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Pferderennen - Pferdewetten
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Pferderennen – Die Stieftochter der deutschen Wettgemeinschaft
Viele Menschen denken immer noch, dass Pferderennen nur etwas für reiche Menschen sind. Dabei trifft man auf Rennbahnen Menschen aller Schichten.
Und zum Wetten muss man nicht einmal mehr eine Rennbahn besuchen. Online kann man bei einigen Buchmachern und Wettbörsen wie z.B. bei Paddypower
oder Betfair auch kleinere Beträge auf Pferde wetten. Dennoch machen Pferdewetten in Deutschland nur einen verschwindend kleinen Teil des Wettmarktes
aus (Pferdewetten machen nur einen Marktanteil von ca. 2 Prozent aus).
Viele Rennvereine in Deutschland sind inzwischen vom Aussterben bedroht. Dabei sind Pferderennen eine der ältesten Freizeitbeschäftigung der
Menschheit und können auch in Deutschland auf eine lange Tradition zurückblicken. Vor Tausenden von Jahren wurden im vorderen Orient schon Pferde
gezüchtet und Pferderennen veranstaltet. Auch die Römer züchteten Pferde und trugen im Circus Maximus Rennen aus. Bei ihnen war es üblich, dass die
Pferdebesitzer nicht selber ritten oder fuhren, sondern ausgesuchte und besonders gute Reiter diese Aufgabe übernahmen. Die gegeneinander antretenden
Gruppen symbolisierten schon damals ihre Zugehörigkeit mit eigenen Rennfarben.
Der Galopprennsport stammt ursprünglich aus England. Dort wurden um 1200 in Newmarket die ersten Galopprennen ausgetragen. In Deutschland fand das
erste Galopprennen 1810 auf der Theresienwiese statt.
Beim Pferderennen gibt es verschiedene Wettarten. Bei einer Sieg–Wette setzt man auf den späteren Sieger des Rennens. Eine Platz–Wette gewinnt
man, wenn das Pferd, auf das man gesetzt hat, Erster Zweiter oder Dritter wird (bei weniger als acht Startern Erster oder Zweiter). Bei der
Einlauf–Wette muss die Reihenfolge der ersten beiden oder manchmal auch der ersten drei einlaufenden Pferde vorhergesagt werden. Bei einer
Dreier–Wette müssen die ersten drei Plätze in richtiger Reihenfolge vorhergesagt werden, bei der Vierer–Wette die ersten vier Plätze. Eine
Platzzwilling–Wette ist dadurch gekennzeichnet, dass man zwei Pferde voraussagt, die in beliebiger Reihenfolge beide unter die ersten drei Plätze
kommen müssen. Bei einer Finish–Wette müssen die Sieger der letzten drei Rennen des Tages richtig vorhergesagt werden, bei einer Top 6–Wette die
Sieger von sechs Rennen des Tages. Bei einer Maxi–Wette kann man von vornherein bestimmen, dass ein Einsatz und der mögliche Gewinn auf eines
oder mehrere nachfolgende Rennen weitergeschoben wird.
Auch gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Rennarten, auf die man wetten kann. Bei Flachrennen führt die Rennstrecke durch ein Gelände ohne Hindernisse,
so dass keine Sprünge erforderlich sind. Meist finden diese Rennen auf speziellen Pferderennbahnen statt, bei denen die Rennstrecke zwischen 1000
Metern (Fliegerrennen) und 4800 Metern (Steherrennen) beträgt. Das bekannteste und wohl auch umstrittenste Flachrennen außerhalb einer
Pferderennbahn ist das Palio von Siena. Hierbei handelt es sich um ein Rennen zu Ehren der Jungfrau Maria, das auf der Piazza del Campo mitten in
Siena abgehalten wird und bei denen die Stadtteile Sienas gegeneinander antreten. Während des Rennens sind gegenseitige Behinderungen zulässig, auch
der Einsatz des Ochsenziemers gegen die Konkurrenz. Es ist zwar unter Strafandrohung verboten, einen anderen vom Pferd zu ziehen, kommt aber immer wieder
vor.
Das Gegenstück zu den Flachrennen bilden die Hindernisrennen, bei denen die Pferde Hindernisse überwinden müssen, also Sprünge erforderlich sind.
Bei den Galopprennen sind alle Gangarten erlaubt, da aber der Galopp die schnellste Fortbewegungsmöglichkeit von Pferden ist, werden diese Rennen
immer im Galopp geritten. Ziel ist es nur, als Erster die Zielgerade zu überqueren.
Im Gegensatz hierzu ist bei Trabrennen nur die Gangart Trab erlaubt. Pferde, die in eine andere Gangart einspringen, werden disqualifiziert.
