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B-Jugend Deutsche Meisterschaft: FC Bayern München – VfB Stuttgart


22. Juni 2009 / joe

Die großen Vorbilder haben  – zumindest in den heimischen Ligen – die Schuhe schon für die Sommerpause an den Nagel gehängt. In den Juniorenwettbewerben des DFB geht es aber noch um Ruhm und Ehre: Die Deutsche Meisterschaft der A- und B-Jugenden. Qualitativ ist dieses Niveau nicht zu unterschätzen, da beide Nationalmannschaften in der ablaufenden Spielzeit Europameister geworden sind. In beiden Altersklassen werden in drei Bundesligen die besten Mannschaften des Jahrgangs ermittelt: Nord/Nordost, West, Süd/Südwest. Wichtig zu bemerken ist, dass die Bundsliga Süd/Südwest ihre beiden Topplazierten in die Endrunde schickt, wobei die anderen beiden Bundesligen lediglich ihren Meister schicken dürfen. Gespielt wurde im K.O System, beginnend mit den Halbfinals mit Hin- und Rückspiel. Die B-Junioren spielen nur 80 Minuten.

B-Jugend:

Halbfinale: Bayern München – VfL Wolfsburg
Zu einer etwas kleineren Neuauflage im Kampf um die Deutsche Meisterschaft kam es bei den Junioren in der U17 Altersklasse im Halbfinale. Leider musste sich die von Übungsleiter Stephan Beckenbauer trainierte Mannschaft des FC Bayern München mit einer mageren Heimkulisse von knapp 200 Zuschauern zufrieden geben (vergleiche Borussia Mönchengladbach!). Immerhin war mit Felix Magath ein prominenter Beobachter im Sportpark Aschheim. Angetrieben von einem unbeugsamen Willen die Weichen auf Finale zu stellen dominierten die Münchener von Beginn an. Dies spiegelte sich schon in Minute Fünf im Resultat wieder, obgleich die Wolfsburger vorher eine klare Möglichkeit ausließen und das Tor der Münchener ein wenig an das Düsseldorfer Aufstiegstor gegen Werder Bremen II erinnerte: eine verunglückte Flanke, die ihr Glück im gegnerischen Netz fand. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit münzten die Münchener ihre Überlegenheit, die nur punktuell durch gegnerische Kontern in Gefahr war, zum 2:0 um. Die nach der Pause stark aufkommenden Wolfsburger Angriffsversuche wurden durch das schnelle 3:0 in der 50. Minute gedämpft und verflachten anschließend vollständig. DIe Jugend des FC Bayern spielte die hohe Führung souverän nach Hause.
Das Rückspiel im Wolfsburger Porschestadion versprach somit nicht mehr viel Spannung. Da die Münchener das 0:0 mit taktischer Disziplin und einem gesunden Defensivgeist bis in die Halbzeit retteten, blieb den etwas über 600 Zuschauern ein Fußballspektakel verwährt. Lediglich nach einer Stunde konnte Wölfe-Kapitän Leon Heinze die Münchener Defensive durchbrechen. Das Spiel endete 1:0 für den Nachwuchs des Deutschen Meisters. Die B-Jugend des FC Bayern München, die die Süd/Südwestgruppe für sich entschieden hatte, steht im Finale um die Deutsche Meisterschaft.

