alexander Wolf
15 km Massenstart: 1. Emil Hegle Svendsen, 2. Evgeny Ustyugov, 3. Ole Einar Bjoerndalen
12,5 km Verfolgung: 1. Emil Hegle Svendsen, 2. Tarjei Boe, 3. Martin Fourcade
Weltcup 8. Etappe – Kontiolahti (
Finnland) 10.02. – 12.02.2012
(Ergebnisse der letzten Saison)
Letzte Saison nicht im Weltup-Kalender
Weltmeisterschaft in Ruhpolding (
Deutschland)Â Â Â 29.02. – 11.03.2012
(Ergebnisse der letzten Saison im Weltcup)
20 km Einzel: 1. Emil Hegle Svendsen, 2. Martin Fourcade, 3. Dominik Landertinger
10 km Sprint: 1. Lars Berger, 2. Martin Fourcade, 3. Ivan Tcherezov
12,5 km Verfolgung: 1. Björn Ferry, 2. Martin Fourcade, 3. Michael Greis
Weltcup 9. Etappe – Khanty-Mansyisk (
Russland) 16.03. – 18.03.2012
(Ergebnisse der letzten Saison als Austragungsort der Weltmeisterschaft)
20 km Einzel: 1. Tarjei Boe, 2. Maxim Maksimov, 3. Christoph Sumann
10 km Sprint: 1. Arnd Pfeiffer, 2. Martin Fourcade, 3. Tarjei Boe
15 km Massenstart: 1. Emil Hegle Svendsen, 2. Evgeny Ustyugov, 3. Lukas Hofer
12,5 km Verfolgung: 1. Martin Fourcade, 2. Emil Hegle Svendsen 3. Tarjei Boe
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