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EM-Finale 2008 Deutschland gegen Spanien


Fussball

Über das EM-Finale in Wien (Deutschland - Spanien)


Die Europameisterschaft 2008 geht nun in das große Finale. Favorisierte Mannschaften sind schon ausgeschieden, Außenseiter haben überrascht. Wer letztendlich am 29. Juni 2008 das EM-Finale im Wiener Ernst Happel-Stadion bestreiten wird, wissen wir nun, nachdem Spanien sich mit dem 3:0 Sieg gegen Russland als Final-Gegner von Deutschland qualifiziert hat.
Der Gegner von Deutschland, das sich mit 3:2 gegen die Türkei durchgesetzt hat, lieferte dabei ein hervorragendes Spiel und wird den Jungs von Jogi Löw im Endspiel alles abverlangen.

Eintrittskarten für das EM-Finale in Wien werden begehrtes Handelsobjekt. Fans aller Nationen haben wohl Finaltickets und hoffen, dass gerade ihre Mannschaft den Sprung ins Finale schaffen wird. Falls nicht, dann werden diese Fans wohl versuchen, ihre Karten an den Mann oder die Frau zu bringen. Fernseh- und Radiostationen werden vom EM-Finale berichten, die ganze Welt wird sich für dieses Fussball-Event interessieren.

Die Gastgeber Österreich und die Schweiz konnten ins EM-Finale nicht annähernd aktiv eingreifen. Beide Nationen sind bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Die Schweiz hat die ersten beiden Spiele verloren, im dritten und unbedeutenden Spiel konnte man den Fans gegen Portugal noch einen Sieg schenken. Für Österreich ist es im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland noch um den Aufstieg gegangen. Ganz Österreich träumte von einem zweiten Cordoba, doch es blieb beim Traum. Michael Ballack hatte etwas dagegen, sein Freistoss fixierte den 1:0-Sieg.


Match-Analyse und Tipp

Am Sonntag erleben wir in Wien ein würdiges Finale. Spanien ist mit Sicherheit die spielstärkste Mannschaft des Turniers. Drei Siege in der Vorrunde, im Viertelfinale Weltmeister Italien mit einer taktischen Meisterleistung ausgeschaltet und im Halbfinale gab es einen klaren und überzeugenden Sieg gegen Russland. Drei Tore in der zweiten Halbzeit, speziell nach der Pause hatte Russland eigentlich keine Chance mehr. Schön herausgespielte Tore durch Xavi Hernandez, Guiza und Silva waren die Folge.

Im Finale trifft nun Spanien auf Deutschland. Gibt es für die Mannschaft von Jogi Löw das Sommermärchen, Teil 2? Überzeugt hat Deutschland eigentlich nur im ersten Spiel gegen Polen (2:0) und im Achtelfinale gegen Portugal (3:2). Die schwächste Leistung bot man bei der 1:2 Niederlage gegen Kroatien. Nach diesem Spiel konnte man sich eigentlich nicht vorstellen, dass diese Mannschaft bis ins Finale kommt. Beim 1:0 Sieg gegen Österreich war man unverständlicherweise sehr nervös, eine Glanzleistung sieht anders aus. Und jetzt im Halbfinale war über weite Strecken die Türkei die bessere Mannschaft. In buchstäblich letzter Sekunde fixierte Philipp Lahm den 3:2 Sieg nach herrlichem Doppelpass. Rüstü hat beim Klose-Tor obendrein auch noch kräftig mitgeholfen. Aber Deutschland ist halt eine Turniermannschaft. Immer, wenn man glaubt, dass es jetzt vorbei ist, ist die deutsche Elf auf einmal voll da.

Interessant wird das EM-Finale auf alle Fälle - auf der einen Seite die kampfstarken Deutschen, auf der anderen die spielstarken Spanier. Da prallen zwei Fussballphilosophien aufeinander.

