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32. Spieltag der 1. Bundesliga: Fernduell um die Meisterschaft


22. April 2010 / joe

Herzlich Willkommen zum 32. Spieltag der 1. Bundesliga in Deutschland. An diesem Wochenende gibt sich die höchste deutsche Spielklasse eine ganz besondere Ehre: Ein Spieltag ohne Topspiel. In ausnahmslos jedem Spiel gibt es einen klaren Favoriten. Das ausgeglichenste Spiel ist wohl Mainz gegen Frankfurt, wobei sich die Spannung in diesem Spiel bedingt durch die tabellarische Situation in Grenzen hält. So wird jeder Fan mit seiner Mannschaft mitfiebern, ohne mit einem Auge auf das "Spitzenspiel" zu schielen.
Die interessantesten Begegnungen sind demnach Fernduelle. Zwar spielen die Mannschaften nicht direkt gegeneinander, jedoch sind diese Fernduelle, insbesondere zu diesem späten Zeitpunkt in der Saison, durchaus spannend, da sie schon tendentielle Vorentscheidungen fällen könnten. Im Abstiegskampf sind die Fernduelle zwischen Nürnberg, Bochum, Freiburg und Hannover sicherlich von Bedeutung. Am erfolgreicheren Ende der Tabelle kämpfen der FC Schalke 04 und der FC Bayern Müchen um die Tabellenführung.
Das Fernduell zwischen den beiden Spitzenmannschaften der Liga soll im Folgenden genauer beleuchter werden:

Ausgangsposition:
Die Ausgangsposition ist schnell erklärt. Die Münchener Bayern führen mit zwei Punkten Vorsprung (63) vor dem FC Schalke 04 (61). Außerdem ist die Mannschaft aus Süddeutschland im Torverhältnis klar besser. Den Bayern kann also ein virtueller Punkt zusätzlich zugeschrieben werden, wenn man davon ausgeht, dass die Schalker in den letzten drei Spielen keine 14 Tore Unterschied auf die Bayern aufholen.

Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München, Samstag, den 24. April, 15:30 Uhr:
Der FC Bayern München führt die Tabelle an und muss folglich auf dem Weg zu Deutschen Meisterschaft einfach nur jedes Spiel gewinnen. Blickt man auf das Restprogramm des Rekordmeisters erscheint das keine unlösbare Aufgabe zu sein: Nach Borussia Mönchengladbach treffen die Bayern noch auf den VfL Bochum und die Hertha aus Berlin.
Unter der Woche gelang den Bayern ein Sieg gegen Olympique Lyon im Halbfinale der UEFA Champions League. Dieser Hinspielsieg hat die Tür zum Finale in Madrid für die Münchener extrem weit aufgestoßen. Zwar hätte man aufgrund der Chancen gut und gerne ein zweites Tor erzielen können, doch der Fakt, dass die Bayern gewonnen haben und zusätzlich noch kein Gegentor kassiert haben, ist sehr wertvoll. Mit der Auswärtstärke der Münchner sollte es den Bayern gelingen im Rückspiel vollständig durch die Tür zum Finale zu gehen. Sobald die Bayern in Frankreich ein Tor erzielen, müsste Lyon schon deren drei erzielen, um im Finale dabei zu sein. Mit einer konzentrierten Vorstellung und einem verantwortungsbewussten Schiedsrichter, sollte das eine faire Aufgabe sein.
Für das Finale in der Bundesliga bedeutet das im Moment nur, dass die Münchener noch mehr Konzentration auf den internationalen Wettbewerb legen werden. Es besteht die Gefahr – gerade bei derart "kleinen" Gegnern - die gegnerische Mannschaft nicht für voll zu nehmen, da der Unterschied zwischen Borussia Mönchengladbach und Olympique Lyon in der heutigen Zeit eklatant ist.
Fraglich ist, wie lange van Gaal mit Robben spielen wird. Durch die Rote Karte von Ribery in der Champions League wird der Franzose iin der Bundesliga sicherlich über 90 Minuten gehen. Andere Stammspieler könnten eine Pause bekommen.
Borussia Mönchengladbach ist für die Bayern ein dankbarer Gegner. Denn für die Niederrheiner geht es in dieser Saison nur noch um die Goldene Ananas. Im unteren Mittelfeld der Tabelle sind die Borussen gesichert und haben nach ihrem Aufstieg in der letzten Saison das berüchtigte "2. Jahr" gemeistert.

