(28) Bulissimo! Ehrensache
17. Februar 2010 / joe
Falko Götz kennen eigentlich alle. Alle, die die Bundesliga mehr oder minder aufmerksam verfolgen. Der ehemalige Berliner Chefcoach, der später auch 1860 München trainierte, heuerte vor einiger Zeit in Kiel an. Mit Holstein Kiel stieg er auch sofort in die neugegründete 3. Bundesliga auf. Doch in der Hinrunde dieser Saison wurde er gefeuert. Das Thema ging – im Verhältnis zu seiner Brisanz – nur sehr dünn und kurzatmig durch die Presse. Denn Falko Götz wurde nicht aufgrund sportlicher Misserfolge oder verbaler Fehltritte gefeuert, sondern aus einem Grund, den man im deutschen Profifussball (glücklicherweise) nur sehr selten findet. Falko Götz soll angeblich einen Spieler geschlagen haben und wurde aufgrund dieser kriminellen Handgreiflichkeit fristlos entlassen.
Doch nun kocht das Thema auf eine Neues hoch. Wieder kümmert sich die Presselandschaft in Deutschland nur in einigen Randnotizen darum und doch ist es höchst interessant. Verschwenden sie einen kurzen Gedanken an einen ähnlichen Vorwurf in München, Schalke oder Dortmund. Es wäre die Hölle los. Die Gazetten wären tag-täglich nur mit dem einen Thema beschäftigt. Es geht – wenn auch im fußballerisch wenig polarisierenden Kiel – nicht mehr nur noch um Fußball, sondern schon um Arbeitsrecht. Ist es rechtens dem Trainer in diesem Fall fristlos zu kündigen?
Der Grund für das "Erwärmen" der Materie ist ein weiterer Schritt von Seiten des Vereins: Holstein Kiel hat nun auch Co-Trainer Andreas Thom, der allgemein als guter Freund und Weggefährte des gefeuerten Trainers gilt, und Torwarttrainer Klaus Thomforde gefeuert. Götz selber ist gegen die Kündigung bereits gerichtlich vorgegangen. Allerdings wurde dem Ex-Berliner in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht in Kiel nicht Recht gegeben. Das Gericht bestätigte die Handlungen des Vereins. Falko Götz hingegen kündigte bereits an, er wolle bis zum Ende und bis zur letzten Instanz kämpfen, da er sich nichts kriminelles zu Schulden haben kommen ließe.
Der Verein verfügt jedoch durchaus über ein Motiv, einen Streit zwischen Spieler und Trainer hochgekocht haben zu wollen. Denn wenn die Kieler wirklich nicht mehr auf den Trainer gesetzt haben, dann haben sie sich mit der fristlosen Kündigung elegant die Abfindung gespart. Fraglich bleibt, ob man es falko Götz zutraut einen Spieler geschlagen zu haben. Als Trainer wie auch als Mensch konnte man in der Öffentlichkeit keinesfalls ein dominantes oder aggressives Bild des Trainers bekommen. Es ist nur schwierig vorstellbar, dass Götz wirklich geschlagen haben soll. Wie dicht die Beweisdecke gegen ihn ist, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Doch die Aussagen des Trainers lassen darauf schließen, dass er durchaus eine Chance sieht, gewinnen zu können.
Ein Stück weit geht es schließlich auch um seinen guten Ruf. Eine fristlose Kündigung wegen Gewalt am Arbeitsplatz ist zwar wahrscheinlich im Lebenslauf eines Fußballlehrers so unwichtig (siehe Norbert "Kopfstoß" Meier bei Fortuna Düsseldorf), wie sonst nirgendwo, aber Götz scheint es um Gerechtigkeit zu gehen. In Interviews wirkt er angekratzt.
In seiner Ehre.
Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.
100€ Bonus bei Bet365 |
100€ Bonus bei William Hill |
100€ Bonus bei Sportingbet |
100€ Bonus bei Tipico |
Schlagwörter: Andreas Thom, Bulissimo, Ehrensache, Falko Götz, Gefeuert, Hertha BSC Berlin, Holstein Kiel, Trainer