Nun zu den beiden Mannschaften im einzelnen. Der spanische Tormann Iker Casillas wirkt sehr sicher. Im Vergleich zu Jens Lehmann ist er wohl eine oder zwei Klassen stärker. Schon im Elferschiessen gegen Italien wirkte er sehr sicher und entschärfte zwei Elfmeter der Italiener. Die spanische Abwehr rund um Puyol und Offensivverteidiger Sergio Ramos wird von Spiel zu Spiel stärker. Prunkstück von Spanien ist das Mittelfeld. Iniesta, Xavi, Silva, Senna und Fabregas gehören zum Besten, was es momentan gibt. Und im Sturm sind David Villa und Fernando Torres eine Klasse für sich, wobei Villa möglicherweise im Finale gar nicht auflaufen kann. Gegen Russland musste er nach circa 30 Minuten aufgrund einer Zerrung vom Feld. Mit Ersatzmann Fabregas wurde man allerdings in der Offensive noch stärker, in der zweiten Halbzeit fixierte der spanische Torschützenkönig Guiza mit seinem Tor zum 2:0 endgültig den Sieg. Da warten einige Aufgaben auf die deutsche Verteidigung.

Ein paar Wörter noch zu Deutschland. Vor allem die Abwehr wirkt nicht so sicher wie erhofft. Metzelder und Mertesacker sind viel zu unbeweglich, gegen wendige und technisch Starke Spieler wie Senna, Silva und Iniesta könnte das ins Auge gehen. Dahinter ein Jens Lehmann, der immer wieder für einen Aussetzer gut ist. Wie auch gegen die Türkei, gut sah er da bei beiden Toren nicht aus. Da defensive Mittelfeld rund um Ballack, Hitzlberger, Rolfes und Frings bringt keine konstanten Leistungen. waren Ballack, Rolfes und Hitzlsberger gegen Portugal noch sehr gut, wurden sie von der Türkei fast komplett aus dem Spiel genommen. Einzig Podolski und Schweinsteiger bringen bei dieser Europameisterschaft mehr als überzeugende Leistungen. Wenn die beiden es schaffen, Klose in aussichtsreiche Positionen zu bringen, könnte was möglich sein. Auch von Philipp Lahm darf man einiges erwarten.

Für Spanien ist der Einzug in das Finale der größte Erfolg seit dem EM-Finale 1984 in Frankreich. Damals verlor man gegen den Gastgeber 2:0 durch Tore von Michel Platini und Bruno Bellone. Auf dem Weg ins Finale besiegte Spanien auch Deutschland durch ein Tor von Antonio Maceda in der 90. Minute.

Die Bilanz der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien ist positiv. Von 19 Länderspielen konnte Deutschland achtmal gewinnen. Spanien feierte fünf Siege. Es waren meist sehr knappe Ergebnisse, eine Ausnahme gab es bei der EM 2000 in Holland und Belgien. Da gewann Deutschland klar mit 4:1, Scholl und Zickler erzielten jeweils zwei Tore. Drei Jahre später revanchierte sich Spanien auf Mallorca. Da gab es einen 3:1 Sieg.

Spanien ist jedenfalls Favorit und ich denke, dass sie diesmal ihrer Favoritenrolle gerecht werden können. Deutschland hat mit dem Erreichen des EM-Finales schon sehr viel erreicht, gegen Spanien wird es aber kein zweites Sommermärchen geben.


Mögliche Aufstellungen:

Deutschland: Lehmann - A. Friedrich, Mertesacker, Metzelder, Lahm - Frings, Hitzlsperger - Schweinsteiger, Ballack, Podolski - Klose.
Spanien: Casillas - Sergio Ramos, Puyol, Marchena, Capdevila - Marcos Senna - Iniesta, Xavi, Fabregas, Silva - Fernando Torres.