Fazit:
Die Bayern werden umbauen und wahrscheinlich viele Stammkräfte, auch angesichts der "Ferien" für Olympique Lyon (die Franzosen haben von dem nationalen Verband "frei" bekommen für dieses Wochenende), schonen. Die Spielstärke von Borussia Mönchengladbach lässt das zweifelsohne zu. Jedoch haben die Gladbacher in dieser Saison zu Hause gegen die "großen" Mannschaften immer gut ausgesehen. Heimsiege gegen Schalke, Bremen und Hamburg stehen bereits zu Buche. Eine frühe Entscheidung der Partie wäre für die Bayern sicherlich das Beste – vielleicht auch für die Liga.

Quoten:
Borussia Mönchengladbach: 7,00 @ unibet
Unentschieden: 4,90 @ betfair
FC Bayern München: 1,50 @ bet365

Hertha BSC Berlin – FC Schalke 04, Samstag, den 24. April, 15:30 Uhr:
Durch das Unentschieden der Bayern in Leverkusen, hatten die Schalker es eingentlich selbst in der Hand ihre Position deutlich zu verbessern. Doch eine Auswärtsniederlage bei Hannover 96 (Vorletzter der Tabelle) darf einem Titelanwärter nicht passieren (2:4). Nun steht Schalke – letzte Woche 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach -  bereits zwei Punkte hinter den Bayern, aber immer noch in Schlagdistanz. Den Schalker kommt die Doppelbelastung der Münchener sicherlich entgegen, doch zunächst müssen die eigenen Aufgaben gemeistert werden.
In Grunde genommen darf Hertha BSC Berlin für die Mannschaft von Trainer Felix Magath kein Stolperstein sein. Die Hauptstädter haben seit dem ersten Spieltag kein Heimspiel mehr gewonnen und tun sich über die ganze Saison hinweg, aber insbesondere in den letzten Spielen, äußerst schwer damit, im heimischen Olympiastadion zu treffen: In diesem Kalenderjahr haben die Berliner in sieben Heimspielen nur zwei Tore erzielt.
Für Hertha geht es ans Eingemachte. Wenn gegen Schalke nicht gewonnen wird, gibt es keinen Ausweg mehr. Der Abstieg würde besiegt sein. Schon jetzt scheint das Berliner Mamutprogramm (Schalke, Leverkusen, Bayern) eine unüberwindbare Mauer zu sein. Es muss ein Wunder her. Es sollte mit einem Tor im eigenen Stadion beginnen.
Dass die Schalker auswärts zu knacken sind, haben sie unfreiwillig bewiesen und die zwei Niederlagen aus den letzten drei Spielen in der Bundesliga zeugen nicht gerade von starken Nerven in der Endphase der Saison. Ein zusätzlicher Nebeneffekt eines Berliner Sieges wäre, dass die Bayern somit auf dem besten Weg zum vorzeitigen Titelgewinn wären und somit am letzten Spieltag, wenn sie im Olympiastadion zu Gast sind, ohne jegliche Motivation und eventuell sogar mit dem Blick auf das Champions League Finale gerichtet, anreisen.
Eine interessante Wiederholung der Ereignisse wird es an diesem Wochenende in Berlin geben. Schon in der letzten Saison trafen sich beiden Mannschaften zu einem sehr späten Zeitpunkt der Saison (33. Spieltag) in Berlin. Hertha BSC Berlin hätte mit einem Heimsieg die Champions League Teilnahme sichern können. Selbstredend hätten dann nicht alle drei verkauften Stammkräfte (Voronin, Pantelic, Simunic) abgegeben werden müssen, und die Saison wäre anders gelaufen. Wie man es auch – mit sehr viel Konjuktiv – wendet: Diese Begegnung war der wahre Bruch im Gefüge der Hertha.

Fazit:
Obgleich Hertha BSC Berlin und der FC Schalke 04 nicht besonders brisant klingen mögen, doch in diesem Duell steckt aus psychologischer Sicht wohl eine der interessantes Fußball-Geschichten der jüngsten Vergangenheit. Beide Mannschaften haben an diesem Wochenende – und nur an diesem Wochenende -  die einmalige Chance, diese Geschichte zu vollenden. Die Vorzeichen sind andere, doch wieder kann eine Mannschaft die Champions League Teilnahme sichern. Hertha kann dem Spuck ein Ende bereiten und die letzte Ausfahrt vor der 2. Bundesliga nehmen.

Quoten:
Hertha BSC Berlin: 4.30 @ betfair
Unentschieden: 3,90 @ bwin
FC Schalke 04: 1,95 @ betsson









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