(39) Bulissimo! Komm, pfeif ab.
11. Mai 2010 / joe
Das war es dann mit der Bundesliga-Saison. Zumindest die reguläre Saison gilt mit dem 34. Spieltag am Wochenende abgeschlossen. Lediglich das DFB-Pokal Finale und die – dem Kommerz gewidmeten – Relegationsspiele feheln auf nationaler Ebene, um das Kapitel 2009/2010 zu schließen. Der allgemeine Fußball-Fan kann sich dann noch an den internationalen Finalspielen in Madrid und Hamburg erfreuen, sowie das Vier-Jahres-Meeting der Nationalmannschaften am Kap der guten Hoffnung genießen. Vor einem all zu großen Sommerloch muss also niemand Angst haben. Obgleich die Bundesliga mit dem 34. Spieltag einen Deckel auf ihre Aktivitäten gelegt hat, sei ein letzter Blick auf das Ende dieser Saison gestattet:
1. Langeweile. So leid es uns tut, müssen wir sofort zu Beginn und ohne große Umschweife auf den Punkt kommen: Was für ein langweiliger Spieltag. Am letzten Höhepunkt der Saison fehlte besonders eines: Der Höhepunkt. Wenige Tore und wenige Emotionen, kaum komplizierte Konstellationen, schnelle Entscheidungen. Kein Zittern, keine Disskusionen. Keinen Eklat. So sensationssüchtig das alles klingen mag, soll es im Grunde genommen doch nur ausdrücken, dass die Bundesliga ihre Körner wohl schon in der gesamten Saison verschoßen hatte und für den letzten Spieltag ncihts mehr übrig hatte.
2. Abstiegskampf. Wie im ersten Punkt beschrieben, war das Kapitel Abstiegskampf dank der überschaulich gestalteten Bochumer Defensiv-Leistung recht schnell geklärt. Hannover 96 und der VfL Bochum sollten sich eingentlich zum Abstiegsendspiel und Klassenerhalts-Krimi im Ruhrpott treffen. Doch darauf wurde nichts. Die Gäste aus Niedersachsen gingen durch Arnold Bruggink bereits in der 9. Spielminute in Führung (besondere Beachtung erhält dieses Tor in Punkt 3). Nach 23. Minuten legten dann wieder die Bochumer in der Abwehr alles zu Recht, um diesmal Mike Hanke das Tore schießen leicht zu machen. Als der VfL dann kurz vor der Pause bei eigener Ecke eigentlich den zweiten Ball gewinnt, doch durch den indiskutabel agierenden Paul Freier, sofort wieder abgibt, und demzufolge in einen Konter läuft, ist Bochum abgestiegen. Schon nach dem ersten Gegentor wirkte Interimstrainer Darius Wosz hilflos. Als sähe er das Unheil kommen. Aufhalten konnte er es nicht mehr.
3. Arnold Bruggink. Durch den hohen Sieg Hannovers ging die Szene, die dem ersten Tor der Niedersachen (erziehlt durch eben Arnold Bruggink) vorangeht, vollkommen unter. In den meisten Berichterstattungen wurde sie nur kurz erwähnt, aber es wurde nicht weiter darüber diskutiert. An dieser Stelle soll das aber geschehen. Denn was sich Arnold Bruggink dort leistet, ist grob unsportlich.
Nach einem Foul (?) bleibt der Hannoveraner am Boden liegen. Er krümmt sich und deutet dem Beobachter deutlich Schmerzen an. Hannover verlagert das Spiel auf die linke Seite (Bruggink liegt auf der rechten Außenbahn), spielt den Ball jedoch nicht ins Aus. Hannover spielt auf der linken Seite weiter, Bruggink sieht seine gute Position, und erhebt sich per Wunderheilung, rennt in den Strafraum und erziehlt das erste Tor für Hannover.
Man mag argumentieren, dass dieses Vorgehen Gang und Gebe in der Bundesliga sei, doch unsportlich bleibt es so oder so. Hannover plant Arnold Bruggink abzugeben. Aus neutraler Sicht eine gute Sache, denn solche Profis braucht die Bundesliga nicht.
4. Kampf um die internationalen Plätze. Im Kampf um die internationalen Plätze lief alles gegen eine Überraschung. Das Schlüsselspiel zwischen Hamburg und Bremen endete genau so, wie es nicht hätte enden dürfen. Durch das Unentschieden im Nordgipfel, wurden die Ausgänge der Begegnungen mit Leverkusen und Stuttgart nahezu gleichgütig. Zwar verlor Stuttgart nicht in Hoffenheim, womit auch ein Hamburger Auswärtssieg in Bremen unnütz gewesen wäre, und Leverkusen gewann nicht in Mönchengladbach, womit eine Bremer Niederlage auch keine andere Entscheidung erbracht hätte, jedoch kam durch diese Ergebnisse und Zwischenstände niemals wahre Spannung in der 9-Spiele Bundesliga Konferenz auf. Manchmal kann man das Drehbuch des Fußball halt doch nicht selber schreiben.
5. Spanien. Wer in Sachen Abstiegskampf eventuell noch etwas Dramatik erleben will, sollte sich am Wochenende den letzten Spieltag der Primera Division in Spanien angucken. Dort sind gleich vier Mannschaften – von denen zwei Gegen Real Madrid und den FC Barcelona spielen – punktgleich. Zwei von ihnen steigen ab, zwei bleiben drin. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sogar der Tabellenletzte, obgleich drei Punkte Rückstand, noch in das Geschehen eingreifen.
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
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Schlagwörter: 1. Bundesliga, 34. Spieltag, Abstiegskampf, Arnold Bruggink, Bulissimo, Fußball, internationale Wettbewerbe





