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Ausblick und Zukunftsaussichten – Was sagen die Wettanbieter?


23. Mai 2011 / schippinho
Sport-News

Artikelreihe 6/6

Aus den vorangegangen Artikeln dieser Artikel Reihe wird deutlich, dass eine Neuordnung des deutschen Sportwettmarktes dringend notwendig ist und dass das aktuell in der Diskusion stehende Modell der Bundesländer hierzu nur bedingt taugt. Einen weitaus geeigneterer Vorschlag stellt der Vertragsentwurf aus Schleswig Holstein dar, der auch schon von der EU-Kommission notifiziert wurde. Neben den inhaltlichen Rahmenbedingungen des Vertrages und den zu berücksichtigenden Restriktionen zum Schutz vor Wettsucht und Spielmanipulationen, ist ein weiterer entscheidender Faktor, dass der neue Glücksspielvertrag auch von den Wettanbietern akzeptiert wird und diese unter den neuen Bedingungen bereit sind in Deutschland zu operieren.

Dies ist insbesondere bei dem Länder-Entwurf derzeit sehr fraglich und würde dazu führen, dass private Wettanbieter keine Konzession in Deutschland beantragen und weiterhin aus dem Ausland operieren würden, was dem deutschen Staat weder zusätzliche Steuereinnahmen einbringen, noch bei der Kontrolle des Wettmarktes weiterhelfen würde.

Das Alternativ-Modell aus Schleswig Holstein trifft hingegen auf breite Zustimmung und eine hohe Akzeptanz auf Seiten der privaten Wettanbieter. Der Hauptvorteil den die Anbieter hierbei sehen, ist die Zusatzabgabe in Höhe von 20% auf den erzielten Gewinn des Unternehmens, der im Gegensatz zum Länder-Modell mit 16,67% auf den gesamten Spieleinsatz, deutlich realistischer veranschlagt ist und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhält.
 
Sollte das Modell der Länder wirklich in der aktuellen Form in ein neues Gesetz umgesetzt werden, haben beispielsweise die Vorsitzenden der Bwin Party Group, Jörg Wacker, und der JAXX SE (u.a. Mybet), Mathias Dahms, bereits angekündigt, dass sie vermutlich keine Lizenz in Deutschland beantragen werden. Das "Modell Schleswig Holstein" hingegen beinhaltet ihrer Meinung nach viele sinnvolle und dem aktuellen Markgeschehen angemessene Bedingungen, unter denen Sie sich eine Lizenz in Deutschland durchaus vorstellen könnten.

Herr Wacker betont hier auch nochmal ganz deutlich das Restriktionen des Länder Vertrags, die beispielsweise die Live-Wette betreffen, bei der zukünftig nur noch auf das Endergebnis gewettet werden soll, am aktuellen Wettmarkt vorbei gehen und das Risiko solcher Wetten ja letztendlich bei den Anbietern selbst und nicht beim Staat liegt.

Außerdem ist nach dem aktuellen "Age of Gaming" Report davon auszugehen, dass wenn der neue Vertrag der Länder wirklich so umgesetzt wird, immer noch 93% (aktuell 95%) des Wettmarktes im unregulierten Markt stattfinden wird. Außerdem stellt die angedachte Pokerlösung, bei der Pokertische in Casinos gefilmt und ins Internet gestreamt werden sollen, wo
Spieler dann online mitspielen können, eine realitätsfremde und so nicht durchführbare Lösung dar. Deutschland verfügt derzeit über den zweit größten Pokermarkt in Europa.

Herr Wacker, der Bwin Party Group, ist davon überzeugt, dass der deutsche Sportwettmarkt spätestens in 10 Jahren komplett liberalisiert sein wird. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, auf dem es wohl leider nur in kleinen Schritten und mit einigen weiteren Gerichtsverhandlungen in die richtige Richtung gehen wird.

Herr Dahms von JAXX SE glaubt außerdem, dass der Länderentwurf in der aktuellen Form max. 6 Monate in Deutschland gültig sein wird. 

Es bleibt abzuwarten wie sich das nächste Treffen der Länder am 26.05. in Magdeburg entwickelt, auf dem den großen privaten Anbietern je 5 Min Redezeit zur Verfügung stehen werden um Ihre Belangen vorzutragen. Endgültig unterschrieben werden soll der Vertrag dann am 06.Juni.

Die aktuelle Prognose sieht so aus das 15 Bundesländer für den neuen Entwurf stimmen werden und Schleswig Holstein dagegen. Das würde dazu führen das es demnächst zwei unterschiedliche Rechtslagen in Deutschland geben wird und mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit die privaten Wettanbieter ihr Angebot von Schleswig Holstein aus anbieten werden. Dies ist allerdings nur möglich wenn der deutsche Bund von seinem Recht eine länderübergreifende Lösung zu finden keinen Gebrauch macht.

Wir werden Sie hier in unserem News Bereich weiterhin über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten und hoffen Ihnen mit unserer Artikel Reihe einen Einblick in die aktuelle Situation rund um die Neuordnung des deutschen Sportwetten-Marktes gegeben zu haben.

Hier finden Sie nochmal alle 6 Artikel im Überblick:

Sportwetten Deutschland – Neuordnung Sportwettenmark 2012 – die Übersicht



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