Halbfinale: VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach
Im Allgemeinen galten die Gladbacher, die die Bundesliga-West mit nur einer Niederlage in 26 Spielen und 12 Punkten Vorsprung vor dem Erzrivalen aus Köln nach Belieben dominiert hatten, als Favorit in diesem Halbfinale. Im Hinspiel konnten sie dieser Favoritenrolle nur teilweise gerecht werden. In einem vor Allem im Mittelfeld ausgetragenden Spiel kam es nur schleppend zu Torchancen. Die erste für die Niederreihner konnte nicht verwertet werden und wurde prompt mit dem 1:0 für Stuttgart drei Minuten später bestraft. Alexander Riemann traff aus 16 Metern mit einem strammen Schuß nach einem abgeblocktem Freistoß. Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen im Mönchengladbacher Tor konnte den Ball nur noch tuschieren. Kurz vor der Pause wurde den Borussen berechtigterweise ein Strafstoß zu gesprochen, welcher durch Christopher Mandiangu zum Ausgleich verwandelt wurde. In der zweiten Halbzeit tat sich lange wenig, bis sich das Spiel nach etwa einer Stunde zum offenen Schlagabtausch entwickelte. Patrik Ribeiro-Pais war es, der auf Vorarbeit von Alexander Riemann das 2:1 für den Gastgeber makierte (71.). Angesichts der technischen Überlegenheit und der gleichwertig verteilten Chancen eine bittere Niederlage für den Favoriten aus Mönchengadbach.
Das Rückspiel versprach spannend zu werden. Den Offiziellen der Gladbacher Borussia war es gelungen mit einer guten Pressepräsenz und freiem Eintritt 3800 Zuschauer in den Broussia-Park zu locken. Von dieser Kulisse angestachelt begannen die Gladbacher mit zielstrebgem Offensivspiel das Stuttgarter Tor zu belagern. Mit Pässen in den freien Raum wurden die schnellen Stürmer geschickt. Nach wenigen Minuten hätte dies nach einem schönen Querpass die Führung bedeuten müssen. Stattdessen fanden die Schwaben nun immer besser ins Spiel und konnten besonders das Mittelfeld für sich beanspruchen. Das Umschalten zwischen Abwehr und Angriff funktionierte blendend. Insbesondere Alexander Riemann, der auch im Hinspiel geglänzt hatte, zeigte eine starke erste Spielhälfte. Nachdem Pascal Breier einen berechtigten Elfmeter kläglich vergab und nach Vorarbeit von Alexander Riemann aus sieben Metern freistehend am Tor vorbei schoß, war es selbiger Riemann, der zwei Gegenspieler geschickt umkuvte und mit einem wuchtigen Schuß an den Innenpfosten aus zentraler Position die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung für den VfB besorgte. Der viel umjubelte Führungstreffer hielt nur einige Atemzüge stand. Die Borussen glichen im ersten Angriff nach dem Gegentor zum 1:1 durch Amin Younes aus. Aus halbrechter Position ließ er einen grätschenden Abwehrspieler aussteigen und vollendete mit dem schwachen Fuß in die lange Ecke. Die zweite Halbzeit konnte zunächst keine Höhepunkte bieten, bis sich Schiedsrichter Christian Dingert einmischte. Nach wiederholtem falschen Einwurf beschwerte sich Alexander Riemann lautstark und bekam folgrerichtig die Gelbe Karte. Dass der Unparteische den Stuttgarter Stürmer in der selben Situation – nur weil dieser die falsche Bewegung beim Einwurf noch einmal nachstellte – mit Gelb-Rot vom Platz schickte, zeugt von wenig Fingerspitzengefühl. In der Folge nahmen die Gladbacher Angriffsbemühungen zwar zu, jedoch konnten keine zwingenden Chancen herausgespielt werden. Ganz im Gegensatz zu den Stuttgartern, die mehrfach in Überzahl auf das Borussen-Tor zurannten, die Endscheidung aber verpassten. Ein 2:1 Heimsieg hätte ein direktes Elfmeterschießen nach sich gezogen. Es blieb beim Unentschieden. In der Summe waren die Schwaben besser in der Spielanlage und deutlich gefährlicher im Offensivspiel. Dementsprechend geht der Finaleinzug der U17 des VfB Stuttgart in Ordnung.

Das Finale: Bayern München – VfB Stuttgart
Es gibt nur ein Finalspiel. Dieses wird zum Glück der Münchener in der bayrischen Landeshauptstadt ausgetragen. Das Spiel findet am Samstag um 14 Uhr im Münchener Nachwuchszentrum Sportpark Aschheim statt. Daher ist verständlich, dass das prestigreiche Süd-Derby mit der Jugend des FC Bayern einen Favoriten hat. Zu überlegen waren die Münchener im Halbfinale, zu groß vermutet man den Heimvorteil. Außerdem haben sich beide Mannschaften in der Bundesliga Süd/Südwest schon zwei Mal messen können: Sowohl im Hinspiel als auch im Rückspiel gewannen die Bayern mit 2:1. Brisant: Mit Manuel Janzer vom VfB Stuttgart steht nur ein Spieler aus der Europameister-Elf im Finale um die Deutsche Meisterschaft.

Quoten:
FC Bayern München: 1,85 @ bwin
Unentschieden: 3,40 @ bwin
VfB Stuttgart: 3,60 @ bwin









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