11 in Afrika, die Letzte: Platz 3 gegen Uruguay
15. Juli 2010 / joe
Zunächst einmal gilt es der deutschen Nationalmannschaft dafür zu danken, dass es von dieser Kolumne sieben Ausgaben und gleichbedeutend für das deutsche Volk sieben Spiele bei der Weltmeisterschaft in Südafrika zum Mitfiebern gab. Es ist immer schön, wenn ein Turnier genau so lange dauert, wie die eigene Mannschaft in ihm vertreten ist. Denn wenn bei der eigenen Mannschaft die Luft – im Sinne eines Ausscheidens – raus ist, dann spürt der Fan und auch die Bevölkerung sofort die Ernüchterung und die Euophorie um die Endrunde verfliegt. Dementsprechend hat die deutsche Nationalmannschaft mit dem dritten Halbfinaleinzug in Folge nicht nur enorme Konstanz bewiesen, sondern auch allen ihren Anhängern so lange wie möglich Freude bereitet. Dass es am Ende nicht zu einem glorreichen Finale gegen Holland gekommen ist, bleibt der einzige Wehmutstropfen. Hier unsere 11 zum letzten Spiel: Unsere 11 zu Uruguay.
1. Die Spielweise: Die deutsche Nationalmannschaft spielte von Beginn an ihr Spiel, auch wenn sie in der Defensive die Ordnung vermissen ließ. MIt viel Spielwitz und letztlich einem Tor mehr als die Urus holten sie sich den 3. Platz und machten der Fußball-Welt zum Abschluß noch mal eine Freude. Die Spielweise der deutschen Nationalmannschaft hat bei diesem Turnier international so viel Anerkennung wie selten zuvor erhalten.
2. Der Gegner: Uruguay zeigte kämpferische Qualitäten, musste aber letztlich gestehen, dass der Einzug ins Halbfinale eine Nummer zu groß gewesen ist für die Mannschaft aus Südamerika. Das Losglück der Urus schenkte ihnen einen beachtlichen vierten Platz bei einem Turnier, dass auch ohne Frage schon im Achtelfinale hätte beendet werden können. Gegen Deutschland offenbarte vor allem der Torwart mindestens zwei katastrophale Schwächen.
3. Die Aufstellung: Jogi Löw baute wie erwartet die ganze Mannschaft um. Einzig die Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld und Özil behielt der Bundestrainer gegenüber dem Spanien-Spiel bei. Butt, Boateng, Jansen, Müller, Cacau und Aogo rückten neu ins Team.
4. Die Einwechslungen: Beim letzten Spiel gab es nicht mehr viel zu bewirken. MIt Kießling und Kroos bekamen zwei Spieler der zweiten Reihe Einsatzzeiten. Besonders bei Ersterem hätte man sich gegenüber Mario Gomez mehr Minuten gewünscht. Damit – mit Ausnahme von Tim Wiese – alle Spieler einen Einsatz hatten, wurde in der 91. Minute noch Serda Tasci eingewechselt.
5. Der erste Durchgang: Recht früh konnte man erkennen, dass das Spiel nicht durch taktische Muster getrieben wurde. Die deutsche Mannschaft begann, insbesondere mit Dennis Aogo, etwas übermotiviert in den Zweikämpfen. Danach ging man durch Müller verdient in Führung, musste aber ebenso verdient den Ausgleich nach einem Schweinsteiger Fehler hinnehmen.
6. Der zweite Durchgang: Die zweite Hälfte verlief ähnlich unterhaltsam wie der erste Durchgang. Beide Mannschaften nahmen die Defensiv-Aufgaben nicht ganz so ernst. So entstanden Chancen über Chancen, die im zweiten Durchgang für drei Tore reichten. Besonders der Führungstreffer Uruguay durch Diego Forlan war äußerst sehenswert.
7. Die Schrecksekunde: Puyol steigt frei im Sechzehner hoch und köpft ein zum Finaleinzug.
8. Besondere Einzelkritik: Müller zeigte, dass sein Fehlen gegen Spanien von enormer Bedeutung gewesen ist. Auch Arne Friedrich konnte wiederholt zeigen, dass er bei dieser Weltmeisterschaft zu den besten drei Innenverteidigern gehörte.
9. Überraschung des Spiels: Trotz der relativ geringen Bedeutung des Spiels kam die deutsche Mannschaft nach einem Rückstand noch mal in das Spiel zurück.
10. Das Spiel in einem Satz: Deutschland kommt in einem unterhaltsamen Spiel nach Rückstand wieder zurück ins Spiel und schließt die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika versöhnlich und würdig als Dritter ab.
11. Vorsicht: Lasst uns die Konstanz der deutschen Nationalmannschaften feiern, und lasst uns die große Zukunft des jungen Teams bewundern, doch lasst uns auch endlich mal wieder den Pott holen.
Mit dieser letzten Ausgabe verabschiedet sich die WM-Kolumne! Bis in zwei Jahren bei der Europameisterschaft - auf ein Neues!
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Schlagwörter: 11 in Afrika, Deutsche Nationalmannschaft, Kolumne, Platz 3, Südafrika, Uruguay, WM 2010