Tipp 2 - Quote 2.35 bei Expekt - Ergebnis 0:1 (Tipp 2)


Die besten Wettquoten für das EM Finale Deutschland gegen Spanien

Sieg Deutschland      Quote 3.50 bei Paddypower
Unentschieden      Quote 3.30 bei Bwin
Sieg Spanien         Quote 2.35 bei Expekt





Die EM-Finali der letzten Europameisterschaften:


EM-Finale 2004 in Portugal

Die EM 2004 endete mit einer handfesten Überraschung. Der Außenseiter Griechenland, den niemand auf seiner Rechnung hatte, gewann unter Trainer Otto Rehagel die Europameisterschaft in Portugal. Angelos Charisteas war es, der einen Fehler von Ricardo zum vielumjubelten 1:0 nutzte und ein ganzes Volk wochenlang feiern liess. Otto Rehagel erhielt den liebevollen Kosenamen "Rehakles".

Aufstellungen:
Portugal: Ricardo – Miguel (43. Paulo Ferreira), Jorge Andrade, Ricardo Carvalho, Nuno Valente – Maniche, Costinha (60. Rui Costa) – Deco – Luís Figo, Pauleta (74. Nuno Gomes), Cristiano Ronaldo
Griechenland: Antonios Nikopolidis – Georgios Seitaridis, Traianos Dellas, Michalis Kapsis, Panagiotis Fyssas – Angelos Basinas, Kostas Katsouranis – Theodoros Zagorakis, Stylianos Giannakopoulos (76. Stylianos Venetidis) – Angelos Charisteas, Zisis Vryzas (81. Dimitrios Papadopoulos)



EM-Finale 2000 in Belgien und Holland

Die EM 2002 veranstalteten Belgien und Holland gemeinsam. Überraschung gab es eigentlich keine, denn das Finale bestritten Frankreich und Italien. Italien sah schon wie der sichere Sieger aus, doch in buchstäblich letzter Sekunde erzielte Wiltord den Ausgleich. In der Verlängerung kürte dann David Trezeguet die "Equipe Tricolore" zum Europameister.

Aufstellungen:
Frankreich: Fabien Barthez – Lilian Thuram, Laurent Blanc, Marcel Desailly, Bixente Lizarazu (85. Robert Pires) – Patrick Vieira, Didier Deschamps, Youri Djorkaeff (76. David Trezéguet), Zinedine Zidane - Christophe Dugarry (54. Sylvain Wiltord), Thierry Henry
Italien: Francesco Toldo – Fabio Cannavaro, Alessandro Nesta, Mark Iuliano, Gianluca Pessotto – Demetrio Albertini, Luigi Di Biagio (66. Massimo Ambrosini), Paolo Maldini, Francesco Totti, Stefano Fiore (53. Alessandro Del Piero) - Marco Delvecchio (86. Vincenzo Montella)



EM-Finale 1996 in England

1996 war England Gastgeber der Europameisterschaft, doch das englische Nationalteam scheiterte im Halbfinale an Deutschland im Elfmeterschiessen. Im Finale standen sich schliesslich Deutschland und überraschenderweise Tschechien gegenüber. Favorit war Deutschland, bereits in der Vorrunde konnte man 2:0 über Tschechien gewinnen. Doch im Finale ging Tschechien wegen eines fragwürdigen Elfmeters durch Patrik Berger in Führung, dann tauschte Berti Vogts Oliver Bierhoff ein. Der erzielte noch den Ausgleich und in der Verlängerung das erste "Golden Goal" der Fussballgeschichte.

Aufstellungen:
Deutschland: Andreas Köpke, Thomas Strunz, Matthias Sammer, Markus Babbel, Thomas Helmer, Dieter Eilts (46. Marco Bode), Thomas Häßler, Christian Ziege, Mehmet Scholl (69. Oliver Bierhoff), Jürgen Klinsmann, Stefan Kuntz
Tschechien: Petr Kouba; Michal Horák, Miroslav Kadlec, Karel Rada, Jan Suchopárek, Radek Bejbl, Pavel Nedved, Jiri Nemec, Patrik Berger, Karel Poborský (88. Vladimir Smicer), Pavel Kuka





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