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(19) Bulissimo! Der Weg zum Titel


8. Dezember 2009 / joe

Losglück ist sicherlich etwas anderes. Losglück nennt man die Gruppen von Italien (Slowakei, Neuseeland, Paraguay), Holland (Dänemark, Japan, Kamerun), England (Algerien, USA, Slowenien) und eventuell noch Argentinien (Nigeria, Griechenland, Südkorea). Europameister Spanien erwischte mit Honduras, der Schweiz und Chile sicherlich eine der einfachsten Gruppen, muss sich im Achtelfinale aber mit dem Zweiten aus der "Todesgruppe G" messen. Auch Frankreich kann mit einem Glücksgefühl aus der Auslosung gehen, da zwar keine einfache Gruppe für die Franzosen gezogen wurde, jedoch ist Frankreich (Südarfika, Uruguay, Mexico), dadurch, dass sie nicht gesetzt waren, weitaus schlimmerem Übel aus dem Weg gegangen. Die Portugiesen (Gruppe G) wissen davon zu berichten (Brasilien, Elfenbeinküste, Nordkorea).
Die deutsche Nationalmannschaft hingegen hat mit Serbien, Australien und Ghana jeweils eines der drei schwierigsten Lose jedes Topfes getroffen. Serbien beendete die Qualifikationsgruppe vor Frankreich und besticht vor allem durch kompakte Defensive. Ghana baut sein Spiel um Michael Essien von Chelsea London auf und Australien spielte erstmals – und auf eigenen Wunsch – die Asien-Qualifikation und schaffte auf Anhieb die direkte Qualifikation für Südafrika. Doch im Grunde genommen ist das kein Grund zum Meckern, denn die Gruppe ist machbar. Will man wirklich weit kommen in Südafrika 2010, dann muss man in der Lage sein, diese Gruppe als Tabellenerster abzuschließen. Im Achtelfinale würde man dann auf den Sieger aus USA gegen Slowenien treffen. Sollten die Engländer ihre Gruppe nicht durchbringen, kann man sowieso nichts daran machen. Bei einem gewonnenen Achtelfinale würde im Viertelfinale dann Argentinien warten, das zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich verlorenes Selbstbewusstsein wieder aufgetankt hat und mit Revanchegedanken in das Spiel hineingehen wird. Bei einem erneuten Viertelfinalsieg über Argentinien – wie bei der WM 2006 in Deutschland – könnte man das Turnier bereits als vollen Erfolg einstufen, denn im Halbfinale träffen wir auf eine der drei Mannschaften gegen die wir Glück brauchen um zu gewinnen. Glück, weil wir im Durchschnitt gegen alle Mannschaften – außer diese Drei – in mehr als 50% der Fälle gewinnen würden. Nur gegen Holland, Spanien und Brasilien liegt unsere Gewinnwahrscheinlichkeit unter 50%. Dementsprechend ist ein Aufeinandertreffen im Halbfinale vom Zeitpunkt her schon in Ordnung. Spanien hieße der Halbfinalgegner bei einem simulierten Turnierverlauf. Ein großer Brocken. Im Finale wartet dann Holland oder Brasilien.
Also ist das wichtigste Spiel ohne deutsche Beteiligung bei dieser WM 2010 in Südafrika auf jeden Fall das letzte Achtelfinale. Der Sieger Gruppe H (Spanien) gegen den Zweiten aus der Gruppe G (Elfenbeinküste, Portugal). Denn sollte es dem Zweiten der Gruppe G mit Cristiano Ronaldo oder Didier Drogba wirklich gelingen die Spanier auszuschalten, hätte Deutschland realistische Chancen auf das Finale. Italien würde dann wahrscheinlich im Halbfinale warten, und mit den Italienern haben wir ja bekanntlich noch eine Rechnung offen.

Die Fußball Kolumne Bulissimo! erscheint jeden Dienstag und befasst sich mit der Bundesliga, aktuellen Stammtischthemen des Fußballs und Kuriositäten rund um den Lederball.









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