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Schweiz: Schwingen
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Eine Nationalsportart der Schweiz: Schwingen
Schwingen hat nichts mit Tanzen zu tun. Es ist ein Schweizer Nationalsport, auf den nicht nur in der Schweiz gewettet werden kann. Dabei handelt es sich
um eine Abart des Ringens, wobei es beim Schwingen eigene Regeln, Griffe und Schwünge gibt.
Ein Kampf wird als Gang bezeichnet und dauert in der Regel ungefähr fünf Minuten. Der Gang wird auf einem Kreis, der mit Sägemehl ausgepolstert ist
und einen Durchmesser von 12 Metern besitzt, ausgetragen. Am Anfang geben sich die beiden Kontrahenten die Hand, nach dem Ende wischt der Sieger
dem Verlierer die Sägemehlspäne vom Rücken.
Die Schwinger tragen über ihrer Kleidung eine kurze Hose aus Jute. Während des Kampfes fassen sich die Schwinger gegenseitig an die Hose und versuchen,
den Gegner durch verschiedene Schwünge auf den Rücken zu zwingen. Die verschiedenen Hauptschwünge heißen: Brienzer, Bur, Kurz, Hüfter und Übersprung.
Ein Schwinger verliert den Gang, wenn er mit dem ganzen Rücken, vom Gesäss bis zur Mitte der beiden Schulterblätter oder vom Nacken bis zu beiden
Schulterblättern den Boden berührt. Drei Kampfrichter, von denen einer während des Gangs mit im Sägemehlring steht, bewerten den Gang und vergeben
für beide Schwinger Punkte. Sollte der Gang unentschieden enden, was als gestellter Gang bezeichnet wird, erhält der aktivere Schwinger die höhere
Punktzahl. Der Gewinner des Gangs erhält eine Punktzahl zwischen 9,25 und 10, bei einem Unentschieden liegen die Punkte zwischen 8,25 und 9,00 und
der Verlierer bekommt Punkte zwischen 8.00 und 8,75.
Ein Schwingfest geht über sechs Gänge und wird von dem Schwinger mit der höchsten Punktzahl gewonnen. Nach fünf Gängen erreichen die beiden punktbesten
Schwinger den Schlussgang, aber auch alle anderen Schwinger tragen noch einen sechsten Gang aus und so kann es passieren, dass bei einem gestellten
Schlussgang ein dritter Schwinger Festsieger wird. Das wichtigste Schwingfest ist das Eidgenössische Schwing – und Älperfest, das nur alle drei
Jahre stattfindet und bei dem der Sieger zum Schwingerkönig ausgerufen wird. Die besten Schwinger eines Schwingfestes erhalten einen Kranz und sind
damit Kranzschwinger. Bei dem Gewinn eines Eidgenössischen Kranzes wird der Schwinger als Eidgenosse bezeichnet.
Beim Schwingen existieren keine Gewichtsklassen. Schwinger sind ausschließlich Amateure, die häufig in Berufen tätig sind, die Kraft erfordern.
Schwingerkönige sind in der Schweiz sehr prominent. Auch Frauen schwingen inzwischen.
Die Kleidung der Schwinger ist einheitlich. Sennenschwinger sind Mitglieder eines reinen Schwingervereins und tragen eine dunkle Hose und ein
farbiges, meist hellblaues, Hemd. Turnerschwinger sind Mitglieder eines Sportvereins, der auch andere Sportarten anbietet und tragen weiße Turnhosen
und ein weißes Leibchen.
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