Trabrennen werden nicht nur im Sulky gefahren, sondern vermehrt auch geritten. Kritisiert werden diese Rennen häufig, weil bei Trabrennen
ein Aufsatzzügel (Overcheck) verwendet wird, um das Einspringen der Pferde in den Galopp zu verhindern. Dieser Aufsatzzügel bewirkt eine höhere
Kopfhaltung der Pferde, so dass, falls die Pferde während des Rennens ermüden, verhindert wird, dass das Pferd sich nach vorne fallen lässt und
anschließend galoppiert. Zudem werden den Pferden vor den Rennen häufig Schaumstoffstöpsel in die Ohren gesteckt, die durch ein Band mit dem
Sulkyfahrer verbunden werden. Werden die Stöpsel nun während des Rennens aus den Ohren gezogen, soll die plötzliche Lärmeinwirkung bei den Pferden
einen Adrenalinstoß verursachen und dadurch soll das Pferd schneller laufen. Einen ähnlichen Effekt sollen Hauben haben.
Töltrennen zeichnen sich dadurch aus, dass hier nur die Gangart Tölt erlaubt ist. Nur die Pferde, die einen taktklaren Tölt gezeigt haben, werden
gewertet. Tölt ist eine Viertaktgangart in acht Phasen.
Bei Passrennen ist nur die Gangart Rennpass erlaubt, bei der die Pferdebeine in einer Linie den Boden berühren müssen, im Gegensatz zum Trab,
wo die Beine diagonal aufgesetzt werden.
Bei Aufgewichtsrennen werden den Pferden abhängig von Alter, Geschlecht und bisherigen Erfolgen Gewicht zugeordnet, die die Pferde beim Rennen tragen
müssen. Gruppenrennen sind eine Form des Aufgewichtsrennens, das einer internationalen Klassifizierung unterliegt. Das vom Pferd zu tragende
Gewicht ergibt sich aus seinem Alter und Geschlecht sowie aus seinen bisherigen Erfolgen.
Ausgleichsrennen zeichnen sich dadurch aus, dass versucht wird, ein möglichst homogenes Teilnehmerfeld zu erzeugen. Hierzu werden den Pferden
vom Handicapper auf Grund ihrer vorherigen Leistungen Gewichte zugeordnet.
Klassische Rennen sind Zuchtrennen für dreijährige Pferde. Hierzu zählen u.a. Derbys, die 1000 Guineas, ein Meilenrennen für Stuten und die
2000 Guineas, ein Meilenrennen für Stuten und Hengste.
Bei Verkaufsrennen handelt es sich um Hindernis- oder Flachrennen, bei denen die teilnehmenden Pferde zum Verkauf stehen. Pferde haben Gewichte
zu tragen, die sich aus dem Alter und Geschlecht und aus dem Einsatzpreis, also dem Betrag, den der Besitzer des Pferdes als Mindestkaufpreis
festgelegt hat, ergeben. Nach dem Rennen können Gebote für die Pferde abgegeben werden. Diese Gebote werden auf Zetteln in dafür bereitstehende
Boxen geworfen. Bei mehreren Geboten erhält das Pferd der Bieter mit der höchsten gebotenen Summe.
Jagdrennen sind Hindernisrennen über feste Hindernisse, die über eine Distanz von 3000 Metern bis 7200 Metern führen. Insbesondere Rennen wie
das englische Grand National gehen regelmäßig mit Protesten von Tierschützern einher, da teils Pferde eingesetzt werden, die weder von ihren
Möglichkeiten noch von ihrer Kondition her auf die Rennstrecke gehören. Das Verletzungsrisiko ist daher für Pferde und Reiter besonders hoch, so
dass häufig Pferde ums Leben kommen bzw. auf Grund schwerer Stürze und ihrer Verletzungen eingeschläfert werden müssen.
Hürdenrennen führen über eine Distanz von 2200 Metern bis 3400 Metern über bewegliche Hindernisse, die für Pferd und Reiter ein erheblich
geringeres Verletzungsrisiko bergen als unbewegliche Hindernisse.
Bei Cross Country–Rennen handelt es sich um Rennen, die durch ein Gelände mit allen natürlichen Hindernissen führen. Hier müssen die Pferde Hecken,
umgefallene Bäume, Wälle und Teiche überwinden.
Pferderennen ist also nicht gleich Pferderennen und es gibt unzählige Möglichkeiten, auf Pferde zu wetten. Zudem findet ständig irgendwo auf der
Welt ein Pferderennen statt, so dass man quasi im zehn Minuten Takt wetten kann. Gerade in Großbritannien, Irland und Australien sind diese
Rennen und Wetten sehr beliebt. Der Markt ist also da, nur wird er in Deutschland nur mäßig genutzt.
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