Auftakt der Primera División: Real Madrid – Deportivo La Coruña
28. August 2009 / joe
Etwas später als die anderen Topligen in Europa startet die spanische Primera División – mit kommerziellem Namen Liga BBVA - an diesem Wochenende in die Spielzeit 2009/2010. Real Madrid und Deportivo La Coruña eröffnen die neue Saison am Samstag, den 29. August, um 20 Uhr. Mit deisem Spiel startet auch das Mega-Projekt von Real Präsident Florentino Pérez, der mehr als 200 Millionen Euro in den neuen Kader investiert hat.
Real Madrid:
Nicht nur die iberische Halbinsel, auch ganz Europa wartet auf die ersten Pflichtspiele des neuen Staresambles der spanischen Hauptstadt. Als im Mai Florentino Pérez zum neuen Präsident von Real Madrid gewählt wurde, brachte das einen Schwung der Euphorie mit sicht. Die "Madridista" wussten, dass der reiche Bauunternehmer ihr Team wieder an die Weltspitze führen würde. International hatte man den Eindruck Pérez hätte sich keinen geringeren als Roman Abramovitsch zum Vorbild genommen, als der königliche Präsident in der Sommerpause den Transfermarkt mit horenden Summen überrollte. Eine Flut von weißen Millionen überschwemmte ganz Europa, besonders die britische Insel. Bei seiner Einkaufstour durch englische Spitzenclubs gab Florentino Pérez über 120 Millionen Euro aus. In Deutschland erinnerte eine große Zeitung in diesem Zusammenhang an den Rattenfänger von Hameln.
In der Tat überzeugte Real Madrid (Real Madrid gewinnt die Primera Division @ 2,20) in der Vorbereitung. Zunächst testete man gegen amerikanische Mannschaften, die meist nicht das Niveau europäischer Fußballclubs hatten. Der neue Trainer Manuel Pellegrini brauchte ein paar Spiele um seine Stammformation zu finden, konnte später aber mir nur wenigen Veränderungen immer wieder beachtliche Erfolge feiern (5:0 in Dortmund, 4:0 gegen Rosenburg Trondheim). Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung für den Auftakt gegen Deportivo La Coruña.
Neben dem chilenischen Trainer vom FC Villareal (ca. 3 Millionen) wurde in Spieler aus den Topvereinen Europas investiert. Alles fing an mit dem Mega-Transfer von Cristiano Ronaldo (96 Millionen Euro, Manchester United). Wenig später folgten der brasilianische Ballkünstler Kaká (65 Millionen, AC Milan) sowie der französische Nationalspieler Karim Benzema (35 Millionen, Olympique Lyon). Als die Öffentlichkeit forderte man solle doch etwas auf Spanier setzen, kaufte Perez den Verteidiger Albiol aus Valencia (15 Millionen), nahm die Rückkaufoption für Granero wahr (4 Millionen, FC Getafe) und schlug noch zwei Mal beim FC Liverpool zu: Arbeloa (4 Millionen) und Xabi Alonso (30 Millionen).
Da sich sogar die madrilenischen Kassen füllten, mussten bei der "Operación Salida" (Operation Ausgang) einige Millionen wieder reingeholt werden. Problematisch dabei war, dass neimand bereit war für die schwächeren madrilenischen Spieler Millionensummen zu investieren. Deshalb blieben Gago, Guti und Diarra in der spanischen Hauptstadt. Allerdings mussten Robben (25 Millionen, Bayern München), Snejder (15 Millionen, Inter Mailand) und Negredo (15 Millionen, Sevilla) gehen. Das Fanlager kritisiert besonders den Verkauf von Arjen Robben aufs Heftigste. Bei Umfragen im Internet stimmten 92% gegen einen Verkauf des Holländers. Sobald die ersten Erfolge eingefahren sind wird sich vermutlich keiner mehr daran erinnern.
Deportivo La Coruña:
Blickt man auf die vielen Einkäufe von Real Madrid erscheint die Transferpolitik von Deportivo La Coruña nahezu lächerlich. Die Galizier haben in diesem Sommer nicht einen einzige Euro in neue Spieler investiert. Lediglich Ausgaben für ein Leihgeschäft müssen bezahlt werden. Mit dem brasilanischen Mittelfeldspieler Juca von Partizan Belgrad (ablösefrei) und dem linken Außenverteidiger Alexis Angulo (Investorengruppe, Leihe mit Kaufoption) wurden lediglich zwei Spieler dem Kader hinzugefügt.
Dementsprechend schwach verlief die Vorbereitung, in der Deportivo La Coruña gegen die Ligarivalen Atlético Madrid (1:1), Sevilla (0:1) und Osasuna (2:4) nur ein halbes Erfolgserlebnis feiern konnte.
In den letzten Jahren konnte Deportivo La Coruña zwar nicht in die vorderen Positionen in der Primera División eingreifen, allerdings gelang es den Galiziern immer wieder die großen Teams zu ärgern. Besonders Real Madrid aber auch Barcelona tuen sich seit Jahren schwer gegen Deportivo La Coruña. In Spanien gilt das Team von Trainer Miguel Ángel Lotina als absoluter Angstgegner von Real Madrid. Allerdings vor allem im heimischen Stadion Riazor.
Deportivo La Coruña kann vollkommen befreit in das Spiel im Bernabeu gehen, da in Spanien jeder von einer hohen Niederlage ausgeht. Sogar die Buchmacher kalkulieren einen überzeugenden Sieg der Madrilenen (Madrid gewinnt mit mindestens 2 Toren Vorsprung @ 1,75; mit mindestens 3 Toren Vorsprung @ 2,80). Die Mannschaft von Deportivo La Coruña hat keine Erwartungen zu erfüllen, trotzdem kündigte Miguel Ángel Lotina an, er wolle mit seiner Mannschaft nicht ängstlich defensiv, sondern mutig offensiv auf Sieg spielen.
Head to Head:
Im historischen direkten Vergleich gewann Real Madrid gegen Deportivo 13 von 32 Duellen. Die Galizier konnten 12 Mal gewinnen. Sieben Spiele endeten unentschieden. Sogar das Torverhältnis unterscheidet sich nur durch vier Tore (Madrid 42, Deportivo 46). In den letzten zehn Spielen gewann neun Mal die Heimmannschaft (fünf Siege Deportivo La Coruña, vier Siege Real Madrid). Lediglich ein Spiel konnte der Gast für sich entscheiden. Dies gelang Deportivo La Coruña im Oktober 2004 (1:0).
Fazit:
Alles erwartet einen fußballerischen madrilener Überfall, der in einem Kantersieg endet. Im Blickpunkt stehen Cristiano Ronaldo, Kaká und Benzema. Deportivo La Coruña hat in diesem Spiel keiner auf der Rechnung. Je länger es den Galiziern gelingt die Niederlage abzuwenden und das Unentschieden zu halten, werden nicht nur die Weißen auf dem Rasen, sonder auch die Weißen auf den Rängen unruhig werden. Die Ansprüche sind in der ohnehin erfolgsverwöhnten Hauptstadt im Sommer in den Himmel gewachsen. Die drei Titelgewinne des katalanischen Rivalen schmerzen immer noch. Ab diesem Wochenende kann Real Madrid gegensteuern.
Quoten:
Real Madrid: 1,26 @ Pinnacle
Unentschieden: 6,51 @ Betfair
Deportivo La Coruña: 14,74 @ Pinnacle
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